Jetzt seid Ihr an der Reihe!

Jetzt seid Ihr an der Reihe!

Einige werden es mitbekommen haben, andere nicht: Seit einigen Wochen plagen mich Rückenschmerzen, die ich in hochprofessioneller Art und Weise in Eigendiagnose zunächst als Hexenschuss und nach ein paar Wochen als eingeklemmten Ischiasnerv diagnostiziert habe. Ein Arztbesuch hat zwar ausgereicht, um mich komplett zu widerlegen – aber okay. Den Versuch war es wert. Auf jeden Fall werde ich die freien HSV-Tage ein wenig dafür nutzen, das alles wieder in den Griff zu bekommen. Morgen und Mittwoch stehen dafür zwei eher zeitaufwendige Termine auf dem Plan. Und das schreibe ich nicht, weil ich Euren Zuspruch erhaschen will, sondern als Erklärung für meinen Vorschlag.

Die ganze Saison – in einem Song..!

Denn ich habe heute von „Abraeumer“ und „US73“ Beiträge gelesen, die auch als eigenständiger Blog durchgehen könnten. Danke dafür, echt starke Beiträge! Daher meine Frage: Gibt es hier jemanden, der schon seit längerem ein ganz bestimmtes Thema vermisst und sich selbst einmal daran machen möchte? Falls ja, schreibt einfach drauflos und schickt es mir an moinvolkspark@gmail.com . Ebenso könnt Ihr mir Eure Fragen an die oben genannte Adresse schicken. Ich werde sie sammeln und bis Freitag beantworten. Zudem werde ich natürlich  Stellung zu Euren Blogs beziehen.

Schickt uns Eure Texte und Fragen!

Wir machen also eine Art Communitytalk in schriftlicher Form – immer natürlich vorausgesetzt, dass an dem Tag nichts brisantes, berichtenswertes beim HSV passiert. Das Gerücht des Bezahlsenders „Sky“, Philipp Hofmann würde im Sommer für 1,5 Millionen Euro Ablösesumme zum HSV wechseln, wurde jedenfalls erst einmal wieder dementiert. „Es gibt keine konkrete Anfrage vom HSV, und über Geld wurde schon mal gar nicht gesprochen“, sagte KSC-Manager Oliver Kreuzer dem „Abendblatt“ am Sonntag. Die Sky-Meldung habe ihn „schon sehr überrascht“. Allerdings wisse Kreuzer auch vom Interesse Philipp Hofmanns, die Badener zu verlassen. Aber: Wirklich etwas Neues gibt es in dieser Personalie also nicht.

Deshalb setze ich auf Euch bzw. auf den Austausch mit Euch. Und Ich hoffe, dass das in Eurem Sinne ist und freue mich auf Eure Beiträge. Mit dabei in der kommenden Woche ist auch ein weiterer Blog zum Thema HSV-Nachwuchs. 

In diesem Sinne, anbei der Abschlusssong von Elvis, dessen Spieltagssongs ich in aller Regelmäßigkeit gefeiert habe und noch immer feiere. Elvis hat es musikalisch immer wieder auf den Punkt gebracht. Und dafür danke ich ihm an dieser Stelle noch einmal!

Bis morgen!

Scholle 

Durchschnaufen und genießen…!

Durchschnaufen und genießen…!

Dieses Wochenende lassen wir uns nicht nehmen. Endlich mal wieder Sonne in Hamburg (und hoffentlich auch bei allen anderen), das Relegations-Rückspiel können wir ebenso gespannt aber ohne Druckgefühl ansehen, wie das Champions-League Finale heute Abend. Grund genug, es wie der HSV zu halten und hier Pause zu machen. Heute noch nicht ganz, denn heute kommt hier der neue Communitytalk online, den wir schon am Donnerstag aufgenommen hatten: 

Da es aktuell sehr ruhig ist beim HSV, verpassen wir auch nichts. Und diese wenigen Tage im Jahr sollten wir nutzen. Morgen zum Beispiel wird Euch Elvis seinen Saison-Abschluss-Song präsentieren! Aber ansonsten ist es eher ruhig und ich werde einmal tief durchschnaufen, ehe es dann am Montag wieder in die Vollen geht.

In diesem 

Der HSV-Nachwuchs hat mächtig Nachholbedarf

Der HSV-Nachwuchs hat mächtig Nachholbedarf

Liebe Leute, heute werde ich die Sache ganz kurz machen. Private Verpflichtungen (schöne!) rufen und ich werden diesem Ruf folgen. Ich wollte eigentlich sogar gänzlich frei machen, muss dann aber doch noch mal etwas loswerden, weil ich es als Thema für morgen vorgesehen hatte: Nachwuchs und die Problematik der Einstellung. Es betrifft zwar längst nicht alle jungen Spieler, ganz im Gegenteil! Aber es gilt für sehr viel mehr, als man es von außen vermutet. Denn so oft der HSV auch zurecht für seine Nachwuchspolitik kritisiert wird – genau so oft liegt es nicht am HSV, sondern an der neuen Generation junger Fußballer. Aktuelles Beispiel: Aaron Opoku.

Der kommt nach einem weiteren Leihjahr (erst Rostock, jetzt Jahn Regensburg) erneut ohne Durchbruch zurück. „Er muss sich über sein überlegenes Talentpotenzial bewusst werden und hart daran arbeiten, dieses Talent in Form von Qualität konstant auf den Platz zu bringen. Wenn er das schafft, werden wir noch einiges von ihm hören“, bekam der Offensivspieler mit den schnellen, dünnen Beinen von Jahn-Boss Christian Keller mit auf den Weg nach Hamburg. Und wer jetzt glaubt „das klingt doch ganz nette“, dem sei gesagt: Das ist alles andere als ei gutes Urteil. Denn Keller hat nichts anderes gesagt als: „Mit dieser Einstellung packt er es nie!“ Also in etwa das, was Opoku auch in Hamburg schon mehrfach gesagt bekommen hatte.

Nun kenne ich Opoku schon seit der Jugend. Ich habe ihn immer wieder spielen sehen. Und zumeist hat er überragt. Unsere (Niendorfer) A-Bundesliga musste sich Opoku allein geschlagen geben, als er als Einwechselspieler mit zwei Toren und einer Vorlage eine 2:1-Führung unsererseits in einen 4:2-Sieg für den HSV drehte. Und nicht nur in diesem Spiel war zu erkennen, dass der junge Außenstürmer über die Portion Extraqualität verfügt, die ihn vom überragenden Amateurkicker zum Profifußballer befördern könnte. Das größte Problem: Auch Opoku selbst hatte das erkannt, was auch nicht allzu schwer war, da er von etlichen Beratern immer wieder das gesagt bekommen hatte, was er am liebsten hören wollte. Denn sie  alle buhlten darum, ihn vertreten/verkaufen zu dürfen.

Dietmar Beiersdorfer hatte diesen Fehler auch mal gemacht – und es später schwer bereut. Er hatte einen außergewöhnlich talentierten jungen Fußballer für den HSV gewinnen können und hatte diesem im Vorfeld der Verpflichtung alles erzählt, was dabei half, ihn für den HSV zu gewinnen. Zu viel, wie sich später herausstellte. Denn der Junge fiel im Internat häufiger negativ auf und konterte Strafandrohungen immer wieder mit dem Satz, es würde ihm ja eh nichts passieren. Er nutzte seine Position so lange aus, bis er körperlich unfitter wurde. Er verließ sich auf sein Talent – und war irgendwann verlassen. Ohne Fürsprecher, da er es sich mit den allermeisten verscherzt hatte, musste er seinen Traum vom Fußballprofi beim HSV abhaken. Noch bitterer: Ich habe bis heute nichts mehr von ihm gehört/gesehen. In der berichtenden Tageszeitung hieß es damals allerdings nur, dass der HSV es mal wieder nicht geschafft habe, ein zweifelsfreies Toptalent an den Profifußball heranzuführen.

Was ich damit sagen will: Wenn wir über den Nachwuchs beim HSV sprechen, dürfen wir nicht allein über die Ergebnisse sprechen, sondern müssen auch den Weg dahin mit einbeziehen. Und das geht nur sehr, sehr individuell, weil die jungen Talente eben auch sehr unterschiedlich sind in Sachen Mentalität, Einstellung, Disziplin, familiärer Backgroung, intellektueller Background etc. Aber dazu dann Montag mehr! Für heute ist Schluss. Ich muss – nein: ich möchte –  mit meinen Kindern einen richtig schönen Abend veranstalten. Und wenn die Tatsache, dass der HSV keinen Relegationsplatz erreicht hat, etwas Gutes hat, dann, dass wir alle einmal etwas durchatmen können.

In diesem Sinne, bis morgen! Dann mit dem neuen Communitytalk. Meine Beobachtungen und Gedanken zum Thema HSV-Nachwuchs, der noch sehr viel Nachholbedarf hat, werde ich hier am Montag präsentieren. Das ist jetzt auch tatsächlich kein Spoiler – das wissen inzwischen wirklich alle. Horst Hrubesch hatte es zuletzt sogar in Worte gefasst, als er sagte, dass er selbst gar nicht wüsste, welchem HSV-Nachwuchsspieler aus den eigenen  Reihen er aktuell den Sprung in die Profimannschaft zutraut. Eine Aussage mit Alarmpotenzial. Finde ich. Aber wie gesagt – am Montag mehr dazu!

Scholle

P.S.: Laut „Sportbuzzer“ soll der HSV an German Onugkha interessiert sein. Der 24-Jährige steht noch bis 2023 beim FK Krasnodar unter Vertrag und war diese Saison nach Dänemark an Vejle BK ausgeliehen. Dort schaffte der 24-Jährige fünf Tore in 17 Spielen. Der 1,90-Meter-Stürmer würde  (Quelle: transfermarkt.de) rund  700.000 Euro Ablösesumme kosten, wobei neben dem HSV wohl auch Hannover 96 und Darmstadt 98 sollen an Onugkha interessiert sein sollen.

Entscheidung der Vernunft – Hunt verlässt den HSV

Entscheidung der Vernunft – Hunt verlässt den HSV

Die Pressemitteilung ging bei mir um 17.37 Uhr ein: Aaron Hunts Vertrag wird nicht verlängert. Der ehemalige Kapitän verlässt den HSV somit zum 1. Juli und sucht eine neue Herausforderung. Eine Entscheidung der Vernunft, wie ich finde. Denn in den letzten Jahren gingen Erwartungshaltung und Realität immer weiter auseinander. Selbst der gut gedachte und gut gemeinte Versuch, den Daniel Thioune unternommen hatte, ging schief. Denn aus der Rolle des Backup-Spielers wurde im Laufe der Rückrunde plötzlich doch wieder ein Stammplatz. Bis zur Verletzung. Also genau in die Phase hinein, in der der HSV schwach spielte und ungenügend punktete. Wenig verwunderlich daher, dass viele darin eine Kausalität erkannt haben wollen.

Fakt ist dagegen, das sieht auch Hunt selbst, dass man die Ziele nicht erreicht hat, die man hätte erreichen müssen. Auch er selbst konnte nicht da anknüpfen, wo er wertvoll für die Mannschaft geworden wäre. Eine Begleiterscheinung des zunehmenden Alters. Und da der Fußball nicht anders ist als das normale Leben, wird auch hier die Leistungsfähigkeit ab einem gewissen Alter nicht mehr besser. Hunts bald 35 Jahre bedeuten nicht zwangsläufig ein Karriereende. Aber seine auffallend hohen Verletzungs-Ausfallzeiten haben deutlich gemacht, dass man mit ihm eben nicht mehr als feste Größe im Team planen kann.

Auch ein Grund, weshalb Daniel Thioune schon zu Saisonbeginn das Gespräch mit dem Routinier sichte und ihm die Rolle des Backup-Spielers andiente. Aber bei allem was hier jetzt wieder negatives über Hunt im Forum kommen wird, Hunt selbst war in der Mannschaft auch deshalb so beliebt, weil er eben sehr wohl einen Sinn für die Realität hatte. Deshalb nahm Hunt nahm die ihm von Thioune angediente Rolle auch an – auch wenn er selbst gern noch viel mehr gewollte hätte.

Aber: Alles hat seine Zeit. Und diese ist von Hunt beim HSV abgelaufen und ich wünsche ihm nur das Allerbeste. Ich bleibe auch bei meiner Meinung, dass Hunt fußballerisch einer der besten HSVer der letzten Jahre ist. Und wäre sein Körper noch ein Stück weit resistenter, er wäre sicher ein wichtiger Spieler für den HSV gewesen. Aber dieses „on und off“ war letztlich für keine Seite ausreichend. Im Gegenteil: Ein Aaron Hunt hätte nur topfit der Führungsspieler sein können, der er sein sollte. Umso vernünftiger ist es, sich jetzt zu trennen. Denn die Gefahr, dass Hunt hier zum Gesicht des Niederganges abgestempelt wird, war nicht nur groß – dieser Prozess hatte schon eingesetzt.

Am Ende, und das muss man auch dem Klub anlasten, hat Hunt vom HSV in den letzten Jahren immer auch eine Rolle angelastet bekommen. „Angelastet“, weil sie von Hunt eben nicht mehr zu realisieren war. Einem Spieler zu überlassen, sich selbst einzuschätzen, geht selten gut. Es liegt in der Natur der Sache, dass sich die allermeisten Spieler mehr zutrauen, als wirklich noch im Köcher ist. Da ist Hunt keine Ausnahme. Aber es ist an den Vereinen, das Potenzial der Spieler korrekt einzuschätzen – und hier herrschte bei Hunt eine erkennbare Diskrepanz. Hunt wurde sogar ein Stück weit zum Alibi der Verantwortlichen, weil man es in den letzten Jahren versäumt hat, einen jüngeren, fitteren und somit verlässlicheren, leistungsstarken Zehner zu finden. Hunt als Backup – ich glaube, das hätte passen können. Zumindest besser, als ihm immer wieder die Hauptverantwortung „anzulasten“.

Egal wie, jetzt gehen Hunt und der HSV getrennte Wege. Sollten meine Informationen stimmen, wird es Hunt ins Ausland ziehen, wo er seine Karriere als Aktiver fortsetzen will. Und dafür wünsche ich dem ehemaligen Kapitän alles Gute, Gesundheit und Erfolg! Anbei die Pressemitteilung des HSV: 

AARON HUNT VERLÄSST DEN HSV

DER VERTRAG DES MITTELFELDSPIELERS, DER IN DEN VERGANGENEN SECHS JAHREN MEHR ALS 150 PFLICHTSPIELE FÜR DIE ROTHOSEN BESTRITT, WIRD NICHT VERLÄNGERT. HUNT: „ES WAR ETWAS BESONDERES, DAS HSV-TRIKOT ZU TRAGEN.“ 

Der Hamburger SV und Aaron Hunt gehen nach sechs gemeinsamen Jahren in der kommenden Saison 2021/22 getrennte Wege: Der zum 30. Juni dieses Jahres auslaufende Vertrag des 34-jährigen Mittelfeldspielers wird nicht verlängert. „Wir hatten mit Aaron einen guten, offenen und ehrlichen Austausch über seine weitere Zukunft beim HSV. Er hat uns in den Gesprächen deutlich gemacht, dass er noch möglichst viel und lange Fußball spielen möchte. Aus unserer Sicht ist dafür eine Veränderung der beste Weg“, erklärt HSV-Vorstand Jonas Boldt und bedankt sich explizit bei dem 304-fachen Bundesliga-Spieler: „Wir möchten Aaron Hunt für seine Leistungen und seinen Einsatz in den vergangenen sechs Jahren auf und neben dem Platz ausdrücklich danken. Er hat sich immer der Verantwortung gestellt und diese auch in schweren Phasen übernommen. Wir wünschen ihm und seiner Familie alles Gute für die Zukunft. Aaron wird im Volkspark aber auch immer willkommen sein.“

Auch Aaron Hunt bedankt sich für die offenen Gespräche hinsichtlich seiner Zukunft und die zurückgelegten sechs gemeinsamen Jahre. „Ich wollte unbedingt mit dem HSV aufsteigen, leider hat das nicht geklappt. Das stand für mich aber über allem und war auch der Grund, warum die Verantwortlichen und ich die Gespräche über meine Zukunft hintenangestellt haben. Jetzt nach Saisonende haben wir sie geführt – von beiden Seiten absolut offen und ehrlich. Die Entscheidung ist getroffen, für mich ist aber auch klar, dass ich Bock habe und noch weiter Fußball spielen will. Ein großer Dank an den gesamten HSV. Es war etwas Besonderes, das HSV-Trikot zu tragen und zwei Jahre lang das Team als Kapitän aufs Feld zu führen“, betont der 34-Jährige.

153-MAL HSV MIT HÖHEN UND TIEFEN 

Aaron Hunt wechselte im Sommer 2015 an die Elbe und absolvierte in den vergangenen sechs Spielzeiten 153 Pflichtspiele für die Rothosen, in denen er 26 Tore und 18 Assists markierte. Zu Beginn seiner HSV-Zeit aufgrund seiner langjährigen Vergangenheit beim Hamburger Nordrivalen Werder Bremen durchaus kritisch gesehen, ließ der technisch versierte Mittelfeldspieler bei den Fans schnell Taten für sich sprechen und entwickelte sich zu einer festen und prägenden Größe im Team. So blieb Hunt dem HSV auch nach dem erstmaligen Bundesliga-Abstieg 2018 treu, übernahm in den ersten beiden Zweitliga-Spielzeiten das Kapitänsamt und stellte sich auf und abseits des Platzes in schwierigen Situationen immer der Verantwortung.

Auch zur vergangenen Saison 2020/21 blieb der „Hunter“ in Hamburg, um sein „großes sportliches Ziel, den HSV zurück in die Bundesliga zu bringen“ ein drittes Mal ins Visier zu nehmen. Statt des gewünschten Happy-Ends bestritt der Linksfuß am 29. April dieses Jahres beim Heimspiel gegen den Karlsruher SC (1:1) sein 153. und unverhofft letztes Pflichtspiel für die Rothosen, als er aufgrund eines Muskelfaserrisses in der Wade ausgewechselt wurde und seine 17. Profi-Saison damit vorzeitig für ihn beendet war. Trotz dieses unglücklichen Endes bleiben besondere Hunt-Momente im HSV-Dress in Erinnerung – darunter vor allem sein spektakulärer Siegtreffer beim 3:2-Heimerfolg über den FC Schalke 04 aus der Bundesliga-Saison 2017/18, sein Hattrick beim 3:3-Remis gegen Hannover 96 aus der abgelaufenen Spielzeit sowie zahlreiche sicher und sehenswert verwandelte Elfmeter- und Freistoßtreffer. 

Nach sechs emotionalen Jahren im HSV-Trikot schlägt Aaron Hunt im Spätherbst seine Karriere nun ein neues Kapitel auf. Der HSV bedankt sich für seinen langjährigen und leidenschaftlichen Einsatz im Zeichen der Raute und wünscht ihm für die Zukunft nur das Beste – mach´s gut, Aaron!

In diesem Sinne, bis morgen! Dann auch wieder mit dem Communitytalk!

Scholle

Hrubesch macht es vor – der HSV muss sich runderneuern

Hrubesch macht es vor – der HSV muss sich runderneuern

Eines vorweg, damit hier keine Missverständnisse aufkommen: Es wurden von uns heute keine Kommentare gelöscht. Dass sie trotzdem nicht erschienen sind, lag an einem automatischen Plug-In, dass am frühen Morgen installiert worden war. Den Fehler hat unser Admin Janik am Nachmittag dann beheben können. Danke dafür, Janik! Und dazu natürlich noch eine von Herzen kommende Entschuldigung an alle, deren Kommentare deshalb nicht erschienen sind. Bislang haben wir leider auch noch keinen Weg gefunden, an verschütt-gegangene Kommentare nachträglich ranzukommen. Aber: Wir arbeiten tatsächlich gerade jetzt in der Sommerpause vermehrt an den technischen Themen. Da kann sowas passieren.

Word!

Apropos Arbeit: Was hätte ich mich gefreut, wenn ich heute an dieser Stelle über das Relegationsspiel des HSV hätte berichten können.  Kann ich aber nicht, da dort Holstein Kiel auf der letzten Rille laufend dem 1. FC Köln gegenübersteht, während der HSV gerade wieder einmal einen neuen Trainer präsentiert hat und den gefühlt millionsten Neuanfang startet. Oder besser gesagt, starten wird, wenn Tim Walter aus dem Urlaub zurück ist und sich in Hamburg zusammen mit der sportlichen Leitung um die Kaderbesetzung kümmern wird. Dass Walter erst einmal in den Urlaub geht hat ein Geschmäckle. Es bedeutet aber längst nicht, dass sich Trainer und sportliche Leitung in den nächsten Tagen nicht austauschen. Dafür gibt es Handys. Und mit denen hat man nahezu überall auf der Welt Empfang.

Und es passiert natürlich auch schon einiges hinter den Kulissen. Sebastian Schonlau wurde bereits verpflichtet, Serdar Dursun hat bereits abgesagt – und mit dem Karlsruher Angreifer Philipp Hofmann war man vor der abgelaufenen Saison schon weit in den Gesprächen fortgeschritten – und ist es aktuell auch wieder. Zudem stehen für Sportvorstand Jonas Boldt und Sportdirektor Michael Mutzel wichtige Gespräche mit Spielern aus dem aktuellen Kader an. Mit Aaron Hunt beispielsweise, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft. Ob der Ex-Kapitän bleibt oder nicht, das ist weiter offen.

Dass ich mir seinen Verbleib beim HSV sogar vorstellen könnte, hatte hier bei einigen zuletzt für Unverständnis gesorgt. Aber leider auch, weil einige dieser einigen nicht ganz bis zum Ende gelesen hatten. Denn bei mir wäre ein Verbleib von Hunt nur unter der Voraussetzung denkbar, dass er als Backup fungiert. Als Backup mit der Sonderfunktion, der Papa der Kompanie zu sein, speziell zudem als Ziehvater für einen Zehner, den es noch zu holen gilt. Ich würde Hunt von vornherein klarmachen, dass er vermehrt dadurch wichtig für die Mannschaft würde, indem er seine Erfahrung weitergibt und als Ansprechpartner der Youngster gilt. Ich würde ihm einen ausschließlich leistungsbezogenen Vertrag geben, der zum einen seine persönlichen Erfolge (Startelfnominierungen, Einsätze) sowie den mannschaftlichen Erfolg (Endplatzierung)  honoriert. Fakt aber ist: Hunt darf nicht mehr als „Säulenspieler“ auf dem Platz gelten. Denn der HSV muss sein Gesicht komplett  verändern. Dazu gehört es auch, die Hoffnungsträger/Führungsspieler der letzten Jahre auszutauschen, weil sie einfach nicht so funktioniert haben, wie es nötig gewesen wäre. Nicht umsonst wird Hunt von vielen als das „Gesicht des Niedergangs“ betitelt.

Denn genau das, was Horst Hrubesch gesagt hatte, muss in den nächsten Monaten als Leitbild fungieren: „Es gibt viele Dinge, die sich eingeschliffen haben. Es sind viele Leute, die schon viele, viele Jahren da sind, wo man sich hinterfragen muss, ob man immer in der richtigen Spur ist“, sagte er. Und damit meinte Hrubesch tatsächlich den gesamten HSV-Apparat. Unter anderem auch den Nachwuchsbereich, der personell gerade unter viel Brimborium umstrukturiert wird. Oder anders formuliert: Hrubesch fängt in seinem Bereich an, seine eigens formulierte Forderung umzusetzen – und er ist dabei alles andere als zimperlich.  Ob das alles richtig und gut ist kann ich ehrlich gesagt gar nicht beurteilen. Dafür habe ich die Wirkung der Aussortierten nicht detailliert genug vor Augen. Aber aus meiner komplett subjektiven Sicht ist Veränderung beim HSV zunächst einmal gut.

Ich werde am morgigen Donnerstag im Communitytalk sicher auch viele Fragen zu Tim Walter beantworten müssen. Daher belasse ich es dabei, morgen darauf einzugehen. Beschließen möchte ich den heutigen Blog aber mit einem, der dem HSV extrem geholfen hat: Simon Terodde. Denn der hat sich via Instagram vom HSV verabschiedet. Und das mit sehr passenden Worten, wie ich finde. „Für den Aufstieg und für ein halbwegs volles Volksparkstadion bin ich zum HSV gegangen. Leider ist beides nicht eingetreten. Im Sport gibt es Niederlagen, das war sicher eine große. Die letzten Wochen waren absolut enttäuschend. Jetzt gilt es langsam die Köpfe wieder hochzunehmen und weiterzumachen. Dieser Verein ist unglaublich, für mich war es etwas sehr besonderes das HSV-Trikot mit der Nummer 9 tragen zu dürfen.“ Schade, dass der HSV sich mit ihm nicht auf einen Verbleib einigen konnte – und andererseits gut, dass der HSV auch hier die Chancen hat, neue Wege zu gehen. Zum Beispiel mit einem Robin Meißner. 

In diesem Sinne, Kiel hat gerade mit 1:0 in Köln gewonnen – und ich drücke den Störchen für Sonnabend beide Daumen. Zum einen, weil ich sie mag. Und  zum anderen, weil Köln die Zweite Liga noch ein Stück weit interessanter machen würde. Ich frage mich ehrlich gesagt schon – unabhängig vom Ausgang der Relegation -, ob man nicht langsam die Anstoßzeiten der Ersten mit denen der Zweiten tauschen sollte…

Aber im Ernst: Euch allen einen schönen Abend!

Scholle

Walter ist da – und verdient einen faireren Empfang!

Walter ist da – und verdient einen faireren Empfang!

Nun ist es offiziell. Der HSV hat verkündet, was seit einigen Tagen beim HSV als Gerücht kursierte: Tim Walter ist neuer Cheftrainer beim HSV. Der 45-Jährige hat einen Zweijahresvertrag unterzeichnet, wie der HSV heute Vormittag in einer Pressemitteilung offiziell verkündete. Walter folgt damit auf Daniel Thioune und Interimstrainer Horst Hrubesch, unter denen der HSV auch im dritten Anlauf die Rückkehr in die Bundesliga verpasst hatte. Und bevor ich hier den tagesaktuellen Blog schreibe: Ich habe gesehen und gelesen, dass Walter hier schon niedergeschrie(b)n wird. Und das sogar noch bevor er sich überhaupt erst vorstellen durfte.

Auch das ist ein Problem, das den HSV hier schon seit vielen Jahren begleitet: Es wird alles erst einmal von der negativen Seite betrachtet. In diesem Fall wird auf Zurufe reagiert, auf eine Beobachtung von Leuten, die größtenteils schon anderthalb Jahre zurückliegt. Und das empfinde ich als unwürdig. Denn völlig egal, was ich von den Urteilen renommierter Kollegen auch halte: dem schließe ich mich einfach so nicht an. Auch hier gilt es, dem Protagonisten selbst die faire Chance zu geben, sich zu etablieren und zu beweisen. Und: Dass Walter als Trainer sehr gut funktionieren kann, hat er mehrfach bewiesen.

Ob er dabei nun sympathisch ist oder nicht – das ist tatsächlich erst einmal zweitrangig. Er soll ja auch nicht mich mögen, sondern den HSV erfolgreich führen. Und deshalb werde ich ihm an dieser Stelle meinerseits auch die Zeit geben, um zu beweisen, dass er dem HSV helfen kann. Bis dahin halte ich mich an die Fakten:

Zuletzt hatte Walter bis Dezember 2019 den VfB Stuttgart in der 2. Liga trainiert, dann musste er gehen. Am Ende der Saison stiegen die Schwaben auf. Vor seinem Stuttgarter Engagement war Walter für ein Jahr beim Zweitligisten Holstein Kiel tätig. Dass er als Typ mit klaren Vorstellungen gilt, dass er sehr überzeugt ist von seinen Ideen – das reicht mir nicht nicht, um ihn abzuschreiben. Walters klare Art kann sogar wohltuend sein in einem Umfeld, das zuletzt einfach zu wenig Reibung erzeugt hat, als dass man zwei Halbserien lang den Fokus beizubehalten wusste. Vielleicht braucht der HSV jetzt genau diesen weniger emphatisch denn auf Leistung fokussierten Typen, um endlich einmal eine ganze Saison durchzuziehen.

Wer noch etwas mehr über über den neuen Cheftrainer wissen will, der kann das HIER auf der Vereinshomepage nachlesen.

Im vierten Spieljahr nach dem ersten Abstieg des HSV aus der 1. Liga soll nun also Walter den HSV ins Oberhaus zurückführen. Der gebürtige Bruchsaler ist damit schon der fünfte reguläre Chefcoach (Interimscoach Horst Hrubesch ausgeklammert) seit dem Absturz in die Zweitklassigkeit im Jahr 2018. Eine bittere Bilanz. Zuvor hatten sich der über Neuerungen kommende Christian Titz, Konzepttrainertyp Hannes Wolf, der alte und erfahrene Knurrer Dieter Hecking sowie der aufstrebende und emphatische Entwickler Thioune erfolglos darin versucht, den HSV wieder in die Erste Liga zu führen. Dem 46 Jahre alten früheren Coach des VfL Osnabrück wurde wie seinen Vorgängern auch der Absturz seiner Mannschaft in der Rückrunde zum Verhängnis.

Jetzt also Walter. Ein Mann, dessen Ruf ihm weit vorauseilt. Zu weit, wie ich finde. Denn auch ich habe sehr viel über ihn gehört, weil ich mich natürlich breitflächig informieren wollte – aber ich werde hier nicht den Fehler machen, und ihn schon aburteilen, bevor ich ihn nicht selbst kennenlernen durfte und ihn in Sachen Arbeit mit der Mannschaft ausreichend beurteilen kann. Vielleicht will sich ja die/der eine oder andere dieser Vorgehensweise anschließen. Es wäre fair.

Bis später! Dann zumindest schon einmal mit den allerersten persönlichen Eindrücken von der Pressekonferenz, auf der Walter heute vorgestellt wird.

Bis dahin!

Scholle