Es muss sich noch einiges verändern – beim HSV und bei uns

Die Europameisterschaft ist beendet – was für eine Leere sich da plötzlich auftut. Oder? Wobei, ein wenig wurde ich durch das Aus der Deutschen ja schon darauf vorbereitet. Die letzten Spiele der EM waren dann alle interessant, teilweise spannend – aber ohne das dazugehörige Herzblut, um ein Spiel so emotional mitzuverfolgen, wie ich es gern mache. Und auch wenn das einige jetzt nicht gern hören – auch beim HSV fehlt mir noch etwas, um voll mitzufiebern. Das Spiel am Freitag bei Drochtersen und das Spiel am Sonnabend in Lübeck waren zumindest noch nicht so, dass ich den Saisonstart herbeisehne.

Der HSV ist führungslos – und es fehlen Entscheider

Der HSV ist führungslos – und es fehlen Entscheider

Ich liebe diese Gänsehautmomente. Bei den Welt- und Europameisterschaften schaue ich mir Last-Minute-Entscheidungen quasi in eine Endlosschleife an, um mich auf besondere Matches mental einzustimmen. Ich mag das! Auch die Aufholjagd der Kölner am Wochenende gegen Union habe ich mir noch mal angesehen, weil das Stadion nach dem Siegtreffer förmlich explodiert ist. So, wie das Volksparkstadion seinerzeit bei Luca Waldschmidts Last-Minute-Siegtreffer zum 2:1 am 34. Spieltag 2016 gegen den VfL Wolfsburg.

Oder eben so, wie das Volksparkstadion gefeiert hätte, hätte der HSV diese Saison sein Zeil erreicht. Aber: Das hat er nicht.

Dramatisch seelenloser Auftritt – der HSV am Tiefpunkt

Dramatisch seelenloser Auftritt – der HSV am Tiefpunkt

Der HSV hat alle Chancen auf den Aufstieg verspielt und mit diesem 0:1 beim SC Paderborn seine maßlos enttäuschende Saison mit einem Spiel „abgerundet“, das schlimmer kaum hätte sein konnte. So seelenlos wie dieser Auftritt beim 0:1 gegen Paderborner, die nicht einmal annähernd an ihre Leistungsgrenzen gehen mussten, um ungefährdet mit 1:0 zu gewinnen, war schon lange nichts mehr.  Dieses Spiel heute, in dem der HSV gewinnen musste, um sich wenigstens Restchancen auf den Aufstieg zu erhalten, war so schlimm, dass ich gern eine Menge Kraftwörter aneinander reihen würde im Zusammenhang mit den Spielern und den Verantwortlichen.

Baumgarts Reise in die Vergangenheit – Pherai fällt aus

Baumgarts Reise in die Vergangenheit – Pherai fällt aus

Es ist einfach nur ermüdend, beim HSV über die immer selben Probleme und Fehler zu sprechen. Auf dem Platz – aber daneben noch deutlich mehr. Trotzdem haben Mats und ich das heute noch mal gemacht und im Video festgehalten. Das wiederum eröffnet mir die Möglichkeit, mich hier vermehrt um den sportlichen Bereich zu kümmern. Zwei Tage vor dem Duell beim SC Paderborn, das für den HSV einem Finale gleichkommt, ist das sicher auch gerechtfertigt. Und auch wenn die nur noch sehr gering besuchten Pressekonferenzen durchaus schwindendes Interesse am HSV signalisieren, ist das hier mitnichten so. 

Derbysieger! HSV siegt im Stadtderby gegen Schiri und den FC St. Pauli

Derbysieger! HSV siegt im Stadtderby gegen Schiri und den FC St. Pauli

Die Fans des HSV reagierten nach dem Sieg ihrer Fußball-Helden im 111. Stadtderby gegen den FC St. Pauli schnell. Gleich nach dem Abpfiff zogen sie am Freitagabend in der Nordkurve ein Banner mit der Aufschrift „Die Stadt gehört uns“ hoch. Die HSV-Spieler versammelten sich vor der Nordkurve und tanzten, sprangen und lachten, als stünden sie kurz vor dem Aufstieg. „Jetzt kriegt man auch ein Gefühl für norddeutsche Emotionen“, meinte Trainer Steffen Baumgart. „Heute freuen wir uns wirklich. Der Sieg war verdient, die Jungs sind drangeblieben.“

Dieses Stadtderby ist mehr als nur das 111. Stadtderby

Dieses Stadtderby ist mehr als nur das 111. Stadtderby

Die Frage nach der Nummer eins in Hamburg in dieser Fußball-Saison ist beantwortet. Hier kann man es drehen und wenden, wie man will, den FC St. Pauli kann der HSV auch theoretisch nicht mehr einholen. Allein die Frage nach dem Ausgang des 111. Stadtderbys am morgigen Freitag um 18.30 Uhr im Volksparkstadion ist komplett offen. Dass im Hintergrund von HSV-Anhängern bereits Szenarien vorbereitet werden, das Spiel gegebenenfalls abzubrechen, sollte absehbar sein, dass der FC St. Pauli im Volksparkstadion aufsteigt – ich finde es einfach nur traurig. Denn anstatt sich mit sich selbst zu beschäftigen und zu sehen, wie man seinem eigenen Verein helfen kann, wird der Frust wieder woanders entladen. Und eines ist auch klar: Dieser HSV hat ein Problem mit sich selbst. Wie sonst ist zu erklären, dass Klubs wie der FC oder auch Holstein Kiel das erreichen, was dem HSV seit seinem Abstieg 2018 verwehrt bleibt?

Hinten sicher, vorn effizient: So einfach kann es sein

Hinten sicher, vorn effizient: So einfach kann es sein

Mit einem Doppelpack hat Robert Glatzel die letzte Chance im Aufstiegsrennen erhalten. Beim 4:0 des in Braunschweig legte der Torjäger mit seinen Treffern in der zehnten und in der 22. Minute die Grundlage für den klaren Erfolg. Für den 30-Jährigen waren es nach vier erfolglosen Einsätzen die Saisontore 17 und 18. Noch in der Nacht hatte Glatzel mit Übelkeit zu kämpfen gehabt – dies aber dem Trainerteam nicht mitgeteilt, weil er unbedingt spielen wollte. Bakery Jatta (69.) direkt nach seiner Einwechslung und Ludovit Reis (84.) machten das Ergebnis in der zweiten Halbzeit deutlich. Einziges Manko: Am Ende hatte der HSV, der neben sechs Punkten auf Düsseldorf auch ein um 16 Tore schwächeres Torverhältnis aufholen müsste, wenn er die Relegation noch erreichen wollte, noch weitere sehr gute Gelegenheiten, die er allesamt ungenutzt ließ.

HSV kann die neue Saison planen – aber kann er das auch?

HSV kann die neue Saison planen – aber kann er das auch?

Steffen Baumgart wusste erst gar nicht, wie ihm geschah, als die Jugendlichen am Girls- and Boys-Day ihm im Presseraum die Fragen um die Ohren schmissen. Schonungslos direkt, so wie die Kinder oftmals sind, wurde der HSV-Coach nach seiner Hoffnung bezüglich des Aufstieges, nach seiner Mannschaft, seiner Kompatibilität zum Kader und selbstverständlich auch zu seiner eigenen beruflichen Zukunft gefragt. Und Baumgart lieferte die Antworten, die die Kids zufriedenstellten.

Über Moin Volkspark

Moin Volkspark – das ist ein Team aus jungen Menschen, die sich seit vielen Jahren mit dem HSV beschäftigen und ihre facettenreichen Fähigkeiten so einbringen, dass hier heute eine Plattform entsteht, die den Anspruch hat, HSV-Freunde und -Interessierte vollumfänglich zu informieren und zu unterhalten.

Das Ganze gepaart mit der Expertise des bekannten Sportjournalisten Marcus „Scholle“ Scholz bietet ein Maximalmaß an objektiver Informationen und  zeitgemäßer Unterhaltung. Ziel ist es, hier frischen, dynamischen Content zu bieten, der sich wohltuend von der allgemeinen Journaille abhebt.

Moin Volkspark ist aber nicht nur ein Ort, um sich zu informieren, sondern soll auch immer ein Ort des Austausches und des Miteinanders sein. Wir wollen eurer Leidenschaft einen Platz im Netz bieten: zum Diskutieren im Forum, zum Mitfiebern bei Live-Events. Und natürlich zum Mitmachen in unseren vielfältig angelegten Video-Formaten. Eure Freude, Eure Trauer, Euer Jubel und Eure Wut haben hier Ihren Platz, solange alles respektvoll formuliert und artikuliert wird.

Moin Volkspark steht für ein leidenschaftliches Miteinander und ist der Zusammenschluss dessen, was eigentlich schon seit langer Zeit zusammengehört.