HSV vor Mainz-Spiel: Capaldo fraglich – So könnte Polzin aufstellen

HSV vor Mainz-Spiel: Capaldo fraglich – So könnte Polzin aufstellen

Moin zusammen,

heute stand die Presskonferenz bezüglich des 23. Spieltages und dem Spiel in Mainz an. Auch das Nordderby der Frauen gegen Bremen wurde thematisiert. Wer Samstag noch nichts vorhat, kann sich das Spektakel im Volkspark gerne anschauen. Aktuell rechnet man mit ca. 10-11 Tausend Tickets, also besorgt euch gerne noch ein Ticket, falls ihr Lust habt. Bremen hat momentan 3 Punkte Rückstand auf Platz 3 mit 2 Spielen weniger und auch der HSV kommt mit Rückenwind, nachdem man am vergangenen Wochenende bei der TSG aus Hoffenheim, welche ebenfalls um die internationalen Plätze kämpft, mit 4:0 auswärts gewinnen konnte. Es geht hier in dem Blog ja primär um die Profimannschaft der Herren, aber ich finde, auch die Frauen sollten unterstützt werden. Also sichert euch gerne noch ein Ticket fürs Wochenende.

Capaldo mit Fragezeichen- Wie startet der HSV?

Bezüglich des Teams von Merlin Polzin gab dieser heute in der Pressekonferenz eine Info raus, die bei vielen HSV-Fans wahrscheinlich nicht ganz so positiv ankam. Nicolas Capaldo war angeschlagen und konnte nicht die kompletten Trainingseinheiten absolvieren. Dort wird noch das Training abgewartet und dann schaut man, inwieweit er fit ist. Laut Polzin fühle sich Capaldo selbst wieder topfit, aber das schaut man morgen im Training. Das heißt im Umkehrschluss, dass die Diskussion von gestern wahrscheinlich für die Startelf hinfällig sein könnte. Sofern Capaldo nicht startet, würde der HSV mit Toruanrigha, Elfadli und Omari starten, wobei Elfadli dann wohl im Zentrum startet.

Insofern ergibt sich dann auch viel aus der restlichen Startelf, wenn wir davon ausgehen, dass Capaldo nicht startet. In diesem Fall würde Vieira ziemlich sicher wieder neben Remberg beginnen.

Links wird wieder Muheim starten, rechts dann entweder wieder Jatta oder Mickelbrencis bzw. Gocholeishvili. Im Tor spielt logischerweise wieder Heuer Fernandes und vorne gibt es zum aktuellen Zeitpunkt eigentlich auch keinen Grund, etwas zu ändern. Polzin sagte heute, dass der Einsatz von Glatzel gegen Union nominell nicht so geplant war. Nichtsdestotrotz hat das Spiel mMn gezeigt, dass es mit einem großen Stürmer vorne funktionieren kann. Ich hoffe, dass vorne wieder Otele, Glatzel und Königsdörffer starten. Glatzel entlastete Königsdörffer am Samstag mit seiner Positionierung und so konnte dieser sich auf das Wesentliche konzentrieren. Königsdörffer hat ein richtig gutes Spiel gemacht und ich hoffe, dass das Ganze am Freitag ähnlich aussieht, auch wenn man wohl etwas tiefer stehen wird als gegen Union.

Je nach Herangehensweise kann es aber natürlich auch sein, dass Polzin mit Otele, Königsdörffer und Philippe startet. Auch Dompe ist wieder eine Option, aber ich finde, Otele hat es in den ersten beiden Spielen gar nicht schlecht gemacht. Wir konnten leider noch nicht so viel Tiefgang von ihm sehen, da sowohl Heidenheim als auch Union tief standen. Am Freitag könnte es sein, dass Otele mehr in die Tiefe gehen kann. Das würde ich sehr gerne sehen. Denn entscheidende Pässe kann der Mann auf jeden Fall spielen. In Heidenheim legte er direkt einen auf und auch gegen Union muss Jatta seine Vorlage verwerten. Auf mich macht Otele auf jeden Fall einen guten Eindruck, ich möchte mehr davon sehen.

Schreibt doch mal rein, wie ihr starten würdet, wenn Capaldo wirklich nicht spielt,

Tom

Innenverteidigung im Fokus: Elfadli oder Omari als Vuskovic-Ersatz?

Innenverteidigung im Fokus: Elfadli oder Omari als Vuskovic-Ersatz?

Moin zusammen,

Luka Vuskovic fällt ja bekanntlich für das Spiel in Mainz aus. Am Wochenende holte er sich seine 5. gelbe Karte ab. Vuskovic spielte nach seiner Ankunft und einem Spiel auf der Bank jede Woche von Anfang an und ist maßgeblich am Erfolg des HSV beteiligt. Dabei ist er nicht nur kopfballstark, sondern verteidigt klug, stellt seine Nebenleute und ist zudem noch gefährlich vor dem Tor. Mit 4 Toren gehört er aktuell mit zu den besten Torschützen des HSV. Nur Rayan Philippe hat mit 5 Toren einen Treffer mehr erzielt. Vuskovic ist mit seinen 18 Jahren ein echter Leader und wirkt jetzt schon deutlich reifer, als es sein Alter hergibt. Das ist für den HSV zunächst positiv, im Hinblick auf die aktuelle Saison. Da man Vuskovic allerdings ohne Kaufoption ausgeliehen hat, schwinden durch die anhaltend guten Leistungen die Chancen auf eine erneute Leihe über den Sommer hinaus. Luka selber würde gerne noch einmal mit Bruder Mario auf dem Feld stehen, am Ende sitzt aber der Arbeitgeber, in diesem Falle Tottenham, am längeren Hebel. Sollte Igor Tudor auch nächste Saison Trainer in London sein, wird er wohl auf Vuskovic setzen, andererseits gibt es bereits jetzt viele Interessenten aus Europa, die Vuskovic von den Spurs abkaufen wollen.

Vuskovic Entwicklung wirft gute Licht auf den HSV

Unabhängig von den Konditionen für die Saison 2026/27 wirft die Entwicklung von Vuskovic ein positives Licht auf den HSV. Wenige hätten eine derartige Entwicklung erwartet, aber eben diese macht es auch für andere attraktiv, an die Elbe zu wechseln. Das Vuskovic Talent hatte, war jedem klar, aber er wurde auch in Hamburg geformt und vom Trainerteam entwickelt. Der Standort Hamburg liefert also für Talente eine gute Möglichkeit, sich einerseits auf der Bundesliga-Bühne zu zeigen, andererseits in einem Trainerteam einen Schritt nach vorne zu machen. Zudem spielt man in einem Stadion, das jede Woche ausverkauft ist, und auch auswärts wird man bedingungslos unterstützt. All das könnten in Zukunft Kriterien sein, die Talente an die Elbe locken, dann eventuell sogar mit Kaufoption.

Wer spielt in Mainz?

Basierend auf dem System hat man für die Kaderplanung wahrscheinlich ein Spielerprofil definiert, mit dem man Vuskovic, sofern er nicht bleibt, ersetzen kann. Dieses Spielerprofil bedarf wohl Qualitäten im Spielaufbau, Kopfballstärke und Leaderqualitäten. Man wird dann wahrscheinlich gewisse Abstriche machen, aber das Profil sollte mehr oder weniger so aussehen. Wie der HSV ohne Vuskovic funktioniert, werden wir am Freitag sehen. Für die Position gibt es 2 Alternativen. Warmed Omari und Daniel Elfadli. Omari war am Wochenende noch auf der Tribüne, da er anschließend an seine 90 Minuten in Heidenheim leichte Muskelprobleme hatte. Er wird aber wohl am Freitag wieder spielen können. Die andere Variante schließt ein wenig an die Aufstiegssaison mit Daniel Elfadli an. Elfadli ist ein Spieler, der vor allem, was das Spiel nach vorne angeht, Vuskovic ähnlich ist. Auch er wagt gerne Vorstöße nach vorne, spielt die Bälle in die entscheidenden Zonen. Bei Elfadli ist wahrscheinlich weniger Vertikalität im Spiel, dafür aber die Ruhe am Ball mit gezielten Vorstößen in freie Räume.

Omari ist wohl eher derjenige, der im Umschaltspiel hinten bleiben würde. Zum einen, weil das eher seinem Spielstil entspricht, zum anderen, weil er nach seiner Verletzung das Pensum nach vorne eventuell nicht voll leisten kann. Auch Omari hat eine gute Ruhe am Ball und ist defensiv in den Zweikämpfen präsent Er wäre mMn eher die defensivere Variante der beiden. Logisch, denn Elfadli ist ja eigentlich gelernter Sechser und Omari gelernter Innenverteidiger. 
Polzin muss sich für Freitag entscheiden, auf welche Variante er setzt. Die defensive Variante mit Omari oder die offensivere Variante mit Elfadli. Klar ist: Vuskovic kann nicht 1-zu-1 ersetzt werden. Sicher ist aber auch, dass sowohl Elfadli als auch Omari gute Qualität mitbringen und Vuskovic adäquat ersetzen können.

Tom

Sondertrikot in Anlehnung an glorreiche Zeiten- Der HSV muss trotzdem bodenständig bleiben

Sondertrikot in Anlehnung an glorreiche Zeiten- Der HSV muss trotzdem bodenständig bleiben

Moin zusammen,

anlässlich des 1887. Bundesligaspiels am Samstag hat der HSV ein Sondertrikot herausgebracht, in welchem der HSV aller Wahrscheinlichkeit nach am Freitag in Mainz auflaufen wird. Das Motto lautet „1887 x Sturm und Glanz“ Ein schöner Anlass, um mit so einem Trikot zu spielen. Erwerben könnt ihr es am morgigen Dienstag ab 10 Uhr online oder in den HSV-Fanshops. Bezüglich des Designs hat wahrscheinlich jeder seine eigene Meinung. Ich finde die goldenen Akzente sehr geil. Das erinnert irgendwie an die glorreichen Zeiten, in denen der HSV erfolgreich war.

Glorreich könnte man die aktuelle Zeit auch im Hinblick auf die letzten Jahre betrachten. Der HSV steht auf Platz 9 mit 6 Punkten Abstand auf den Relegationsplatz und einem Spiel weniger. Das ergab bei einigen Fans und auch bei den Medien Anlass, das Wort Europa“ in den Mund zu nehmen.

Ich denke und hoffe, dass das alles heiße Luft ist, denn der HSV tut gut daran den Blick nach unten zu werfen. Immerhin sind es auch nur 6 Punkte auf Platz 16 und wir wissen alle, dass die Abstiegskandidaten, vor allem in den letzten Spielen der Saison, immer ordentlich Punkte holen. Im Moment steht der HSV gut da, aber das ist eben auch nur eine Momentaufnahme. In 3 Wochen, wenn der HSV auch sein Nachholspiel gegen Leverkusen gespielt hat, kann das alles wieder ganz anders aussehen. Und das Spiel gegen Leverkusen garantiert ja auch keinen Punktgewinn. Es ist lediglich eine Chance mehr, Punkte aus einem Spiel zu holen, mit denen man Abstand auf Platz 16 gewinnen kann. Ich möchte niemanden verbieten Träume zu haben, aber ich denke die überwiegende Mehrheit sieht das Thema ähnlich wie ich. Es geht darum so schnell wie möglich genügend Punkte zu holen, um am Ende die Klasse zu halten. Einige gehen immer noch mit der 40-Punkte-Marke, ich denke wer am Ende der Saison 34-35 Punkte hat, wird die Liga halten. Und darum wird es für den HSV gehen. Man hat mit Stuttgart, Dortmund, Frankfurt und auch Bremen noch richtig schwere Auswärtsspiele, Mainz und Wolfsburg werden nicht weniger schwierig. Und auch zu Hause warten in den nächsten Wochen Leipzig und eben Leverkusen. Der HSV tut gut daran auf sich selber zu schauen und jedes einzelne Spiel wie ein Endspiel anzugehen. Was dann am Ende daraus wird, sehen wir dann. Man hat sich nach 21. Spielen eine gute Grundlage aufgebaut, jetzt muss man zusehen, dass man diese Grundlage solide weiterführt und die Klasse hält. Gerne schon vor dem 34. Spieltag, aber das ist auch nur Bonus. Wenn der HSV am 24. Spieltag über dem 16. Platz steht ist das gut. Das ist der Anspruch des HSV in diesem Jahr. Dann kann man weiterschauen, aber wenn man sich in einer Liga etablieren will, ist der erste Schritt in dieser Liga zu bleiben und das ist die Aufgabe des HSV in dieser Saison. Einen Schritt näher würde man diesem Ziel kommen, wenn man am Freitag mit dem Sondertrikot in Mainz gewinnt. Leider ohne Vuskovic, wer ihn ersetzen könnte, besprechen wir noch in dieser Woche.

Ambitionierte Ziele sind dennoch richtig

Ich finde es unabhängig von der aktuellen Situation richtig, dass man ambitionierte Ziele hat. Ob man diese jetzt öffentlich kommunizieren muss, ist diskutabel, aber dass der HSV das Ziel hat, in 5 Jahren wieder europäisch zu spielen, ist m.Mn. nicht überheblich, sondern normale strategische Planung.

Und andersherum will man ja auch immer der Beste in einem Wettbewerb sein. Das würde der HSV nicht so kommunizieren, aber der Ausdruck „das Maximum herausholen“ ist im weitesten Sinne eine Umschreibung von „Wir wollen jedes Spiel gewinnen“, was im Endeffekt bei Erfüllung des Satzes heißt, dass man Erster wird. Das sollte nicht der Anspruch des HSV in den nächsten Jahren sein, aber das ist mMn ganz normales Wettbewerbsdenken. Wenn ich an einem Wettbewerb teilnehme, will ich Erster werden. Das ist mein persönlicher Anspruch. Wenn ich Spieler bei Kap Verde bin, gebe ich alles, um im Sommer möglichst Weltmeister zu werden. Das ist meine Sichtweise im Hinblick auf Wettbewerbe.

Schreibt doch mal rein, wie ihr zu dem Ganzen steht.

Tom

Mentalitäts-Sieg im Volkspark: HSV beißt sich gegen Union zu drei Big Points

Mentalitäts-Sieg im Volkspark: HSV beißt sich gegen Union zu drei Big Points

Der HSV kontrollierte lange das Spiel, ließ sich vom rustikalen Stil der Gäste aber immer wieder in intensive Duelle ziehen. Als dann auch noch ein umstrittener Elfmeter zur Berliner Führung führte, drohte die Partie in genau die Richtung zu kippen, vor der viele Fans Respekt hatten. Doch diese Mannschaft wirkt inzwischen stabiler – Rückschläge bringen sie nicht mehr aus dem Konzept.

Die Antwort kam schnell und entschlossen. Ein sauber vorgetragener Angriff, ein eiskalter Abschluss, und plötzlich war das Stadion wieder da. Kurz vor der Pause drehte der HSV die Partie sogar komplett, in einer dieser wilden Fußballminuten, in denen Glück, Mentalität und Effizienz zusammenkommen müssen.

Nicolas Capaldo brachte es später treffend auf den Punkt: Man habe gewusst, dass Union über lange Bälle, Wucht und Physis kommen würde. „Wir mussten etwas leiden“, sagte er – aber genau das habe diese Mannschaft inzwischen gelernt. Entscheidend sei der Heimsieg gewesen, nicht sein eigenes erstes Tor. Besonders freute ihn, dass Königsdörffer sich mit seinen Treffern belohnte: Im Team habe nie jemand an ihm gezweifelt.

Und genau dieser Königsdörffer wurde zum Gesicht dieses Nachmittags. Nach Wochen mit Kritik meldete er sich endgültig zurück – mit einem Doppelpack, Emotionen pur und der Vorentscheidung zum 3:1. Robert Glatzel, der nach Verletzungspause wieder in der Startelf stand, beschrieb das Spiel fast liebevoll als „Championship-Fußball“ – viel Kampf, viele langen Bälle, wenig Schönheit. Doch der HSV habe den Matchplan überragend umgesetzt und sich in jeden Zweikampf geworfen. Für ihn war klar: Königsdörffer war der Matchwinner – und es sei typisch für Stürmer, dass nach dem ersten Tor plötzlich alles leichter falle.

Nach der Pause wurde es kurz brenzlig. Union traf die Latte, der Druck nahm zu, doch der HSV hielt stand. Nicolai Remberg sprach später von genau dem Momentum, das man braucht, um solche Spiele zu ziehen: erst die letzte Rettung in der Defensive, dann direkt das eigene Tor im Gegenzug. Am Ende habe jeder gekämpft, jeder sich reingeworfen, besonders nach dem späten Anschlusstreffer. Solche Partien müsse man einfach gewinnen.

Auch Luka Vuskovic hob die Mentalität hervor: viele gewonnene Duelle, viele zweite Bälle, kein Nachlassen nach dem Rückstand. Und Daniel Heuer Fernandes ergänzte, dass es für die Mannschaft spreche, wie sie die schwierige Phase angenommen habe – mutig geblieben sei und weiter Fußball gespielt habe, obwohl der Gegner extrem intensiv auftrat.

Trainer Merlin Polzin sah es ähnlich. Union habe große Herausforderungen gestellt, doch nach dem Gegentor habe man gesehen, wofür diese Mannschaft steht. Der Ausgleich sei hervorragend herausgespielt gewesen, danach habe man das Spiel mit Mut und Qualität gedreht – auch wenn es hinten raus noch unnötig spannend wurde. Wichtig sei am Ende der nächste Heimsieg gewesen – und das passend zum besonderen Jubiläumsspiel.

Selbst Unions Trainer Steffen Baumgart erkannte offen an, dass seine Mannschaft durch eigene Fehler dem HSV in die Karten gespielt habe und man am Ende verdient verloren habe.

Unterm Strich bleibt ein Spiel, das man nicht in Highlight-Videos feiern wird – das aber enormen Wert besitzt. Der HSV hat gezeigt, dass er auch die dreckigen Partien kann. Dass er kämpfen kann. Dass er Ruhe bewahrt, wenn es unbequem wird. Und genau solche Siege bauen Tabellenpolster, Selbstvertrauen und Stabilität auf.

Fazit: Es ging nicht um schönen Fußball – es ging um erfolgreichen Fußball. Und diesen Job hat der HSV ordentlich erledigt. Mit sieben Punkten aus drei Spielen und einer immer reiferen Spielanlage gehen die Rothosen nun in das wichtige Auswärtsspiel in Mainz – mit einer hervorragenden Ausgangssituation und wachsendem Selbstbewusstsein.


DIE EINZELBEWERTUNGEN:

Daniel Heuer Fernandes: Hatte einen kapitalen Bock im Spiel, der in 99 von 100 Fällen zum Gegentor führt. Heute nicht. Zum Glück. Ansonsten war er wie zuletzt auch immer Herr der Dinge. Note: 3

Bakery Jatta (bis 74.): Hätte gleich zu Beginn das 1:0 machen müssen, zögerte aber mal wieder zu lang. Er ist der Spieler, den man bringt, wenn man tendenziell nach hinten absichern muss. Nach vorn ist das normalerweise zu wenig – aber heute versuchte er viel. Manchmal etwas zu viel von dem, was ihn nicht auszeichnet. Note: 3

Giorgi Gocholeishvili (ab 75.): Seine Intensität ist beeindruckend, heute wirkte es auch nicht übertrieben, sondern wichtig in einem eh sehr körperlichen Spiel. Auch wenn es nicht für eine Note reicht, das war sehr ordentlich.

Nicolas Capaldo (bis 86.): Seine Aggressivität, sei Wille, seine Bereitschaft – alles grundsätzlich Note 1. Aber: er ist einfach zu oft zu wild. Und das rächt sich manchmal, wie heute beim Elfer, den ich trotzdem höchst diskutabel finde. Aber: Sein Einsatz überragt – immer wieder. Ihn runterzunehmen war falsch und brachte Unruhe.  Note: 2,5

William Mikelbrencis (ab 87.): Kam rein, legte das 2:3 für Berlin auf, spielte einen Fehlpass, verdaddelte einen einfachen Ball – und dann war das Spiel zum Glück vorbei. Er wird sicher nicht zufrieden sein mit diesem Nachmittag…

Luka Vuskovic: Das schwächste Spiel von ihm für den HSV. Wenn das allerdings immer noch okay ist, zeigt es, was er für diesen HSV an Wert hat. Holte sich seine fünfte Gelbe Karte und fehlt in Mainz. Vielleicht nicht der schlechteste Zeitpunkt… Note: 3

Jordan Torunarigha: Mit Pech bekommt er den Kopf-Zusammenstoß in der 21. Minute als Elfer gegen sich ausgelegt. Ansonsten war das wieder stabil. In der Nachspielzeit rettet er zudem einmal stark. Note: 2,5

Miro Muheim: Verschleppte in den ersten Minuten das Tempo, wenn er am Ball war, kam dann offensiv besser ins Spiel – war aber defensiv heute die anfälligere Seite. Insgesamt okay.  Note: 3,5

Philip Otele (bis 71.): Unauffällig und leider noch nicht mutig genug im Eins gegen Eins. Aber er weiß, wie man sich Respekt in. Der Mannschaft verschafft und kam über den Kampf auch zu guten Szenen.  Note: 3,5

Jean-Luc Dompé (ab 72.): Wirkungslos, fast schon teilnahmslos. Ich an seiner Stelle hätte mich komplett zerrissen heute. Aber so ein Typ ist er nicht. Er mag das schöne offensive Spiel, wo er mit Geistesblitzen glänzen kann – aber arbeiten für das Team ist nicht drin. Ich weiß, dass das wenige hören wollen, aber für mich ist er ein Spieler, auf den ich nicht setzen würde, wenn er sich nicht endlich angewöhnt, auch mal für das Team nach hinten zu arbeiten. Eine Note erspare ich ihm.

Nicolai Remberg: Das war ein Spiel, wie er es mag. Mit vielen Zweikämpfen, einer insgesamt robusten Gangart. Und er ging als Gewinner vom Platz.  Note: 2,5

Ransford Königsdörffer (bis 86.): Er fühlte sich als zweite Spitze bzw. hinter Glatzel wohler als sonst, behaupte ich. So ist er zumindest aus der Verantwortung, anzulaufen wie ein Irrer UND der vorderste Mann für den Abschluss zu sein, raus. Nicht umsonst war er heute der torgefährlichste Spieler des HSV. Dass er zwei Treffer beisteuerte und zurecht– mich freut es riesig für ihn, weil er oft zu Unrecht an die Backen bekommen hat! Die Standing Ovations bei seiner Auswechslung werden ihm sehr, sehr guttun…!  Note: 1,5

Daniel Elfadli (ab 87.): Noch dabei.
Robert Glatzel (bis 71.): 
Endlich durfte er mal wieder ran. Und es war klar, dass sehr viel Aufmerksamkeit auf ihn gerichtet sein würde. Und er brauchte eine ganze Weile, um sich zurechtzufinden. Aber dann behielt er die Übersicht und legte auf Königsdörffer auf, der von Glatzel nicht nur hier sehr profitiert. Insgesamt eine eher durchwachsene Partie, die viel an ihm vorbeilief. Note: 4

Yussuf Poulsen  (ab 72.): Schön, dass er wieder spielen kann. Auch wenn er diesmal nicht mehr viel bewirkte.

Fabio Vieira: Er sucht den Ballkontakt – und genau so muss es auch sein. Dass e5 selbst in einem derart körperlichen, wenig fußballerischen Spiel seine Aktionen hatte, spricht für ihn. Ich persönlich hoffe, dass er seine Aktionen jetzt auch noch besser abschließt in Form von Torvoralgen und/oder eigenen Treffern.  Note: 2,5


DIE STIMMEN ZUM SPIEL:

Nicolas Capaldo: Es fühlt sich immer gut an, sein erstes Tor für ein neues Team erzielt zu haben. Viel wichtiger ist aber, dass wir heute den Heimsieg eingefahren haben – ein toller Erfolg für die ganze Mannschaft. Wir wussten, dass wir auf eine sehr kämpferische Mannschaft treffen, die viel über lange Bälle spielt und über physisch starke Stürmer verfügt. Letztlich haben wir etwas leiden müssen, konnten das Spiel aber erfolgreich drehen. Jeder ist froh über die Tore von Ransi. Wir haben nie an ihm gezweifelt und wissen um seine Qualitäten. Umso schöner ist es, dass er das zeigen und sich jetzt mit Treffern belohnen konnte.

Robert Glatzel: Ich habe mich riesig darüber gefreut, wieder von Beginn an dabei sein zu dürfen. Die Verletzungspause war am Ende doch etwas länger. Es war ein super Tag mit dem Heimsieg. Ich wusste, was mich heute gegen Union Berlin erwartet – das war etwas Championship-Fußball (zweite englische Liga, Anm. d. Red.), der mich sehr an meine Zeit in England erinnert hat. Wir haben das Spiel und den Matchplan dazu als Team überragend umgesetzt, uns in jeden langen Ball reingehauen und mit allem verteidigt. Ransi hat sich toll entwickelt und war heute unser Matchwinner in einem Bundesliga-Spiel. Ich freue mich für ihn persönlich. Es waren sicherlich keine einfachen Wochen für ihn, und dann ist es irgendwie typisch Stürmer: Er hat letzte Woche bereits getroffen und auch heute der Mannschaft mit seinen Treffern geholfen.

Nicolai Remberg: Es ist ein wichtiger und auch verdienter Dreier, mit dem wir Union Berlin jetzt überholen konnten. Es war ein toller Fight beider Mannschaften. Die Szene zum 2:1 ist typisch Fußball: Jordan stört Ilic noch im letzten Moment, sodass er danebenschießt, und kurz danach fällt das Tor für uns. Solch ein Momentum brauchst du, um das Spiel zu gewinnen. Am Ende haben wir mit jedem Mann gekämpft, jeder hat sich in der Nachspielzeit reingehauen, nachdem wir zuvor noch einmal den Anschlusstreffer kassiert hatten. Du musst solch ein Spiel einfach ziehen, weil es das gewohnte Kampfspiel war. Ich bin enorm stolz auf die Mannschaft. 

Luka Vuskovic: Wir haben viele unserer Duelle gewonnen und viele zweite Bälle geholt. Unsere Mentalität war heute einfach unglaublich. Wir sind in Rückstand geraten und haben uns danach noch mehr gepusht und ins Spiel zurückgekämpft. Die drei Punkte sind am Ende der verdiente Lohn.

Daniel Heuer Fernandes: Es ist ein verdienter Sieg für uns, weil wir die bessere Mannschaft waren. Wir haben in der ersten Halbzeit gut Fußball gespielt und sind dann in Rückstand geraten, aber es spricht für uns, wie wir diese Situation angenommen haben und zurückgekommen sind. Wir waren weiter mutig. Wir haben gegen einen intensiven Gegner gespielt und unsere Leistung hat gestimmt. Ich bin glücklich über die Art und Weise, wie wir heute das Spiel gewonnen haben.

Merlin Polzin: Wir sind gut ins Spiel gestartet, aber Union Berlin hat uns vor große Herausforderungen gestellt und das haben wir zu spüren bekommen. Nach dem Gegentor haben wir gesehen, wofür unsere Mannschaft steht. Das 1:1 ist astrein herausgespielt. Danach hätten wir eigentlich in Rückstand geraten müssen, aber wir können das Spiel sogar drehen. Mit dem 3:1 haben wir uns ein Stück weit zu sicher gefühlt und zu spüren bekommen, dass die Qualität von Union als Mannschaft und der Spieler sehr hoch ist. Deshalb wurde es zum Ende spannender, als wir es uns erhofft hatten. Wir wollten dieses Spiel anlässlich des Jubiläums zum 1887. Bundesliga-Spiel zu etwas Besonderem machen und gewinnen. Letztlich wurde es der nächste Heimsieg und darüber bin ich sehr froh. 

Steffen Baumgart: Es war ein Spiel, das dem HSV durch unsere Fehler in die Karten gespielt hat. Wir gehen mit 1:0 in Führung und kassieren im Anschluss nach zwei Umschaltsituationen Gegentreffer. Wir hatten mehr als einmal die Möglichkeit zum 2:2, aber geraten 1:3 in Rückstand. Wir sind drangeblieben und haben alles versucht, das Spiel zu drehen, aber wir treffen zu spät zum Anschluss. Am Ende sind wir nach dem Spielverlauf als verdienter Verlierer vom Platz gegangen.

DIE STATISTIK ZUM SPIEL:

HSV: Heuer Fernandes – Capaldo (87. Elfadli) , L. Vuskovic, Torunarigha – Jatta (74. Gocholeishvili), Vieira, Remberg, Muheim – Königsdörffer (87. Mikelbrencis), Glatzel (72. Poulsen), Otele (72. Dompe)

1. FC Union Berlin: Rönnow – Trimmel, Doekhi, Querfeld, N’Soki (83. Burke), Köhn – Khedira (75. Kral), Kemlein (83. Schäfer) – Jeong (61. Burcu) – Ilic, Ansah (61. Skarke)

Tore: 1:0 Querfeld (28./FE), 1:1 Königsdörffer (35.), 2:1 Capaldo (45.+2), 3:1 Königsdörffer (82.), 3:2 Ilic (89.)

Zuschauer: 57.000 (ausverkauft)       

Schiedsrichter: Florian Badstübner (Windsbach)

Gelbe Karten: Vuskovic, Mikelbrencis /  –

HSV vor Jubiläumsspiel: 1887. Bundesligapartie gegen Union Berlin

HSV vor Jubiläumsspiel: 1887. Bundesligapartie gegen Union Berlin

Moin zusammen,

am Wochenende tritt der HSV bezüglich des 22. Spieltages zu Hause gegen Union Berlin und dessen Trainer Steffen Baumgart an. Tabellarisch trifft hier der 11. auf den 9. Union sammelte bis jetzt 25 Punkte, der HSV 22. Der HSV hat aber natürlich noch ein Nachholspiel gegen Leverkusen.

Das Hinspiel an der alten Försterei endete mit 0:0. In einem ausgeglichenen Spiel gab es einige Torchancen auf beiden Seiten. Union verschoss einen Elfmeter. Am Ende war der Punkt für einige HSV-Fans schon etwas zu wenig, andere waren sehr zufrieden. Ich denke, aufgrund des Elfmeters kann man als HSV mit diesem Ergebnis gut leben. Nun stehen die Vorzeichen aber etwas anders. Union hat sich im Mittelfeld etabliert und auch der HSV zeigte in den letzten Wochen, dass man definitiv mithalten kann.

Die voraussichtliche Aufstellung der Berliner sieht wie folgt aus:

Ronnow – Doekhi – Querfeld – Nsoki – Haberer – Khedira – Kemlein – Köhn – Jeong – Ansah – Ilic

Union Berlin ist voll auf Konter ausgelegt. Sie haben mit 39 % den durchschnittlich geringsten Ballbesitzwert der Bundesliga. Auch bei den gesamt gespielten Pässen steht man auf Platz 18. Über 40 % der Bälle werden direkt nach vorne gespielt, Union versucht sofort und ohne Gnade, umzuschalten. Im Hinspiel hat das nicht so gut funktioniert, da Luka Vuskovic alles rausköpfte, aber vor allem auswärts beim HSV kann man erwarten, dass Union versucht, defensiv stabil zu stehen und schnell in die Konter zu kommen. Vor allem mit Ansah hat man dort einen Spieler, der über ein enormes Tempo verfügt. Auch mit Burke hat man jemanden, der sehr zügig ist. Ich erinnere an das Spiel in der Hinrunde zwischen Union Berlin und Eintracht Frankfurt, in dem Burke 3 Tore erzielte und übermäßig viele Chancen nach langen Bällen erlief. Burke könnte Samstag starten, er würde dann voraussichtlich für Jeong spielen. Eingesetzt werden die Offensivkräfte dann meistens von Ilic.

Auf der Trainerbank wartet mit Steffen Baumgart ein alter Bekannter. Baumgart war von Februar bis November 2024 der Hauptübungsleiter der Rothosen. Allerdings passte sein Konzept nicht wirklich zum Kader des HSV und so wurde Baumgart noch in der Hinrunde 24/25 entlassen. Baumgart steht meistens für einen sehr intensiven und defensiven Fußball. Auch das dürften wir am Samstag erleben. Defensiv stabil, präsent in den Zweikämpfen und dann zügig nach vorne. Mit dieser Herangehensweise gelang Baumgart sogar die Qualifikation für das internationale Geschäft mit dem 1. FC Köln.

Beim HSV kann man auf viele Spieler zurückgreifen, nur Fabio Balde, Albert Sambi Lokonga, Albert Groenbaek und Alexander Roessing-Lelesiit fallen wohl aus. Sambi Lokonga Groenbaek und Roessing-Lelesiit sind verletzt, bei Balde wird es knapp, er könnte aber wieder zurückkehren. Zudem ist fraglich ob Merlin Polzin am Wochenende auf der Trainerbank sitzt. Er ist aktuell erkältet. An alle natürlich eine gute Besserung und schnelle Genesung! Auch zurückkehren wird Nicolas Capaldo, der nach abgesessener Gelbsperre wieder spielen darf. Wer startet, ist bei der aktuellen Personallage gar nicht so einfach vorherzusehen.

Ich selber würde folgendermaßen aufstellen:

Heuer Fernandes im Tor

Elfadli, Vuskovic und Omari davor.

Links Muheim, rechts Capaldo.

Im Zentrum: Remberg und Vieira.

Vorne drinnen Otele, Glatzel und Königsdörffer.

Wer genau spielt, hängt aber auch vom System ab. Spielt man wieder mit gewohnten 3 Offensiven oder setzt man auf ein 3er-Mittelfeld und 2 Spitzen davor?

Zudem ist die Frage, wo Capaldo spielt. Dass er spielt, steht für mich gar nicht zur Diskussion. Es geht nur um die Position. Spielt er im Zentrum neben Remberg oder defensiver? Spielt er wieder in der 3er-Kette oder auf der Schiene? Von all diesen Fragen hängt dann auch die Besetzung der anderen Positionen ab.

Aber all das sind Fragen, die uns erst am Samstag beantwortet werden.

Spielerisch wartet auf den HSV wohl ein Geduldsspiel. Union überlässt dem Gegner gerne den Ball. Der HSV muss gegen eine gut gestaffelte Union-Mannschaft Lösungen finden, um Räume zu öffnen und die Tiefe zu finden. Das wird nicht auf Hauruck gehen, sondern könnte eine lange Zeit dauern. Man muss das Ding ruhig und bedacht ausspielen. Zudem darf man keine Konter zulassen, denn dann wird es gefährlich. Eine Variante ist natürlich auch, Standards herauszuholen, um diese dann zu verwerten. Auf jeden Fall könnte uns hier ein sehr unangenehmes und ekliges Spiel erwarten, in dem lange Zeit wenig passiert. Der HSV muss das aber so hinnehmen und den Gegner so lange bespielen, bis die Lücke da ist. Und dann muss der Ball auch ins Tor. Im Hinspiel hatte der HSV ein paar wenige gute Momente, aber da fehlte die letzte Konsequenz. Das muss am Samstag besser werden. Wenn der HSV Union ohne Hektik bespielt und die Absicherung gut organisiert ist, ist da für den HSV punktetechnisch auf jeden Fall was möglich.

Das Spiel ist ja das 1887. Bundesligaspiel des HSV und zu diesem Anlass wäre es schön, wenn der HSV dieses Jubiläumsspiel mit 3 Punkten vergoldet. An alle, die im Stadion sind: Schreit die Jungs nach vorne und holt die 3 Punkte.

Tom

HSV vor Union-Spiel: Warum Robert Glatzel jetzt in die Startelf gehört

HSV vor Union-Spiel: Warum Robert Glatzel jetzt in die Startelf gehört

Moin zusammen,

Wetten können aufgehen oder sie gehen in die Hose. Der HSV ist in letzter Zeit einige solcher Wetten in Bezug auf verletzungsanfällige Spieler eingegangen. Bei Davie Selke wurde man mit sehr großem Output belohnt, auch bei Albert Sambi Lokonga ging dies weitestgehend gut aus. Bei den dänischen Verpflichtungen klappte das seit der Bundesliga-Rückkehr leider weniger. Yussuf Poulsen kommt seit dem 1. Spieltag auf gerade einmal 202 Minuten Einsatzzeit. Die Neuverpflichtung Albert Grønbæk läuft nun auch Gefahr, nicht auf viel mehr Minuten zu kommen. Grønbæk hat sich eine Faszienverletzung im Oberschenkel zugezogen und fällt vorerst aus. Wie lange ist aktuell noch nicht bekannt, aber vor März wird Grønbæk wohl nicht zurückkehren, geschweige denn überhaupt Einsatzminuten bekommen. An dieser Stelle natürlich alles Gute und eine schnelle Genesung.

Ich habe noch nie von so einer Verletzung gehört. Spannend, was es da mittlerweile alles gibt. Somit wird wohl Philip Otele erstmal auf links gesetzt sein. Dompe trainiert zwar wieder mit, steht aber am Wochenende noch nicht im Kader. Und die Variante mit Grønbæk auf der 8 werden wir wohl auch erstmal nicht sehen. Bis dahin sollte Sambi Lokonga wieder fit sein.

Ein Kommentar

Glatzel muss starten

Ein Spieler, der am Wochenende wieder in den Kader zurückkehren könnte, ist Yussuf Poulsen. Und dieser Spieler, inklusive seinem Profil, gibt mir erneut den Anlass, darauf aufmerksam zu machen, dass Robert Glatzel im Kader des Hamburger SV steht und am Wochenende spielen muss.

Hier einmal die Fakten: Robert Glatzel schießt alle 153 Minuten ein Tor. Auch wenn das bei einem Tor wenig Aussagekraft hat: Es ist die beste Quote aller Stürmer des HSV.

Robert Glatzel ist 1,93 m groß und der HSV schlägt 13 Flanken pro Spiel bei einer Erfolgsquote von 22,2 % der Flanken, die einen Abnehmer fanden. Ecken sind da nicht berücksichtigt. Spieler unter 1,90 m haben beim HSV 2 Tore nach Flanken/Standards erzielt (2:0 gg Mainz, Philippe/1:1 gg Dortmund, Königsdörffer). Spieler über 1,90 Meter haben nach Flanken/Standards 3 Tore erzielt (2:1 gg. Bremen/0:1 in Freiburg/2:2 gg. Bayern, jeweils Vuskovic). Hier könnte man ggf. noch das 1:0 gegen Heidenheim dazurechnen. Zudem hätte auch Poulsen 2 Tore nach Flanken mehr haben können, wenn Mickelbrencis in Gladbach wegbleibt und wenn Poulsen den Ball von Dompe in Köln einköpft, anstatt den Ball direkt ins Tor durchzulassen.

Union Berlin hat eine durchschnittliche Pressinghöhe von 42 Metern vor dem eigenen Tor und einen Ballbesitzwert von durchschnittlich 39 %. Im Hinspiel in Berlin hatte Union einen Ballbesitzwert von 34 %. Durchschnittlich werden 42,8 % der Pässe direkt nach vorne gespielt. Insgesamt spielte Union Berlin in der gesamten Saison auch nur 6782 Pässe, das sind 323 pro Spiel, somit ca. 139 Pässe, die direkt nach vorn gespielt werden.

Interpretation der Fakten

Wenn jemand im Sturm steht, der groß und kopfballstark ist, ist die Chance höher, dass der HSV Tore nach Flanken und Standards erzielt. Unabhängig von den Fakten hat man mMn im Spiel in Heidenheim immer wieder Blicke in den 16er gesehen, denen aber keine Flanken folgten, da eben kein großer Stürmer im Zentrum stand. So musste sich der HSV immer wieder um den 16er rumspielen. Tore fielen nur nach Umschaltmomenten, aus dem Ballbesitz heraus erarbeitete man sich kaum gute Szenen. Wenn Robert Glatzel im Sturm spielen würde, hätte man diesen Abnehmer durchgängig vorne, man hätte zudem eine weitere Anspielstation bei Standards. Das heißt auch, dass Vuskovic mehr Platz und Raum hat, sich im 16er zu bewegen, weil auch Glatzel gedeckt werden muss. Die Daten von Union Berlin lassen mMn darauf schließen, dass wir einen Gegner erleben werden, der sich hinten reinstellt und den Ball schnell lang spielt. Es ist nicht zu erwarten, dass man hoch angelaufen wird und zu vielen Umschaltmomenten durch Ballgewinne im Mittelfeld kommt.

All das sind Punkte, die dafürsprechen, dass der HSV in diesem Spiel den Ball dominieren wird und um den Strafraum herumspielt. Also ähnliches, was dem HSV in der 2. Liga widerfuhr, wo man häufig erfolgreich war, wenn man einen großen Stürmer vorne drinnen hatte. Poulsen ist noch nicht fit, könnte aber in den Kader kommen und eingewechselt werden. 
Was ich damit sagen möchte: Wenn es ein Spiel gibt, in dem es einen großen Stürmer wie Robert Glatzel braucht, dann dieses Spiel.  Der HSV wird am Samstag wenig Umschaltmomente haben und man entwickelt sich ja auch immer weiter dahin, dass man etwas mit dem Ball anfangen möchte. Und das ist ja auch gut, aber wenn man mit dem Ball kreiert, braucht man halt einen Vollstrecker im Zentrum und das muss am Samstag Robert Glatzel sein.

Sicherlich kann es immer sein, dass der Gegner anders spielt, als zu erwarten ist, aber sind wir mal ehrlich: Selbst mit dem nominell besten Kader der 2. Bundesliga hat Steffen Baumgart defensiven Fußball beim HSV gespielt (5er-Kette gegen Regensburg). Es gibt wenige Ansatzpunkte, die eine hoch anlaufende Union-Mannschaft erwarten lassen. Es gibt für mich aktuell wenige Argumente, die für einen kleinen Stürmer im Zentrum sprechen. Königsdörffer hat getroffen. Das ist gut, dann lass ihn auf dem rechten Flügel spielen, Vieira geht auf die 8.

Philippe spielt sein Tempo meistens nur aus, wenn er Raum hat, den bekommt er gegen Union eher nicht. Die rechte Seite muss sowieso besetzt werden, damit Vieira ins Zentrum gehen kann. Da kann dann gerne Königsdörffer spielen, dass passt mMn sowieso besser zu ihm.

Es spricht also alles dafür, dass Glatzel am Wochenende startet, und ich möchte hier plädieren: Gebt diesem Mann eine Chance. Wenn sie einer verdient hat, dann Glatzel.

Tom