Vuskovic wieder auf dem Platz: Reicht es schon für Frankfurt?

Vuskovic wieder auf dem Platz: Reicht es schon für Frankfurt?

Moin zusammen,

heute gibt es mal wieder positive Nachrichten zu vermelden. Luka Vuskovic stand zum Auftakt der Woche wieder auf dem Trainingsplatz. Zwar trainierte er abseits der Mannschaft, aber er konnte immerhin wieder mit dem Ball trainieren. Zudem konnten Alexander Roessing-Lelesiit und Jean-Luc Dompe wieder bei der Mannschaft trainieren, ähnliches gilt auch für Yussuf Poulsen. Laut Polzin wird Poulsen bis zum Ende der Saison nicht mehr auf ein Spiel über 90 Minuten kommen, aber er wird als Joker wohl noch Einsätze bekommen. Ähnliches gilt für Roessing-Lelesiit, zumindest für das Spiel am Samstag. Ob er danach vielleicht sogar die Chance von Anfang an bekommt, sehen wir dann. Auch bei Sambi Lokonga sieht es positiv aus, laut Polzin ist er für Samstag komplett fit.

Es braucht jetzt volles Risiko

Wenn wir nun auf die Personallage schauen, könnten bis auf Muheim potenziell alle vorhandenen Spieler am Wochenende in den Kader rutschen. Die wichtigste Personalie ist dabei nach wie vor Luka Vuskovic und ich bin der Meinung, dass man hier alles dafür tun sollte, ihn so weit wie möglich fit zu bekommen, damit er am Wochenende spielt. Vuskovic ist der wichtigste Mann beim HSV und von ihm hängt vieles ab. Sicherlich will man den Jungen nicht verheizen, aber am Ende geht es um den Verein und dieser braucht Vuskovic. Ich weiß nicht, inwieweit Tottenham da wirklich ein Mitspracherecht hat, man liest in letzter Zeit ja einiges in diese Richtung. Aber der HSV sollte m. M. n. alles tun, damit Vuskovic am Wochenende wieder spielen kann. Man hat längere Zeit den einen oder anderen Spieler mal eine Woche länger draußen gelassen, damit das letzte Risiko wegfällt, aber wir sind in der Phase angekommen, wo du darauf keine Rücksicht mehr nehmen kannst. Die besten Jungs müssen spielen, und ein Vuskovic ist selbst, wenn er nur bei 80 % ist, eine absolute Bereicherung für den HSV. Capaldo, Vuskovic und Torunarigha sind das beste Trio in der 3er-Kette, das der HSV aufstellen kann, und das braucht es am Wochenende. Ähnliches gilt auch für Lokonga. Wenn er fit ist, muss er möglichst 90 Minuten spielen, egal welches Risiko du eingehst. Denn auch wenn der HSV noch ein Heimspiel hat, in dem die Chancen potenziell höher stehen, musst du jetzt in jedem Spiel volles Risiko gehen und mit der besten Elf spielen.

Der nächste Gegner

Hinsichtlich des Gegners spielt der HSV am Wochenende gegen eine Eintracht-Frankfurt-Mannschaft, die in dieser Saison hinter ihren Erwartungen zurückbleibt. Man spielte Champions League, baute auch einen entsprechenden Kader, kam aber nie so richtig an das Potenzial heran, was einem vorausgesagt wurde. Nachdem man Toppmöller dann vor allem aufgrund der vielen Gegentore entließ, kam Riera, der zunächst versuchte, die Defensive zu stabilisieren. Das klappt auch, aber auch dort gab es einige Entscheidungen, vor allem in der Personalie Uzun, die nicht alle Fans verstanden. Zudem wird immer wieder kritisiert, dass das Riera-System, das sich meistens auf einen Stürmer fokussiert, zu ausrechenbar sei. Riera hat im Gegensatz zu Toppmöller also die Defensive stabilisiert, hat dafür aber an Konstanz in der Offensive verloren. Es ist also nicht alles so rosig wie gedacht. Nichtsdestotrotz ist Frankfurt nach wie vor eine sehr gute Mannschaft. Zudem sprach Riera unter der Woche von einem „Must-win“-Spiel für die Frankfurter. Wir dürfen also gespannt sein, was da am Wochenende auf den HSV zukommt. Der Kader der Hessen ist nämlich nach wie vor mit Spielern wie Burkardt, Brown, Uzun oder Doan namhaft besetzt. Letzterer Doan ist übrigens aufgrund von 5 gelben Karten für das Spiel am Wochenende gesperrt. Wer genau spielen könnte, schauen wir uns am Donnerstag in der Vorschau nach beiden Pressekonferenzen an.

Tom

HSV am Limit: Warum dem jungen Trainerteam jetzt der erfahrene Gegenpol fehlt

HSV am Limit: Warum dem jungen Trainerteam jetzt der erfahrene Gegenpol fehlt

Der HSV schleppt sich dem Saisonende entgegen. Anders lässt sich das, was die Mannschaft seit Wochen auf dem Platz zeigt, kaum noch beschreiben. Drei Niederlagen in Folge, nur ein Sieg aus den vergangenen zehn Spielen, Tabellenletzter der Formtabelle – und dazu läuferische Werte, die mittlerweile zu den schwächsten der gesamten Bundesliga gehören. Der HSV wirkt nicht wie ein Team, das im Endspurt einer Saison noch einmal alle Reserven mobilisiert. Er wirkt wie eine Mannschaft, die auf dem Zahnfleisch kriecht.

Und trotzdem steht der Verein noch immer über dem Strich. Fünf Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, sechs auf einen direkten Abstiegsrang. Das Problem dabei: Diese komfortable Situation hat sich der HSV zuletzt kaum noch selbst erarbeitet. Es ist vor allem die ebenfalls erschreckend schwache Konkurrenz aus Wolfsburg und St. Pauli, die Hamburg aktuell über Wasser hält. Wäre nur einer dieser Klubs konstant unterwegs, würde im Volkspark längst Alarmstufe Rot herrschen. Denn die Realität ist eindeutig:

Der HSV verliert die Kontrolle über eine bis vor kurzem stabile Saison

Besonders bedenklich ist dabei nicht einmal ausschließlich die Ergebniskrise. Es ist vielmehr der Eindruck, den die Mannschaft hinterlässt. Gegen Stuttgart überfordert, in Bremen phasenweise auseinandergebrochen und selbst beim 1:2 gegen Hoffenheim trotz ordentlicher Ansätze wieder mit denselben Fehlern. Zwei Flanken, zwei Gegentore. Wieder Zuordnungsprobleme. Wieder fehlende Konsequenz in den Strafräumen. Wieder mangelnde Energie in den entscheidenden Momenten.

Remberg sprach nach der Hoffenheim-Niederlage ungewohnt offen von „verpennt“. Und genau das beschreibt die Situation ziemlich treffend. Der HSV reagiert momentan oft nur noch, statt Spiele aktiv zu kontrollieren. Gerade in der Rückwärtsbewegung fehlt die Frische. Die Mannschaft kommt zu spät in die Zweikämpfe, Laufwege stimmen nicht mehr sauber, Abstände werden größer. Die hohe Intensität aus der starken Hinrunde ist nahezu verschwunden.

Das wäre schon gegen normale Gegner gefährlich genug. Nun aber warten mit Frankfurt, Freiburg und Leverkusen ausgerechnet drei Mannschaften, die körperlich, taktisch und mental zu den stabilsten Teams der Liga gehören. Frankfurt spielt um Europa, Freiburg sowieso – und Leverkusen besitzt unabhängig von der Tabellenlage enorme Qualität. Wenn der HSV dort bestehen will, reicht ein „gutes Gefühl zwischen den Strafräumen“, wie Merlin Polzin es formulierte, definitiv nicht aus.

Und genau an diesem Punkt stellt sich die entscheidende Frage: Hat dieses Trainerteam aktuell die richtigen Mittel?

Merlin Polzin und sein Staff haben dem HSV ohne Zweifel wichtige Impulse gegeben. Sie haben den Verein nach dem Aufstieg emotional stabilisiert, eine klare Ansprache etabliert und in der Hinrunde mutigen Fußball spielen lassen. Aber man darf bei aller Begeisterung über junge Trainer nicht vergessen: Dieses Trainerteam erlebt gerade seine erste Bundesliga-Saison in verantwortlicher Rolle. Und irgendwann kommt im Profifußball fast immer der Moment, in dem Euphorie allein nicht mehr trägt.

Das junge Trainerteam hat beim HSV keinen erfahrenen Ansprechpartner

Dann braucht es Erfahrung. Dann braucht es Menschen, die solche Krisenphasen schon mehrfach erlebt haben. Menschen, die Ruhe ausstrahlen, Entwicklungen früh erkennen und intern gegensteuern können. Genau dieser Faktor fehlt dem HSV seit der Trennung von Stefan Kuntz.

Man kann über Kuntz sportlich diskutieren, über Transfers oder strategische Entscheidungen. Aber was er dem jungen Trainerteam gegeben hat, war vor allem eines: Erfahrung als Sparringspartner. Einer, der Drucksituationen kennt. Einer, der Entwicklungen einordnen kann. Einer, der notfalls auch mal unbequem wird und Dinge klar anspricht. Dieser Gegenpol fehlt heute komplett. Und genau hier muss sich der Aufsichtsrat kritische Fragen gefallen lassen.

Dass ein extrem junges Trainerteam in seiner ersten Bundesliga-Saison irgendwann an eigene Grenzen stoßen könnte, war absolut vorhersehbar. Wer das im Profifußball nicht einkalkuliert, hat auf Führungsebene eigentlich nichts verloren. Umso erstaunlicher ist es, dass der HSV seit mittlerweile vier Monaten nach einem neuen Sportvorstand sucht und diese Vakanz bis heute nicht geschlossen hat. Natürlich muss eine wichtige Personalentscheidung gut vorbereitet werden. Aber der Zeitpunkt ist fatal. Gerade jetzt, in der schwierigsten Phase der Saison, fehlt dem Trainerteam der erfahrene Partner an der Spitze.

Dass in diesem Zusammenhang nun Namen wie Dietmar Beiersdorfer diskutiert werden, überrascht dennoch. Der Name erzeugt beim HSV automatisch Emotionen, weil Beiersdorfer in seiner ersten Amtszeit vieles richtig gemacht hat. Er war einst Architekt erfolgreicher HSV-Jahre, holte Spieler wie van der Vaart oder Kompany und stand für einen klaren Plan.

Das Problem ist nur: Der Dietmar Beiersdorfer seiner zweiten HSV-Amtszeit war eben nicht mehr jener Beiersdorfer aus den erfolgreichen Jahren zuvor. Seine Rückkehr entwickelte sich damals nicht zur erhofften Rettung, sondern wurde Teil eines Abstiegsprozesses voller Unruhe und Fehlentscheidungen. Deshalb wirkt die aktuelle Diskussion eher nostalgisch als zukunftsorientiert. Der HSV sollte nicht den Fehler machen, sich an alten Bildern festzuklammern. Die Wahrscheinlichkeit, dass Beiersdorfer heute noch einmal an frühere erfolgreiche Zeiten anknüpfen könnte, erscheint überschaubar.

Kommt Beiersdorfer ein drittes Mal zum HSV?

Interessanter ist ohnehin die grundsätzliche Frage, welches Profil der HSV jetzt wirklich braucht. Vielleicht eben keinen großen Namen für Schlagzeilen, sondern einen starken, erfahrenen Fußballmanager, der intern Struktur, Ruhe und Härte reinbringt. Einen, der das Trainerteam nicht ersetzt, sondern ergänzt.

Denn die kommenden Wochen werden brutal. Und die Wahrheit ist: Der HSV lebt aktuell mehr von seinem Vorsprung als von seiner eigenen Stärke. Und noch reicht das vermutlich. Aber wenn die Mannschaft weiter so viele Körner verliert wie zuletzt, wird dieses Saisonfinale deutlich unangenehmer, als man es sich im Volkspark vor wenigen Wochen vorgestellt hatte.

Apropos Saisonfinale: In diesem werden auch erste Vertragsgespräche geführt. Nach den Führungsspielern Daniel Heuer Fernandes und Ransford Königsdörffer hat der HSV offenbar auch William Mikelbrencis ein neues Vertragsangebot unterbreitet. Ein verbessertes Angebot gegenüber einem ersten, bereits abgelehnten, so die Kollegen der BILD. Offenbar sehen das Trainerteam und die sportliche Leitung noch Potenzial in dem jungen Franzosen.

Die Frage, die sich alle hier stellen lassen müssen, ist: Wie viel Zeit will man in Kauf nehmen, bis der 22-Jährige die Verstärkung ist, die er sein soll? Es ist für mich allerdings schwer unbegreiflich, weshalb das nach 62 Pflichtspielen (davon 25 in der Ersten Liga) jetzt noch passieren sollte. Oder anders formuliert: Nach vier Jahren ist er noch immer kein fertiger Bundesligaspieler, obwohl er einen Rückhalt des Trainerteams hat wie kaum ein anderer Spieler im Kader. Fragt mal Glatzel…

Im Ernst? HSV bietet Mikelbrencis einen verbesserten Vertrag…

Aber okay, mich würde es freuen, wenn ich mich bei ihm so irre wie bei Torunarigha, den ich nach der Vorbereitung als schlechtesten Einkauf der Vereinsgeschichte vermutet hatte. Inzwischen ist der Innenverteidiger die letzte Stütze in der Innenverteidigung. Einziger Unterschied: Er brauchte vier Monate, um sich zu beweisen – nicht vier Jahre plus… Und echte Alternativen zum HSV dürfte er auch nicht haben. Normalerweise müsste man Mikelbrencis ein deutlich leistungsbezogeneres Gehalt anbieten, nicht mehr! Aber irgendwie passt Vernunft und Weitsicht das zum HSVVon daher ist ein verbessertes Angebot aus meiner Sicht im doppelten Sinne falsch – aber nicht untypisch für den HSV..

In diesem Sinne, Euch allen einen schönen Start in die neue Woche!
Scholle

Zu viele Fehler!- HSV verliert auch gegen Hoffenheim

Zu viele Fehler!- HSV verliert auch gegen Hoffenheim

Moin zusammen,

der HSV hat sein Heimspiel gegen Hoffenheim mit 1:2 verloren. Man ist zwar über lange Strecken weitestgehend auf Augenhöhe, macht am Ende aber viel zu viele einfache Fehler. Während man in der ersten Halbzeit dem Gegner die Tore schenkt, nimmt man die Geschenke des Gegners in der zweiten Halbzeit nicht an und spielt die Räume nicht aus. Was nicht passte und warum man dieses Spiel nicht mit Punkten beendete schauen wir im folgenden.

Engagierte erste Halbzeit mit absoluten unnötigen Fehlern

Der HSV startete das Spiel sehr engagiert. In der zweiten Minute gab es direkt den ersten Schuss, in der 5. Minute den ersten ansatzweise gefährlichen Querpass im 16er der Gäste, der allerdings keinen Abnehmer fand. Dann übernahm Hoffenheim das Spiel mehr und mehr, der HSV fokussierte sich auf Umschaltmomente, die er auch hin und wieder bekam. In der 19. Minute fiel dann aber das 0:1. Mickelbrencis doppelte einen bereits unter Druck stehenden Hoffenheimer, ließ dabei aber seinen Gegenspieler Coufal rechts außen freistehen. Dieser brachte dann die punktgenaue Flanke auf Asllani. Er entwischte Omari und musste den Ball nur noch einschieben. Danach flachte das Spiel kurz ab, der HSV machte aber weiter. In der 32. Minute gab es dann einen Elfer für den HSV. Glatzel lief Kabak an, dieser spielte den Ball zu kurz zu Baumann. Glatzel holte sich den Ball und lief alleine auf das Tor zu. Er umkurvte Baumann und wurde dann gefoult. Da Baumann ballorientiert agierte, gab es nur Elfer und Gelb, nicht Rot. Glatzel nahm sich den Elfer selber und netzte ein. Hoffenheim wurde nun wieder dominanter und dann fiel kurz vor dem Halbzeitpfiff das 1:2. Der HSV bekam den Ball nicht hinten raus geköpft, Hajdari köpft den Ball nach vorne. Mickelbrencis blieb stehen, Omari hob ohne Not das Abseits auf. Lemperle steht plötzlich alleine vor Heuer Fernandes. Lemperle netzt gezielt ein. Danach ist Halbzeit

Überschaubare zweite Halbzeit endet in Niederlage

Der HSV geht engagiert in die 2. Halbzeit. Man sversuchte, immer wieder vorne anzupressen, Hoffenheim behielt aber zunächst mit klugen Kombinationen die Oberhand. So entfielen über lange Zeit gute Torchancen auf beiden Seiten. Der HSV machte weiter Druck, aber kam nicht wirklich zu guten Chancen. Beide Teams spielten sich in gute Räume, kamen aber selten zum Abschluss. Erst rund um die 74. Minute hatte der HSV nach einer Ecke ein gute Torchance. Vieira brachte die Flanke ins Zentrum, wo Jatta plötzlich 10 Meter vor dem Tor völlig frei war. Er köpfte den Ball aber über das Tor. Die Schlussphase war dann von verzweifelten Angriffsversuchen des HSV geprägt, es gelang aber wenig. Ein paar Bälle in die gefährlichen Zonen reichten aber nicht, da die Aktionen kläglich ausgespielt wurden. Hoffenheim auf der anderen Seite verpasste es, die Umschaltsituationen vernünftig auszuspielen. Das Tor in der Crunch-Time blieb aus, der Schiedsrichter beendete anschließend das Spiel.

Die Qualität fehlt an allen Ecken und Enden

Der HSV verpasst es in einem engagierten Spiel, den Klassenerhalt so gut wie sicher zu machen. Man hielt über lange Zeit gut mit, setzte den Plan der tiefen Ballgewinne vernünftig um, spielte die Situationen aber schlecht aus. Mal war es der falsche Pass, mal entschied man sich zu spät. Man ging nicht so gnadenlos unter, wie einige prophezeiten, es zeigte sich aber auch, dass viele Spieler in diesem Kader nicht bundesligatauglich sind. Mickelbrencis und Omari sind maßgeblich an beiden Gegentoren beteiligt und Philippe springt beim Einwurf. Das sind alles Sachen, die einfach nicht in die Bundesliga gehören.

Hier wäre tatsächlich ein Punkt drin gewesen, aber der HSV macht am Ende nach wie vor zu viele Fehler. Die individuelle Klasse ist auf den entscheidenden Positionen in den entscheidenden Momenten einfach zu schwach.

Punkttechnisch macht das Spiel am Ende keinen Unterschied für den HSV. Man hat nach wie vor 5 Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Dennoch hat man hier heute den nahezu sicheren Klassenerhalt durch unfassbare Defensiv-Schnitzer nicht klargemacht. Man hatte durchaus Chancen, hier etwas mitzunehmen, hat aber defensiv zu viel falsch gemacht. Ein Punkt, der hier natürlich noch die Laufstatistik hat 7 Kilometer weniger und wenn man das genau betrachtet, weiß man auch, warum. Sicherlich spielt ein Gegner, der offensiv alle Räume beläuft, einen laufintensiven Fußball, aber man muss dann auch hinterherlaufen. Was passiert, wenn man das nicht tut, haben wir bei beiden Gegentoren gesehen.

Der HSV kann, wenn er die Situationen auf höchstes Niveau ausspielt, Punkte holen, man trifft am Ende aber zu viele falsche Entscheidungen. Entweder trifft man die falsche Entscheidung oder man wartet zu lange. Da sind gute Ansätze, aber die Ausführungen sind einfach schlecht. Dennoch muss man ja irgendwie was Positives aus diesem Spiel ziehen. Der Fakt, dass man das Spiel bis zum Schluss offengehalten hat und auch Chancen, wie den Kopfball von Jatta, kreieren kann, zeigt, dass es durchaus möglich ist, Tore zu schießen und Gegner vor Herausforderungen zu stellen. Aber am Ende macht man zu wenig draus.

Tom

DIE EINZELBEWERTUNGEN:

Daniel Heuer Fernandes: Beim ersten Gegentor chancenlos, beim zweiten sieht er unglücklich aus. Sonst holte er alles raus, am Ball brauchte er manchmal zu lange. Dennoch geht das mit Glatzel als Zielspieler ganz gut einher.

Note: 3

Bakery Jatta: Er machte viele Tiefenläufe, so ein Spiel sollte ihm liegen. Er setzte sich mit dem Ball häufig auch gut durch, ist dann aber technisch zu schwach, um die richtigen Bälle zu spielen. Defensiv ist das okay, aber auch nicht überragend.

Note: 4

Nicolas Capaldo: Er brachte die benötigte Mentalität und hat alles rausgeholt, was es rauszuholen gab. Leider kamen einige seiner Pässe in entscheidenden Momenten nicht an. Alles in allem ein solides Spiel

Note: 3–

Warmed Omari: Er ist nach wie vor maßlos überfordert. Nach vorne trifft er zu spät Entscheidungen und die sind dann auch meistens schlecht. Defenwiv schmeißt er alles rein, aber das wirkt alles zu wild uns zu langsam. An beiden Gegentoren ist er maßgeblich beteiligt.

Note: 6

Jordan Torunarigha: Er machte es solide. Köpfte die Bälle meistens gut raus und strahlte eine gewisse Ruhe aus. Zu Vuskovic fehlt aber noch was.

Note: 4

William Mickelbrencis: Sorry, das war nicht tragbar. Niemals beim Mann, nicht genug Willen im Zweikampf und Entscheidungen, die nicht nachvollziehbar sind, wie beim 0:1. Wenigstens hat er mal ein Kopfballduell gewonnen.

Note: 6

Albert Groenbaek: Er versucht mehr und mehr das Spiel an sich zu reißen. Im Gegensatz zu Vieira wirft er sich dabei auch in die Zweikämpfe und arbeitet viel. Er muss für mich aber ähnlich wie Vieira auf der 10 spielen, um sein ganzes Potenzial auszuspielen.

Note: 3–

Nicolai Remberg:

Er ackert sich in jedes Spiel, versucht jeden Ball zu holen und ist immer präsent. Er ist der konstanteste im Kader. Er traut sich auch mehr mit dem Ball, trifft da aber zu häufig die falsche Entscheidung. Dennoch die wichtigste Säule auf dem Platz.

Note: 3

Fabio Vieira:

So ein Spieler muss m. M. n. mehr Impact haben. Er trifft oft vernünftige Entscheidungen, aber er ist nicht konstant der beste Spieler. Er hat mal Höhen und mal Tiefen. Und dann dieses Gemeckere … Lieber meckern, anstatt weiterzuspielen … das geht nicht.

Note: 4

Ransford Königsdörffer: Er wirft sich in jeden Ball und geht in jedes Kopfballduell, egal gegen wen. Er arbeitet viel und trifft auch im Umschaltspiel nach und nach bessere Entscheidungen. Heute setzte er sich auch bei langen Bällen gut durch, konnte die Aktionen aber nicht vergolden. Da ist einfach zu wenig Output. Trotzdem sind er zusammen mit Glatzel ein gutes Duo für den Rest der Saison.

Note: 3–

Robert Glatzel: Die langen Bälle funktionieren gut, vor allem, wenn er den Ball auf die Brust oder in den Fuß bekommt. Zudem der Riecher vor dem Tor. Trotzdem muss er den Ball früher abspielen und sich gleich in den 16er absetzen. Elfmeter-Aktion und Abschluss super.

Note: 2–

Stange (ab 64.):

Er bringt viel Energie und Spielwitz mit. Er trifft jedoch manchmal falsche Entscheidungen. Dennoch macht er seine Sache für sein Alter schon ordentlich.

Note: 3–

Gocholeishvili (ab 74.):

Er machte gut Tempo, traf manchmal zu spät die progressive Entscheidung.

Note: 4

Lokonga (ab 74.):

Er hatte durch die ständigen langen Bälle wenig Einfluss und versuchte, sein Übriges zu geben. Ein Foul, das viel Zeit von der Uhr nahm. Dennoch bringt er Sicherheit ins Spiel. Er wird in den restlichen Spielen wichtig.

Note: 4

Philippe (ab 87.): Einwürfe lernt man in der E-Jugend. Erst beim Einwurf springen und dann mit dem zweiten Einwurf wertvolle Zeit von der Uhr nehmen, schafft nicht jeder. Konnte ansonsten wenig ausrichten.

Downs (ab 87.): Kam spät, hatte keinen Einfluss

DIE STATISTIK ZUM SPIEL:

Aufstellungen:

HSV

Heuer Fernandes – Omari (Philippe 87.) – Torunarigha – Capaldo – Mickelbrencis (Gocholeishvili 74.) – Jatta (Lokonga 74.) – Remberg – Groenbaek (Downs 87.) – Vieira – Königsdörffer – Glatzel (Stange 64)

Hoffenheim

Baumann – Coufal – Hranac (Bernardo 45.) – Kabak – Hajdari – Avdullah – Kramaric (Prass 75.) – Burger – Lemperle (Moerstedt 85.) – Toure (Campbell 85.) – Asllani (Prömel 64.)

Zuschauer: 57.000

Schiedsrichter: Robert Schröder

Gelbe Karten: Hranac (8.), Baumann (32), Remberg (49.), Prömel (67.), Burger (71.), Lokonga (90.)

HSV vs. Hoffenheim: Vorschau und mögliche Aufstellungen

HSV vs. Hoffenheim: Vorschau und mögliche Aufstellungen

Moin zusammen,

am Wochenende spielt der HSV um 18:30 Uhr im Topspiel der Bundesliga gegen die TSG aus Hoffenheim. Das Spiel wird im Einzelspiel auf Sky übertragen. Der HSV steht aktuell auf Platz 14 mit 31 Punkten und einer Tordifferenz von –15. Aktuell hat man noch 5 Punkte Vorsprung auf Platz 16. Hoffenheim hingegen kämpft weiterhin um die Champions League. Aktuell stehen die Jungs aus Sinsheim auf Platz 5 mit 54 Punkten und einer Tordifferenz von +15. Momentan hat man 2 Punkte Rückstand auf Platz 4. Da man aber 9 Punkte vor dem SC Freiburg auf Platz 7 steht, ist man fast so gut wie sicher im internationalen Geschäft. Dennoch will man natürlich in die Champions League. Man hat am 32. Spieltag noch das direkte Duell gegen Stuttgart, möchte bis dahin aber am besten an den Schwaben schon vorbeigezogen sein.  Das Hinspiel gewann die TSG zu Hause mit 4:1. Das Spiel sprach eine deutliche Sprache, Hoffenheim war über die meiste Zeit überlegen. Lediglich am Ende ließ man etwas nach, deshalb kam der HSV dann auch zu guten Torchancen, die im 4:1 endeten. Der HSV verschoss zusätzlich einen Elfmeter.

Die voraussichtliche Aufstellung von Hoffenheim sieht wie folgt aus:

Baumann – Coufal – Hranac – Kabak – Hajdari – Avdullahu – Krmaric – Burger – Lemperle – Asllani – Toure

Die TSG ist das lautstärkste Team der Bundesliga. In fast allen Statistiken ist man ganz oben. Man presst hoch und geht dabei auch ein gewisses Risiko ein. Hoffenheim hat nach Bayern die zweithöchste Pressinglinie der Liga. Zudem hat man viele Spieler, die für Tore gut sind. Ganze 4 Spieler haben bereits 7 oder mehr Tore erzielt. Darunter mit Prömel auch jemand, der nominell nicht zu den offensiven Spielern zählt Aber auch defensiv ist man mit Kabak und Hajdari gut aufgestellt. Im Tor steht dann Olli Baumann, der nicht nur Nationaltorwart ist, sondern seit sehr vielen Jahren konstant in der Bundesliga abliefert.

Personallage und spielerischer Ansatz des HSV

Beim HSV sind es wieder einige Spieler, die ausfallen, darunter Muheim, Vuskovic, Poulsen und Otele. Bei Lokonga, Dompe und Roessing-Lelesiit wurde noch keine finale Entscheidung getroffen, sie werden aber wohl nicht starten.

Ich denke, der HSV wird folgendermaßen starten:

Im Tor: Heuer Fernandes

Davor Omari, Torunarigha und Capaldo.

Links Mickelbrencis, rechts Gocholeishvili oder Jatta.

Auf der 6 Groenbaek und Remberg

Davor Vieira auf der 10

Glatzel und Königsdörffer im Sturm.

Spielerisch gilt es, bei einem so hohen Pressing des Gegners natürlich die Tiefe zu attackieren. Nach Ballgewinn den Ball schnell in die Tiefe spielen. Das beißt sich meiner Meinung nach gar nicht unbedingt mit einem großen Stürmer. Nichtsdestotrotz besteht natürlich auch die Möglichkeit, dass der HSV direkt mit 2 schnellen Stürmern aufläuft. Durch die Leistungen in den vergangenen Spielen gehe ich aber davon aus, dass Glatzel und Königsdörffer spielen.

Defensiv muss man versuchen, das Tempo der TSG mitzugehen und die Räume so eng wie möglich zu machen. Anders als im Hinspiel muss man mit voller Leidenschaft verteidigen und alles reinwerfen.

Fazit

Es geht jetzt in die letzten 4 Spiele rein und in diesen Spielen zählt die Mentalität mehr denn je. Es gilt, die letzten Körner rauszuholen und alles reinzuwerfen, um irgendwie 3 Punkte zu holen. Egal, wer der Gegner ist, egal, wie der Gegner spielt. Es zählen nur Punkte, egal wie. Es fallen wieder einige Spieler aus, aber sind wir mal ganz ehrlich: Auch andere Gegner haben gegen Hoffenheim Punkte geholt und die haben teilweise nicht ansatzweise die Qualität, die der HSV hat. Und auch die holen Punkte. Das heißt, dass man mit Mentalität und Willen auch Gegner wie Hoffenheim schlagen kann. Und genau das braucht auch der HSV am Wochenende. An einem Samstag um 18:30 Uhr ist im Volksparkstadion alles möglich, das haben wir jetzt des Öfteren gesehen. Und ich bin mir sicher: Wenn das Stadion wieder die Energie aufbringt und die Spieler alles reinwerfen, ist auch ohne Vuskovic und Lokonga ein Sieg drinnen. Es geht darum, Kampf- und Siegeswillen zu zeigen, und dann kann das was werden.

Tom

Katterbach beim HSV: Zu Unrecht außen vor oder keine Option?

Katterbach beim HSV: Zu Unrecht außen vor oder keine Option?

Moin zusammen,

heute wollen wir uns mal genauer mit einer Personalie beschäftigen, die in letzter Zeit wieder mehr in den Diskussionen auftaucht. Es geht um Noah Katterbach. Und bevor wir damit anfangen, müssen wir das Ganze zunächst in den Kontext setzen, denn hier geht es in der Diskussion um mehr als das rein sportliche Thema. Deswegen fangen wir mal ganz vorne an. Noah Katterbach kam im Januar 2023 per Leihe zum Hamburger SV. Während seiner Leihe riss sich Katterbach das erste Mal in seiner Karriere das Kreuzband, der HSV holte ihn im Sommer trotzdem fest an die Elbe. Während der Leihe spielte Katterbach 11 Spiele für den HSV, er bekleidete jegliche Außen Positionen, dabei legte er 2 Tore auf. Nach seinem Kreuzbandriss spielte er dann in der Saison 23/24 unter Trainer Steffen Baumgart 6 Spiele. So richtig wollte Katterbach dann 2024/25 durchstarten. Unter Baumgart spielte Katterbach 8 Spiele in der 2. Liga, vorwiegend als linker und rechter Schienenspieler. Dabei kam er auf insgesamt 549 Minuten und 2 Torbeteiligungen. Katterbach bekam seine Minuten in der Phase, in der es Ergebnistechnisch unter Baumgart eher nach unten ging. Während der HSV in den ersten 6 Spielen ohne Katterbach 11 Punkte holen konnte, gelangen in den 7 Spielen mit Katterbach unter Baumgart nur 9 Punkte. Unter diesen Spielen war das Spiel gegen Magdeburg, in dem Katterbach wohl sein bestes Spiel in seiner HSV-Zeit machte. Nach der Übernahme von Merlin Polzin war Katterbach dann erstmal wieder hinten dran. Anders als Baumgart setzte der HSV wieder auf ein 4-3-3, in dem auf der linken Seite, auf der Katterbach als Linksfuß vorwiegend zum Einsatz gekommen wäre, Muheim und Dompe klar gesetzt. In der Wintervorbereitung sollte es dann wieder bergauf gehen, doch Katterbach verletzte sich erneut am Kreuzband und war so für die Rückrunde raus. Er stand zwar als mentaler Unterstützer immer am Seitenrand, doch auf den Platz konnte er erst wieder in der Vorbereitung auf die Saison 25/26, in der der HSV bekanntlich wieder in der Bundesliga spielt.

Die Suspendierung

In der Saison 25/26 kam Katterbach zunächst nur für das Spiel in München in den Kader. Für die restlichen Spiele wurde er zunächst nicht berücksichtigt. Im September wurde Katterbach dann in die U21 degradiert. Katterbach selber sagte, dass er nach seiner Reha voller Euphorie in die Vorbereitung der neuen Saison startete und dann enttäuscht war, dass alles nicht so passierte, wie er es sich vorgestellt hatte. Er kam anschließend laut eigener Aussage in eine negative Haltung, die sich auch im Training zeigte. Dieses Verhalten führte zu einem ca. dreiwöchigen Ausflug in die U21 des HSV. Nach einem klärenden Gespräch durfte Katterbach dann wieder am Mannschaftstraining der Bundesliga-Mannschaft teilnehmen. Seither kam Katterbach aber nur 2-mal in den Bundesliga-Kader, und zwar gegen Leverkusen und in Stuttgart. Also in beiden Spielen, in denen Muheim nicht spielen durfte.

Aktuelle Lage

Nun sind wir am aktuellen Punkt angekommen. Die Außenverteidiger liefern vor allem defensiv nicht ab, nun ist Muheim wahrschenlich für den Rest der Saison raus. Mickelbrencis hat momentan die Pole-Position für die linke Schiene. Da er seit dem Dortmund-Spiel aber auch defensiv schwach spielt, werden die Rufe nach Alternativen immer lauter. Jatta bringt nicht die gewünschte Leistung und Gocholeishvili ist die gewünschte Lösung der Mehrheit für die rechte Seite. Auf der linken Seite wird sich nun von vielen eben jener Katterbach gewünscht.

Katterbach ist beim HSV nach wie vor außen vor und das liegt vor allem daran, dass er seinen Output vermehrt offensiv hat. Er ist ähnlich wie Muheim ein Flügelverteidiger, der seine Schwächen ganz klar in der Defensivarbeit hat. Dass er trotzdem keine Chance bekommt, stößt bei vielen Anhängern böse auf und wir wollen da jetzt einmal ins Detail gehen.

Was spricht dafür, was dagegen?

Da Katterbach seine Stärken eher in der Offensive hat, ist der Wunsch, mit Gocholeishvili auf der rechten Seite im Verbund zu spielen, natürlich ein valider Vorschlag, den ich grundsätzlich für denkbar halte. Gocholeishvili hat seine Stärken in der Defensive und Katterbach hat diese in der Offensive. Das ist etwas, was ich schon seit längerem anspreche: Wenn du in einer 5er-Kette einen „Flügel“-Verteidiger hast, brauchst du auf der anderen Seite einen „Außen“-Verteidiger. Nun ist das System des HSV so aufgestellt, dass man mit 2 Flügelverteidigern spielt, bei dem vorwiegend der linke Part des häufigeren ins Zentrum zieht und von dort aus den Spielaufbau als 3er-Mittelfeldspieler leitet. Das ist anspruchsvoller als die reine Schienenposition, die Katterbach sonst häufig spielte, heißt aber natürlich nicht, dass er diese nicht bekleiden kann.

Jetzt kommen wir zu einem weiteren Punkt in der Debatte, und zwar der Leistung. Katterbach spielte für den HSV 27 Spiele und konnte dabei 3 Torbeteiligungen erzielen. Beim 1. FC Köln konnte er in 45 Spielen eine Vorlage beisteuern. In der Bundesliga konnte Katterbach bisher keine Torbeteiligung verbuchen, er hat insgesamt 2428 Minuten gespielt. Hier muss man natürlich dazu sagen, dass Katterbach zu den 1.-Liga-Zeiten gerade einmal 19 und 20 Jahre alt war.

Beim HSV gab es bis jetzt keine einzige Spielzeit, in der er konstant beweisen konnte, dass er in die erste Mannschaft gehörte. Sicherlich spielt da die Verletzungshistorie eine große Rolle, aber auch in den Spielen, in denen er spielte, waren selten Spiele über 90 Minuten dabei und so richtig galt Katterbach nie als Stammspieler. Er konnte sich in der 2. Bundesliga nicht konstant durchsetzen und das, obwohl die Gegenspieler in der 2. Liga ein niedrigeres Niveau haben als die Spieler in der Bundesliga. In den Saisons, als Katterbach in der Bundesliga für den 1. FC Köln auflief, belegte man Platz 14 und Platz 16. In der Bundesliga schaffte man bis 2025 nicht den Aufstieg und in der Aufstiegssaison war Katterbach Teil des Kaders, als es eher bergab ging. Zudem sprechen die nicht vorhanden Scorerpunkte nicht unbedingt dafür, dass sein offensiver Output in der Bundesliga zur Geltung kommt.

Fazit

Jetzt kommen wir zu meiner Meinung, die sich aus den genannten Punkten ergibt. Sicherlich kann man die Dimension dieser Debatte noch viel weiter ausfahren, aber der theoretische Ansatz und die gezeigten Leistungen sind für mich in dieser Debatte die wichtigsten Punkte. Wenn ihr noch andere Punkte habt, führt diese gerne in den Kommentaren an.

Vorher möchte ich aber noch einen Punkt anmerken, der mir in dieser Diskussion rund um die Personalie auffällt. Auf mich wirkt diese Debatte deutlich verstärkt, vor allem durch den Vorfall mit der Suspendierung. Viele sagen, dass Katterbach beim HSV genau wegen dieser Aktion nicht spielt. Fakt ist, dass Katterbach öffentlich sagte, dass er nicht die richtige Einstellung an den Tag legte, was dann eine Suspendierung zur Folge hatte. Ob er das jetzt aus freien Stücken gesagt hat, können wir nicht bestätigen oder widerlegen, er hat es aber gesagt und das müssen wir im Bezug auf diese Suspendierung festhalten. Zudem wird dann immer wieder gesagt: „Er kann es ja nicht schlechter machen als die anderen.“ Das halte ich für das falsche Argument. Rein logisch könnte nach diesem Argument ja dann jeder andere, der noch nicht auf der linken Schiene gespielt hat, mit dieser Begründung spielen. Und dieses Argument verlässt m. M. n. auch die Sphäre der Diskussion um Katterbach selbst. Das bezieht sich eher auf die Verteidiger Debatte, als gesamtes und ist mMn kein Argument nur für Katterbach als einzelne Person.

Jetzt kommen wir zu meiner Meinung hinsichtlich der dargestellten Lage. Die theoretische Grundidee, mit Katterbach auf der linken Seite zu spielen und den Gegenpart auf der rechten Seite mit Gocholeishvili zu haben, gefällt mir eigentlich. Denn ich sehe durchaus das Potenzial, dass Katterbach das spielen kann. Die Frage ist aber, ob er das auch praktisch umsetzen kann, und da sprechen die Leistungen sowohl in der ersten als auch in der zweiten Liga nicht unbedingt für Katterbach. Man kann es sich auslegen, wie man will (er war damals zu junge für die erste Liga/ er hatte damals nicht genug Zeit sich zu beweisen beim HSV), am Ende sprechen die Daten leider nicht dafür, dass Katterbach überragende Leistungen gebracht hat. Wenn man das Ganze gegenüber einem Mickelbrencis stellt, hat dieser mit 22 Jahren in 24 Spielen in der Bundesliga 4 Vorlagen aufzuweisen, was Katterbach in 50 Spielen in der Bundesliga, mit vorwiegenden Stärken in der Offensive, nicht geschafft hat. Zudem weiß man seit seines letzten Pflichtspiels aufgrund des 2. Kreuzbandrisses nicht so wirklich, was man erwarten kann. Im Training konnte er bis jetzt nicht überzeugen und dann kommt jemand ohne Spielpraxis und ohne ein Pflichtspiel in ein neues System rein, was er noch nicht gespielt hat. Es wirkt so, als ob man auf eine zweite Glatzel-Story hofft. Der Unterschied ist halt leider, dass Glatzel in den letzten Jahren beim HSV immer unter Beweis gestellt hat, dass er nach wie vor fähig ist, seine Leistungen zu zeigen, auch nach der Verletzung. Das kann man bei Katterbach nicht thematisieren, weil man eben seit seinem zweiten Kreuzbandriss wenig gesehen hat.

Ich denke auch, dass die Außenverteidiger eine absolute Schwachstelle sind und dort muss vor allem im Sommer nachgerüstet werden. Ich denke aber, dass man das jetzt mit Spielern auffangen sollte, die Spielpraxis haben und genau wissen, wie das System abläuft. Für mich ist diese Debatte eigentlich ab dem Moment beendet, in dem Gocholeishvili auf einer der beiden Seiten spielt, weil man dann defensiv deutlich stabiler steht. Dann kann man auf der rechten Seite mit einem Spieler agieren, der seine Stärken eher offensiv hat und im System eingespielt ist, damit man sowohl offensiven Output als auch defensive Stabilität hat.

Ich weiß, dass viele das anders sehen. Deswegen schreibt eure Meinung und eure Argumente gerne in die Kommentare, bleibt aber bitte sachlich. Unnötig angehende Bemerkungen bringen den Diskurs nicht weiter.

Tom

Verletzungssorgen beim HSV: Jetzt kommt das laufstärkste Team

Verletzungssorgen beim HSV: Jetzt kommt das laufstärkste Team

Moin zusammen,

das Spiel gegen Hoffenheim rückt immer näher und heute begann dann auch offiziell die neue Trainingswoche. Alexander Roessing-Lelesiit war wieder mit auf dem Platz. Poulsen und Lokonga trainierten auf einem anderen Platz individuell. Luka Vuskovic wird weiterhin außerhalb des Platzes behandelt, dort wird viel im Wasser gemacht. Es sind nach wie vor nicht alle Bewegungen schmerzfrei möglich. Claus Costa sagte, dass Vuskovic auf jeden Fall in dieser Saison nochmal für den HSV auflaufen wolle. Es gehe aber einerseits um die ärztlichen Gutachten und andererseits das Schmerzempfinden des Spielers selber. Auch bei Muheim ist die Verletzung schwerer, es droht das Saisonaus. Costa sagte aber auch, dass er nicht ausschließe, dass alle Jungs nochmal eingreifen können. Ich denke, bei Muheim wird das nicht mehr der Fall sein. Bei Vuskovic hängt es viel von der Entwicklung der Verletzung ab. Dompe, Roessing-Lelesiit, Poulsen und Lokonga werden wohl nochmal für den Kader infrage kommen.

Wie geht es jetzt weiter?

Auf der linken Schiene wird es jetzt wohl erstmal mit Mickelbrencis weitergehen, auf der rechten Seite wohl Jatta. Natürlich gibt es auch Gocholeishvili und Katterbach, aber die scheinen momentan hinten dran zu sein Lemke und Balde sind dann die ganz Jungen, aber das muss man schauen, wie das passt. Der Druck ist immens, aber so überragend haben die Außenverteidiger halt auch nicht gespielt. Also vielleicht ist es dann doch mal eine Idee, Lemke reinzuschmeißen. Defensiv wird dann Torunarigha die Zentrumsrolle übernehmen, rechts Capaldo und links dann Omari oder Elfadli. Omari hat seine Sache in Bremen besser gemacht als in den Spielen vorher, aber mehr war das auch nicht. Das macht sich am Ende wohl nicht viel. Im Zentrum ist dann die Frage, ob Lokonga spielt oder nicht. Je nachdem wird sich dann die Position von Vieira entscheiden. Die Mentalität von Vieira hat mir am Wochenende überhaupt nicht gefallen, aber er ist nun mal der beste Spieler im HSV-Kader. Er kann aus einer einzigen Chance das entscheidende Tor erzielen.

Laufintensive Duell

Am Samstag kommt das laufstärkste Team in den Volkspark. Hoffenheim hat die meisten Kilometer abgespult, die meisten intensiven Läufe und die zweitmeisten Sprints der gesamten Liga. Der HSV ist in allen drei Statistiken Tabellenletzter. Das zeigt sich ja schon über die ganze Saison und auch im Hinspiel wurde der HSV in Grund und Boden gelaufen. 123 zu 112 Kilometern sprechen für sich.

Der HSV versucht ja gerne, den Ball lang zu spielen, um dann die zweiten Bälle zu erobern. Das wird gegen so eine laufintensive Mannschaft, die fast jeden Lauf in einen Sprint zieht, natürlich nicht einfacher als vorher.

Im Hinspiel standen die Hoffenheimer sehr hoch und der HSV kam zu guten Momenten, als man die Tiefe attackierte. Und auch über die Saison hinweg ist Hoffenheim, nach Bayern, die Mannschaft, die am frühesten mit dem Pressen anfängt (44 Meter vor dem Tor). Zudem hat man mit 436 Pressing-Sequenzen die meisten der Liga. Das heißt, den HSV erwartet hier ein laufstarkes, intensives Pressing-Team, das wohl wie im Hinspiel mit langen Bällen in der Tiefe attackiert werden muss. Entweder setzt Polzin dann auf zwei schnelle Stürmer oder er macht es wie in Bremen und stellt Glatzel als Kopfballspieler hin, welcher dann den Ball festmacht und tief spielt oder direkt in die Tiefe verlängert. Alles in allem ist natürlich klar, dass der HSV in diesem Spiel alles reinwerfen muss. Sicherlich ist ein Plan immer gut, aber am Ende geht es in solchen Spielen kurz vor dem 34. Spieltag meistens eher darum, wer es mehr will. Also muss am Samstag eine absolute Energieleistung auf den Platz gebracht werden.

Tom