Letzter  Spieltag in Leverkusen- So sollte der HSV aufstellen

Letzter Spieltag in Leverkusen- So sollte der HSV aufstellen

Moin zusammen,

Am Samstag steht nun das letzte Spiel der aktuellen Saison an. Es geht gegen Bayer Leverkusen. Für Leverkusen geht es noch um die Champions League, der HSV könnte am Ende noch auf Platz 10 klettern. Es geht also vor allem für Leverkusen noch um sehr viel. Da könnte einerseits das Risiko, andererseits die Chance des HSV liegen. Schafft man es lange, die 0 zu halten, wird man sicherlich die eine oder andere Umschaltmöglichkeit bekommen. Schafft man das aber nicht und fängt sich früh einen Gegentreffer, kann das am Ende auch ganz übel ausgehen. Nichtsdestotrotz wird die Herangehensweise wohl erstmal defensiv sein. Des Weiteren gibt es am letzten Spieltag ja noch weitere Spiele, die sehr interessant sind. Ganz unten geht es zwischen Wolfsburg, St. Pauli und Heidenheim noch um alles. Alle drei Vereine stehen bei 26 Punkten und durch die parallelen Spielzeiten könnten sowohl St. Paulis als auch Heidenheims Tabellenplatz durch die Ergebnisse in der anderen Partie auch noch nach Spielabpfiff im eigenen Spiel beeinflusst werden. Dies ist also eventuell ein Spieltag, an dem einige eher die Konferenz schauen werden. Diese könnt ihr auf DAZN verfolgen, das Einzelspiel gibt es wieder auf Sky. Schreibt gerne mal rein, ob ihr das HSV-Spiel oder die Konferenz schaut. Oder sogar ein ganz anderes Einzelspiel?

Fast alle fit, Capaldo und Glatzel fraglich

Personaltechnisch sieht es so aus, dass jeder aus dem Team und dem Staff mit nach Leverkusen fährt. Dennoch wird Roessing-Lelesiit nicht spielen, er wurde ja operiert und fällt erstmal für ca. 3 Monate aus. Bei Capaldo und Glatzel ist es noch fraglich. Ich bin ganz ehrlich, ich würde Capaldo dann nicht mehr spielen lassen. Er wurde ja nun für den vorläufigen Kader der argentinischen Nationalmannschaft nominiert, dem soll erstmal nichts passieren. Ich glaube, wir alle wünschen Capaldo, dass er bei der WM dabei ist und dann am besten auch noch spielt. Das hat er sich nach dieser Saison auf jeden Fall verdient. Bei Glatzel wird auch noch geschaut. Hier würde ich mir wünschen, dass er noch einmal spielt. Und wenn nicht von Anfang an, dann gerne von der Bank. Was bei ihm im Sommer passiert, ist ja noch offen, vielleicht zieht es ihn weg vom HSV. Er sollte im letzten Spiel auf jeden Fall nochmal Spielzeit bekommen, um einen würdigen Abschied zu haben, sollte er wirklich gehen. Ich würde ihn auf jeden Fall als Ersatz für die nächste Saison behalten, denn ich bin der Überzeugung, dass der HSV einen neuen klaren Nummer-1-Stürmer holen muss.

Zudem wird auch Miro Muheim wieder einsatzfähig sein und laut Polzin auch Spielzeit bekommen. Es hörte sich aber so an, dass Muheim erst in der 2. HZ reinkommt. Deswegen würde ich gerne Lemke auf der linken Seite sehen, der dann durch Muheim ersetzt wird. So muss dieser nicht zwangsläufig 90 Minuten durchspielen. Und ich würde Groenbaek auch gerne mal auf der 10 sehen. Ob Vieira bleibt, ist fraglich. Der HSV hätte mit Groenbaek auf der 10 eventuell jemanden, den man für eine erschwingliche Summe bekommt. Also würde ich gerne mal sehen, wie Groenbaek über 70 Minuten auf der 10 agiert.

Ich wünsche mir folgende Aufstellung:

Tangvik im Tor, ihn würde ich gerne mal auf Wettkampfniveau sehen.

Davor Torunarigha, Vuskovic und Omari.

Links Lemke und rechts Gocholeishvili, der dann auch nochmal Minuten vor seinem Abschied bekommen würde.

Doppel-6: Remberg und Lokonga.

Auf der 10 Groenbaek.

Und vorne dann Stange und Königsdörffer oder gegebenenfalls Otele. Da Otele aber schon letzte Woche nicht berücksichtigt wurde, gehe ich nicht davon aus, dass dieser spielt.

Warum Groanbaek auf der 10 starten sollte

Damit würde Vieira erstmals aus der Startelf rausrücken. Das klingt wahrscheinlich auf den ersten Blick komisch, aber bei Vieira weiß man, was man bekommt. Und bei Groenbaek hat man offensiv erstmal gute Ansätze gesehen, man hat aber wenig von ihm auf der 10 gesehen. Und da man Groenbaek eventuell im Sommer verpflichten möchte, sollte man ihn auch mal auf der 10 spielen lassen, um zu schauen, ob das wirklich passt. Denn auf der linken Abwehrseite wird man etwas Neues verpflichten. Groenbaek hat seinen Job dort zwar gut gemacht, ist aber leider zu langsam, um die Steckpässe zu verteidigen. Er ist aber eben auch kein Abwehrspieler, sondern ein offensiver Mittelfeldspieler. Und auf genau dieser Position hat man ihn noch nicht so wirklich gesehen, außer in den 20 Minuten gegen Augsburg, als man 10 gegen 11 spielte. Deswegen würde ich am Samstag erstmal Groenbaek auf die 10 stellen.

Ein letztes mal in dieser Saison

Leverkusen wird voll auf Angriff gehen und der HSV wird versuchen, defensiv so stabil wie möglich zu stehen. Die Werkself geht als klarer Favorit in dieses Spiel und man will noch irgendwie die letzte Chance wahren, die Champions League doch noch zu erreichen. Dafür müssen aber Stuttgart und Hoffenheim patzen. Der HSV kann befreit aufspielen, aber es sollte Motivation genug sein, Leverkusen am letzten Spieltag im eigenen Stadion die Laune zu vermiesen. Außerdem würde man dann am Ende bei 40 Punkten stehen und hätte dann wirklich eine sehr gute Saison für einen Aufsteiger gespielt. Deswegen sollte sich keiner ausruhen, alle nochmal alles raushauen und ein schönes Spiel auf den Platz bringen. Es ist das letzte Spiel in einer Saison, in der nicht alles optimal lief, aber in der das Ziel am Ende deutlich erreicht wurde. Diese Saison sollte mit einem guten Ergebnis enden, damit man auch mit einem guten Gefühl in die Vorbereitung zur neuen Saison starten kann.

Tom

Kathleen Krüger beim HSV: Jetzt steht die Kaderplanung an

Kathleen Krüger beim HSV: Jetzt steht die Kaderplanung an

Moin zusammen,

nun ist es offiziell: Der HSV verpflichtet offiziell Kathleen Krüger als neue Sportvorständin. Sie übernimmt nun die Tätigkeiten von Stefan Kuntz. Dabei kommt auf die neue Sportvorständin jetzt jede Menge Arbeit zu. Krüger selbst scheint ja nicht so sehr in die aktuelle Kaderplanung einzugreifen. Das wird wohl nicht unbedingt ihre Aufgabe sein. Allerdings kann sie dann auch gar nicht so sehr Einfluss auf den Kader nehmen und am Ende wird sie als Vorgesetzte von Costa eben doch genau daran am ehesten beurteilt. Also mal sehen was dort passiert. Krüger wird sich wohl erstmal auf andere Bereiche fokussieren. Da geht es dann erstmal um die zukünftige Aufstellung des Vereins und die Jugendarbeit. Eine ausführliche Analyse der Situation lest ihr nochmals hier: Mut oder Risiko? Warum der HSV bei Krüger alles auf eine Karte setzt | Moin Volkspark!

Jetzt sind Costa und Dirscherl dran

Nun sind also Claus Costa und Sebastian Dirscherl gefragt, eben jegliche Kader so zu verändern, dass der HSV auch in der nächsten Saison den Klassenerhalt erreichen kann. Es wurde ja bereits öffentlich kommuniziert, dass der Kader nicht so einen Umbruch erleiden soll wie im letzten Sommer. Ob das möglich ist, bleibt fraglich. Immerhin gibt es viele Baustellen, die bearbeitet werden müssen. Die einzige Konstante aus dem aktuellen Kader ist für mich die Doppelsechs und die Torwartposition. Aber auch hier ist es ja nicht komplett unwahrscheinlich, dass Heuer Fernandes geht. Und das wäre für mich fatal. Man hatte in dieser Saison eine Achse vom Torwart über das Abwehrzentrum und die Doppelsechs bis hin zur Zehnerposition. Vieira verliert man eventuell, Vuskovic geht ziemlich sicher. Nun auch noch den Torwart auszutauschen, macht aus meiner Sicht keinen Sinn. Vor allem weil Heuer Fernandes ein super Rückhalt ist, der der Mannschaft Selbstsicherheit gibt. Ja, Heuer Fernandes ist nicht unbedingt gut bei hohen Bällen, aber jeder hat seine Schwächen. Und dafür ist Heuer Fernandes im 1-gegen-1, bei Reflexen und am Ball sehr gut. Er ist sehr pressingresistent und spielt die Bälle meist genau dahin, wo sie hinmüssen. Das ist eine Qualität, die der HSV auch in der neuen Saison braucht.

An dieser Stelle natürlich moin und herzlich Willkommen in Hamburg Kathleen Krüger!

Tom


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Der Schlüssel zur Zukunft des HSV liegt nicht im Sturm

Der Schlüssel zur Zukunft des HSV liegt nicht im Sturm

Moin zusammen,

der HSV hat sein letztes Heimspiel gegen Freiburg gewonnen und steht somit im gesicherten Mittelfeld der Tabelle. Man kann maximal nur noch 13. werden. Das wäre am Ende auf jeden Fall ein gutes Ergebnis. Bestenfalls könnte man noch auf Platz 10 rutschen, das wäre natürlich überragend. Man muss nun aber schauen, dass man in der nächsten Saison zu einem ähnlichen Ergebnis kommt. Es wird auch in der zweiten Saison darum gehen, die Klasse zu halten. Man hat sich in der aktuellen Saison auf vorherige Aufsteiger berufen und vor allem die Defensive in den Vordergrund gestellt. Man sollte aber nicht den gleichen Fehler wie St. Pauli machen und denken, dass man defensiv auch in der nächsten Saison gut dasteht. Vor allem wenn man wie bei St. Pauli in der ersten Saison nach dem Aufstieg nur so gut aussah, weil der eigene Keeper eine überdurchschnittliche Saison gespielt hat. St. Pauli hat im Aufstiegsjahr 11 Tore weniger kassiert, als zu erwarten waren. Man verließ sich darauf, dass das auch im neuen Jahr so ist, und was daraus entsteht, sehen wir in der Tabelle. Auch der HSV hat in dieser Saison 5 Tore weniger kassiert, als zu erwarten waren. Das ist natürlich nicht so extrem wie bei St. Pauli, aber es liefert ein Bild, das zeigt, dass man sich weiterhin auch in der Defensive verbessern muss. Und nun geht der beste Verteidiger des Teams, vielleicht sogar einer der besten 5 Verteidiger der gesamten Liga.

Es braucht Qualität auf den Außenverteidiger Positionen

Da man Vuskovic nicht 1 zu 1 ersetzen kann, muss man andere Lösungen finden, die seinen Abgang kompensieren. Und diese Lösungen stecken in den Außenverteidigerpositionen. Vuskovic war überragend in dieser Saison, kam aber auch überhaupt so oft defensiv zum Einsatz, weil der HSV unendlich viele Flanken zugelassen hat. Und hier sehe ich einen Punkt, in dem der HSV bereits einen enormen Schritt nach vorne machen kann, ohne Vuskovic überhaupt ersetzt zu haben. Es braucht 2 richtig gute Außenverteidiger. 2 Jungs, die schnell im Antritt sind und das Gespür für die defensive Aktion haben. Denn man muss festhalten, dass der HSV in dieser Saison ohne klaren Außenverteidiger gespielt hat. Gocholeishvili ist der Einzige, der seine Qualitäten in der Defensive hat, alle anderen sind eher Flügelverteidiger. Jatta hat sich zwar mehr zu einem Außenverteidiger hin entwickelt, aber ähnlich wie bei Gocholeishvili reicht das am Ende qualitativ nicht für die Bundesliga. Trotz ihrer Präsenz in der Defensive fängt man einfach zu viele Gegentore über die Außen. Und hier muss auch der klare Fokus in der Sommertransferphase liegen.

Vieira sollte nicht Transferziel Nummer 1 sein

Der HSV hat in dieser Saison viele Spiele verloren, weil man offensiv zu schwach war. Man hat diese Spiele aber in den meisten Fällen nur knapp verloren, weil man in der Defensive gut stand. Weil man eben nicht übermäßig viele Gegentore bekommen hat. Und deshalb muss der Fokus auch im kommenden Transferfenster zunächst auf der Defensive liegen. Denn der HSV ist nicht in der Lage, seine Offensive so auszurichten, dass man die Spiele mit 5:4 gewinnt, wie es des Öfteren in der 2. Liga war. Der HSV muss weiterhin vorwiegend über die defensive Stabilität kommen. Denn unabhängig davon, ob man am Ende wieder Umschalt- oder doch Ballbesitzfußball spielen möchte, braucht es einen sicheren Rückhalt, nicht nur in Heuer Fernandes, sondern in der generellen Struktur der Defensive. Genau aus diesem Grund muss der HSV sein Geld zuerst in die Defensive investieren, bevor man überhaupt nachdenkt, Groenbaek oder Vieira zu holen. Denn beide machen am Ende nicht den entscheidenden Unterschied, dass man sich eine schwächere Defensive leisten kann. Wenn der HSV jetzt Vieira für 10 Millionen Euro holt und am Ende in der Defensive sparen muss, hat man genau das gemacht, was nicht passieren darf, und zwar die große Investition an der falschen Stelle. Der HSV braucht einen guten Innenverteidiger, der der beste Spieler in der Defensive ist. Und dazu braucht man Außenverteidiger, die mindestens auf dem Level eines Capaldo ihre Leistung abrufen. Wenn man das geschafft hat und dann noch viel Geld übrig ist, kann man gerne Vieira holen. Aber es darf nicht passieren, dass der HSV zuerst sein Geld in Vieira steckt und dann schaut, was in der Defensive nötig ist. Wir alle wissen wenig darüber, wie viel Budget der HSV hat, aber am Ende kostet ein Vieira nicht nur eine Ablösesumme, sondern er will auch für seine Leistungen bezahlt werden und das sicherlich nicht in kleinem Maße. Ein Fabio Vieira macht den HSV in der Offensive besser und wenn er qualitativ bessere Mitspieler hat, kann er sicherlich auch was die Scorer angeht nochmal einen drauflegen, aber am Ende holt man als HSV eben mehr Punkte, wenn die Defensive gut steht. Man kam über ein 0:0 in Gladbach positiv in die Saison rein und nach dem 0:0 in Berlin bekam man Aufschwung. Diese Punkte, die am Ende immer was ausmachen können, entstehen nur, wenn die Defensive des HSV auch gut steht. Und das MUSS in dieser Transferperiode das oberste Ziel sein. Sicherlich muss der HSV auch in der Offensive nachlegen, das brauchen wir gar nicht zu diskutieren, aber die Stabilität kommt eben über eine gute Defensive und nicht über gute Offensive.

Tom

Emotionaler kann ein Abschied kaum sein – ein letztes Heimspiel wie ein Versprechen

Emotionaler kann ein Abschied kaum sein – ein letztes Heimspiel wie ein Versprechen

Es gibt Spiele, die sind mehr als nur ein Ergebnis. Mehr als drei Punkte, mehr als Tabellenkosmetik, mehr als ein sauberer Haken hinter dem letzten Heimspiel einer Saison. Dieses 3:2 gegen den SC Freiburg war genau so ein Spiel. Es war ein Nachmittag, der noch einmal zusammenfasste, warum diese HSV-Saison bis zu diesem Punkt als sehr gelungen bewertet werden darf. Nicht perfekt, nicht frei von Schwankungen, nicht ohne Baustellen. Aber gelungen. Stabil. Reif genug. Und vor allem: emotional wieder voll verbunden mit diesem Verein, diesem Stadion, dieser Stadt.

Der HSV hatte sein großes Ziel bereits erreicht. Der Klassenerhalt war sicher, die ganz große Druckkulisse war weg. Und trotzdem hatte dieses Spiel eine Bedeutung. Vielleicht sogar gerade deshalb. Denn nach Jahren, in denen beim HSV fast jedes Saisonfinale nach Endspiel, Nervenzusammenbruch oder Rechenschieber roch, war dieses letzte Heimspiel plötzlich etwas anderes: ein Durchatmen. Ein Feiern. Ein Danke. Ein Blick zurück auf das, was geschafft wurde – und ein Blick nach vorn auf das, was daraus entstehen kann.

Der Volkspark war wieder ausverkauft, zum 17. Mal in dieser Saison. Alle Heimspiele voll. Das allein erzählt schon sehr viel. Dieser Verein ist nicht nur zurück in der Bundesliga. Er ist auch zurück als emotionales Ereignis. Als Ort, an dem 57.000 Menschen nicht nur Fußball schauen, sondern etwas erleben wollen. Und gegen Freiburg erlebten sie noch einmal fast alles, was diese Saison ausgemacht hat: Leidenschaft, Unruhe, Qualität, Fehler, junge Spieler, große Gefühle, und am Ende diesen unkaputtbaren Glauben daran, dass hier gerade etwas zusammenwächst.

Schon vor dem Anpfiff lag etwas Besonderes in der Luft. Die Mannschaft ging zur Nordtribüne, das Transparent „Gemeinsam unaufhaltsam“ wurde gezeigt, die Wechselgesänge hallten durchs Stadion. Das war keine künstliche Folklore. Das war ein echtes Bild für das Verhältnis zwischen Mannschaft und Fans. Dieser HSV ist nicht Meister geworden, er hat keinen Europapokal erreicht, er hat keine Saison ohne Rückschläge gespielt. Aber er hat etwas geschafft, das für diesen Verein vielleicht genauso wichtig war: Er hat Vertrauen zurückgewonnen.

Und dann begann dieses Spiel mit einem Treffer, der ebenfalls perfekt in diesen Nachmittag passte. Bakery Jatta, dieser Dauerbrenner, dieser HSV-Mensch, erzielte sein erstes Bundesliga-Tor. Es gibt Spieler, deren Tore lauter bejubelt werden als andere. Bei Jatta ist das so. Weil er nicht einfach irgendein Profi ist. Weil seine Geschichte, seine Treue, sein Kampf, seine manchmal wilde, manchmal unperfekte, aber immer ehrliche Art längst ein Teil dieses Vereins geworden sind. Als sein Name durchs Stadion gerufen wurde, war das nicht nur Jubel. Das war Zuneigung in Dezibel.

Dass Freiburg fast sofort antwortete, passte irgendwie auch. Dieser HSV ist noch nicht makellos. Er wird noch besser verteidigen müssen, noch klarer, noch erwachsener in manchen Momenten. Aber genau das macht die Zufriedenheit mit dieser Saison nicht kleiner. Im Gegenteil: Der HSV hat gezeigt, dass er Fehler überstehen kann. Dass er nicht mehr bei jedem Rückschlag auseinanderfällt. Dass er nach Gegentoren, nach Phasen der Stille, nach schwierigen Minuten wieder zurückfindet.

Und diese Stille gehörte an diesem Nachmittag ebenfalls dazu. Wegen medizinischer Notfälle auf der Nordtribüne wurde die Unterstützung zwischenzeitlich eingestellt. Der Volkspark, sonst ein Ort des Lärms, wurde plötzlich leise. Das war beklemmend, aber auch richtig. Denn Fußball ist wichtig, der HSV ist wichtig, dieser Nachmittag war wichtig – aber Menschen sind wichtiger. Auch das war ein starkes Bild: ein Stadion, das laut feiern kann, aber auch versteht, wann es still sein muss.

Nach der Pause kam der HSV mit mehr Schwung zurück. Und dann kam der Moment, der diesen Nachmittag endgültig in Richtung Erinnerung verschob. Luka Vuskovic. Natürlich Luka Vuskovic.

Es gibt Leihspieler, die kommen, spielen, gehen – und man erinnert sich später kaum noch an sie. Und dann gibt es Spieler wie ihn. Spieler, die nur eine begrenzte Zeit bleiben und trotzdem etwas hinterlassen, das größer ist als ihre Vertragslaufzeit. Vuskovic war in dieser Saison nicht nur ein guter Innenverteidiger. Er war ein Ereignis. Ein Spieler, der mit 19 Jahren auftrat, als hätte er schon ein halbes Fußballleben hinter sich. Wuchtig, mutig, kompromisslos, aber zugleich mit einer erstaunlichen Ruhe am Ball. Einer, der verteidigte, als würde er jeden Zweikampf persönlich nehmen – und der nach vorn eine Qualität entwickelte, die für einen Innenverteidiger fast absurd wirkte.

Sechs Saisontore für einen Verteidiger sind kein Zufall. Das ist eine Waffe. Und sein Freistoß gegen Freiburg war deshalb mehr als nur das 2:1. Es war fast schon ein Symbol für seine HSV-Zeit: kraftvoll, direkt, ein bisschen wild, nicht komplett glatt – aber am Ende drin. Der Ball wurde abgefälscht, ja. Aber wen interessiert das in so einem Moment? Der Volkspark sah nur Vuskovic, diesen jungen Kroaten mit der Nummer 44, der sich das Trikot vom Leib riss und es vor der Nordtribüne hochhielt.

Dieses Bild wird bleiben

Weil es wie ein Abschied aussah. Weil es wie ein Dankeschön aussah. Weil es aussah, als wüsste er selbst, dass dieser Moment mehr war als ein Torjubel. Vuskovic hielt nicht einfach ein Trikot hoch. Er hielt ein Stück dieser Saison in die Luft. Seine Saison. Die Saison eines Leihspielers, der gekommen war, um dem HSV zu helfen – und der am Ende zu einem der emotionalen Gesichter dieses Klassenerhalts wurde.

Man kann den Wert eines Spielers manchmal an Statistiken messen. Zweikampfquote, Passquote, Tore, abgefangene Bälle, Kopfballduelle. Bei Vuskovic erzählen diese Zahlen sicher viel Gutes. Aber sie erzählen nicht alles. Sie erzählen nicht, was passiert, wenn ein Spieler in kurzer Zeit eine Kurve erobert. Sie erzählen nicht, warum sein Nachname mit einer Lautstärke durchs Stadion ging, die sonst nur ganz wenigen vorbehalten ist. Sie erzählen nicht, warum 57.000 Menschen bei seiner Auswechslung aufstanden. Sie erzählen nicht, warum dieser Abschied schon weh tat, obwohl er offiziell vielleicht noch gar keiner war.

Vuskovic hat dem HSV etwas gegeben, was Aufsteiger besonders dringend brauchen: Präsenz. In einer Liga, in der du nicht mehr jede Woche der Favorit bist, brauchst du Spieler, die nicht kleiner werden, wenn der Gegner größer wird. Spieler, die Räume verteidigen, Bälle attackieren, Verantwortung übernehmen. Spieler, die dem Rest der Mannschaft das Gefühl geben: Wir halten das aus. Wir können das. Wir gehören hierher.

Genau dieses Gefühl hat Vuskovic verkörpert. Er war kein vorsichtiger Gastarbeiter auf Leihbasis. Er spielte nicht so, als müsse er nur seine Minuten sammeln, um dann zu Tottenham zurückzukehren. Er spielte, als sei Hamburg seine Aufgabe. Sein Verein. Seine zweite Heimat, wie er selbst sagte. Und vielleicht war genau das der Grund, warum die Verbindung so stark wurde. HSV-Fans haben ein feines Gespür dafür, ob einer nur das Trikot trägt – oder ob er es annimmt.

Vuskovic hat es angenommen.

Und deshalb war dieser Jubel nach dem Freistoß so emotional. Weil alle wussten: Die Chance, dass er bleibt, ist klein. Sehr klein sogar. Tottenham hat ihn verliehen, nicht verschenkt. Eine Kaufoption gibt es nicht. Und wer gesehen hat, wie dieser Junge in der Bundesliga verteidigt, trifft, führt und reift, der weiß: Solche Spieler verschwinden normalerweise nicht unter dem Radar. Sie werden größer. Teurer. Unerreichbarer.

Aber vielleicht macht genau das die Sache so schön und so bitter zugleich. Der HSV durfte ihn für eine Saison haben. Eine Saison, in der er half, die Bundesliga-Rückkehr abzusichern. Eine Saison, in der er aus einem Aufsteiger eine Mannschaft machte, die sich wehren konnte. Eine Saison, in der er nicht nur sportlich wichtig war, sondern emotional fast unverhältnismäßig groß wurde.

Sein Gang zur Nordkurve nach dem Spiel wirkte deshalb wie ein kleines Ritual. Die Mannschaft schickte ihn vor, die Fans feierten ihn, und für einen Moment stand da kein Leihspieler mehr. Da stand einer von ihnen. Einer, der vielleicht weiterzieht, aber etwas dagelassen hat. Und das ist im Fußball selten geworden. In einer Zeit, in der Verträge, Optionen, Marktwerte und Karrierepläne vieles bestimmen, war Vuskovic beim HSV etwas angenehm Unmodernes: ein Spieler, der einfach echt wirkte.

Auch Fabio Vieira gehört in dieses Abschlussbild. Natürlich anders, leiser vielleicht, weniger brachial in der Wirkung als Vuskovic. Aber auch er war Teil dieser Saison, Teil dieser Entwicklung, Teil dieses letzten Applauses. Vieira brachte spielerische Idee, Tempo, Kreativität und Momente, in denen man spürte, was dieser Mannschaft guttat: mehr Mut am Ball, mehr Lösungen zwischen den Linien, mehr Qualität in engen Räumen. Sein Pfostenschuss gegen Freiburg war so ein Moment, in dem das Stadion kurz den Atem anhielt. Auch er wurde verabschiedet, auch er bekam seinen Applaus, auch bei ihm wusste man: Das könnte es gewesen sein.

Und dann Fabio Baldé. Wieder so ein Bild, das besser kaum hätte passen können. Ein Eigengewächs trifft im letzten Heimspiel. Drei Minuten nach Vuskovic. Erst der vielleicht gehende Leihspieler, dann der junge Hamburger Hoffnungsträger. Vergangenheit dieses einen Jahres und Zukunft dieses Vereins in einem Doppelschlag. Fußball kann manchmal kitschig sein. Aber wenn er so kitschig ist, darf er das.

Dass Freiburg noch einmal herankam, störte am Ende kaum. Dieses Spiel musste nicht perfekt enden. Es musste nur richtig enden. Und das tat es. Mit Applaus. Mit Gesängen. Mit Umarmungen. Mit einem jungen Otto Stange, der auf dem Balkon weiterfeierte. Mit Fans auf dem Rasen. Mit einer Mannschaft, die sich feiern lassen durfte, weil sie sich diese Feier verdient hatte.

Denn genau darum geht es bei der Bewertung dieser Saison: Der HSV hat sein Ziel erreicht. Und er hat es nicht irgendwie erreicht. Er hat es mit einer Mannschaft erreicht, die sich entwickelt hat. Mit einem Trainerteam, das nicht nur verwaltet, sondern geprägt hat. Mit jungen Spielern, die Minuten bekommen und Geschichten geschrieben haben. Mit erfahrenen Spielern, die Verantwortung übernommen haben. Mit einem Stadion, das wieder wie ein echtes Zuhause wirkt.

Natürlich bleibt Arbeit. Sehr viel sogar. Noch mehr als vor dieser Saison! Wer in der Bundesliga bleiben will, muss besser werden, auch nach einem erfolgreichen Jahr. Der Kader wird sich verändern. Leihspieler werden gehen. Neue Entscheidungen müssen getroffen werden. Die Defensive muss weiter stabilisiert, die Offensive weiter geschärft, die Breite verbessert werden. Aber all das darf den Blick auf das Erreichte nicht verstellen.

Dieser HSV ist nicht mehr der HSV, der sich selbst im Weg steht. Zumindest nicht in dieser Saison. Dieser HSV hat gelernt, dass gute Entscheidungen, Geduld und Zusammenhalt eine Wucht entwickeln können. Man sah es gegen Freiburg in fast jeder Szene nach dem Schlusspfiff. Es war nicht die große Euphorie eines Aufstiegs. Es war etwas anderes. Ruhiger vielleicht. Reifer. Fast schöner. Es war die Freude darüber, angekommen zu sein.

Und wenn man für diese Saison ein Abschlussbild suchen müsste, dann wäre es vermutlich genau dieses: Luka Vuskovic vor der Nordtribüne, das Trikot mit der 44 hoch in der Hand, das Stadion in einem einzigen Rausch aus Liebe, Dankbarkeit und Wehmut. Daneben der Applaus für Fabio Vieira. Die Tore von Jatta und Baldé. Der ausverkaufte Volkspark. Eine Mannschaft, die ihr Ziel erreicht hat. Ein Verein, der wieder spürt, was möglich ist.

Der HSV musste an diesem Sonntag nichts mehr beweisen. Er hat es trotzdem getan.

Und vielleicht ist das die stärkste Botschaft dieses letzten Heimspiels: Diese Saison war kein Ende. Sie war ein Anfang.

DIE EINZELBEWERTUNGEN:

Daniel Heuer Fernandes: Ob er beim HSV bleibt, ist weiterhin unklar. Aber dass er eine absolute Nummer eins auch im Erstligafall ist, hat er heute wie auch im Rest der Saison immer wieder bewiesen. Für mich gibt es keinen vernünftigen Grund, ihn gehen zu lassen – im Gegenteil: Es wäre eine Schwächung, denn Heuer Fernandes ist ein entscheidender Faktor auf dem Weg zum Klassenerhalt gewesen, den man halten muss.  Note: 2 

Albert Grönbæk: Mit Startschwierigkeiten, was das Tempo betraf. Offensiv wie defensiv hätte er gleich mal etwas mehr Adrenalin benötigt. Kein Wunder, dass der erste Gegentreffer über seine Seite fiel, weil er und Omari wiederholt schlecht abgestimmt verteidigten. Nach dem Gegentor fing er sich und war offensiv an einigen guten Aktionen beteiligt  Note: 2,5

Luka Vuskovic (bis 90.): Was für ein geiler Typ! Dass er heute sein Tor bekommt, ist einfach verdient. Verdient, weil er immer Vollgas geht und dem HSV eine Qualität verliehen hat, wie man sie nicht erwarten durfte. Auch heute war er hinten wieder die Sicherheit in Person. Und das mit einer Leichtigkeit, die mich immer wieder aufs Neue beeindruckt! Schade bei allem ist natürlich immer der Nachgeschmack, ihn nicht länger halten zu können. Und dass seine Nachbesetzung die vielleicht schwierigste Aufgabe für den HSV seit Jahren wird. Den n eines ist auch klar: Diese Qualität braucht der HSV defensiv, um erstligatauglich zu sein! Er war DER Wegbereiter des HSV zum Klassenerhalt! Diesen Abgang heute hat er verdient! Note: 1+

Shafiq Nandja (ab 90.): Was für ein Geschenk des Trainers! Ab heute ist er ein Erstliga-Profi – wenn auch noch ohne jeden Ballkontakt…

Nicolas Capaldo: Er war den entscheidenden Schritt zu langsam beim 1:1 durch seinen Gegenspieler Matanovic, aber davor und danach mit gefühlt 180 Puls wieder der gewohnte Aggressor. Guter Vorkämpfer – auch heute wieder. Note: 2,5

Warmed Omari: Er war am Anfang etwas fahrig, steigerte sich aber dann und spielte endlich wieder eine Partie, wie man sie von ihm immer erwarten kann. Das war nämlich wirklich gut! So bitte in die neue Saison starten und das dann kompensieren! Note: 2

Bakery Jatta (bis 65.): Er schoss sein allererstes Erstligator. Auch nach hinten machte er es gut, seine Seite war dicht. Wenn da nicht immer wieder diese Aussetzer wären, die jeden Zuschauer an seiner fußballerischen Eignung zweifeln lassen. Heute war das absolut in Ordnung . aber für die Zukunft muss der HSV hier etwas verändern. Note: 3

Fabio Balde (ab 65.): Er kam, lief und traf. Was für ein Einstand! Aber er pennte auch beim 2:3 der Freiburger, als er Matanovic nur begleitete und nicht störte. Note: 3

Nicolai Remberg: Er war im Zentrum der aktivste beim HSV, ackerte, erkämpfte und schleppte Bälle. Und das wie immer bis zur allerletzten Minute. Das Kraftpaket hat sich beim HSV längst unverzichtbar gemacht und ist ein absoluter Top-Transfer für den HSV geworden. Note: 2

Albert Sambi Lokonga (bis 80.): Er ist wichtig, weil er zum einen defensiv stabilisiert und Ruhe ins Spiel bringen kann – zum anderen aber auch das Spiel nach vorn initiieren kann. Von beidem lieferte er in der ersten Hälfte etwas – aber auch bei ihm waren es heute ein paar Prozentpunkte weniger Einsatz als sonst. Dass es trotzdem ordentlich war, spricht für seine Qualität. Note: 3

Yussuf Poulsen (ab 81.): Durfte noch kurz ran und hatte eine gute Szene. 

Fabio Vieira (bis 90.): Er war anspielbar, verteilte die Bälle, suchte den Abschluss – das war wirklich gut. Schade, dass er im Abschluss ein wenig Pech – unter anderem mit dem Pfosten – hatte, auch er hätte sich einen Treffer in seinem vielleicht letzten Spiel für den HSV verdient gehabt. Aber: Sollte der HSV hier den Preis von 10 Millionen erkennbar senken können, sollte er ihn holen. Dass er immer wichtiger und besser geworden ist, zeigt, dass da noch etwas ist. Ich würde mich jedenfalls sehr freuen, wenn er nächste Saison vielleicht doch wieder im HSV-Trikot aufläuft. Heute war das auf jeden Fall gut! Note: 2

Louis Lemke (ab 90.): Geile Geschichte und ein toller Moment für den gerade erst 16 Jahre jungen Nachwuchskicker!! Von ihm werden wir sicher in den nächsten Jahren noch mehr hören – und hoffentlich auch sehen!

Ransford Königsdörffer: Sein Spiel lebt von der Intensität, vom Anlaufen, freilaufen, Räume öffnen. Wenn man dann ein paar Prozentpunkte weniger investiert, siehts so aus, wie es heute in der ersten Hälfte aussah: schwach. Dafür begann er die zweite Hälfte gleich mit einer Riesenchance – die er allerdings knapp verzog (52.). Note: 3

Otto Stange (bis 65.): Er konnte sich endlich mal von Beginn an präsentieren und war heiß, das war erkennbar. Aber seine Spielweise ist in zu vielen Punkten noch zu jung, zu naiv, als dass man jetzt schon dauerhaft auf ihn setzen könnte. Aber: Auch wenn er einige Bälle verlor, weil er zu langsam war in seiner Entscheidungen – seine Vorstöße über links waren gut, sein Zug zum Tor macht mir Spaß. Viel mehr Offensivaktionen hatte Glatzel zuletzt auch nicht, Philippe schon gar nicht. Note: 3

Ryan Philippe (ab 65.): Wenn man seine Laufbereitschaft heute schon lobend erwähnt, weiß man, wie niedrig seine Messlatte inzwischen hängt. Spielte unglücklich und ist für mich die vielleicht größte Enttäuschung, weil er grundsätzlich so viele Fähigkeiten zu einem richtig guten Stürmer in sich hat – aber eben nur theoretisch, nie auf dem Platz. Dass er das 4:2 nicht machte – es passte zu seiner Saison, die einfach schlecht war. Note (heute): 4

DIE STATISTIK ZUM SPIEL:

HSV: Heuer Fernandes – Capaldo, L. Vuskovic (90.+5 Nandja), Omari – Jatta (65. Balde), Remberg, Lokonga (80. Poulsen), Grönbaek, Fabio Vieira (90.+5 Lemke) – Stange (65. Philippe), Königsdörffer

SC Freiburg: Atubolu – Kübler (68. Scherhant), Ginter (71. Jung), Ogbus (68. Lienhart), Treu – M. Eggestein, Manzambi (58. Höfler), Beste (58. Makengo), Höler, Grifo – Matanovic

Tore: 1:0 Jatta (14.), 1:1 Matanovic (16.), 2:1 Vuskovic (64.) 3:1 Balde (67), 3:2 Matanovic (87.)

Zuschauer: 57.000 (ausverkauft)

Schiedsrichter: Felix Zwayer (Berlin) 

Gelbe Karten: Vuskovic, Capaldo / Kübler, Höler

Volkspark-Party zum Saisonabschluss? HSV empfängt Freiburg

Volkspark-Party zum Saisonabschluss? HSV empfängt Freiburg

Moin zusammen,

am Sonntag steht das letzte Heimspiel des HSV in der Saison 2025/26 an. Eine Saison, die am Ende einen sehr positiven Ausgang hat. 2 Spiele vor Schluss geht es lediglich um die Platzierung und das endgültige Preisgeld. Bezüglich der Ligazugehörigkeit braucht man sich keine Sorgen mehr machen. Es wird also wohl ein Spiel, welches angenehm zu schauen ist, in dem der HSV aber trotzdem nochmal alles rausholt, um möglichst 3 Punkte zu holen. Es geht ran gegen den SC Freiburg, der am Donnerstag den Einzug ins Europa-League-Finale geschafft hat. An dieser Stelle natürlich nochmal herzlichen Glückwunsch. Mich persönlich würde es freuen, wenn Freiburg die Euro-League gewinnt. Nichtsdestotrotz will ich auch, dass der HSV am Sonntag das Spiel gewinnt. Freiburg wird sicherlich den einen oder anderen Stammspieler draußen lassen. Trotzdem geht es für Freiburg ja immer noch um das internationale Geschäft. Sollte man die Europa-League nicht gewinnen, müsste man sich ja über die Liga für die Conference-League qualifizieren.

Kleine Rotationen und viele Emotionen- So würde ich aufstellen

Ich will, dass der HSV alles reinhaut und das Spiel gewinnt, dennoch wünsche ich mir aber auch einige gezielte Änderungen. Viele haben das anders gesehen. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass in so einem Spiel z. B. mal Sander Tangvik starten könnte. Auch er kann dann mal zeigen, was er draufhat. Da er ja als Spieler für die Zukunft geholt wurde, sollte er auch nicht viel schlechter als Heuer Fernandes spielen. Vuskovic sollte natürlich spielen, weil es wohl vorerst sein letztes Heimspiel im Volkspark wird. Hier wünsche ich mir, dass er vielleicht kurz vor Schluss nochmal eine Auswechslung erhält, damit er noch einmal ordentlich gefeiert werden kann. Denn nicht nur die Story, sondern auch seine Leistungen waren überragend. Ohne Vuskovic wäre der Saisonausgang wohl anders verlaufen. Sofern möglich, würde ich auch gerne mal Lemke auf der linken Schiene sehen. Im Sturm wird Otto Stange aller Voraussicht nach starten, auch das finde ich gut. Ich würde außerdem Gocholeishvili auch gerne auf dem Platz sehen. Er hat sicherlich nicht immer die perfekten Leistungen gezeigt, aber er hat sich immer aufgeopfert und alles reingeschmissen, das finde ich super. Wenn es nicht qualitativ besser geht, hau alles rein, das hat er immer gemacht.

Ich würde mir folgende Aufstellung wünschen:

Heuer Fernandes im Tor

Davor Torunarigha, Vuskovic und Capaldo.

Rechts Gocholeishvili und links dann entweder Lemke oder nochmals Groenbaek. Auch ihn möchte ich gerne wieder in Action sehen, das hat mir gefallen. Entweder auf der linken Schiene oder ab der 60. Minute auf der 10 für Vieira, der dann auch nochmal seinen Moment bei einer potenziellen Auswechslung bekommen könnte.

Auf der 6 Remberg und Lokonga.

Auf der 10 Vieira

Und im Doppelsturm Stange und Königsdörffer. Glatzel scheint ja erstmal raus, eigentlich sehr schade. Auch hier könnte sich ja ein Wechsel im Sommer anbahnen. Er hätte sich den meisten Applaus verdient, für all die Jahre, in denen er beim HSV abgeliefert hat.

Dann kann Otele später noch reinkommen und bestmöglich auf sich aufmerksam machen.

Ich denke, dann hat der HSV sowohl eine schlagkräftige Truppe als auch ein paar Spieler, die sonst nicht so viel spielen. Wettbewerbsverzerrung wäre das für mich dann auch nicht. Mal ganz ab davon, dass dieses Argument für Freiburgs Gegner sowieso nicht zählen sollte. Ich sehe das ähnlich wie Stefan Schnoor. Die anderen Mannschaften haben genug Spiele gehabt, um mehr Punkte als Freiburg zu sammeln. Beide haben gegen den HSV Punkte liegen lassen. Augsburg hat es mit 30 Minuten Überzahl nicht geschafft, gegen den HSV zu gewinnen, und Frankfurt sollte nach der Leistung letzte Woche sowieso keine Ansprüche stellen. Und es ist ja nun auch nicht so, als ob dann 11 Reservespieler auflaufen würden.

Ein gutes Spiel als Dank für die Saison

Klar, geht es am Wochenende nicht mehr um ganz so viel wie vorher, dennoch sollte es einen würdigen Abschied aus der Saison geben. Man hat zwar noch ein Spiel in Leverkusen, aber das hier wird das letzte Heimspiel sein und die Spieler sollten gewillt sein, auch im letzten Spiel nochmal alles rauszuhauen, um den Fans einen guten Abschluss zu bieten. Immerhin stand dieses Stadion immer hinter den Spielern, egal wie es lief. Auch auswärts sind im Schnitt immer mehr als 6 000 Fans mitgefahren, die immer alles gegeben haben. Ich war dieses Jahr bei fast allen Spielen vor Ort und es war immer eine überragende Stimmung. Egal ob Heim oder auswärts. Am Sonntag hat man nochmal die Chance, sich bei 50.000 HSV-Fans im Stadion mit einem ansehnlichen Spiel zu bedanken. Am Ende ist das ja auch ein Geben und Nehmen. Wenn die Jungs alles reinschmeißen, ist auch die Stimmung gut, und wenn die Stimmung gut ist, gibt das den Spielern meistens noch mehr Energie auf dem Platz. Das Spiel wird so oder so eine Party, weil man das Saisonziel bereits 2 Spiele vor Schluss erreicht hat, aber dennoch erwarte ich, dass die Jungs alles reinhauen und das Spiel bestmöglich gestalten.

Freiburg ist ein guter Gegner, aber zu Hause kann der HSV immer mithalten, das haben wir in dieser Saison gesehen. Man hat in dieser Saison im Volkspark nur ein Spiel mit mehr als einem Tor Unterschied verloren und hat sogar den Bayern und Dortmund einen Punkt abgewonnen. Ich hoffe also, dass es ein weiteres Fest im Volkspark wird und wir alle ein gutes Fußballspiel sehen werden, am besten mit einem Sieg für den HSV.

Tom

Merlin Polzin und der HSV: Zwischen Fehlern, Fortschritt und einer echten Chance auf Wachstum

Merlin Polzin und der HSV: Zwischen Fehlern, Fortschritt und einer echten Chance auf Wachstum

Ich werde gar nicht erst anfangen, hier etwas schönzureden: Natürlich ist Merlin Polzin noch kein erfahrener Trainer. Punkt. Aber genau darin liegt ja auch die spannende Geschichte, die sich gerade beim HSV entwickelt. Denn trotz dieser fehlenden Erfahrung hat er in bemerkenswert kurzer Zeit genau das geschafft, was man von ihm verlangt hat – zweimal hintereinander. Im ersten Schritt führte er den HSV zurück in die Bundesliga. Kein Selbstläufer, wie wir alle wissen. Im zweiten Schritt hielt er die Klasse. Und das nicht irgendwie auf den letzten Drücker mit komplettem Chaos, sondern über weite Strecken der Saison hinweg mit einer Mannschaft, die sich erst finden musste. Das sind zwei Maximalziele – und beide hat er erreicht. Punkt.

Dass auf dem Weg dahin Fehler passiert sind, steht außer Frage! Aber mal ehrlich: Wann passieren die nicht? Und vor allem: Passieren sie nur bei jungen Trainern? Fragt doch mal in Heidenheim nach. Fragt in Wolfsburg. Fragt beim FC St. Pauli. Oder bei nahezu jedem anderen Bundesligisten. Überall gibt es Diskussionen über Aufstellungen, über Wechsel, über einzelne Spieler. Überall gibt es diese Momente, in denen 90 Prozent der Fans im Stadion die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.

Und genau da sind wir beim nächsten Punkt: Jeder Verein hat „seine“ Spieler, bei denen die Emotionen hochkochen. Beim HSV sind es dann vielleicht ein Mikelbrencis oder ein Bakery Jatta, über die man sich regelmäßig echauffiert. Aber diese Spieler stehen nicht zufällig auf dem Platz. Sie haben eine Funktion. Dass diese Funktion für uns von außen nicht immer sofort erkennbar ist, heißt nicht automatisch, dass die Entscheidung falsch ist. Im Gegenteil: Fußball ist ein Ergebnissport. Und das Ergebnis gibt Merlin Polzin und seinem Trainerteam recht. Zum zweiten Mal. Das muss auch ich einsehen.

Polzin und sein Team haben zweimal in Folge das Maximalziel erreicht

Was man diesem Trainerteam ganz klar zugutehalten muss: Sie entwickeln Spieler. Und sie entwickeln eine Mannschaft. Ein Torunarigha ist dafür ein perfektes Beispiel. Schlimme Vorbereitung, extrem schwieriger Saisonstart – und trotzdem hat man an ihm festgehalten. Weiter gearbeitet, weiter aufgebaut. Und am Ende? Hat sich genau das ausgezahlt. Gleiches gilt für Geschichten wie die von Albert Grönbaek, der nach langer Verletzung vom Trainerteam immer wieder aufgebaut wurde – und dann ausgerechnet im entscheidenden Spiel in Frankfurt liefert. Das ist kein Zufall. Das ist Arbeit.

Und man darf auch eines nicht vergessen: Die Ausgangslage beim HSV war alles andere als ideal. Eine holprige Vorbereitung, ein Kader, der sich Stück für Stück erst spät zusammengefunden hat. Spieler wie Vuskovic, Lokonga oder Vieira – allesamt Unterschiedsspieler – kamen spät oder sehr spät dazu. Einzig Remberg, der konstant stark performt hat, war schon früh da. Diese Achse hat sich aber nicht in der Vorbereitung gefunden, sondern erst im laufenden Betrieb. Und trotzdem stand der HSV zwei Spieltage vor Schluss über dem Strich. Das ist keine Selbstverständlichkeit.

Ja, auch mich hat es geärgert, dass sich der HSV mit den letzten entscheidenden Punkten so viel Zeit gelassen hat. Aber so eine Formdelle hat ein Aufsteiger mal, zumal mit derart vielen Ausfällen. Und wenn man ehrlich auf die gesamte Saison schaut, bleibt festzuhalten: Die Leistung war gut. Wer als Aufsteiger die Klasse hält, hat sein Ziel erreicht. Und dem kann man im Ergebnis erst einmal wenig vorwerfen.

Auch Polzin muss sich – wie in den letzten Monaten auch – weiterentwickeln

Heißt das, jetzt ist alles perfekt? Natürlich nicht. Der nächste Schritt muss kommen. Das ist sicher. Aber dieser Schritt bedeutet längst nicht, dass der HSV plötzlich die Liga dominiert und jeden Gegner spielerisch an die Wand drückt. Der nächste Schritt muss den aktuellen Gegebenheiten angepasst sein und ist viel grundlegender: Dr bedeutet, Stabilität beizubehalten. Das Gute sichern, die Schwankungen reduzieren, die Fehler minimieren. Oder anders formuliert: Entwicklung.

Niemand wird erfolgreich, weil er fehlerfrei arbeitet. Erfolgreich wird, wer am Ende mehr richtige als falsche Entscheidungen trifft.

Und genau hier lohnt sich ein Blick zurück: Seit gut 20 Jahren spricht man in Hamburg immer wieder von Langfristigkeit. Immer wieder wird gefordert, endlich einmal eine kontinuierliche Entwicklung zuzulassen, nicht bei der ersten Delle alles wieder über den Haufen zu werfen. Und genau diese Chance liegt jetzt auf dem Tisch. Dieses Trainerteam und diese Mannschaft haben in den vergangenen beiden Jahren nachhaltig gezeigt, dass sie gemeinsam wachsen können. Dass sie sich entwickeln. Dass sie Ziele erreichen.

Warum man in dieser Situation ernsthaft beginnt, einen Merlin Polzin infrage zu stellen, erschließt sich mir überhaupt nicht. Im Gegenteil: Wer jetzt wieder anfängt, an dieser Stelle zu rütteln, stellt sich gegen genau die Kontinuität, die in Hamburg und auch hier im Blog seit Ewigkeiten einfordert. Das sind am Ende keine Mahner mehr, das sind Verhinderer von Entwicklung. Und all denen sei gesagt: Erfolg bedeutet nicht, fehlerfrei zu arbeiten – sondern am Ende mehr richtige als falsche Entscheidungen zu treffen. Und das machen Polzin, Fave und Co. definitiv!

Das Problem ist, dass alle Kontinuität fordern – sie aber gar nicht zulassen

Und trotzdem – oder gerade deshalb – sehe ich beim HSV aktuell etwas, das lange gefehlt hat: die Chance auf gemeinsames Wachstum. Ein Trainerteam, das noch nicht fertig ist, das Fehler macht, aber daraus lernt. Eine Mannschaft, die sich entwickelt. Ein Verein, der die Möglichkeit hat, diesen Weg mitzugehen, statt ihn ständig zu unterbrechen. Das ist vielleicht nicht der schnellste Weg zum Erfolg. Aber es ist der gesündeste. Und wenn der HSV es schafft, genau diese Geschichte weiterzuschreiben, dann kann aus diesem „noch nicht fertigen“ Trainerteam und diesem Verein etwas entstehen, das mehr ist als nur der nächste Klassenerhalt.

Dann entsteht etwas, das trägt. Aber das bedarf Geduld, das braucht Zeit. Unser großes Ziel hieß Aufstieg – Haken dran. Dann hieß es Klassenerhalt – auch hier gehört ein Haken dran. Jetzt folgt als Ziel die Weiterentwicklung zum stabilen, etablierten Erstligisten.  Und das ist erst einmal ein Weg, der gegangen werden muss. Es ist ein Weg, der Geduld braucht. Bei der ersten Delle sofort den Trainerkopf zu fordern, kann diese Entwicklung abrupt stoppen – weil jeder neue Trainer zwangsläufig erst einmal sein eigenes Wirken in den Vordergrund stellt. Und genau das war beim HSV in den vergangenen Jahren viel zu oft nicht der richtige Weg.

Eines muss deshalb allen klar sein, die jetzt nach einem neuen Trainer rufen: Ein Trainerwechsel bedeutet immer auch einen neuen Weg. Und dieser neue Weg führt nicht selten dazu, dass die bisherige Entwicklung in eine andere Richtung gelenkt wird – und wieder Zeit braucht. Jeder neue Trainer kann kurzfristig für einen Motivationsschub sorgen, ist aber fast immer auch ein Schritt zurück in der eigenen Entwicklung. Denn jeder Trainer bringt seine eigene Idee, seinen eigenen Spielstil und seine eigene Art mit, Dinge durchzusetzen. Genau das hat beim HSV über Jahre hinweg dazu geführt, dass hier nie wirklich etwas Konstantes entstehen konnte.

Der HSV ist längst kein etablierter Erstligist – aber auf einem guten Weg dahin

Umso unverständlicher ist es für mich, dass nach den vergangenen 18 Monaten, in denen dieses Trainerteam seine Entwicklung und seine Qualität bewiesen hat, tatsächlich Stimmen laut werden, die eine Ablösung fordern. Für mich ist genau das sogar ein Kernproblem des HSV, das man von außen leider immer noch beobachten kann: Es gibt immer noch zu viele, die glauben, der HSV sei automatisch ein etablierter Erstligist. Dabei ist er gerade erst wieder auf dem Weg dahin – und das auf einem sehr guten. 

Auch ich werde die Weiterentwicklung einfordern, Verbesserungen in nahezu allen Bereichen und Positionen sind vonnöten. Aber das hat der HSV nicht exklusiv, das ist bei jedem Fußballklub der Eigenanspruch, behaupte ich. Aber ich sage auch, dass ich dieses Vertrauen in das Trainerteam habe. Ich sehe es als große Chance und vor allem als die allen Umständen entsprechend passendste Lösung für diesen Moment, wenn alle Seiten realistisch bleiben, jetzt nicht aktionistisch sofort der eh noch bis 2027 laufende Vertrag verlängert wird, sondern gemeinsam aktiv und konsequenter als in der Kaderplanung der Vorsaison jetzt schon die neuen Ziele angegangen werden.

Nach mehr als zweieinhalb Jahrzehnten nah am HSV mit gefühlten 100 Trainern habe ich zusammen mit sehr vielen von Euch nahezu jede Facette dieses Vereins erlebt. Vom international hoch geschätzten Trainer über den toptalentierten Konzepttrainer bis hin zur internen Lösung mit einem Rookie! All die richtigen Entscheidungen, all die falschen, die immer wieder aufkommende Euphorie und die darauf folgenden harten Rückschläge. Aber genau daraus speist sich meine Überzeugung heute: Der HSV ist auf einem guten Weg. Nicht perfekt, längst nicht fertig – aber rein sportlich so stabil und klar ausgerichtet wie lange nicht.

Scholle

P.S.: Ich habe einen sehr emotionalen Leserbrief erhalten, auf den ich gern antworten würde. Leider fehlt mir von den Absendern aus Bielefeld die Adresse, um es per Brief zu senden. Vielleicht mögen sich die beiden Verfasser des Briefes ja aber melden und mir mitteilen, wie ich Ihnen antworten kann. In diesem Fall bitte gern eine kurze Nachricht unter: moinvolkspark@gmail.com