Mission erfüllt: HSV bleibt erstklassig

Mission erfüllt: HSV bleibt erstklassig

Moin,

nun ist es offiziell. Nach den Ergebnissen von Wolfsburg und St. Pauli hat der HSV 2 Spieltage vor Schluss den sicheren Klassenerhalt geschafft! Sicherlich lief in dieser Saison nicht alles nach Plan und es gab durchaus auch Phasen, in denen man enttäuscht war, aber am Ende hat man das Ziel Klassenerhalt erreicht. Und das bereits 2 Spiele vor dem Ende der Saison. Das heißt nun gibt es 2 Spiele, in denen man ganz entspannt, das Spiel schauen kann. Nichtsdestotrotz geht es am Ende immer noch um ein höheres Preisgeld für ein besseren Platz und da sollte der HSV dann auch ansetzen. Ich bin ein Fan davon, in diesen Sielen schon gewisse Dinge auszuprobieren, die in der nächsten Saison umgesetzt werden sollen. Das ist hinsichtlich des anstehenden Kaderumbruches natürlich schwieriger als sonst, aber es gäbe ja die Möglichkeit Spieler auf anderen Positionen zu testen oder mal ein anderes System bzw Verhalten mit und gegen den Ball zu testen. MMn hat man zumindest ein kleines Konstrukt vorliegen und es wurde auch deutlich aufgezeigt, was sich noch bessern muss. Aber das sind alles Dinge, mit denen wir uns in den nächsten Wochen beschäftigen. Ich denke jetzt ist es erstmal Zeit die letzten beiden Spiele zu genießen und zu schauen was passiert. Aufgrund der Tabellenkonstellationen von Freiburg und Leverkusen können wir in den letzten beiden Partien hungrige Gegner erwarten, es ist nicht davon auszugehen, dass beide Mannschaften auf Sparflamme spielen. Beide Mannschaften müssen noch punkten, um sich in der Liga gut zu positionieren. Mal schauen, wie sich der HSV gegen beide Mannschaften schlägt. Und vor allem ist interessant zu sehen, wer spielen wird. Ich denke vor allem bei Leuten wie Vuskovic wird man sich das 2 mal überlegen. Nichtsdestotrotz wollen wir, dass der HSV die letzten beiden Spiele vernünftig bestreitet und so gut wie möglich gegenhält. Man ist wahrscheinlich in keinem der beiden Spiele Favorit, aber das heißt ja nicht immer was. Jetzt sollten wir uns heute aber erst einmal freuen, dass der HSV die Klasse gehalten hat. Ich wünsche euch allen einen schöne Wochenstart!

Tom

Big Points in Frankfurt! HSV macht den entscheidenden Schritt Richtung Klassenerhalt

Big Points in Frankfurt! HSV macht den entscheidenden Schritt Richtung Klassenerhalt

Als der Schlusspfiff von Deniz Aytekin durch den Deutsche-Bank-Park hallte, brachen im Gästeblock alle Dämme. Knapp 6000 HSV-Fans sangen, sprangen, lagen sich in den Armen. Da war Erleichterung. Da war Stolz. Da war aber auch dieses Gefühl, das man als HSV-Fan in den vergangenen Jahren viel zu selten erleben durfte: Das Gefühl, ein Spiel gewonnen zu haben, das man einfach gewinnen musste. Und genau das hat der HSV in Frankfurt getan. Nicht perfekt. Nicht fehlerfrei. Nicht wie eine Mannschaft, die schon komplett im gesicherten Bundesliga-Mittelfeld angekommen ist. Aber mit genau der Intensität, der Leidenschaft und dem Druck, den es brauchte, um eine ohnehin schon angeschlagene Frankfurter Mannschaft endgültig ins Wanken zu bringen.

Und das ist erst einmal überhaupt nichts Schlechtes!

Denn eines war von Beginn an deutlich sichtbar: Diese Eintracht war verunsichert. Die internen Diskussionen, die Unruhe rund um Verein und Mannschaft – all das war auf dem Platz zu spüren. Frankfurt wirkte schwerfällig, fahrig und teilweise fast lethargisch. Und der HSV? Der nutzte genau das. Die Mannen von Trainer Merlin Polzin gingen aggressiv in die Zweikämpfe, liefen mutig an und zwangen die Eintracht immer wieder zu Fehlern. Schon nach wenigen Minuten war klar, dass der HSV heute nicht nach Frankfurt gekommen war, um irgendwie mitzuspielen oder auf einen glücklichen Punkt zu hoffen. Diese Mannschaft wollte dieses Spiel gewinnen.

Und sie hätte es eigentlich viel früher entscheiden müssen.

Denn schon die erste Halbzeit war im Grunde eine einzige große vertane Chance auf ein deutlich ruhigeres Fußballspiel. Immer wieder eroberte der HSV die Bälle im Mittelfeld und schaltete blitzschnell um. Immer wieder öffneten sich Räume. Immer wieder lief man mit Tempo auf eine unsortierte Frankfurter Defensive zu.

Aber dann kam das große Problem, das diese Mannschaft schon die gesamte Saison begleitet. Der letzte Pass. Die letzte Ruhe. Die letzte Konsequenz. Wie viele Konter der HSV heute unsauber ausspielte, war teilweise kaum zu glauben. Da wurden klare Überzahlsituationen unnötig kompliziert gemacht. Da fehlte die Präzision. Da wurde der falsche Laufweg gewählt oder der entscheidende Ball einen Moment zu spät gespielt. Gerade in solchen Spielen merkst du eben brutal, welche Spieler echtes Bundesliga-Topniveau mitbringen – und welche aktuell eher noch davon leben, dass das Kollektiv funktioniert.

Natürlich war da wieder ganz viel Einsatz dabei. Natürlich hat niemand absichtlich schlecht gespielt. Aber Spieler wie Poulsen, Jatta oder auch Gocholeishvili zeigten, dass zwischen engagiertem Bundesliga-Fußball und echter Bundesliga-Qualität noch einmal ein riesiger Unterschied liegt.

Und trotzdem war der HSV die klar bessere Mannschaft. Fabio Vieira scheiterte spektakulär an der Latte. Lokonga brachte endlich wieder Struktur ins Zentrum. Grœnbaek war viel unterwegs, stopfte Löcher, setzte offensive Akzente und arbeitete defensiv mit einer Intensität, die bewies, dass er zurecht den Vorzug vor Mikelbrencis erhalten hatte und dass der HSV auf dieser Position zur neuen Saison Bedarf hat. Dazu stand die Defensive über weite Strecken gegeneinfallslose Frankfurter stabil, weil Torunarigha gut dirigierte und viele Situationen früh geklärt werden konnte. 

Das eigentlich Beeindruckende aber war die Wirkung auf die Frankfurter Fans. Schon vor der Pause wurde es unruhig im Stadion. Pfiffe. Raunen. Genervte Reaktionen auf Fehlpässe und verlorene Zweikämpfe. Der HSV hatte es geschafft, die Unsicherheit der Gastgeber komplett offenzulegen. Und genau das musste man in dieser Situation tun. Denn machen wir uns nichts vor: Der HSV ist aktuell noch keine Mannschaft, die Gegner spielerisch an die Wand kombiniert. Aber diese Mannschaft kann unangenehm sein. Sie kann Druck erzeugen. Sie kann Teams in schwierigen Situationen den Stecker ziehen. Und genau das passierte heute mit Frankfurt.

Umso absurder war dann der Beginn der zweiten Halbzeit. Denn plötzlich war der HSV für ein paar Minuten komplett unsortiert. Ein verpasster Befreiungsschlag von Heuer-Fernandes, schlimmer Ballverlust vom völlig indiskutabel auftretenden Bakery Jatta, fehlende Zuordnung im Zentrum, zu große Räume – und Uzun nutzte das eiskalt zum 1:0 für die Eintracht. Ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, als Frankfurt eigentlich komplett am Wackeln war. Und genau da wurde dieses Spiel emotional.

Denn seien wir ehrlich: Wie oft hat der HSV in den vergangenen Jahren genau solche Spiele noch aus der Hand gegeben? Wie oft war nach einem Gegentor plötzlich wieder komplette Unsicherheit zu spüren? Wie oft brach die Mannschaft mental weg? Diesmal nicht. Diesmal kam die Antwort sofort. Nur wenige Augenblicke später stieg Grönbaek nach einer Omari-Flanke hoch und traf zum verdienten Ausgleich. Der Gästeblock explodierte förmlich. Und plötzlich war der HSV wieder komplett da.

Grœnbaek spielte sich jetzt regelrecht in einen Rausch. Der Däne war überall. Grätschen. Sprints. Pressing. Offensivläufe. Und dann dieser Moment in der 59. Minute: Der perfekte Chipball hinter die Frankfurter Kette auf Fabio Vieira. Der Portugiese nimmt den Ball mit der Brust herunter, bleibt eiskalt und schiebt zum 2:1 ein. Und ehrlich gesagt war diese Führung hochverdient.

Was danach allerdings passierte, zeigte erneut beide Seiten dieses HSV. Einerseits verteidigte die Mannschaft leidenschaftlich, kompakt und mit großem Einsatz. Frankfurt fiel offensiv erschreckend wenig ein. Die Eintracht wirkte ideenlos und zunehmend frustriert. Die Pfiffe wurden lauter, die Fans immer unruhiger. Andererseits schaffte es der HSV trotzdem nicht, dieses Spiel endgültig zu töten. Und das war fahrlässig.

Die Konterchancen zum 3:1, teilweise sogar zum 4:1, waren da. Mehrfach. Aber immer wieder wurden die Situationen schlecht ausgespielt. Zu hektisch. Zu unpräzise. Zu wenig Qualität in den entscheidenden Momenten. Dadurch blieb ein Spiel offen, das eigentlich längst entschieden sein musste. Und genau deshalb liefert dieser Sieg trotz aller Euphorie auch eine ziemlich klare Arbeitsanweisung für die kommende Saison.

Ja, der HSV dürfte den Klassenerhalt mit diesem Sieg so gut wie sicher haben. Ja, genau darum ging es jetzt erstmal. Ich hatte vor dem Spiel gesagt: Es ist völlig egal, wie man diese letzten entscheidenden Punkte holt – Hauptsache, man holt sie. Und genau dazu stehe ich selbstverständlich weiterhin. Aber genauso klar muss man feststellen: Dieses aktuelle Niveau wird langfristig nicht reichen, um sich stabil in der Bundesliga zu etablieren.

Die Frage ist jetzt nicht mehr, OB der HSV seinen Kader verändern muss. Die Frage ist nur noch, WIE man das alles schaffen will. Denn wenn man ehrlich ist, braucht der HSV im Sommer nicht zwei oder drei kleine Ergänzungen. Diese Mannschaft braucht locker sieben bis zehn Spieler beziehungsweise Positionen auf stabilem Bundesliga-Niveau als Soforthilfen. Mehr Tempo. Mehr Präzision. Mehr Ruhe am Ball. Mehr Konsequenz im letzten Drittel. Mehr Qualität in der Breite. Das wird die Mammutaufgabe dieses Sommers.

Heute aber darf gefeiert werden. Weil der HSV geliefert hat, als liefern Pflicht war. Weil diese Mannschaft in Frankfurt genau die Mentalität gezeigt hat, die man im Abstiegskampf braucht. Und weil der HSV nach all den Jahren des Chaos, der Rückschläge und der Selbstzerstörung plötzlich ganz nah dran ist an etwas, das zwischenzeitlich alles andere als selbstverständlich war:

Ein weiteres Jahr Bundesliga!

Glückwunsch dazu an alle HS-Verantwortlichen, an die Mannschaft – und vor allem natürlich an das Trainerteam, das mich seit längerem mit den Wechselentscheidungen während der Spiele verrückt macht. Auch heute wieder. Aber ich bleibe auch dabei, dass Polzin und Co. mit diesem Klassenerhalt alles erreicht haben, was für den HSV mit diesem Kader drin war! Über weite Strecken hat man überperformt – zuletzt hat man geschwächelt. Aber heute hat man den Deckel draufgemacht – und das freut mich zuallererst so sehr, dass ich mir heute Abend mal ein nettes Getränk einschenken und auf den HSV anstoßen werde… 

Ich hoffe, Euch geht es genauso!

In diesem Sinne, Euch allen einen wunderschönen Sonnabendabend und ein schönes Rest-Wochenende. Genießt diesen schönen Moment – schon kommende Woche geht’s weiter. 

Scholle

DIE EINZELBEWERTUNGEN:

Daniel Heuer Fernandes: Er brachte mit seinem Kurzpass-Gedaddel seine Mannschaft in die einzig wirklich brenzlige Situation und leitete mit seinem oft gefährlichen Kurzpassspiel das 0:1 ein – auch wenn Jatta das hätte vermeiden müssen! Aber er muss auch mal wieder einfach spielen, sicher spielen und den Ball wegschlagen. Was gehaltene Bälle betrifft, war nämlich alles in Ordnung – nein: gut. Trotzdem, so gibt es nur die Note: 3,5 

Albert Grönbæk (bis 78.): Er musste auf einer für ihn komplett ungewohnten Position als Linksverteidiger ran – und er gewann in den ersten zehn Minuten schon mehr Zweikämpfe als sein Vorgänger auf dieser Position. Dennoch verdeutlichte auch sein Spiel heute den Bedarf des HSV, hier nachzubessern und einen echten Backup für Muheim zu holen. – zumal der Däne seine Stärken zweifellos weiter vorn hat, wie er in der zweiten Halbzeit mit seinem Treffer sowie der Vorlage zum 2:1 eindrucksvollbewies.  Note: 2

Luka Vuskovic (ab 78.): Wichtig, dass er wieder dabei sein konnte. Seine Einwechslung war die einzige Einwechslung, die den HSV stärker machte. 

Jordan Torunarigha (bis 83.): Er bewarb sich beim HSV auf die Position des Abwehrchefs mit einem erneut sehr soliden, guten Auftritt. Und dann kam die Verletzung, die allen einen üblen Schrecken zusetzte. Zum Glück wirkte er nach dem Spiel zwar angeschlagen, aber nicht schlimmer verletzt.  Note: 3

Yussuf Poulsen (ab 83.): Weniger Körperspannung als beim Konter in der 88. Minute, den er kläglich vergab, hat nicht mal ein Regenwurm! Er hätte die Entscheidung herbeiführen müssen, war aber kein hilfreicher Faktor. Und auch deshalb bleibt er lieber ohne Note…

Nicolas Capaldo: Er hatte die erste große Gelegenheit auf dem Fuß (5.) und brachte den letzten Pass nicht an den Mann. Genau DIESE Art von Chancen MUSS der HSV nutzen, wenn er gegen international spielende Teams bestehen will. Auch sonst war er mit Ball heute eher unglücklich. Aber:  seine Energie ist sooo wichtig, die braucht der HSV!  Note: 3,5

Warmed Omari: Er ist einfach noch zu wackelig am Ball. Und das, obwohl er fußballerisch wirklich gute Qualitäten hat. Aber ihm fehlt einfach die Sicherheit, die ihm gute Spiele bringen könnten. Auch heute war das wieder nicht gut – abgesehen von dem erkennbaren Willen dazu, es besser machen zu wollen. Ich wünsche ihm, dass er gegen Freiburg endlich seine alte Form wiederfindet und diese dann in der nächsten Saison von Beginn an zeigen kann Note: 4

Bakery Jatta (bis 68.): Er verschleppt immer wieder in den seltsamsten Situationen plötzlich völlig unerwartet das Tempo – ausgerechnet das, was seine einzige (Kern-)Qualität ist. Fußballerisch ist er ein absolut durchschnittlicher Amateur – und das sieht man leider in jedem Spiel an einzelnen, sehr exemplarischen Aktionen. Aber heute ar es schlimmer! Er legte das 0:1 auf und war auch sonst gar nicht auf dem Platz. Das war tatsächlich gar nichts – sogar noch weniger als das… Er ist so definitiv nicht mehr nicht tragbar. Seine Auswechslung war seine beste Aktion. Note: 6

Giorgi Gocholeishvili (ab 68.): So darfst du nicht reinkommen! Er machte wirklich nicht viel richtig heute. Abgesehen von seinem Lauf, der Gelbrote für die Frankfurter provozierte. Note: 5

Nicolai Remberg: Das war ordentlich. Er beschränkte sich auf das Wesentliche, was völlig in Ordnung war. Note: 3

Albert Sambi Lokonga (bis 78.): Er ist wichtig. Selbst bei so durchschnittlichen Leistungen wie heute ist seine Präsenz im Mittelfeldzentrum gut für den HSV. Aber: Es kann nicht sein, dass er noch immer keine 90 Minuten durchhält. Nicht einmal heute, wo er nicht zu sehr gefordert wurde und nur durchschnittlich viel laufen musste. Note: 3

Daniel Elfadli (ab 78.): Er könnte noch ein wichtiger Bestandteil werden, wenn er seine Form wiederfindet. Ohne Note.

Fabio Vieira: Er traf in der ersten Halbzeit gefühlt nur falsche Entscheidungen – und dann hatte er auch noch Pech und traf nur die Latte (26.). Selbst seine Laufwege waren grottig! Aber dann kam die zweite Halbzeit und sein bester Laufweg sowie seine perfekte Ballabnahme vor seinem schönen Tor zum 1:2 (59.). Trotz der völlig fahrlässig vergebenen Kontersituationen ist er einfach ein ganz wichtiger Faktor für den HSV. Seine Torgefahr ist für den HSV, der nach Glatzels Herausnahme komplett ohne Stürmer agierte, unverzichtbar. Note: 3

Robert Glatzel (bis 68.): Auch wenn er wirklich nur sehr bedingt im Spiel war – seine Präsenz allein ist wichtiger als alles, was Downs imstande ist, auf den Platz zu bringen!  Note: 4

Damion Downs (ab 68.): Unfassbar, dass er für Glatzel eingewechselt wurde. Erwartbar, wie wenig er zustande brachte! Bei ihm sieht das aus, als würde ein jugendlicher Innenverteidiger auf einer für ihn völlig fremden Position gegen erwachsene Bundesligaspieler antreten müssen, so unterlegen ist er. Wie bei Jatta gilt auch beim: Untragbar. Nicht bundesligatauglich!  Note: 6

Ransford Königsdörffer: Wie kann man so uninspir5iert einen Konter vergeben, wie er in der 18. Minute??? In der Mitte lief Vieira völlig frei und Königsdörffer hatte jede Menge Zeit und Platz, den Pass anzusetzen flankte aber direkt auf den Frankfurter Keeper. Und: Wenn er defensiv mitmacht – dann muss er das aktiv machen und nicht nur zugucken, während sich andere darauf verlassen, dass er stört! In der zweiten Halbzeit schleppte er die Bälle über den Platz und wartete vergeblich darauf, dass sich Downs anbot.  Note: 5

DIE STATISTIK ZUM SPIEL:

Eintracht Frankfurt: Zetterer – Amenda, Skhiri (61. Kristensen), R. Koch, Brown – Larsson (82. Ebnoutalib) – Knauff (82. Amaimouni-Echghouyab), Uzun, O. Höjlund (61. Chaibi) , Kalimuendo – Burkardt (61. Bahoya)

HSV: Heuer Fernandes – Capaldo, Torunarigha (83. Poulsen), Omari – Jatta (68. Gocholeishvili), Remberg, Lokonga (79. Elfadli), Grönbaek (78. Vuskovic) – Fabio Vieira, Glatzel (68. Downs), Königsdörffer

Tore: 1:0 Uzun (48.), 1:1 Grœnbaek (51.), 1:2 Fabio Vieira (59.)

Zuschauer: 59.400 (ausverkauft)

Schiedsrichter:  Deniz Aytekin (Oberasbach)

Gelbe Karten: O. Höjlund, Uzun, Kalimuendo, Bahoya / Capaldo

Gelb-Rote Karten: Kristensen / – 

Auswärtsspiel in Frankfurt- So könnte es mit Punkten klappen

Auswärtsspiel in Frankfurt- So könnte es mit Punkten klappen

Moin zusammen,

am morgigen Samstag spielt der HSV auswärts in Frankfurt. Um 15:30 Uhr wird die Partie im Deutsche-Bank-Park (Waldstadion) angepfiffen. Das Spiel könnt ihr als Einzelspiel auf Sky und in der Konferenz bei DAZN verfolgen. Mindestens mal 5000 HSV-Fans werden das Spiel live vor Ort verfolgen. Aktuell stehen die Frankfurter auf Tabellenplatz 7 in der Bundesliga. Die Hessen haben 43 Punkte und eine Tordifferenz von –2. Man kämpft noch um die internationalen Plätze. Mit Platz 7 könnte das in dieser Saison noch was werden. Das hängt dann von den Erfolgen der beiden verbleibenden deutschen Vereine (Bayern und Freiburg) in den internationalen Wettbewerben ab. Aus den letzten 5 Partien konnten die Frankfurter dabei 5 Punkte holen. Auf der anderen Seite steht der HSV auf Tabellenplatz 15 mit 31 Punkten. Die Tordifferenz beträgt –16. Aus den letzten 5 Spielen konnte man lediglich einen Punkt holen. Dennoch könnte man mit einem Sieg und einer Niederlage von St. Pauli sowie einer Niederlage oder einem Unentschieden von Wolfsburg den Klassenerhalt perfekt machen. Andersrum könnte die Situation bei einer Niederlage und einem Sieg von St. Pauli und/oder Wolfsburg nochmal richtig brenzlig werden.

Der kommende Gegner

Die voraussichtliche Aufstellung der Frankfurter liest sich wie folgt:

Zetterer – Kristensen – Theate – Arrhov – Brown – Larsson – Knauff – Uzun – Höjlund – Chaibi – Kalimuendo

Die Frankfurter haben auch noch Burkardt auf der Bank, der aber in letzter Zeit nicht mehr so gut in Form ist. Er könnte durchaus starten. Zudem sitzt auch mit Ebnoutalib ein weiterer Stürmer auf der Bank, dessen Name gut bekannt sein dürfte. Ritsu Doan fehlt wegen einer Gelbsperre, Namdi Collins ist verletzt.

Die Frankfurter spielen diese Saison unter ihren Erwartungen. In der Champions League enttäuschte man und auch in der Liga hinkt man den Erwartungen hinterher. Lediglich aufgrund der Performance der deutschen Teams international hat man die Chance, auf Platz 7 noch ins internationale Geschäft zu kommen. Platz 6, welcher Europa auf jeden Fall garantieren würde, ist nicht mehr zu erreichen.

Zudem ist die Stimmung in Hessen über die Saison nicht immer positiv gewesen. Lange Zeit kassierte man viele Gegentore, daraufhin musste Dino Toppmöller als Trainer gehen. Man holte Albert Riera, der die Abwehr stabilisierte, aber auch keinen konstanten Erfolg brachte. Zudem fällt er immer wieder mit Aussagen in der Öffentlichkeit auf. Erst heute gab es auf der Pressekonferenz wieder eine Szene, die beim Kicker mit „Wutrede“ betitelt wird.

So sollte der HSV spielen

Beim HSV sieht die Personallage relativ gut aus. Otele fehlt weiterhin wegen der roten Karte in Bremen, Muheim ist verletzt. Ansonsten könnte jeder Spieler in den Kader rutschen, darunter auch Vuskovic. Ob es für die Startelf reicht, wissen wir aktuell nicht, das zeigt sich erst ca. eine Stunde vor Anpfiff auf dem Spielberichtsbogen. Alexander Roessing-Lelesiit und Poulsen werden auf jeden Fall nicht von Anfang an starten. Wer sonst spielt, schauen wir nun in der voraussichtlichen Startelf.

Tatsächlich ist diese vor allem in der Defensive etwas unvorhersehbar. Es kommt drauf an, wie fit Vuskovic ist und wen Polzin auf die linke Seite stellt.

Geht man davon aus, dass Vuskovic spielt, wird dieser vor Heuer Fernandes gemeinsam mit Torunarigha auf links und Capaldo auf rechts in der 3er-Kette starten. Sollte Vuskovic nicht starten oder gar nicht im Kader sein, wird man wohl wieder mit Omari, Torunarigha und Capaldo starten. Ich würde hier, wenn Vuskovic ausfällt, gerne wieder Elfadli auf der linken Seite sehen. Denn Omari wirkt seit seiner Verletzung einfach unsouverän und überfordert.

Davor wird wohl Jatta auf rechts starten. Für links kam unter der Woche das Gerücht auf, dass Groenbaek eventuell auf der linken Schiene starten könnte. Für Katterbach gibt es wohl keine Chance und dann würde ich es tatsächlich bevorzugen, wenn Groenbaek auf der linken Schiene startet. Er interpretiert das Ganze sicherlich etwas anders als die meisten Schienenspieler. Offensiv würde er dann wohl vermehrt ins Zentrum ziehen, um dort im Spielaufbau zu unterstützen. Gegen den Ball ist er natürlich kein gelernter Verteidiger. Aber das sieht bei Mickelbrencis momentan ja auch nicht anders aus. Ich würde Groenbaek aber tatsächlich nur mit einem defensiven Gegenpart auf der rechten Seite sehen. Heißt, dass sich Jatta entweder grundsätzlich defensiver als sonst positioniert oder Gocholeishvili auf die rechte Schiene rückt.

Davor scheint eigentlich alles klar. Lokonga und Remberg auf der 6, Vieira auf der 10 und Glatzel zusammen mit Königsdörffer im Doppelsturm.

Mein Wunsch, von den hier aufgezählten Varianten, wäre folgende Aufstellung:

Glatzel und Königsdörffer vorne drin.

Vieira auf der 10.

Remberg – Lokonga auf der doppel-6

Groenbaek und Gocholeishvili auf den außen.

Torunarigha, Vuskovic, und Capaldo in der 3er-Kette

Heuer Fernandes im Tor

Hoch attackieren, schnell umschalten, Tore schießen!

Spielerisch gilt es, gegen den Ball extrem aggressiv zu sein. Mats Beckmann sagte im Talk ja bereits, dass viele Frankfurter gerne mal einen Kontakt mehr nehmen, bevor sie mit dem Ball kreieren. Das ist der Moment, wo der HSV griffig sein muss. Generell muss der HZSV wieder mehr Intensität auf den Platz bringen. Gegen Hoffenheim war das m. M. n. wieder ein Schritt nach vorne im Vergleich zu den Spielen davor, aber da muss trotzdem noch mehr kommen. Aus diesen Ballgewinnen kann man dann Umschaltmomente kreieren. Und auch da gehe ich mit Mats mit, der ja sagte, dass der HSV höher attackieren muss. Auch das sehe ich ähnlich. Der HSV ist der Verein, der am 3. spätesten anfängt, zu pressen. Bei höheren Ballgewinnen ist der Weg einerseits kürzer zum Tor und die Gegner haben auch eben weniger Zeit, um sich defensiv zu sortieren. Das würde dem HSV, der ja grundsätzlich schnell nach vorne spielen will, entgegenkommen.

Sollte man von hinten raus spielen und der Gegner presst hoch, sollte die Devise sein, Glatzel hoch anzuspielen, um von dort das Spiel zu kreieren. Sollte man mit Groenbaek auf der linken Seite starten, hat man auch jemanden auf der Schiene, der mit dem Ball, den Glatzel festmacht, auch etwas machen kann. Andernfalls muss Glatzel dann versuchen, den Ball zu verlängern. Das hat gegen Hoffenheim teilweise echt gut im Zusammenspiel mit Königsdörffer geklappt. Frankfurt ist ligaweit die Mannschaft, die am viertwenigsten Pässe zulässt, bis man attackiert. Das spricht eher für ein aggressiveres Pressing, das Platz hinter diesem Pressing zulässt. Diesen Platz muss man attackieren. Entweder mit Bällen, die man hoch erobert, oder mit Bällen, die man aus der eigenen Ballbesitzphase schnell in diese Räume trägt.

Endlich mal die Chance nutzen

Der HSV hat an diesem Wochenende die Möglichkeit, den Klassenerhalt rechnerisch zu sichern, also sollte man alles reinwerfen, um diese Chance zu nutzen. Man kann fast aus dem Vollen schöpfen, auch wenn es bei einigen noch nicht für 90 Minuten reicht. Man sollte diese Chance aber nicht ungenutzt lassen. Auch Frankfurt hat in dieser Saison bereits Punkte gegen schwächere Teams liegen lassen. Gegen Köln gab man sogar eine 2:0-Führung aus der Hand. Es ist also nichts unmöglich und genau da muss der HSV ansetzen. Den Gegner ärgern, alles reinwerfen und vor dem Tor effizient sein. Der Auswärtsblock ist wieder rappelvoll und auch in den anliegenden Blöcken werden wieder viele HSVer sein. Auf die Unterstützung der Fans kann der HSV also zählen. Wir hoffen auf das Beste und schauen, was passiert.

Tom

Mut oder Risiko? Warum der HSV bei Krüger alles auf eine Karte setzt

Mut oder Risiko? Warum der HSV bei Krüger alles auf eine Karte setzt

Moin zusammen,

wenn sich die aktuellen Gerüchte bestätigen, dann hat der HSV seine Nachfolge für Stefan Kuntz offenbar gefunden. Und es wäre eine Personalie, die überrascht. Keine der üblichen Lösungen, kein weiterer Funktionär aus dem bekannten Bundesliga-Kreislauf – sondern offenbar Kathleen Krüger vom FC Bayern München. Eine Frau, die beim deutschen Branchenprimus über Jahre intern gewachsen ist, Verantwortung übernommen hat und inzwischen tief in die sportstrategischen Prozesse eingebunden sein soll.

Krüger ist sehr kompetent, aber entspricht sie dem Profil, was der HSV sucht?

Und genau deshalb ist diese Diskussion beim HSV gerade so spannend. Denn auf der einen Seite bringt Krüger ohne Frage Kompetenz mit. Wer über mehr als ein Jahrzehnt beim FC Bayern arbeitet, sich dort nicht nur hält, sondern immer weiterentwickelt und aufsteigt, der muss etwas können. Vom Assistenzbereich über die Rolle als Teammanagerin bis hin zur heutigen Position als „Senior Leading Expert Sport Strategy & Development“ – das ist keine Karriere, die man beim FC Bayern einfach geschenkt bekommt.

Trotzdem bleibt aus HSV-Sicht eine entscheidende Frage offen: Passt dieses Profil wirklich zu dem, was der HSV ausgerechnet jetzt braucht?

Denn genau hier beginnt der eigentliche Knackpunkt.

Der HSV befindet sich nicht in einer ruhigen Aufbauphase. Der Klub steht nicht an einem Punkt, an dem man entspannt ein langfristiges Entwicklungsprojekt starten kann. Im Gegenteil. Nach dem Aufstieg geht es jetzt darum, innerhalb kürzester Zeit Bundesliga-Strukturen zu stabilisieren, den Kader weiterzuentwickeln, Fehler der Vergangenheit zu vermeiden und endlich wieder dauerhaft konkurrenzfähig zu werden. Dafür braucht es eigentlich jemanden, der vom ersten Tag an voll drin ist. Jemanden, der Transferfenster nicht erst kennenlernen muss, sondern sie bereits geführt hat. Jemanden, der Kaderplanung nicht theoretisch begleitet hat, sondern Entscheidungen selbst verantwortet hat.

Und genau dort entstehen bei Krüger die Zweifel.

Die Medienberichte über das Anforderungsprofil des HSV nennen immer wieder dieselben fünf Kernpunkte: sportlicher Erfolg, Transfers, Nachwuchsförderung, Internationalisierung und Compliance. Die letzten beiden Bereiche deckt Krüger mit ihrer Vita vermutlich hervorragend ab. Gerade Internationalisierung und moderne Vereinsstrukturen dürften bei Bayern auf absolutem Topniveau laufen. Aber bei den drei sportlich entscheidenden Punkten bleibt zumindest von außen betrachtet ein Fragezeichen.

Denn weder hat sie bislang eigenverantwortlich Transfers abgewickelt noch ein Nachwuchsleistungszentrum geführt oder als Sportvorständin sportliche Gesamtverantwortung getragen. Natürlich sammelt man in ihren bisherigen Rollen zwangsläufig Erfahrungen in diesen Bereichen. Aber Erfahrung „in der Nähe von Entscheidungen“ ist eben etwas anderes als Verantwortung für Entscheidungen selbst.

Und genau diese Verantwortung braucht der HSV jetzt eigentlich sofort.

Der Zeitpunkt räumt wenig Zeit ein

Das größte Problem dabei ist aus meiner Sicht gar nicht Kathleen Krüger selbst. Im Gegenteil: Vieles deutet darauf hin, dass sie intelligent, strukturiert, meinungsstark und absolut kompetent ist. Das Problem ist vielmehr der Zeitpunkt.

Der HSV hat extrem viel Zeit verloren. Wochenlang zog sich die Suche nach einem neuen Sportvorstand, während andere Vereine längst ihre Sommerplanung vorbereiteten. Eigentlich müsste der HSV zu diesem Zeitpunkt bereits mitten in konkreten Gesprächen sein, Schattenkader aufgebaut, Prioritäten definiert und Transferoptionen vorbereitet haben. Stattdessen würde nun möglicherweise jemand übernehmen, der sich zunächst selbst in die Abläufe eines solchen Postens einarbeiten muss.

Und genau das wirkt gefährlich.

Denn die Bundesliga wartet nicht. Der Transfermarkt wartet nicht. Spieler warten nicht. Gerade der HSV müsste eigentlich früher, schneller und klarer auftreten als in den vergangenen Jahren. Genau dieses Gefühl von Entschlossenheit hat dem Klub zuletzt oft gefehlt. Statt frühzeitig Nägel mit Köpfen zu machen, reagierte man häufig erst dann, wenn andere Vereine längst weiter waren. Dabei müsste genau jetzt das Ziel sein, Spieler möglichst früh vom HSV zu überzeugen, bevor die Konkurrenz ernst macht.

Natürlich könnten Krügers Kontakte aus ihrer Bayern-Zeit enorm wertvoll sein. Wahrscheinlich verfügt sie national wie international über ein starkes Netzwerk. Aber Netzwerke allein reichen eben nicht, wenn die eigentliche Transferplanung bereits Wochen hinterherhinkt.

Und deshalb bleibt am Ende dieses Gefühl zurück, dass der HSV hier möglicherweise eine Wette eingeht.

Eine Wette auf Potenzial.
Eine Wette auf Entwicklung.
Eine Wette darauf, dass jemand sehr schnell in eine Rolle hineinwächst.

Das kann funktionieren. Vielleicht sogar hervorragend. Vielleicht sitzt man in zwei Jahren hier und sagt: Genau dieser mutige Schritt hat den HSV modernisiert. Vielleicht wird Kathleen Krüger eine herausragende Sportvorständin.

Aber aktuell wirkt die Situation eher so, als würde der HSV auf Zukunftspotenzial setzen, obwohl die Gegenwart eigentlich sofortige Erfahrung verlangt.

Und daraus ergeben sich letztlich zwei denkbare Szenarien.

Entweder Krüger übernimmt den Job komplett eigenverantwortlich – inklusive Transfers, Kaderplanung und strategischer Entscheidungen. Dann geht der HSV bewusst das Risiko ein, dass sie viele dieser Prozesse erstmals in letzter Verantwortung steuern muss.

Oder aber Claus Costa bleibt faktisch der starke Mann im sportlichen Tagesgeschäft, während Krüger eher die organisatorischen und strategischen Bereiche verantwortet. Doch genau das würde die gesamte Hierarchie wiederum merkwürdig wirken lassen. Denn wie soll eine Sportvorständin sportliche Entscheidungen bewerten, wenn sie diese operativ gar nicht selbst führt?

Und genau deshalb fühlt sich diese mögliche Lösung aktuell noch nicht vollständig rund an.

Die Entscheidung ist sehr mutig

Nochmal: Es geht hier nicht darum, Kathleen Krüger ihre Kompetenz abzusprechen. Ganz sicher nicht. Die Frau hat sich ihren Weg beim FC Bayern hart erarbeitet. Aber der HSV braucht nach all den Jahren voller Chaos, Übergangslösungen und halbfertiger Neustarts eigentlich maximale Sicherheit auf dieser Position.

Der Klub braucht Stabilität.
Erfahrung.
Klarheit.
Sofortige Handlungsfähigkeit.

Und genau deshalb wirkt diese Personalie momentan eher wie ein mutiger Pokerzug als wie der komplett alternativlose, durchgeplante Masterplan.

Vielleicht überrascht uns Kathleen Krüger am Ende alle. Vielleicht passt sie perfekt zum modernen HSV, den sich viele wünschen. Aber Stand jetzt bleibt aus HSV-Sicht vor allem eine große Frage offen:

Kann sich dieser Verein ausgerechnet jetzt noch eine lange Einarbeitungsphase leisten?

Natürlich wollen wir aber auch nicht immer nur alles negativ sehen und wünschen Kathleen Krüger an dieser Stelle viel Erfolg und alles Gute für die zukünftige Arbeit beim Verein. Hoffen wir, dass sie das beste aus dem Verein rausholt, denn das Potenzial dazu hat sie aufjedenfall!

Schreibt mir gern eure Meinung dazu.

Tom

Vuskovic wieder auf dem Platz: Reicht es schon für Frankfurt?

Vuskovic wieder auf dem Platz: Reicht es schon für Frankfurt?

Moin zusammen,

heute gibt es mal wieder positive Nachrichten zu vermelden. Luka Vuskovic stand zum Auftakt der Woche wieder auf dem Trainingsplatz. Zwar trainierte er abseits der Mannschaft, aber er konnte immerhin wieder mit dem Ball trainieren. Zudem konnten Alexander Roessing-Lelesiit und Jean-Luc Dompe wieder bei der Mannschaft trainieren, ähnliches gilt auch für Yussuf Poulsen. Laut Polzin wird Poulsen bis zum Ende der Saison nicht mehr auf ein Spiel über 90 Minuten kommen, aber er wird als Joker wohl noch Einsätze bekommen. Ähnliches gilt für Roessing-Lelesiit, zumindest für das Spiel am Samstag. Ob er danach vielleicht sogar die Chance von Anfang an bekommt, sehen wir dann. Auch bei Sambi Lokonga sieht es positiv aus, laut Polzin ist er für Samstag komplett fit.

Es braucht jetzt volles Risiko

Wenn wir nun auf die Personallage schauen, könnten bis auf Muheim potenziell alle vorhandenen Spieler am Wochenende in den Kader rutschen. Die wichtigste Personalie ist dabei nach wie vor Luka Vuskovic und ich bin der Meinung, dass man hier alles dafür tun sollte, ihn so weit wie möglich fit zu bekommen, damit er am Wochenende spielt. Vuskovic ist der wichtigste Mann beim HSV und von ihm hängt vieles ab. Sicherlich will man den Jungen nicht verheizen, aber am Ende geht es um den Verein und dieser braucht Vuskovic. Ich weiß nicht, inwieweit Tottenham da wirklich ein Mitspracherecht hat, man liest in letzter Zeit ja einiges in diese Richtung. Aber der HSV sollte m. M. n. alles tun, damit Vuskovic am Wochenende wieder spielen kann. Man hat längere Zeit den einen oder anderen Spieler mal eine Woche länger draußen gelassen, damit das letzte Risiko wegfällt, aber wir sind in der Phase angekommen, wo du darauf keine Rücksicht mehr nehmen kannst. Die besten Jungs müssen spielen, und ein Vuskovic ist selbst, wenn er nur bei 80 % ist, eine absolute Bereicherung für den HSV. Capaldo, Vuskovic und Torunarigha sind das beste Trio in der 3er-Kette, das der HSV aufstellen kann, und das braucht es am Wochenende. Ähnliches gilt auch für Lokonga. Wenn er fit ist, muss er möglichst 90 Minuten spielen, egal welches Risiko du eingehst. Denn auch wenn der HSV noch ein Heimspiel hat, in dem die Chancen potenziell höher stehen, musst du jetzt in jedem Spiel volles Risiko gehen und mit der besten Elf spielen.

Der nächste Gegner

Hinsichtlich des Gegners spielt der HSV am Wochenende gegen eine Eintracht-Frankfurt-Mannschaft, die in dieser Saison hinter ihren Erwartungen zurückbleibt. Man spielte Champions League, baute auch einen entsprechenden Kader, kam aber nie so richtig an das Potenzial heran, was einem vorausgesagt wurde. Nachdem man Toppmöller dann vor allem aufgrund der vielen Gegentore entließ, kam Riera, der zunächst versuchte, die Defensive zu stabilisieren. Das klappt auch, aber auch dort gab es einige Entscheidungen, vor allem in der Personalie Uzun, die nicht alle Fans verstanden. Zudem wird immer wieder kritisiert, dass das Riera-System, das sich meistens auf einen Stürmer fokussiert, zu ausrechenbar sei. Riera hat im Gegensatz zu Toppmöller also die Defensive stabilisiert, hat dafür aber an Konstanz in der Offensive verloren. Es ist also nicht alles so rosig wie gedacht. Nichtsdestotrotz ist Frankfurt nach wie vor eine sehr gute Mannschaft. Zudem sprach Riera unter der Woche von einem „Must-win“-Spiel für die Frankfurter. Wir dürfen also gespannt sein, was da am Wochenende auf den HSV zukommt. Der Kader der Hessen ist nämlich nach wie vor mit Spielern wie Burkardt, Brown, Uzun oder Doan namhaft besetzt. Letzterer Doan ist übrigens aufgrund von 5 gelben Karten für das Spiel am Wochenende gesperrt. Wer genau spielen könnte, schauen wir uns am Donnerstag in der Vorschau nach beiden Pressekonferenzen an.

Tom

HSV am Limit: Warum dem jungen Trainerteam jetzt der erfahrene Gegenpol fehlt

HSV am Limit: Warum dem jungen Trainerteam jetzt der erfahrene Gegenpol fehlt

Der HSV schleppt sich dem Saisonende entgegen. Anders lässt sich das, was die Mannschaft seit Wochen auf dem Platz zeigt, kaum noch beschreiben. Drei Niederlagen in Folge, nur ein Sieg aus den vergangenen zehn Spielen, Tabellenletzter der Formtabelle – und dazu läuferische Werte, die mittlerweile zu den schwächsten der gesamten Bundesliga gehören. Der HSV wirkt nicht wie ein Team, das im Endspurt einer Saison noch einmal alle Reserven mobilisiert. Er wirkt wie eine Mannschaft, die auf dem Zahnfleisch kriecht.

Und trotzdem steht der Verein noch immer über dem Strich. Fünf Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, sechs auf einen direkten Abstiegsrang. Das Problem dabei: Diese komfortable Situation hat sich der HSV zuletzt kaum noch selbst erarbeitet. Es ist vor allem die ebenfalls erschreckend schwache Konkurrenz aus Wolfsburg und St. Pauli, die Hamburg aktuell über Wasser hält. Wäre nur einer dieser Klubs konstant unterwegs, würde im Volkspark längst Alarmstufe Rot herrschen. Denn die Realität ist eindeutig:

Der HSV verliert die Kontrolle über eine bis vor kurzem stabile Saison

Besonders bedenklich ist dabei nicht einmal ausschließlich die Ergebniskrise. Es ist vielmehr der Eindruck, den die Mannschaft hinterlässt. Gegen Stuttgart überfordert, in Bremen phasenweise auseinandergebrochen und selbst beim 1:2 gegen Hoffenheim trotz ordentlicher Ansätze wieder mit denselben Fehlern. Zwei Flanken, zwei Gegentore. Wieder Zuordnungsprobleme. Wieder fehlende Konsequenz in den Strafräumen. Wieder mangelnde Energie in den entscheidenden Momenten.

Remberg sprach nach der Hoffenheim-Niederlage ungewohnt offen von „verpennt“. Und genau das beschreibt die Situation ziemlich treffend. Der HSV reagiert momentan oft nur noch, statt Spiele aktiv zu kontrollieren. Gerade in der Rückwärtsbewegung fehlt die Frische. Die Mannschaft kommt zu spät in die Zweikämpfe, Laufwege stimmen nicht mehr sauber, Abstände werden größer. Die hohe Intensität aus der starken Hinrunde ist nahezu verschwunden.

Das wäre schon gegen normale Gegner gefährlich genug. Nun aber warten mit Frankfurt, Freiburg und Leverkusen ausgerechnet drei Mannschaften, die körperlich, taktisch und mental zu den stabilsten Teams der Liga gehören. Frankfurt spielt um Europa, Freiburg sowieso – und Leverkusen besitzt unabhängig von der Tabellenlage enorme Qualität. Wenn der HSV dort bestehen will, reicht ein „gutes Gefühl zwischen den Strafräumen“, wie Merlin Polzin es formulierte, definitiv nicht aus.

Und genau an diesem Punkt stellt sich die entscheidende Frage: Hat dieses Trainerteam aktuell die richtigen Mittel?

Merlin Polzin und sein Staff haben dem HSV ohne Zweifel wichtige Impulse gegeben. Sie haben den Verein nach dem Aufstieg emotional stabilisiert, eine klare Ansprache etabliert und in der Hinrunde mutigen Fußball spielen lassen. Aber man darf bei aller Begeisterung über junge Trainer nicht vergessen: Dieses Trainerteam erlebt gerade seine erste Bundesliga-Saison in verantwortlicher Rolle. Und irgendwann kommt im Profifußball fast immer der Moment, in dem Euphorie allein nicht mehr trägt.

Das junge Trainerteam hat beim HSV keinen erfahrenen Ansprechpartner

Dann braucht es Erfahrung. Dann braucht es Menschen, die solche Krisenphasen schon mehrfach erlebt haben. Menschen, die Ruhe ausstrahlen, Entwicklungen früh erkennen und intern gegensteuern können. Genau dieser Faktor fehlt dem HSV seit der Trennung von Stefan Kuntz.

Man kann über Kuntz sportlich diskutieren, über Transfers oder strategische Entscheidungen. Aber was er dem jungen Trainerteam gegeben hat, war vor allem eines: Erfahrung als Sparringspartner. Einer, der Drucksituationen kennt. Einer, der Entwicklungen einordnen kann. Einer, der notfalls auch mal unbequem wird und Dinge klar anspricht. Dieser Gegenpol fehlt heute komplett. Und genau hier muss sich der Aufsichtsrat kritische Fragen gefallen lassen.

Dass ein extrem junges Trainerteam in seiner ersten Bundesliga-Saison irgendwann an eigene Grenzen stoßen könnte, war absolut vorhersehbar. Wer das im Profifußball nicht einkalkuliert, hat auf Führungsebene eigentlich nichts verloren. Umso erstaunlicher ist es, dass der HSV seit mittlerweile vier Monaten nach einem neuen Sportvorstand sucht und diese Vakanz bis heute nicht geschlossen hat. Natürlich muss eine wichtige Personalentscheidung gut vorbereitet werden. Aber der Zeitpunkt ist fatal. Gerade jetzt, in der schwierigsten Phase der Saison, fehlt dem Trainerteam der erfahrene Partner an der Spitze.

Dass in diesem Zusammenhang nun Namen wie Dietmar Beiersdorfer diskutiert werden, überrascht dennoch. Der Name erzeugt beim HSV automatisch Emotionen, weil Beiersdorfer in seiner ersten Amtszeit vieles richtig gemacht hat. Er war einst Architekt erfolgreicher HSV-Jahre, holte Spieler wie van der Vaart oder Kompany und stand für einen klaren Plan.

Das Problem ist nur: Der Dietmar Beiersdorfer seiner zweiten HSV-Amtszeit war eben nicht mehr jener Beiersdorfer aus den erfolgreichen Jahren zuvor. Seine Rückkehr entwickelte sich damals nicht zur erhofften Rettung, sondern wurde Teil eines Abstiegsprozesses voller Unruhe und Fehlentscheidungen. Deshalb wirkt die aktuelle Diskussion eher nostalgisch als zukunftsorientiert. Der HSV sollte nicht den Fehler machen, sich an alten Bildern festzuklammern. Die Wahrscheinlichkeit, dass Beiersdorfer heute noch einmal an frühere erfolgreiche Zeiten anknüpfen könnte, erscheint überschaubar.

Kommt Beiersdorfer ein drittes Mal zum HSV?

Interessanter ist ohnehin die grundsätzliche Frage, welches Profil der HSV jetzt wirklich braucht. Vielleicht eben keinen großen Namen für Schlagzeilen, sondern einen starken, erfahrenen Fußballmanager, der intern Struktur, Ruhe und Härte reinbringt. Einen, der das Trainerteam nicht ersetzt, sondern ergänzt.

Denn die kommenden Wochen werden brutal. Und die Wahrheit ist: Der HSV lebt aktuell mehr von seinem Vorsprung als von seiner eigenen Stärke. Und noch reicht das vermutlich. Aber wenn die Mannschaft weiter so viele Körner verliert wie zuletzt, wird dieses Saisonfinale deutlich unangenehmer, als man es sich im Volkspark vor wenigen Wochen vorgestellt hatte.

Apropos Saisonfinale: In diesem werden auch erste Vertragsgespräche geführt. Nach den Führungsspielern Daniel Heuer Fernandes und Ransford Königsdörffer hat der HSV offenbar auch William Mikelbrencis ein neues Vertragsangebot unterbreitet. Ein verbessertes Angebot gegenüber einem ersten, bereits abgelehnten, so die Kollegen der BILD. Offenbar sehen das Trainerteam und die sportliche Leitung noch Potenzial in dem jungen Franzosen.

Die Frage, die sich alle hier stellen lassen müssen, ist: Wie viel Zeit will man in Kauf nehmen, bis der 22-Jährige die Verstärkung ist, die er sein soll? Es ist für mich allerdings schwer unbegreiflich, weshalb das nach 62 Pflichtspielen (davon 25 in der Ersten Liga) jetzt noch passieren sollte. Oder anders formuliert: Nach vier Jahren ist er noch immer kein fertiger Bundesligaspieler, obwohl er einen Rückhalt des Trainerteams hat wie kaum ein anderer Spieler im Kader. Fragt mal Glatzel…

Im Ernst? HSV bietet Mikelbrencis einen verbesserten Vertrag…

Aber okay, mich würde es freuen, wenn ich mich bei ihm so irre wie bei Torunarigha, den ich nach der Vorbereitung als schlechtesten Einkauf der Vereinsgeschichte vermutet hatte. Inzwischen ist der Innenverteidiger die letzte Stütze in der Innenverteidigung. Einziger Unterschied: Er brauchte vier Monate, um sich zu beweisen – nicht vier Jahre plus… Und echte Alternativen zum HSV dürfte er auch nicht haben. Normalerweise müsste man Mikelbrencis ein deutlich leistungsbezogeneres Gehalt anbieten, nicht mehr! Aber irgendwie passt Vernunft und Weitsicht das zum HSVVon daher ist ein verbessertes Angebot aus meiner Sicht im doppelten Sinne falsch – aber nicht untypisch für den HSV..

In diesem Sinne, Euch allen einen schönen Start in die neue Woche!
Scholle