Es war ein bitterer, ein schmerzhafter Start ins Jahr 2026 – und einer, der beim HSV ein Gefühl zurücklässt, das weit über eine „normale“ Auswärtsniederlage hinausgeht. Dieses 1:2 beim SC Freiburg*fühlt sich nicht einfach verloren an. Es fühlt sich genommen an.
Dabei begann dieser Samstag in Freiburg schon unter schwierigen Vorzeichen. Schnee, Chaos auf den Bahnstrecken, gestrandete Fans in Hannover – und trotzdem war der Gästeblock gut gefüllt. Weil dieser Verein, diese Mannschaft, diese Fans auch dann da sind, wenn es ungemütlich wird. Und genau das passte zum Spielverlauf.
Der HSV brauchte lange, um in diese Partie zu finden. Freiburg war dominant, aggressiv, körperlich präsent. Früh klatschte ein Kübler-Abschluss an die Latte, Daniel Heuer Fernandes musste mehrfach retten – und biss trotz sichtbarer Schulterprobleme bis zum Schluss auf die Zähne. Hamburg hatte Mühe, sich zu befreien, die Abstimmung auf der linken Seite wackelte, lange Bälle verpufften, Damion Downs hing vorne zunächst in der Luft. Zur Wahrheit gehört: In den ersten 40 Minuten war Freiburg näher an der Führung als der HSV.
Und trotzdem arbeitete sich die Mannschaft von Merlin Polzin hinein. Kurz vor der Pause gab es die ersten eigenen Nadelstiche, ein Freistoß von Vieira, ein Abschluss von Capaldo, ein Moment, in dem man spürte: Hier geht noch was.
Und dann kam diese zweite Halbzeit. 48. Minute: Ecke Muheim – Kopfball Luka Vuskovic – Tor! Die erste Auswärtsführung dieser Saison. Der Ball hinter der Linie, die Torlinientechnik eindeutig – und der Gästeblock explodiert im Schneetreiben. Endlich. Endlich einmal vorne. Endlich einmal belohnt.
Was danach folgte, ist der Kern dieses Spiels – und der Grund für den blanken Frust.
Nur wenige Minuten später der Elfmeterpfiff gegen den HSV. Ja, Daniel Elfadli trifft Lucas Höler minimal an der Hacke. Ja, man kann Elfmeter geben, wenn man den Entscheidungen der letzten Monate und Jahre treu bleibt. Inzwischen reicht ja der bloße Kontakt schon – unabhängig davon, ob dieser den Gegner beeinflusst oder nicht. . Aber Gelb-Rot? Nach einer frühen, diskussionswürdigen Verwarnung? In dieser Spielphase? In diesem Spiel? Es war der sechste Platzverweis der Saison – zu viele, keine Frage. Und trotzdem blieb das Gefühl: Hier wurde maximal hart gegen den HSV entschieden.
Grifo verwandelt sicher. 1:1. Und plötzlich verteidigt der HSV über 35 Minuten in Unterzahl mit allem, was er hat. Leidenschaft, Laufbereitschaft, Leidensfähigkeit. Die Mannschaft stemmt sich gegen die Niederlage, wirft sich in jeden Ball, hält lange stand.
Bis zur 83. Minute. Hereingabe, Abschluss, Tor durch Igor Matanovic. Der Freiburger Jubel – und dann diese Szene im Vorfeld: Manzambi geht mit dem Ellenbogen in den Zweikampf, trifft Torunarigha ganz deutlich erkennbar im Gesicht. Ein klares Foul. Ein klarer Treffer. Eine Szene, die man sehen muss. Und der VAR? Tut: nichts. Unfassbar! Bei einem Foul, das ihr hier auf diesem Bild auch noch einmal deutlich sehen könnt. Trotzdem: Kein Eingriff des VAR. Kein Review. Kein Korrigieren.
Und genau hier liegt der Punkt, an dem dieses Spiel kippt – nicht allein sportlich, sondern emotional. Der HSV verliert dieses Spiel nicht nur, weil er erneut in Unterzahl gerät. Nicht nur, weil er auswärts weiter auf den ersten Sieg wartet. Sondern auch, weil an dieser entscheidenden Stelle die gleiche Konsequenz fehlt, die zuvor gegen den HSV angewendet wurde.
Wenn beim Elfmeter Millimeter reichen, dann muss ein Ellenbogen im Gesicht reichen, um zumindest hinzuschauen.
Dass es ausgerechnet Matanovic ist, ein gebürtiger Hamburger, macht es nicht leichter. Dass der HSV trotz aller Widrigkeiten bis zum Schluss alles versucht, macht diese Niederlage nicht weniger schmerzhaft. Und dass die Mannschaft nach Abpfiff mit leeren Händen, aber erhobenem Kopf vom Platz geht, sagt viel über diesen Auftritt.
Ja, der HSV muss über Disziplin reden. Über Platzverweise. Über Auswärtsauftritte. Aber genauso deutlich muss man sagen: Dieses Spiel wurde nicht allein auf dem Rasen entschieden.
Für die mitgereisten Fans, die trotz Sturm, Schnee und Bahnchaos da waren, bleibt ein bitterer Samstag. Für den HSV bleibt das Gefühl, dass man sich viel erarbeitet hat – und am Ende trotzdem leer ausgeht.
In drei Tagen wartet Bayer Leverkusen im Volkspark. Zuhause. Dort, wo der HSV zuletzt gezeigt hat, wer er sein kann. Und wo man Antworten geben will – sportlich. Und emotional. Ohne Daniel Elfadli, der gesperrt ist und mit Vuskovic, der seine vierte Gelbe Karte gesehen hat und bei der nächsten Verwarnung ein Spiel aussetzen muss.
Aber okay. Denken wir an andere, schönere und/oder wichtigere Dinge. Kevin Keegan hat von dieser Stelle schon die allerherzlichsten Genesungswünsche geschickt bekommen – was ich aber nur zu gern noch einmal wiederhole! Und auch Euch Das habe ich am Ende des Videos auch noch einmal gemacht und Euch noch ein paar Worte gesprochen, die von Herzen kommen.
In diesem Sinne: Bleibt gesund, bleibt hoffnungsfroh – und wir sehen uns spätestens nach dem Bayer-Spiel am Dienstag an dieser Stelle wieder.
Scholle
DIE EINZELBEWERTUNGEN:
Daniel Heuer Fernandes: Auch am Elfer von Grifo war er dran. Hoffentlich ist das mit der Schulter nicht zu schlimm. Ihn braucht dieser HSV. Note: 3
Miro Muheim: Zusammen mit Dompé defensiv grausam in der ersten Halbzeit. Hätte der SCF mehr diese Seite bespielt, sie hätten sich Chancen können. Offensiv hat er Qualitäten (die heute nicht zum Tragen kamen), defensiv ist er zu schwach. Note: 4,5
Nicolas Capaldo: Er ackert und rackert, ist aber zu oft einfach noch zu wild und ohne die nötige Übersicht. Dass er in den letzten Minuten immer noch derjenige ist, der Dampf macht, zeichnet ihn aus. Note: 3,5
Luka Vuskovic: Brauchte ein wenig, um zu seiner Stärke zu finden. Dann traf er sogar. Note: 3
Daniel Elfadli: Er hatte schon in der ersten Halbzeit ein paar knifflige Situationen, die offenbarten, dass es für ihn gefährlich wird nach der ersten Gelben Karte. Der Elfer war dumm, extrem hart – und sein Ende. Note: 5
Jordan Torunarigha (ab 57.) : Bim 1:2-Gegentreffer hätte er konsequenter zum Ball gehen können – aber eben auch ein Foul gegen sich gepfiffen bekommen können. Note: 4
Bakery Jatta (bis 80.): Er versucht, die einfachen Dinge zu machen, um Fehler zu vermeiden. Und das ist okay so. Läuferisch heute besser als zuletzt – aber seine Flanken und Schüsse waren, sind und bleiben eine Katastrophe. Note: 4
Giorgi Gocholeishvilli (ab 80.): War keine Verstärkung.
Albert-Sambi Lokonga: Wenig falsch gemacht – aber auch wenig bewirkt. Das war einfach nicht sein Spiel. Note: 4,5
Nicolai Remberg: Schnelle, wenige Mittelfeldspieler bereiten ihm Probleme – aber er fightet sich immer wieder ins Spiel. Note: 4
Jean-Luc Dompé: So sehr ich seine Offensivkünste schätze, so untragbar ist auf Erstliganiveau sein Defensivverhalten, das heute in der 9. Minute fast den Rückstand gekostet hätte, weil er den Weg nach hinten schlicht verweigerte. Es gibt nur sehr wenige Trainer, die so ein mannschaftsundienliches Verhalten dulden. Polzin ist einer davon. Heute auch aus Mangel an Alternativen. Aber: Wenn er offensiv so wenig bringt wie heute, dann ist das nichts. Note: 5,5
Damion Downs (bis 78.): Erstes Spiel – und gleich Startelf. Aber: noch ohne richtige Bindung. Die wird kommen, da bin ich mir sicher. Aber heute war das zu wenig. Note:
Alexander Rössing-Lelesit (ab 78.): Ihn in Unterzahl zu bringen war mutig.
Fabio Vieira (bis 78.): das Trainerteam will ihn auf dem Platz sehen, was auch richtig ist. Auf der Seite ist der Feinfuß verschenkt. Aber Note:
Guilherme Ramos (ab 78.):
Merlin Polzin: Was für ein Fehler!! Schon wieder! Elfadli auf dem Platz zu lassen, war lange vorhersehbar falsch. Und es wurde bestraft Ich habe schon vor der Halbzeit gesagt, dass das zu gefährlich ist. Ein entscheidender Fehler! Note: 5
Schiedsrichter Timo Gerach (Landau): Sowas nennt man „Heim-Schiri“. Dieser Elfer ist extrem hart. Gelbrot dann vielleicht logisch erklärbar – aber es verschärft die diskutable Entscheidung. Seine Wertungsspanne für Gelbe Karten war aber dramatisch schlecht – und zu Lasten des HSV. Das 2:1 gelten zu lassen, war falsch! Im Mittelfeld wird so ein Arm-Einsatz sogar bei weniger gepfiffen. Verstehe ich langsam alles nicht mehr. Matanovis Handspiel in der Nachspielzeit ließ er laufen – auch hier wurde die Entscheidung wieder zu Gunsten des SC Freiburg ausgelegt. Am Ende muss man festhalten, dass er und der VAR im Verbund ihren Job einfach nicht gemacht haben. Gemeinsame Note: 6
gestern haben wir uns schon mit einer möglichen Startelf beschäftigt, heute schauen wir noch einmal auf den Gegner. Der HSV tritt morgen um 15:30 Uhr beim SC Freiburg an. Das Spiel könnt ihr als Einzelspiel bei Sky schauen, in der Konferenz gibt es das Spiel bei DAZN.
Freiburg steht aktuell auf Platz 9 der Bundesliga. Aus 5 Siegen, 5 Unentschieden und 5 Niederlagen ergeben sich 20 Punkte. Freiburg spielt auch noch in der Europa-League und im DFB-Pokal. In der Europa-League steht man aktuell auf Platz 5, im Pokal muss man im Viertelfinale zur Hertha nach Berlin. Man ist also in allen Wettbewerben solide bis gut dabei. Freiburg ist ja bekanntlich ein Verein, der vor allem auf der Trainerposition auf Kontinuität setzt. Man wird im Breisgau selten hektisch. Das hat bisher häufig gut geklappt und so wird man auch jetzt nicht unruhig. Man hat aktuell 6 Punkte auf das internationale Geschäft. Das letzte Spiel vor der Pause gewannen die Freiburger in einem ansehnlichen Spiel beim VfL Wolfsburg mit 3:4.
Das letzte Aufeinandertreffen zwischen Freiburg und dem HSV fand in der Vorbereitung auf die aktuelle Saison statt. Dort musste sich der HSV am Ende mit 1:5 geschlagen geben. Das Spiel wurde in 2 Halbzeiten bzw. Spiele aufgeteilt. In der ersten „Halbzeit“ hielt der HSV gut mit, ging früh in Führung und kassierte kurz vor Schluss mit dem einzigen Torschuss der Freiburger das 1:1. In der 2. „Halbzeit“, als man durchrotierte, gewann der SC Freiburg mit 4:0. Das Ergebnis scheint also klar. Wenn man sich die einzelnen Halbzeiten und das Personal aber anschaut, blickt man da eventuell etwas anders drauf.
Das letzte Pflichtspiel bestritten die beiden Mannschaften im DFB-Pokal der Saison 24/25. Damals gewann Freiburg mit 2:1 in einem Spiel, in dem für den HSV mehr drinnen gewesen wäre. Freiburg war am Ende effizienter und der HSV schaffte es nicht, den Druck in ein 2:2 umzumünzen, um in die Verlängerung zu gehen. Am Ende sagen auch die Statistiken, dass das Spiel ausgeglichen war, lediglich der xGoals-Wert spricht klar für Freiburg, die allerdings auch einen Elfmeter hatten, bei dem der xGoals-Wert durchschnittlich bei 0,77 liegt.
Der HSV trifft mit Freiburg auf eine Mannschaft, die wahrscheinlich in einem 4-2-3-1-System auflaufen wird. Das ist natürlich nur die Grundformation. Im Spiel verändert sich das ja auch gerne mal.
Die voraussichtliche Startelf ist in der Defensive relativ klar. Atubolu startet im Tor. Vor ihm wird die 4er-Kette wohl aus Kübler, Ginter, Lienhart und Günter bestehen. Lienhart würde dann für Jung in die 4er-Kette rücken.
Davor begannen in Wolfsburg Osterhage und Eggestein. Davor bestand die 3er-Reihe aus Manzambi, Suzuki und Treu. Höchstwahrscheinlich wird Grifo wieder in die Startelf rücken, die Frage ist, für wen. Einige erwarten Grifo auf der rechten Seite für Treu. Gegen Wolfsburg wurde Grifo allerdings für Osterhage eingewechselt. Auch ich erwarte Grifo eher weiter vorne. Im Sturm wird dann wohl wieder Höler beginnen.
Die Freiburger starten ihr Pressing im Durchschnitt ca. 41 Meter vor dem Tor und lassen beim Gegner ca. 14 Pässe zu, bevor sie mit einem Tackling oder Ähnlichem eingreifen. Die Freiburger haben im Verhältnis zur Bundesliga nur durchschnittlich viele hohe Ballgewinne, prozentual endet aber jeder 5. hohe Ballgewinn in einem Torschuss. Bis jetzt haben die Freiburger aus hohen Ballgewinnen 3 Tore erzielt. (Ein hoher Ballgewinn hat keine genaue Definition, wird aber meist als Ballgewinn zwischen Mittellinie und 16er des Gegners gesehen). Der HSV sollte hier also wachsam sein und den Ball nicht in der eigenen Hälfte verlieren.
Warum der HSV schnell spielen sollte
Auf die Startelf bin ich gestern im Detail eingegangen, ich erwarte die Mannschaft folgendermaßen: Heuer Fernandes – Gocholeishvili – Capaldo – Vuskovic – Elfadli – Muheim – Lokonga – Remberg – Viera – Königsdörffer – Dompe.
Ich hatte ja gestern geschrieben, dass der HSV effizient in die Tiefe kommen muss. Was meine ich damit? Der HSV muss mit so wenigen Kontakten wie möglich in die Tiefe und Richtung Tor kommen, da man so am ehesten die unsortierte Defensive des Gegners ausspielen kann. Sicherlich sollte der HSV vor allem im Abschluss und in der Ausführung dieser effektiv sein, das ist ja aber ein Zusammenspiel. Effektiv im Angriff, effizient in der Ausführung des Angriffes. Alle Mannschaften, abgesehen von Bremen, die unterhalb der Ballbesitzmarke von 50 % liegen, spielen mehr Pässe nach vorne als der HSV (33 % Pässe vorwärts). Der Wert sagt natürlich nicht direkt aus, dass der HSV nicht schnell umschaltet, aber er gibt wieder, dass andere Mannschaften mit ungefähr gleichem Ballbesitz strikter den Ball nach vorne tragen. Der HSV spielt prozentual die 5. meisten Pässe nach hinten. Das ist kein Killerkriterium, aber wer sich die Spiele des HSV anschaut, sieht, dass der HSV des Öfteren wieder nach hinten spielt, wenn man die erste Pressinglinie überspielt hat. Faktisch gesehen hat man nach Überspielen der ersten Pressing-Line weniger Gegner vor sich, als wenn man wieder von hinten aufbaut. Und das ist das, was ich damit sagen will. Der HSV muss, nachdem er den Ball gewinnt oder die erste Pressinglinie überspielt, sofort in die gefährlichen Zonen kommen. Ohne viel Schnickschnack. Sicherlich muss man da auch hin und wieder einen Gegner ausspielen, um die Möglichkeit eines Passes in die gefährliche Zone vor dem Tor zu eröffnen, aber man muss hier eben so effizient wie möglich handeln, damit man dem Gegner weniger Zeit zum Sortieren gibt.
Ich nenne mal das Beispiel des Tores von Dompe gegen Mainz. Auch gegen Frankfurt kam man zu guten Möglichkeiten, als man den Ball zügig nach vorne brachte.
Sofern der HSV mit Königsdörffer startet, muss man versuchen, diesen in der Tiefe einzusetzen. Wenn man Flanken in den 16er schlägt, während die gegnerische Kette sortiert vor dem Tor steht, wird es für Königsdörffer mit 1,82 m schwer, viele Kopfballtore zu machen. MMn sollte man möglichst versuchen, ihn flach in Szene zu bringen.
Mit Downs hat man sich dieses Element zumindest von der Größe her in den Kader geholt. Mit ihm kann man sicherlich auch Flanken einstreuen, aber auch hier sollte man vorwiegend versuchen, Downs‘ Tempo auszuspielen. Das gelingt aber nur, wenn die Räume in der Tiefe da sind und man diese auch ausspielt. Diese Räume sind aber häufig nur dann da, wenn der Gegner den Ball hoch verliert oder hoch anläuft. Wenn der Gegner sortiert hinten steht, ergeben sich meistens keine großen Tiefenräume, die belaufen werden können.
Damit der HSV diese Räume aber bespielen kann, muss man den Gegner, gerade wenn er unsortiert ist, schnell attackieren und dann am besten den Ball im Tor versenken.
Schön wäre aber auch mal ein Tor nach einer Ecke. Das gelang bisher noch nicht. Polzin sagte nach dem Trainingsstart, dass man sich hier logischerweise verbessern wolle. Mit Vuskovic hat man jemanden, der den Ball reinköpfen kann, und auch mit Downs holt man sich Größe dazu. Der HSV muss es jetzt aber auch hinkriegen, diese Spieler in Szene zu setzen, indem man den Ball auf ihren Kopf bringt und die Jungs am besten vorher freiblockt, natürlich im legalen Rahmen.
Fazit
Der HSV sollte mMn schnell spielen und die Unsortiertheit des Gegners ausnutzen, weil ich darin die besten Chancen sehe, um ein Tor zu schießen. Anhand der Aussage von Polzin gestern, dass man mit Downs noch mehr die Tiefe attackieren wolle, interpretiere ich, dass er das ähnlich sieht, und hoffe, dass der HSV das auch so umsetzt.
Schreibt doch gerne mal rein, was ihr morgen vom Spiel erwartet, und schreibt auch gerne rein, ob ihr Karten habt und wie der Status eurer Anreise aussieht.
zunächst möchte ich einmal alles Gute an Kevin Keegan raussenden. Dieser ist leider schwer erkrankt. An dieser Stelle alles Gute! Keegan spielte insgesamt 90 Bundesliga-Spiele für den HSV und erzielte dabei 32 Tore. Er legte 7 weitere auf. Der Engländer wurde mit dem HSV einmal deutscher Meister, erreichte das Finale des Europapokals der Landesmeister und wurde während seiner Zeit 2-mal mit dem Ballon d’Or ausgezeichnet.
Kevin Keegan gehört mit Sicherheit zu den Legenden des HSV und hat die großen Zeiten geprägt. Ich selber durfte ihn leider nicht live im Stadion erleben, aber auch wenn man die Highlights sieht, war sein Einfluss auf die damalige Truppe schon enorm. Auch wenn man sagen muss, dass diese Truppe einfach generell überragend war. Immer wieder höre ich die Geschichten aus der Zeit und bin echt neidisch auf alle, die das erleben durften. Hören tat ich auch das ein oder andere Mal „Head Over Heels in Love“. Immer wieder eine lustige und schöne Erinnerung an die alten Zeiten.
Alles Gute, viel Kraft und eine schnelle Genesung!
Downs in Freiburg dabei
Heute stand die Pressekonferenz bezüglich des Auswärtsspiels des HSV in Freiburg an. Personell muss der HSV auf einige Spieler verzichten. Glatzel und Omari waren im Vorfeld ja schon mehr oder weniger klar, aber auch Fabio Balde, Anssi Suhonen, Aboubaka Soumahoro und Rayan Philippe werden nicht spielen. Dafür wird wohl Alexander Roessing-Lelesiit wieder in den Kader rücken.
Damion Downs wird im Kader stehen und wohl auch Minuten bekommen. Pozin sagte: „Er wird im Kader sein und ist auch eine Option für mehr Spielzeit..“ Und führte weiter aus: „Dass er in der englischen Woche 3 Spiele über 90 Minuten machen kann, wird eher weniger der Fall sein.“ Je nachdem, wie Polzin plant, wird Downs dann Samstag wohl zunächst von der Bank kommen. Das kann sich aber natürlich abhängig von Polzins Plan ändern.
Mit Downs will der HSV laut Polzin noch mehr die Tiefe attackieren. Ich bin gespannt, ob und wie das im Spiel umgesetzt wird. Die Tiefe attackiert der HSV nämlich nur dann effizient, wenn man den Ball nach Ballgewinn schnell in die Tiefe bringt.
Mögliche Startelf nach der Pressekonferenz
Ich gehe davon aus, dass Polzin mit Vieira, Königsdörffer und Dompe vorne startet und dann mit Downs eine Veränderung ins Spiel bringt. Entweder im 1-zu-1-Wechsel mit Königsdörffer oder Downs ins Zentrum: Königsdörffer auf rechts und Vieira ins Zentrum, je nachdem, wie das Spiel läuft. Natürlich kann Polzin aber auch überraschen und Downs direkt von Anfang an bringen.
Die Doppel-8 erschließt sich aus den ersten 15 Spielen mit Remberg und Sambi Lokonga. Auf links Muheim und rechts erwarte ich Gocholeishvili. Für mich ist Mickelbrencis eher der offensivere Part und Gocholeishvili der defensivere. Ich denke, Polzin geht dann eher auf die Defensive. Aber auch Jatta ist mittlerweile wieder eine Option. Ich gehe dennoch von Gocholeishvili aus.
In der 3er-Kette stellt sich neben Vuskovic und Capaldo lediglich die Frage, wer hinten links aufläuft. Da erwarte ich persönlich Elfaldi, da er seinen Job bisher souverän erledigt hat und dem HSV-Aufbauspiel, mit seinen progressiven Läufen, nochmal ein anderes Element verleiht als alle anderen Innenverteidiger beim HSV. Natürlich besteht aber auch die Chance, dass Toruanrigha startet.
Im Tor wird logischerweise Heuer Fernandes starten, dessen Ersatzmann an diesem Wochenende dann entweder Hannes Herrmann oder Fernando Dickes sein wird.
Wie würdet ihr aufstellen? Schreibt es gerne in die Kommentare!
der HSV ist drauf und dran, Damien Downs aus Southampton auszuleihen. Laut Florian Plettenberg hat Downs seinen Medizincheck bestanden und es kann sein, dass er kurz nachdem dieser Blog hochgeladen wurde, offiziell verpflichtet wird. Downs wird wahrscheinlich gerade vom Medienteam des HSV abgelichtet und dann folgt zeitnah die Verkündung.
Der HSV leiht Downs aus, hat aber eine Kaufoption, die angeblich 10 Millionen Euro betragen soll. Laut Florian Plettenberg kann diese durch Boni auf 12 Millionen ansteigen.
Damion Downs ist 21 Jahre alt, US-Amerikaner und ist, wie ihr sicherlich alle wisst, vorwiegend Stürmer. Er kann gegebenenfalls aber auch auf den rechten Flügel ausweichen. Für das HSV-System ist das passend, denn in der Offensive rückt der rechte Flügel ja auch mal ganz gerne nach innen, während der Stürmer dann nach rechts schiebt.
Damion Downs passt vom Profil her zum System des HSV. Er ist zügig auf den Beinen und bringt mit 192 cm auch eine gewisse Größe mit. Einen genauen Tempowert habe ich für diese Saison leider nicht aus einer validen Quelle finden können. Laut Kicker lief Downs in der vorletzten Saison im Spiel gegen Augsburg 33,4 km/h. Somit hat der HSV sich hier tendenziell jemanden geholt, der sowohl im Umschaltspiel Tempo machen kann als auch bei Flanken präsent ist. Anders als Glatzel oder Selke ist Downs dabei eher der große, aber dennoch recht bewegliche Stürmer, der mehr über sein Tempo und Dribbling kommt als über ein sehr wuchtiges Kopfballspiel.
Eine große Auswahl gibt es nicht
Ich weiß, viele sehen den Transfer wahrscheinlich kritisch, und das kann ich auch nachvollziehen. Ein Stürmer, der in 11 Liga-Einsätzen 0 Tore gemacht hat, verspricht nicht auf Anhieb, dass er torgefährlich ist. Ich habe aber auch schon mehrfach betont, dass es im Winter für einen Aufsteiger sehr schwierig ist, jemanden zu finden, der Tore garantiert und der für den HSV erschwinglich ist. Einen Stürmer, der in der Hinrunde gut war, würde man wahrscheinlich nur aus der 2. Liga holen können. Da diese Stürmer da aber Stammspieler sind, müsste man sie kaufen und könnte sie nicht leihen. Ich habe auch hin und wieder über Isac Lidberg nachgedacht. Dieser hat allerdings einen Marktwert von 5 Millionen Euro. Das heißt, für ihn müsste man mindestens 4,5 Millionen, wahrscheinlich sogar deutlich mehr, bezahlen. Ähnliches bei Futkeu. Und dabei ist nicht garantiert, dass diese Spieler auch im System des HSV in der Bundesliga funktionieren.
Mmn hat der HSV hier eine vernünftige, erschwingliche Lösung gefunden. Man leiht mit Dows jemanden aus, der die Bundesliga kennt und vom Profil her ins HSV-System passt. Zudem musste man hier keine Transferablöse im Bereich von 4–5 Millionen bezahlen. Die Leihe wird sich sicherlich im Rahmen von ca. 1 Million Euro einpendeln. Sollte Downs nicht funktionieren, läuft die Leihe aus und man schaut im Sommer weiter. Funktioniert Downs, hat der HSV eine Kaufoption von 10-12 Millionen und kann diese ziehen, um entweder auf Downs zu setzen oder ihn teurer weiterzuverkaufen.
Hinzu kommt, dass der HSV mit Glatzel eventuell schon seinen Stürmer für die Rückrunde im Kader hat. Bisher haben wir das Ganze nur 30 Minuten gesehen, aber es funktionierte eben sehr gut. Nichtsdestotrotz musste man aufgrund von möglichen Verletzungen jemanden finden, der Glatzel ersetzen kann, falls dieser verletzt ist. Königsdörffer konnte das in der Hinrunde nicht beweisen.
Ich denke, dass der HSV hier eine gute Lösung in der aktuellen Lage gefunden hat.
Nicht die Lösung, sondern die Vorgeschichte ist das Problem
Das Stürmerproblem wurde im Sommer in den Sand gesetzt, als man Selke nicht verlängerte und Königsdörffer als Stürmer einplante. Die Verletzungen von Poulsen sind unglücklich, wären in meinen Augen nach den letzten Jahren aber vielleicht sogar kalkulierbar gewesen. Nun hat man den Salat und muss nach adäquaten Lösungen schauen, die die aktuelle Lage verbessern.
Downs ist für viele nicht die erste Wahl, wenn man sich die gesamte Saison anschaut. Aber der Transfermarkt gibt im Winter eben nicht das her, was er im Sommer hergibt. Und da liegt das Problem. Man hat es im Sommer versaut und versucht, es jetzt auszubügeln. Da schafft man es eben nicht, eine Lösung zu finden, die den HSV so verbessern würde, wie es im Sommer möglich gewesen wäre.
Downs strotzt sicherlich nicht vor Selbstbewusstsein, aber ich finde, jeder Spieler hat eine faire Chance verdient. Ich möchte hier einmal an die Saison von Königsdörffer erinnern. Nachdem er gleich im ersten Spiel doppelt traf und anschließend eine super Saison spielte. Klar, das ist alles eine Liga tiefer passiert, aber es geht mir hier gar nicht um die Qualität, sondern um das Selbstbewusstsein. Mal angenommen, Downs trifft am Wochenende in der 90. Minute zum 0:1 und der HSV holt 3 Punkte. Dann wäre die Hinrunde im Prinzip schon wieder vergessen, weil Downs in einer anderen Liga direkt mit einem Erfolgserlebnis gestartet ist.
Logischerweise kann das Ganze auch andersrum passieren, aber wir können ja schwer genau vorhersagen, was passiert. Deswegen appelliere ich dazu, Downs eine faire Chance zu geben und erst einmal abzuwarten, was passiert. Wenn er nach 3–4 Spielen 4 100-%ige Torchancen vergeben sollte, können wir immer noch diskutieren und kritisieren. Aber vorerst sollten wir ihm die Chance geben und hoffen, dass er uns am Ende mit zum Klassenerhalt schießt. Ändern können wir als Community die Transfers des HSV sowieso nicht.
Tom
Scholle im Tanke Talk
Für alle die am Mittwoch, den 07.01 um 19.30 noch nichts zu tun haben, habe ich ein Event an dem ihr gerne teilnehmen könnt. Scholle wird als Gast im Tanke Talk im Sportpub Tankstelle auf dem Kiez. Die genaue Adresse lautet Gerhardstraße 7, 20359 Hamburg. Weitere Gäste sind Laurine Warrelmann vom HSV-Fanprojekt und Co-Trainer Loic Fave ist auch dabei. Ich versuche es auch einzurichten dabei zu sein, also kommt gerne vorbei!
zunächst wünsche auch ich euch ein frohes neues Jahr! Mögen all eure Wünsche in Erfüllung gehen.
Beim HSV setzte man in letzter Zeit immer mehr auf Kontinuität und Vermittlung von Werten, für die der gesamte Verein steht. Vorstand, Trainerteam, Mannschaft und Staff bilden ein Team und gehen gemeinsam den Weg. Umso überraschender kam die Meldung, dass der HSV und Stefan Kuntz nun getrennte Wege gehen. Das zerteilt zum einen das Gefüge, zum anderen ist der Zeitpunkt natürlich einer, der ungünstiger nicht hätte sein können. Die Wintertransferphase ist gemeinsam mit der anstehenden Sommertransferphase elementar für den fortschreitenden Weg des HSV und gibt den Weg.
Aus familiären Gründen löste man den Vertrag beidseitig auf. An dieser Stelle wünsche ich Stefan Kuntz und seiner Familie alles Gute!
Beim HSV bahnte sich das angeblich an, also sollte man im besten Fall souverän damit umgehen können. Jetzt in der Transferphase einen neuen Sportvorstand zu installieren, würde wenig Sinn machen, da man, sofern man richtig gearbeitet hat, einen Plan aufgestellt haben sollte, der nun statt von Stefan Kuntz von einer anderen Person umgesetzt wird. Das Scouting-Team und Kaderplaner arbeiten weiterhin zusammen, also sollte das Ganze eigentlich genauso laufen wie mit Stefan Kuntz, nur dass die Aufgaben nun von jemand anderem übernommen werden.
Start ins neue Jahr
Der Trainingsstart lief anders als geplant. Denn aufgrund der Wetterverhältnisse musste man heute auf dem Kunstrasen hinter der Alexander-Otto-Akademie trainieren.
Mit auf dem Platz dabei waren auch wieder Bobby Glatzel, Warmed Omari und Jean-Luc Dompe. Sie trainierten allerdings individuell. Bei Dompe reicht es wohl für nächste Woche. Bei Glatzel wird es eng für Freiburg, Omari fällt definitiv noch aus. Fabio Balde verletzte sich heute im Training. Er erhielt eine Bandage am Knie. Es sah nach einem Zusammenprall aus. Aktuell gibt es noch keine Diagnose, sein Knie sah aber nicht so dick aus. Ich hoffe, dass es für Freiburg reicht.
Ansonsten war das Training nicht ausschlussreicher als sonst. Es wurde viel gespielt, und vereinzelnd wurden andere Übungen eingebaut. Morgen soll auf jeden Fall wieder auf Rasen trainiert werden. Sollte das nicht möglich sein, werden die Optionen geprüft, ob man woanders trainiert. Aktuell liegt der Fokus aber natürlich in Hamburg.
Meffert und Peretz- Der Stand
Zwei Spieler, die heute nicht dabei waren, sind Daniel Peretz und Jonas Meffert. Meffert ist für Gespräche freigestellt und wird wohl voraussichtlich nach Kiel wechseln.
Daniel Peretz hingegen wird morgen wieder auf dem Trainingsplatz erwartet. Bei ihm gab es heute Probleme bei der Anreise. Er wird aber, sofern nichts Weiteres passiert, morgen wieder auf dem Platz stehen. Aber wir alle wissen, wie das Fußballgeschäft abläuft. Aktuell deutet dennoch viel darauf hin, dass Peretz nach Southampton geht.
Das ist der aktuelle Stand. Wir schauen natürlich genau hin und melden uns, wenn etwas Neues passiert.
Spätestens mit dem Trainingsauftakt zum neuen Jahr ist auch beim HSV wieder der sportliche Alltag zurück. Noch bevor die Mannschaft erstmals auf den Platz ging, sorgte der Verein jedoch für eine Personalentscheidung, die – zumindest nach außen – wie ein Paukenschlag wirkte: Sportvorstand Stefan Kuntz hat seinen Vertrag mit dem HSV mit sofortiger Wirkung aufgelöst.
Ganz aus dem Nichts kam dieser Schritt intern offenbar nicht. In Gesprächen und Hintergrundrunden war zuletzt durchaus thematisiert worden, dass sich bei der Personalie Kuntz perspektivisch etwas bewegen könnte. Gleichzeitig wurde aber auch über eine Verlängerung seines ursprünglich bis 2026 laufenden Vertrages diskutiert, entsprechende Gespräche befanden sich nach Clubangaben bereits auf einem guten Weg. Umso überraschender kommt nun der Zeitpunkt und die Konsequenz dieser Entscheidung – insbesondere vor dem Start in die Rückrunde, mitten in der Winter-Transferphase und nur wenige Monate nach dem gemeinsam gefeierten Bundesliga-Aufstieg.
Nach Vereinsangaben bat Kuntz den Aufsichtsrat nach den Weihnachtsfeiertagen aus persönlichen familiären Gründen um eine sofortige Beendigung seiner Tätigkeit. Das Kontrollgremium entsprach diesem Wunsch. Der 63-Jährige erklärte selbst, dass es Situationen gebe, in denen andere Dinge wichtiger seien als Fußball, und bat darum, die Hintergründe zu respektieren. Weitere Details nannte er nicht.
Kuntz hatte sein Amt im Mai 2024 übernommen und den HSV in seiner ersten Saison direkt zurück in die Bundesliga geführt. Der Aufstieg im Sommer 2025 bleibt untrennbar mit seiner Amtszeit verbunden. Zuletzt überwinterte der HSV auf einem respektablen 13. Tabellenplatz. Der Vertrag von Kuntz hätte sich bei Klassenerhalt automatisch verlängert, unabhängig davon war man im Aufsichtsrat zuletzt bestrebt, frühzeitig Klarheit auf dieser Schlüsselposition zu schaffen.
Aufsichtsratschef Michael Papenfuß dankte Kuntz für dessen Arbeit und betonte, dass der Verein trotz des Abgangs handlungsfähig sei. Vorübergehend ist Eric Huwer alleiniger Vorstand, Sportdirektor Claus Costa übernimmt insbesondere mit Blick auf die laufende Transferperiode zusätzliche Verantwortung. Parallel dazu hat der Aufsichtsrat die Suche nach einem Nachfolger aufgenommen – ohne Zeitdruck, wie betont wird.
Aus Bloggersicht bleibt festzuhalten: Auch wenn intern offenbar nicht alles völlig überraschend war, ist dieser Schritt in seiner Tragweite und zu diesem Zeitpunkt ein klarer Einschnitt. Der HSV verliert einen Sportvorstand, der nicht nur sportlich, sondern auch kommunikativ und strukturell eine wichtige Rolle gespielt hat – gerade in einer Phase, in der nach Jahren des Scheiterns wieder Stabilität, Klarheit und Richtung entstanden sind.
Was diese Entscheidung konkret für die sportliche Ausrichtung, die laufende Transferperiode und die mittelfristige Struktur im Verein bedeutet, lässt sich heute noch nicht abschließend bewerten. Genau das werden wir hier auf MoinVolkspark tun, sobald wir mit Beteiligten sprechen konnten und weitere Einblicke in die Hintergründe und die nächsten Schritte gewonnen haben.