Warum Shafiq Nandja Einsatzzeit verdient hat
Ein starker Eindruck in der Vorbereitung, gute Ansätze und jede Menge Potenzial: Autor Tom plädiert für mehr Spielpraxis für Youngster Shafiq Nandja.

Moin zusammen,
ich war am Samstag tatsächlich bezüglich einer Personalie in der Startelf überrascht. Und zwar spielte Warmed Omari an Stelle von Nandja. Das hatte ich ehrlicherweise nicht kommen sehen. Denn meiner Meinung nach war Nandja einer der wenigen, die im Leipzig-Spiel ansatzweise Leistung zeigten. Sicherlich ging das 2:0 auch auf seine Kappe, wobei der Pass vorher auch nicht optimal ist, aber Nandja war einer der wenigen, die hinterhergingen, um den Fehler wieder gutzumachen. Er sprintete zum Ball und konnte diesen sogar noch abgrätschen, allerdings so unglücklich, dass er von Nusas Fuß ins Tor prallte.
Aber eben auch Omari wirkte in Leipzig nicht sicher, auch er verschuldete ein Gegentor. Und im Gesamten fand ich die Leistungen von Nandja in der Vorbereitung deutlich besser als die von Omari. Omari kam in den letzten Monaten selten an seine alten Leistungen heran. Nandja machte es in meinen Augen besser.
Die Rolle der Positionierung im Aufbauspiel
Das Problem bei jeglichen Innenverteidigern außerhalb von Torunarigha, sehe ich in der fuß verkehrten Positionierung hinten links. Vor seiner Verletzung spielte Omari hinten rechts in der Dreierkette, das macht im Aufbauspiel einen enormen Unterschied. Wenn du in einer Dreierkette spielst, hast du den Außenverteidiger eben nicht mehr neben dir, sondern einen Schienenspieler, der weiter vorne positioniert ist. Wenn du unter Druck gerätst, muss der Ball entweder ins Zentrum oder nach vorne, nach außen wird’s schwierig.
Und dann ist der Ball nach vorne eben deutlich einfacher mit dem starken rechten Fuß auf der rechten Seite als mit dem schwachen linken auf der linken Seite der Dreierkette. Das ist auch vorwiegend der Grund, warum Torunarigha weiterhin eher auf links als Zentral spielt, er hat es im Aufbau eben deutlich leichter, weil er Linksfuß ist.
Nandjas starke Entwicklung
Jetzt kommen wir aber zurück von der Begründung hin zum eigentlichen Punkt: Ich finde Nandja nicht schlechter als Omari und ich finde, Nandja hat es sich verdient, in dieser Dreierkette aufzulaufen, mindestens mal, wenn Torunarigha ins Zentrum rücken muss. Es kann ja durchaus sein, dass sich in der Dreierkette, die fortlaufend wohl erst einmal wieder aus Torunarigha, Bornauw und Capaldo besteht, jemand verletzt. Und dann sollte der erste Ersatz meiner Meinung nach Nandja sein. Das soll hier keine große Kritik gegenüber jemand anderem sein, sondern eher ein Lob für die Entwicklung von Nandja.
Sicherlich macht er noch nicht alles richtig, aber er ist aktuell auf dem Niveau, mindestens Innenverteidiger Nummer 4 zu sein. Er hat eine gute Entwicklung genommen und nach den ersten Einsätzen in der letzten Saison auch in der Vorbereitung gute Leistungen gebracht. Das Spiel in Verl war anfangs etwas wackelig, aber auch da kam er rein. Und aktuell macht er es meiner Meinung nach eben mindestens genauso gut wie Omari.
Dazu kommt, dass Nandja gerade mal 19 Jahre alt ist und noch viel lernen kann. Aber vieles, was er lernen kann, lernt er vor allem über Spielpraxis.
Perspektive für die Jugend
Nandja bringt bereits jetzt einiges mit. Ein robustes Gesamtpaket, eine gute Schnelligkeit, ein solides Defensivverhalten und eine vernünftige Passqualität. Auch hier ist noch nicht alles auf Topniveau, aber das muss es in dem Alter auch nicht. Es ist aber schon auf dem Niveau, dass es als Innenverteidiger Nummer 4 reicht. Am meisten Verbesserungspotenzial hat Nandja meiner Meinung nach in der Entscheidungsfindung, aber die Absprache und das Agieren in dieser Dreierkette lernt man eben auch vor allem durch Spielpraxis.
Und deshalb wünsche ich mir, dass Nandja immer wieder zu Einsätzen kommt und dann auch spielen darf, wenn einer der drei vorhin genannten Innenverteidiger der Dreierkette ausfällt. Man hat immer viel kritisiert, was die Jugendförderung beim HSV angeht, momentan hat man aber einige junge Spieler, die bereits jetzt das Zeug dazu haben, in der Bundesliga zu spielen. Dazu gehört ein Louis Lemke, ein Otto Stange, aber eben auch ein Shafiq Nandja. Wenn diese Spieler auf Bundesliganiveau langfristig agieren sollen, müssen sie auch Spielzeit bekommen.
Sicherlich war bei dem Spiel am Samstag auch viel Druck auf dem Kessel, da ist es verständlich, wenn nicht zwangsläufig ein junger Spieler ohne viel Erfahrung spielt, aber mMn machte Nandja in den letzten Wochen einen sehr guten und selbstsicheren Eindruck. Deshalb hoffe ich, dass Nandja in der weiteren Saison vermehrt zu Einsätzen kommt – wer weiß, vielleicht spielt er sich ja schon in dieser Saison in die Startelf. Das Zeug dazu hat er auf jeden Fall.
Tom
Lies weiter
Aktuell
HSV: Ein Sieg zum Durchatmen – und drei Wochen, die zählen
Weiterlesen


Diskussion
0 KommentareDiskutier mit!
Registriere dich kostenlos — dann kannst du unter den Beiträgen mitdiskutieren, antworten und liken.
Jetzt kostenlos registrierenAnmelden