Vorschau auf Gladbach: Dieser Spielansatz sollte genutzt werden
Am Freitagabend empfängt der HSV Borussia Mönchengladbach im Volksparkstadion. Wir blicken auf Personal, Taktik und die mögliche Startelf für das Duell gegen die Fohlen.

Moin zusammen,
heute wollen wir uns mit dem kommenden Gegner, einem möglichen Spielplan sowie der Aufstellung befassen. Ran geht es am Freitag um 20:30 Uhr im Volksparkstadion gegen Borussia Mönchengladbach. Die Gladbacher stehen aktuell auf dem 18. Tabellenplatz der Bundesliga. Man verlor die ersten sechs Ligaspiele, konnte dann aber auswärts in Stuttgart gewinnen. Zudem gewann man im Pokal gegen Karlsruhe. Am vergangenen Wochenende spielte man 0:0 gegen Paderborn. Das ist einerseits ein positiver Trend, auf der anderen Seite hatten sich die Fohlen gegen Paderborn deutlich mehr als ein Unentschieden erhofft. Die beiden Partien zwischen dem HSV und Gladbach endeten in der letzten Saison jeweils 0:0.
Gladbachs Personal und die aktuelle Lage
Gladbach hat einige Ausfälle zu beklagen. Nicht dabei sein werden morgen Bolin, Kleindienst, Nicolas, Leopold und Leszczynski.
Die Gladbacher werden wohl wieder in einem 3-4-3 auflaufen. Dabei wird Batz im Tor beginnen. Davor sind Diks, Sander und Hashioka zu erwarten. Auf der linken Schiene wird Ulrich starten, auf der rechten Schiene Scally. Im Zentrum wird neben Uno Castrop zurückkehren, der Neuhaus ersetzt. Auf den Flügeln werden dann Hack und Wael Mohya starten. Vorne drin Machino.
Der klare Schlüsselspieler der Gladbacher ist Mohya, der kürzlich für die deutsche Nationalmannschaft nominiert wurde. Er ist in letzter sehr gut in Form und ein maßgeblicher Teil des Gladbacher Aufschwungs. Mohya ist sehr dribbelfreudig und sucht häufig den Abschluss. Er ist der Spieler, auf den der HSV mMn am ehesten aufpassen muss. Zudem kehr mit Castrop ein wichtiger Spieler im Zentrum zurück. Auch er ist ein Spieler, der für das Gladbacher Spiel elementar ist und nicht viel Platz bekommen darf.
Auf der anderen Seite sind die Gladbacher nach wie vor defensiv anfällig. Die Fohlen haben mit 22 Gegentoren die meisten der gesamten Liga. Vor allem nach hinten raus fängt man sich viele Gegentore: Acht Tore kassierte man schon nach der 76. Spielminute. Man konnte mit elf Toren zwar auch einige erzielen, der Kern lag aber meistens in den viel zu einfach gefangenen Gegentoren. Die Abstimmung passte selten, teilweise schauten einige Spieler einfach zu, anstatt einzugreifen. Eine Anfälligkeit sehe ich vor allem über die Außenbahnen. Wenn es der HSV schafft, die eigenen Schienenspieler in offensive Positionen zu bekommen, kann es gefährlich werden.
Seit dem Trainerwechsel von Polanski zu Blessin definiert sich Gladbach wieder über die Laufintensität. In den letzten drei Partien lief man als Mannschaft 120, 128 und 121 Kilometer. Das ist die Basis, auf der sich das Spiel der Fohlen aufbaut, seitdem man im Aufschwung ist.
Personal und mögliche Aufstellung beim HSV
Kommen wir zum HSV und dem Personal. Remberg ist bekanntermaßen noch länger raus, Fabio Vieira und Bilal Nadir fehlen auch noch länger. Capaldo wird wohl noch ausfallen, ebenso Poulsen. Bornauw könnte es rechtzeitig schaffen. Es gibt wohl Gerüchte um eine mögliche Doppelspitze, die morgen gespielt werden soll. Bestätigt ist hier aber noch nichts.
Ich würde grundsätzlich so oder so in einem 4-2-3-1 auftreten. Da das aber unrealistisch ist, gehen wir bei der folgenden Startaufstellung vom 3-4-2-1 aus, welches ich folgendermaßen aufstellen würde:
- Heuer Fernandes im Tor
- Davor Torunarigha, Bornauw und Nandja
- Links Wolfe und rechts El Ouahdi
- Im Zentrum würde ich aktuell mit Amoako als Sechser und Lokonga daneben gehen
- Auf den beiden Zehner-Positionen Adeline und Grønbaek
- Vorne drin Daka
Das wäre mMn die Startelf, die gegen Gladbach am ehesten ein gutes Ergebnis einfahren kann. Es gibt sicherlich Alternativen, und auch Polzin wird den einen oder anderen anders aufstellen, ich halte das aber für die stärkste Elf aus allen fitten Spielern.
Der Spielansatz
Kommen wir zum Spielansatz. Ich würde gegen Gladbach ähnlich auftreten wie gegen Frankfurt im Pokal: hoch pressen und den Gegner schon in der eigenen Hälfte im Spielaufbau stören. Trotz des Aufwindes strotzen die Gladbacher auch nicht vor vollem Selbstbewusstsein. Man sollte dem Gegner früh klarmachen, dass es in diesem Spiel nichts zu holen gibt. Mit Daka hat man einen Spieler, der auch im Pressing über ein enormes Tempo verfügt.
Durch gezieltes Anlaufen sollte der Gladbacher Aufbau auf die rechte Seite gelenkt werden, um von da Hashioka im Aufbau zu attackieren. Dafür benötigt es einen zweiten Mann vorne, der die linke Seite dichtmacht, indem Kevin Diks gedeckt wird. Daka läuft mit Sander den zentralen Innenverteidiger an, und durch das Aufrücken der beiden Sechser wird das Zentrum dichtgemacht. Somit gibt es zwei Optionen: Entweder spielt Gladbach den Ball lang, dann sollten die Innenverteidiger des HSV gegen Hack, Mohya und Machino das Kopfballduell gewinnen. Sofern Gladbach die Situationen spielerisch lösen will, muss der Ball zu Hashioka gespielt werden, der dann attackiert werden kann.
Durch das Pressing der Innenverteidiger wäre der einfachste Ball dann der Ball zu Scally, der ebenfalls anfällig im Aufbauspiel ist. Das wäre meine Herangehensweise, um die Gladbacher früh unter Druck zu setzen und hohe Ballgewinne zu erzwingen. Aus den hohen Ballgewinnen muss dann in den Umschaltmomenten Kapital geschlagen werden. Das funktioniert natürlich nicht 90 Minuten und ist situationsabhängig, sollte mMn aber der grundlegende Plan gegen Gladbach sein. Sofern die Gladbacher den Ball lang schlagen, muss man einerseits die Kopfballduelle gewinnen, andererseits gilt es auch, defensiv nachzurücken, um die zweiten Bälle zu gewinnen.
Mit dem Ball muss der HSV versuchen, die beiden Schienenspieler offensiv in Eins-gegen-Eins-Duelle zu bringen. Dafür muss man es schaffen, vorne genügend Gegenspieler zu binden, um dann über die Außenbahnen zu attackieren. Adeline und Grønbaek müssen mit Daka zusammen die drei Innenverteidiger auf sich ziehen, die beiden Sechser des HSV dann das Mittelfeld der Borussia. Dann muss der Ball vor allem über die rechte Seite über El Ouahdi nach vorne getragen werden. Dieser muss so oft wie möglich das Eins-gegen-Eins gegen Ulrich suchen und ihn überwinden. Wenn er das schaffen sollte, muss er den Ball in die Mitte vor das Tor bringen – gerne auch in den Rückraum, wo vor allem Lokonga dann natürlich nachrücken muss, um diesen zu besetzen.
Das Ganze kann auch über links funktionieren. Wolfes offensives Eins-gegen-Eins ist natürlich nicht seine Kernqualität. Hier wäre die Option, aus dem Zentrum den Ball in die Schnittstelle zu spielen oder den Gegner durch einen Doppelpass mit dem Mittelfeld zu überwinden, um in den Raum hinter die Abwehrkette zu kommen.
In Gedenken an Uwe Seeler
Am Ende wollen wir Uwe Seeler gedenken, der am heutigen Tage 90 Jahre alt geworden wäre. Uwe Seeler ist der größte HSVer, der jemals existierte und hat die Entwicklung des Vereins maßgeblich vorangetragen. Er war Hamburger durch und durch. Wir werden dich nie vergessen Uwe!
Schreib doch gerne mal rein, ob ihr eventuell noch Anekdoten habt, die ihr mit Uwe Seeler verbindet
Tom
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