HSV vor dem Ligaspiel gegen Frankfurt: Diese Sachen müssen aus dem Pokal-Aus mitgenommen werden
Nach dem Pokalduell geht es für den HSV erneut gegen Eintracht Frankfurt. Der Blick richtet sich auf die positiven Ansätze aus dem Spiel und die personellen Optionen für Sonntag.

Moin zusammen,
am Wochenende geht es für den HSV erneut gegen Eintracht Frankfurt. Die Niederlage im Pokal war etwas unglücklich, man scheiterte am Ende am eigenen Unvermögen vor dem Tor. Nun gilt es, dieses Spiel aufzuarbeiten, zu schauen, was gut lief, was nicht gut lief und wie man diese Dinge am Wochenende so umsetzt, dass man am Sonntag die nächsten Punkte einfährt.
Ansätze aus dem Pokalspiel
Kommen wir direkt zu den Punkten, an denen der HSV am Sonntag ansetzen kann. Meiner Meinung nach hat der HSV in diesem Spiel auf ähnliche Mittel wie in Frankfurt in der letzten Saison gesetzt. Man hatte deutlich mehr Phasen, in denen man die Frankfurter hoch angelaufen ist und dadurch einige hohe Ballgewinne provozierte. Man setzte das Mittelfeld früh unter Druck und kam dadurch zu vielen Aktionen in Tornähe des Gegners.
Dieses hohe Anlaufen bringt einerseits viele Torchancen, andererseits lässt man den Gegner auch gar nicht groß ins Spiel kommen. Die Frankfurter hatten wenige Momente, um ins Spiel zu finden, weil sie sofort unter Druck gesetzt wurden. Das ist etwas, was man auch am Sonntag machen sollte. Der HSV hat in vielen Spielen in dieser Saison lange Phasen gehabt, wo man passiv hinten drinstand. In diesem Spiel hatte man deutlich mehr Phasen, in denen man hochgeschoben ist. Das hat mir gut gefallen und scheint auch weiterhin ein probates Mittel gegen Frankfurt zu sein. Ich erhoffe mir am Sonntag ähnlich viele Phasen des hohen Pressings.
Man muss eine gute Balance finden zwischen Phasen, in denen man im tiefen Block verteidigt, und Phasen, in denen man den Gegner ganz früh unter Druck setzt und zu Ballverlusten oder langen Bällen zwingt. Meiner Meinung nach ist das so oder so etwas, wo der HSV ansetzen sollte. Kaum eine Mannschaft schafft es, 90 Minuten zu pressen, aber die Phasen, in denen man hoch presst, geben einem gute Möglichkeiten, den Ball in Tornähe zu gewinnen, und halten zudem den Ball vom eigenen Tor fern.
Personelle Situation in der Defensive
Für Sonntag stehen eigentlich genau die Spieler zur Verfügung, die auch am Dienstag gespielt haben. Einzig bei Bornauw ist noch ein Fragezeichen. Es hieß ja erst, dass das Spiel in Frankfurt nicht beeinträchtigt sei, jetzt ist es aber wohl doch so, dass er ausfallen könnte. So wie sich das in der Pressekonferenz anhörte, wird er zumindest nicht starten.
Passend dazu ist jetzt Torunarigha aber wieder fit, der wird dann wohl auch in der Innenverteidigung starten. Links neben ihm wird wohl wieder Omari spielen, rechts Nandja. Omari machte im Pokal mMn endlich mal wieder ein gutes Spiel. Er gewann viele Zweikämpfe und fand auch mit dem Ball bessere Lösungen. Da gibt es immer noch viel Luft nach oben, aber es scheint zumindest besser zu werden. Sobald Capaldo und Bornauw wieder fit sind, wird Omari sicherlich weichen müssen, bis dahin muss er an dieser Leistung aber ansetzen und das fortsetzen, am besten mit einer weiteren Steigerung am Sonntag.
Auch Nandja machte für mich im Pokal ein deutlich abgeklärteres Spiel als in Paderborn. Er fand mit dem Ball bessere Lösungen und wirkte auch unter Druck ruhiger. Auch er macht noch Fehler, aber das gehört dazu. Und er ist bei weitem auch nicht der einzige im Kader, der mal eine falsche Entscheidung trifft. Nandja ist jung und kann aus solchen Fehlern lernen. Beim nächsten Mal wird er den Ball besser einschätzen und ihn wegköpfen. So etwas gehört zur Entwicklung dazu. Wichtig wird sein, dass er weiter hart arbeitet und in jedem Training alles reinwirft, damit er sich verbessern kann. Auch seine Entwicklung wird nicht immer steil nach oben gehen, es wird auch in seiner Karriere Dellen geben. Diese muss man so hinnehmen und weiter hart arbeiten. Dann kann aus dem Jungen ein guter Verteidiger werden.
Ähnliches gilt auch für Bissi-Mouelle. Er wurde mehr oder weniger ins kalte Wasser geschmissen, als zentraler Part der Defensive. Dass er in dem Alter noch kein Abwehrchef in der Bundesliga ist, ist klar, aber auch er machte mMn ein solides Spiel. Er war abgeklärter, versuchte alles spielerisch zu lösen und man sah hinter jeder Aktion eine Idee. Selbst die langen Bälle waren weitestgehend gezielte Flugbälle, auch wenn nicht jeder ankam. Bei ihm gilt das Gleiche wie bei Nandja: Nicht darauf ausruhen, dass man in so einem jungen Alter eine gute Leistung in einem Pflichtspiel abgeliefert hat, sondern jeden Tag hart arbeiten und mögliche Rückschläge akzeptieren.
Bissi-Mouelle wird am Sonntag eventuell wieder mit in den Kader rücken, Nandja wird wohl wieder starten. Bei ihm erhoffe ich mir, dass er wieder so abgeklärt agiert und mit viel Selbstbewusstsein in das Spiel geht. Er hat bereits einige vernünftige Leistungen in der Bundesliga gezeigt, daran muss er ansetzen.
Die mögliche Startelf und spielerischer Ansatz
Dann können wir abschließend auch noch einmal über die potenzielle Startelf für Sonntag sprechen. Neben den drei Innenverteidigern wird Heuer Fernandes wieder ins Tor zurückkehren. Auf links und rechts erwarte ich Wolfe und El Ouahdi. Auf der Sechs vor der Kette werden dann Muheim und Lokonga spielen. Auf der Doppel-Zehn Adeline und Groenbaek und vorne drin Moffi. Hier sehe ich ehrlicherweise auch wenige große Änderungen. Lediglich Lemke könnte reinrücken, alles andere erscheint für mich aktuell klar.
Wichtig ist, dass man mindestens die gleiche Willensleistung wie am Dienstag zeigt. Frankfurt wird nach dem Weiterkommen sicherlich mit mehr Selbstbewusstsein in das Spiel gehen. Man kann dieses Selbstbewusstsein aber auch früh schwächen, indem man den Gegner früh anläuft und ihn damit zu Fehlern zwingt. Deshalb halte ich es für einen guten Ansatz, die Phasen des hohen Pressings auch am Sonntag in einer Vielzahl einzustreuen.
Man sollte versuchen, den Aufbau der Frankfurter so zu lenken, dass sie den Ball auf ihre zentralen Mittelfeldspieler spielen. Diese attackiert man dann Mann gegen Mann und versucht so, den Gegner beim ersten Kontakt zu stören, um den Ball von dort zu gewinnen. Die Frankfurter Spieler benötigen momentan häufiger zwei Kontakte, um den Ball kontrolliert nach vorne zu bringen. Wenn man direkt beim ersten Kontakt dran ist, ist die Chance da, den Ball hochzugewinnen. Dann muss man die Umschaltmomente schnell und clever ausspielen und aus diesen Chancen dann auch Tore machen.
Tom
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