Analyse

Reaktion gefordert: Voller Fokus auf das Pokalspiel gegen Frankfurt

Nach dem enttäuschenden Auftritt in Paderborn wartet auf den HSV das schwere Doppelduo gegen Eintracht Frankfurt. Zum Auftakt im DFB-Pokal unter Flutlicht zählt im Volkspark nur eine Reaktion.

Reaktion gefordert: Voller Fokus auf das Pokalspiel gegen Frankfurt

Moin zusammen,

nach dem Spiel in Paderborn ist vor dem Spiel gegen Frankfurt, oder eher vor den Spielen gegen Frankfurt. Erst geht es morgen im Pokal ran, dann am Sonntag auswärts in der Liga. Nach dem desaströsen Auftritt in Paderborn gilt es, eine Reaktion auf dem Platz zu zeigen. Dabei muss der HSV mit Bilal Nadir, Yussuf Poulsen und Fabio Vieira auf drei weitere Spieler verzichten. Auch Jordan Torunarigha und Nicolas Capaldo werden im Pokal nicht spielen.

Aufarbeitung und Baustellen im Aufbauspiel

Wenn man rückwirkend schaut, gab es vor allem eine Sache, die am Samstag nicht funktioniert hat: die Aggressivität gegen den Ball. Ich sage ja immer wieder, dass das die Grundtugenden im Fußball sind, und wenn es da schon hapert, braucht man vorher gar nicht erst bei taktischen Dingen anfangen. Alles beginnt mit der Laufleistung, denn alles andere lässt sich im Fußball nur dann umsetzen – Fußball ist eben ein Laufsport.

Wenn wir dann auf die Offensive schauen, liegen die Gründe für die geringen Chancenkreationen in Paderborn vor allem an zwei zentralen Punkten: das Tempo im Umschaltspiel und die mangelnde Qualität der Dreierkette im Spielaufbau. Bornauws Qualitäten liegen nicht im Spielaufbau, das war aber von vornherein klar. Aufgrund dessen sind die beiden anderen IVS gefragt, mit dem Ball etwas anzufangen. Nandja ist noch jung, von ihm sollte man nicht erwarten, dass er unter Druck jeden Ball zum Mann bringt. Allerdings gab es in Paderborn auch ein paar Situationen, in denen er mit mehr Ruhe den Ball in den eigenen Reihen hätte halten können. Das ist sicherlich etwas, was mit der Erfahrung kommt.

Auf der anderen Seite steht Omari, der mit dem Ball viel zu wenig macht. Nicht nur, dass er im Aufbauspiel immer viel zu lange braucht, um eine Entscheidung zu treffen: Sofern er mal freigespielt wird und Platz vor sich hat, bricht er lieber ab, anstatt mit dem Ball anzudribbeln und Raum zu gewinnen. Sicherlich spielt er nicht auf der idealen Position in der Dreierkette, aber er spielt die Position ja nun nicht erst seit zwei Wochen. Er spielte sie bereits in der letzten Saison und auch in der Vorbereitung wurde er immer wieder links in der Dreierkette eingesetzt. Da muss jetzt langsam mal eine Entwicklung folgen. Und wenn er es nicht mit dem linken Fuß kann, muss man Lösungen finden, damit Omari im Aufbauspiel hilft. Sei es, dass er jeden Ball mit dem Außenrist spielt, oder dass man ihn auf der rechten Seite in der Dreierkette einsetzt. Jedes Mal abdrehen macht auf jeden Fall keinen Sinn. Vielleicht wäre es morgen mal an der Zeit, Omari auf die rechte Seite zu stellen und Nandja auf links.

Personal und mögliche Ausrichtung gegen Frankfurt

Mit Frankfurt trifft der HSV auf einen Gegner, der vorwiegend in einem 4-4-2 aufläuft. Das würde dann auch eine Doppel-6 vor der Abwehrkette legitimieren: Wenn der Gegner nur mit zwei zentralen Mittelfeldspielern aufläuft, wäre man mit zwei eigenen Sechern nicht in der Unterzahl. Weiterhin ist das 5-3-2 aber natürlich trotzdem eine Option. Der HSV hat mit vielen Verletzungen zu kämpfen, auf den meisten Positionen ist eine klare Tendenz für die Startelf zu erkennen.

Im Tor wird Sander Tangvik starten, das hat Polzin heute schon in der Pressekonferenz bekanntgegeben.

Davor gibt es mit Nandja, Bornauw und Omari nur drei fitte Innenverteidiger, die sich von selbst aufstellen. Hier würde ich, wie gesagt, Omari gerne auf rechts sehen; vielleicht kann er von dort aus ja mehr für den Spielaufbau tun. Ein potenzieller Ersatz bei weiteren Verletzungen wäre wahrscheinlich Bissi-Mouelle.

Auf den Schienen gibt es mit Lemke, Wolfe und El Ouahdi drei potenzielle Startelfoptionen. Ich denke, auf rechts wird El Ouahdi wieder starten, auf der linken Seite kann ich mir durchaus vorstellen, dass Polzin rotiert und Lemke statt Wolfe aufstellt.

Im Zentrum gibt es dann vier potenzielle Spieler. Adeline und Muheim sind voll im Saft, Lokonga und Groenbaek kommen nach Verletzung wieder. Zudem ist Amoako ja weiterhin auch eine defensive Option. Ich gehe davon aus, dass man wieder mit drei Zentralen startet. Lokonga wird sehr sicher von Anfang an spielen und den defensiven Part übernehmen. Die beiden anderen Positionen werden dann wohl wieder von Adeline und Muheim übernommen werden, Groenbaek könnte aber auch eine Option werden. Groenbaek wäre aber auch eine Option für die Spielmacher-Position. Jetzt, wo Vieira ausfällt, muss Groenbaek wieder den kreativen Part übernehmen.

Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass der HSV auf eine klare Doppelspitze setzt. Aufgrund des Poulsen-Ausfalls wird Moffi definitiv starten, daneben dann entweder Stange oder Groenbaek als hängende Spitze. Patson Daka wird auch wieder im Kader sein, er ist aber wohl erst eine Option für die zweite Halbzeit.

Volle Power unter Flutlicht

Mit Frankfurt wartet auf den HSV ein schwerer Gegner, der trotz mittelmäßigem Saisonstart richtig viel Qualität in den eigenen Reihen hat. Die Verletzungen beim HSV machen das Ganze natürlich nicht angenehmer. Der Vorteil des HSV liegt in diesem Spiel darin, dass man zu Hause im Volkspark spielt. Vor ausverkauftem Haus gilt es, anders als in Paderborn, über die volle Spielzeit alles reinzuwerfen und jede Aktion mit 100 Prozent anzugehen. Nur dann kann man Gegner wie Frankfurt bezwingen. Frankfurt kommt schließlich auch nicht mit der breitesten Brust.

Man muss das Spiel in Paderborn jetzt abhaken und den Fokus voll auf das Pokalspiel setzen. Es ist dann auch völlig egal wie, es zählt einfach nur das Weiterkommen. Es geht in so einem Spiel auch um viel Geld, man muss mit aller Macht versuchen, dieses Spiel zu gewinnen. Sei es nach regulärer Spielzeit, Verlängerung oder Elfmeterschießen. Man braucht da dann auch keine Spieler hinsichtlich Sonntages früher rausnehmen, um genug Energie zu haben, denn man spielt ja zweimal gegen den gleichen Gegner.

Es zählt einfach nur das Weiterkommen. Egal wie.

In diesem Sinne freuen wir uns auf ein spannendes Pokalspiel bei Flutlicht im Volksparkstadion.

Tom

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3 Kommentare

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DU
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R
Rollercoastervor 39 Min.
„Wenn man rückwirkend schaut, gab es vor allem eine Sache, die am Samstag nicht funktioniert hat: die Aggressivität gegen den Ball“ @Tom Es hat gar nichts gepasst Guck dir das Spiel nochmal an, Oder nur die Zusammenfassung. Eine wild auf den letzten Drücker zusammengestellte Mannschaft, die nicht austrainiert ist. Selbst in den drei Wochen Pause wurden die Defizite nicht aufgeholt. Und welche Qualität genau meinst du? „Mit Frankfurt wartet auf den HSV ein schwerer Gegner, der trotz mittelmäßigem Saisonstart richtig viel Qualität in den eigenen Reihen hat“
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Flotti McFlottvor 18 Min.· bearbeitet
Meine Prognose: Im Pokal rumpelt man sich irgendwie eine Runde weiter, weil Muh Miroheim in der 112. Minute einen reinhuft. Die Hofschranzen von Klopo bis Kicker überschlagen sich mit Lobpreisungen, Schorle wird von einem cleveren Plan des Atom-Trainers schreiben. In der Liga gibts dann ein würziges 4:1 für Frankfurt und alle werden rätseln, wie das passieren konnte … 🤷🏻‍♂️
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B
boeller_mvor 8 Min.
Also ich gebe die Zusammenfassung: Es könnte sein, aber es könnte auch nicht sein. Wenn man zweimal gegen den gleichen Spiel, ist es eh egal. Weil wir werfen endlich alles rein.
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