HSV in Paderborn: Darauf kommt es im Auswärtsspiel an
Der HSV reist am Samstag nach Paderborn und will die Siegesserie ausbauen. Vor dem Auswärtsspiel blicken wir auf Gegner, Aufstellung und den Matchplan.

Moin zusammen,
am Samstag geht es für den HSV auswärts nach Paderborn. Anpfiff in der Home Deluxe Arena ist um 15:30 Uhr. Der Gegner aus Paderborn ist bekanntermaßen in der letzten Saison durch die Relegation in die Bundesliga aufgestiegen. Man hat einen ordentlichen Saisonstart hingelegt. Man konnte aus sechs Spielen fünf Punkte holen, allerdings steht man aktuell auf dem 16. Tabellenplatz. In Mainz gelang zum Saisonauftakt ein Unentschieden, gegen Hoffenheim holte man am vierten Spieltag den ersten Heimsieg der Saison. Gegen Dortmund, Freiburg und Stuttgart konnte man keine Punkte holen. Zuletzt holten die Ostwestfalen ein 2:2-Unentschieden in Bremen. Hier gab man allerdings eine 2:0-Führung aus der Hand.
Auf der anderen Seite steht der HSV aktuell auf dem neunten Platz der Tabelle. Nachdem man die ersten drei Spiele klar unterlegen verlor, konnte man aus den letzten drei Spielen alle neun Punkte holen. Das letzte Auswärtsspiel in Hoffenheim konnte man ebenso wie das Heimspiel am vergangenen Samstag spät für sich entscheiden.
Das letzte Aufeinandertreffen zwischen dem SC Paderborn und dem HSV fand in Paderborn statt, damals konnte der SCP die Partie mit 2:0 für sich entscheiden. Der HSV hatte in diesem Spiel zwar deutlich mehr Ballbesitz, konnte aber kaum Kapital schlagen. Die Paderborner schlugen auf der Gegenseite zweimal eiskalt zu und gewannen die Partie am Ende verdient.
Der Gegner im Check
Beim SC Paderborn können wir von einer Dreier- oder Fünferkette ausgehen. Ihre Schlüsselspieler spielen mit Curda und Obermair auf beiden Schienenpositionen. Vor der Abwehrkette hat man mit Castaneda einen klaren Sechser, vor dem zwei variable Mittelfeldspieler spielen. Ganz vorne spielt es der SCP meistens mit zwei Stürmern. Die voraussichtliche Aufstellung liest sich wie folgt:
Noll – ter Horst – Scheller – Hansen – Curda – Castaneda – Obermair – Ulrich – Vidovic – Marino – Tigges
Die Ostwestfalen haben mit 49 Prozent Ballbesitz im Schnitt einen wirklich ordentlichen Wert für einen Aufsteiger, definieren sich aber vor allem über Zweikämpfe und Kopfballduelle sowie Umschaltsituationen. Was die Laufdaten angeht, steht man sowohl bei den gelaufenen Kilometern als auch bei den Sprints auf Platz 18 der Bundesliga. Man versucht immer wieder, dem Gegner das Spielgeschehen zu überlassen, um dann durch Ballgewinne in Umschaltmomente zu kommen, bei denen man die unsortierte Defensive des Gegners attackieren will.
Personal und mögliche Aufstellung beim HSV
Beim HSV fehlen für diese Woche bekanntermaßen Mario Vuskovic und Nicolai Remberg. Zudem sind aktuell Capaldo und Torunarigha fraglich, die beide unter der Woche Probleme hatten. Ansonsten sind alle fit, mit Jatta und Daka und Lokonga kommen drei Spieler dazu, die am Samstag gegen Stuttgart nicht spielen konnten.
Aktuell gehe ich davon aus, dass der HSV so wenig wie möglich tauscht, deswegen erwarte ich folgende Aufstellung:
Heuer Fernandes im Tor
Davor Omari, Bornauw und Capaldo
Links Lemke und rechts Wolfe
Im Zentrum Nadir, Adeline und Muheim
Davor Vieira als Spielmacher
Im Sturmzentrum dann Yussuf Poulsen
Sollte Capaldo ausfallen, würde wohl Nandja reinrücken, sollte Torunarigha fit werden, ist er natürlich auch eine Option.
Auf den Schienen könnte El Ouahdi wieder zum Einsatz kommen, ich sehe aktuell aber keinen Grund, warum man das umstellen sollte, das hat in den vergangenen Spielen gut funktioniert. Sicherlich spielt Wolfe lieber auf der linken Seite, aber aktuell würde ich ihn wieder auf rechts und Lemke auf links stellen.
Im Zentrum hat man nun mit Groenbaek und Lokonga zwei Rückkehrer, man weiß bei beiden aber nicht, wie viel sie aktuell gehen können. Auch im Zentrum würde ich erst mal so starten wie gegen Stuttgart.
Man hätte dann noch einiges an Qualität auf der Bank. Mit Lokonga, Groenbaek und El Ouahdi hätte man drei Spieler auf der Bank, die das Spiel hinten heraus noch einmal verändern könnten. Zudem kann man auch noch Spieler wie Stange oder Moffi bringen.
Der Matchplan: Kompakt stehen und Umschaltmomente nutzen
Was das Spielerische angeht, würde ich mich tatsächlich auch an den vergangenen Spieltag halten und erst mal tief stehen. Das mag jetzt für einige etwas komisch klingen, aber ich würde nicht unnötig ins offene Messer laufen wollen. Paderborn kommt meist über Umschaltmomente und definiert sich nicht maßgeblich über offensiven Kombinationsfußball von hinten heraus. Sie lauern darauf, Umschaltmomente zu bekommen, genau das sollte man ihnen nicht geben. Paderborn ist die Heimmannschaft, und auch wenn der HSV hier tendenziell als Favorit reingeht, wäre ein Punkt in diesem Spiel für mich kein Beinbruch. Sollte man stabil stehen, kann man selber in Umschaltmomente kommen, und diese muss man dann effektiv nutzen.
Nur weil der HSV tabellarisch besser dasteht, heißt es nicht, dass er dem Gegner sein eigenes Spiel aufdrücken muss. Sicherlich wird der HSV auch dann einige Ballbesitzphasen haben, weil Paderborn nicht die Mannschaft ist, die 90 Minuten hoch anläuft. Dann gilt es mit dem Ball die Überzahl im Mittelfeld auszunutzen. Mit Vieira, der sich sicherlich fallen lassen wird, hat man eine Vier-gegen-Drei-Überzahl im Mittelfeld, da Paderborn mit zwei Stürmern spielt. Da kann sich natürlich einer fallen lassen, aber der Stürmer der Paderborner wird nicht jeden Weg defensiv mit ins Zentrum gehen. Dann gilt es durch kluges Überzahlspiel Räume zu überbrücken, um den Ball in die gefährlichen Zonen des Gegners zu bringen.
Wichtig wird hier aber weiterhin auch die Absicherung sein. Sollte Capaldo mitspielen, muss man schauen, dass neben Bornauw und Omari noch mindestens ein weiterer Spieler hinten absichert, damit man bei Umschaltmomenten nicht in der Unterzahl ist. Die dritte Absicherung kann Capaldo sein, sollte dieser aber vorrücken, muss einer aus dem Mittelfeld hinten bleiben.
Dann würde ich noch auf den Punkt von Mats aus dem letzten YouTube-Talk zu sprechen kommen, und zwar das Thema Flanken. Auch ich finde, dass der HSV mehr auf Flanken setzen sollte, vor allem in den Phasen, wo Paderborn einem den Ball überlässt. Man hat auf den Schienen mit Lemke und Wolfe Spieler, die durchaus auch mal gute Flanken bringen können. Mit Poulsen hat man vorne jemanden, der gut in der Luft ist, und auch ein Terem Moffi hat in Hoffenheim gezeigt, was er mit dem Ball machen kann, wenn er eine gute Flanke bekommt. Paderborn ist bis jetzt nicht zwangsläufig die Mannschaft, die jedes Kopfballduell gewinnt, also warum nicht mal versuchen? Und jeder Ball, der ins Zentrum kommt, kann auch durch Umwege gefährlich werden, aber eben nur, wenn er dann auch im Zentrum landet.
Das Spiel ist natürlich mal wieder ausverkauft, die Karten für den Auswärtsblock waren in wenigen Minuten vergriffen. Aber sicherlich wird sich auch der eine oder andere HSV-Fan Tickets in den Nebenbereichen geholt haben. Der HSV wird also auch in Paderborn wieder lautstark unterstützt, jetzt gilt es, die gleiche Mentalität und den Ehrgeiz aus den letzten Spielen mitzunehmen. Man hat aus den letzten drei Spielen die volle Punktzahl mitgenommen, das muss Selbstvertrauen geben, und so muss man auch in Paderborn auftreten. Mit voller Überzeugung den erarbeiteten Plan umsetzen und mit vollem Ehrgeiz in jedes einzelne Duell gehen.
Tom
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