Analyse

HSV-Zentrum: Drei Mittelfeldspieler oder doch eine Doppel-Sechs?

Am Wochenende lief der HSV mit einer neuen Mittelfeld-Konstellation auf. Eine Analyse über offensive Freiheiten, defensive Absicherung und die Personalfragen der kommenden Wochen.

HSV-Zentrum: Drei Mittelfeldspieler oder doch eine Doppel-Sechs?

Moin zusammen,

am Wochenende kam es zu einer taktischen Umstellung im HSV-System, die ich zwar auch im Vorbericht erwähnte, zu diesem Zeitpunkt aber als unrealistisch empfand. Der HSV ersetzte Remberg und Lokonga in einem Mittelfeld mit drei Spielern, die tendenziell eher offensive als defensive Mittelfeldspieler waren. Und das merkte man meiner Meinung nach auch direkt in den ersten 15 Minuten. Der HSV fand keinen Zugriff, es wirkte, als ob im Zentrum keiner wusste, wer sein Gegenspieler ist. Die Stuttgarter kamen häufig im Zentrum an den Ball und trafen auf einen unsortierten HSV. Man schlug kein Kapital daraus, der HSV wurde dann stärker.

Umso länger das Spiel dauerte, umso besser spielten sich Miro Muheim, Bilal Nadir und Martin Adeline ein. Vor allem Adeline und Nadir machten ihr bestes Spiel im HSV-Dress. Dennoch gab es aus meiner Sicht weiterhin einige Momente, in denen die Rückwärtsbewegung nicht passte, wodurch wieder einmal die Zuteilung vor der Fünferkette unpassend war. Sobald alle drei Spieler auf einer Höhe standen, passte das alles weitestgehend, aber vor allem in defensiven Umschaltmomenten gibt es da weiterhin Luft nach oben. Man kann es allen drei Spielern eigentlich auch nicht verübeln: Adeline war letztes Jahr Spielmacher hinter der Spitze, Nadir spielte meistens neben einem klaren Sechser. Muheim spielt diese Position ja erst ein paar Wochen, aber auch er hat bekanntermaßen einen Drang hin zum Offensivspiel.

Die große Frage: Wie plant der HSV im Zentrum?

Jetzt kommen wir zu der Frage, die zentral für die nächsten Wochen ist: Wie plant der HSV im Zentrum? Man hat am Wochenende gesehen, dass es funktionieren kann, es bedarf aber noch mehr defensiver Abstimmung und einer besseren Zuteilung. Man hat am Samstag zudem mit Lokonga wieder einen Mann mehr für das Zentrum. Zudem war auch Albert Grønbæk wieder auf dem Platz, er wird in den nächsten Wochen sicherlich wieder fit für die Startelf sein. Sollte Vieira dann auch fit sein, müsste man tendenziell sowieso wieder auf zwei Sechser und einen Zehner stellen. Oder vielleicht ist Grønbæk auch eine Option als dritter Mittelfeldspieler hinter einem Stürmer und Vieira? Somit wäre man zumindest nominell breit auf dieser Position aufgestellt und hätte fünf Spieler, die auf dieser Position spielen könnten.

Und einen weiteren Mann gibt es ja auch noch: Kofi Amoako. Der HSV hatte den 21-Jährigen im Sommer ja als Remberg-Ersatz geholt, aktuell wirkt es aber noch nicht so, als ob Amoako Remberg eins zu eins ersetzt. Die Systemumstellung kann natürlich auch mit dem Ausfall von Lokonga zusammenhängen, aber in Hoffenheim wurde das Ganze ja auch so gespielt. Es könnte also durchaus sein, dass der HSV auch in Zukunft auf drei Spieler vor der Fünferkette setzt. Ich persönlich hätte Amoako trotzdem gerne auf dem Platz. Entweder als Spieler in diesem Dreier-Mittelfeld oder als klare Sechs neben einem Spielmacher wie Lokonga. Denn Amoako hat eine Fähigkeit, die alle anderen Mittelfeldspieler abgesehen von Remberg nicht haben, und das ist seine Positionstreue auf der Sechs. Er ist kein Spieler, der bei jedem Angriff mit zum gegnerischen Strafraum sprintet, er hat seine Qualitäten eben weiter hinten.

Aber das wäre im Falle des HSV meiner Meinung nach sehr wichtig, da man eben eine klare Absicherung im Mittelfeld und vor der Fünferkette hat. Vor allem wenn Capaldo mit nach vorne geht, ist die Absicherung wichtig. Und da hätte man mit Amoako eben einen klaren Abräumer vor der Abwehrkette.

Fazit und Ausblick

Abschließend können für mich beide Optionen funktionieren. Entweder spielt man mit Amoako als Absicherung, egal ob Doppel-Sechs oder Dreier-Mittelfeld, oder man spielt mit drei Leuten im Mittelfeld, muss dann in den nächsten Wochen aber den Fokus auf die defensive Abstimmung setzen. Es braucht aus dem Mittelfeld immer einen Spieler, der vor der letzten Kette das Mittelfeld absichert, unabhängig davon, ob man zwei, drei oder vier Spieler im Mittelfeld hat. Das kann mit oder ohne Amoako klappen, muss aber funktionieren, damit man nicht in unnötige Konter läuft und dann defensiv in Unterzahl ist.

Schreibt doch gerne mal rein, wie ihr das Mittelfeld strukturieren würdet.

Tom

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2 Kommentare

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DU
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Abräumervor 1 Std.
Bornauw fand ich gegen Stuttgart gut. Er hat 75 % der Zweikämpfe und 75 % der Luftzweikämpfe gewonnen.
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F
FranzLeitnervor 9 Min.
Der Junge ist nicht so schlecht. Sicher kein L. Vuskovic, aber absolut solide.
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Lies weiter Analyse Polzins HSV-Rezept: Anpassung schlägt Schönspielerei Erst Köln, dann Hoffenheim, jetzt Stuttgart. Der HSV gewinnt plötzlich dreimal hintereinander – und jedes Mal auf eine andere Art. Gegen den VfB fehlten mit Nicolai Remberg und Albert Sambi Lokonga ausgerechnet zwei zentrale Mittelfeldspieler. Trotzdem hielt die Mannschaft dagegen, verteidigte leidenschaftlich und bekam am Ende wieder diesen einen Moment von Miro Muheim. Für mich ist genau das momentan die spannendste Entwicklung: Der HSV beginnt, Spiele zu gewinnen, die er vor wenigen Wochen wahrscheinlich noch verloren hätte. Weiterlesen