Spielbericht

Alte Muster in Ostwestfalen: HSV verliert verdient in Paderborn

Wieder keine Punkte beim SC Paderborn: Nach einer passiven Leistung und zu wenig Entlastung mit dem Ball verliert der HSV das Auswärtsspiel spät mit 0:1.

Alte Muster in Ostwestfalen: HSV verliert verdient in Paderborn

Moin zusammen,

der HSV hat sein Auswärtsspiel beim SC Paderborn verloren. Man verliert das Spiel in Paderborn nach dem gleichen Schema wie man bereits in den letzten Jahren in Paderborn verlor: Mit zu viel Passivität gegen den Ball und zu wenig Ideen mit dem Ball.

Früher Wechsel und zäher Beginn

Das Spiel begann mit engagierten Paderbornern, die den HSV hoch anliefen. So entstand früh eine Partie, die spielerisch nicht viel zu bieten hatte. Der HSV stand tief und versuchte über Umschaltmomente nach vorne zu kommen. Die Paderborner liefen hoch an und zwangen den HSV immer wieder zum langen Ball. Diesen konnte der HSV nicht verwerten, und Paderborn versuchte von hinten aufzubauen. Das gelang aber auch nicht.

Die einzige nennenswerte Torchance hatten die Ostwestfalen direkt zu Beginn mit einem Abschluss nach einem Freistoß. Danach gab es beim HSV den ersten Wechsel: Vieira musste verletzt runter, für ihn kam Stange in die Partie. Das änderte aber nicht viel am Spiel. Viel mehr außer weiter harmlose Standards kamen bei beiden Teams nicht zustande. Der HSV hatte nur eine nennenswerte Aktion, als Wolfe in den Strafraum eindringen konnte, der Pass in die Mitte kam aber nicht an. Nach müden 45 Minuten pfiff Schiedsrichter Petersen zur Halbzeit.

Später Nackenschlag besiegelt Niederlage

Die zweite Halbzeit begann erneut mit druckvollen Paderbornern. Direkt in der 47. Minute gab es eine gute Chance, Heuer Fernandes parierte aus kürzester Distanz. Der HSV kam zu zwei guten Umschaltsituationen, spielte diese aber schlecht aus und kam weiterhin nicht zu guten Torchancen.

Die Paderborner hingegen kamen von Minute zu Minute besser rein und wurden offensiv stärker. Vor allem ab der 65. Minute wird das Spiel dann wilder. Während der HSV weitestgehend passiv bleibt, bekommt Paderborn noch mehr Dominanz. In der 73. Minute hat Paderborn dann erneut eine Doppelchance, erst hält Heuer Fernandes gut, dann rettet der Pfosten für den HSV. Paderborn probierte es weiter, und in der 88. Spielminute war es dann so weit.

Nachdem Omari einen Ball rausköpft, bekommen Adeline und Wolfe nicht genug Druck auf Götze, der Philippe nach einem Zusammenspiel einsetzen kann. Wie es beim HSV immer so ist, ist es dann Rayan Philippe, der den Ball aus guten 18 Metern ins Tor schießt. Heuer Fernandes sieht den Ball spät, sieht aber auch unglücklich aus, weil der Ball relativ zentral im Tor einschlägt. Der Fehler ist aber vorher, denn der HSV schafft es mal wieder nicht, genug Druck auf den Gegner auszuüben, und so steht Philippe 18 Meter vor dem Tor und hat eine freie Schussbahn.

Danach versucht der HSV noch einmal nach vorne zu kommen, das Ganze endet aber fast noch im 2:0 von Rayan Philippe, der den Ball nur noch ins leere Tor schießen muss. Er wird im letzten Moment von Adeline gestört und schießt daneben. Danach ist das Spiel zu Ende.

Fazit und Blick nach vorn

Der HSV verliert das Spiel in Paderborn so, wie er es immer verliert. Man kommt schwer ins Spiel, hat zu häufig nicht genügend Gegnerdruck und stärkt dadurch den Gegner. Man verpasst es dann, Ruhe ins Spiel zu bekommen, und wird hinten reingedrückt. Wie es dann beim HSV immer so kommt, ist es dann erneut ein ehemaliger HSVer, der das entscheidende Tor erzielt. Zuletzt war es immer Bilbija, heute ist es Philippe. Es ist das Abbild vor allem der zweiten Halbzeit.

Dass der HSV tief steht, ist an sich kein Problem. Es wird aber dann problematisch, wenn man in der eigenen Hälfte nicht genug Gegnerdruck aufbaut und passiv wird. Wenn man den Gegner um den 16er spielen lässt, ohne aggressiv gegenzugehen, macht man den Gegner unnötig stark und lässt vermeidbare Torchancen zu. Das Tor für den SC Paderborn war in der zweiten Halbzeit am Ende eigentlich nur noch eine Frage der Zeit. Mit dem Ball hat man es zudem gar nicht geschafft, richtige Torchancen zu erspielen. Man hat es selten geschafft, den Ball kontrolliert nach vorne zu bringen; wenn man Umschaltmomente hatte, hat man den Ball viel zu einfach verloren. Das reicht dann einfach nicht, auch nicht gegen einen Gegner wie den SC Paderborn, der tendenziell den schwächeren Kader hat.

Ein Ausfall von Vieira darf dann ebenso wenig eine Ausrede sein wie eine Argumentation um ein Foul. Das hätte man sicherlich geben können, aber anstatt den Gegner zu attackieren, bleibt man passiv und hofft, dass das Foul abgepfiffen wird. Sicherlich kann es klug sein, in so einer Situation liegen zu bleiben, am Ende hätte ein direktes Aufstehen aber eventuell ein Gegentor verhindern können.

Der HSV verliert das Spiel am Ende zwar spät, aber durchaus verdient. Mit einem 0:0 hätte man hier sehr zufrieden sein müssen, der Nackenschlag kurz vor Schluss war aber das Abbild eines Spiels, das der HSV seit mehreren Jahren immer nach dem gleichen Schema in Paderborn verliert. Und er verliert es auch immer wieder verdient.

Nun gilt es, dieses Ergebnis schnell abzuhaken, denn am Dienstag steht direkt das nächste Spiel im Pokal gegen Frankfurt an. Wie viel der HSV rotieren kann, werden wir erst in den nächsten Tagen wissen, denn mit den Verletzungen von Nadir und Vieira werden die Verletzungssorgen nicht weniger. Dennoch gilt es jetzt, dieses Spiel schnellstmöglich abzuhaken und die entscheidenden Konsequenzen aus der Analyse zu ziehen.

Die Noten

  • Heuer Fernandes (Note 2-): Er hielt den HSV lange im Spiel. Am Ende sieht er beim Tor unglücklich aus, der war sicherlich haltbar. Er sieht den Ball aber auch spät. Dennoch bis auf das Gegentor eine gute Leistung, die am Ende dennoch nicht für die Null hinten reicht.
  • Warmed Omari (Note 5-): Das ist mit und gegen den Ball einfach zu wenig. Ein Abstoß ins Aus ist eine Ansage. Vor dem 1:0 kann man Foul argumentieren, es wäre aber der Weg gewesen, gleich aufzustehen, anstatt rumzuliegen.
  • Sebastiaan Bornauw (Note 4): Er gewann viele Kopfballduelle und war hinten drin auffälliger. Aber auch er bekam es nicht hin, die Abwehr so zu sortieren, dass man mehr Ruhe und mehr Druck ins Spiel bekommt.
  • Shafiq Nandja (Note 4-): Er kam gut rein, mit dem erhöhten Druck der Paderborner ließ auch seine Leistung nach. Er ist jung und sicherlich talentiert, aber auch bei ihm war mehr drin.
  • Martin Adeline (Note 4-): Er lief und versuchte, aber vor allem mit dem Ball viel zu viele Ballverluste. Gegen den Ball arbeitete er intensiv, aber auch da fehlte teilweise die Aggressivität.
  • Miro Muheim (Note 4-): Dieses Mal mit dem Ball zu wenig. Gegen den Ball war das auch nicht genug. Er braucht mMn einen klaren Sechser neben sich.
  • Bilal Nadir (Note 3): Er machte wieder ein gutes Spiel, gewann häufig den Ball und war der Ankerpunkt, wenn der HSV mit Ball unter Druck geriet. Er war der beste Feldspieler des HSV.
  • David Moeller Wolfe (Note 4-): Er arbeitet viel, aber heute sehr unauffällig. Teilweise auch zu passiv gegen den Ball. Mit dem Ball quasi nicht zu sehen, bei der Aktion in der ersten Halbzeit muss er den Ball im Strafraum an den Mann bringen.
  • Fabio Vieira: Musste früh verletzt runter, gute Besserung!
  • Zakaria El Ouahdi (Note 4): Er war gegen den Ball aggressiv und brachte ab und zu Tempo in Spiel. Allerdings konnte er vor allem offensiv kaum Akzente setzen. Er kam zu selten zum Flanken, und wenn er zum Flanken kam, kamen diese Flanken nicht an.
  • Yussuf Poulsen (Note 5): Er war heute gar nicht im Spiel. Er schaffte es selten, Bälle festzumachen.
  • Otto Stange (Note 4-): Er war sehr engagiert, immer noch etwas wild und ungestüm. Er brachte mehr Tempo rein, bekam aber auch sehr wenig Bälle. Dennoch auch von ihm zu wenig.
  • Albert Sambi Lokonga (Note 4-): Er kam rein und sollte das Spiel beruhigen, dass hat er nicht geschafft. Zudem gewann er entscheidend Zweikämpfe nicht. Nadir zeigt aktuell besser Leistungen als Lokonga
  • Albert Groenbaek (Note 4-): Auch er konnte dem Spiel nicht seinen Stempel aufdrücken. Es gab natürlich auch wenig Aktionen nach vorne, aber er machte auch in den Umschaltmomenten zu wenig Tempo
  • Roessing-Lelesiit: Kam spät, konnte keine Akzente setzen.

Spieldaten

  • SCP: Noll – ter Horst (62. Götze) – Scheller – Hansen – Curda – Castaneda – Obermair – Ulrich (71. Philippe) – Vidovic (45. Baack) – Marino (79. Michel) – Tigges (62. Pieringer)
  • HSV: Heuer Fernandes – Nandja – Bornauw – Omari – El Ouahdi – Adeline – Nadir (71. Lokonga) – Muheim (71. Groenbaek) – Wolfe – Vieira (13. Stange, 79. Roessing-Lelesiit) – Poulsen (45. Moffi)
  • Schiedsrichter: Martin Petersen
  • Zuschauer: 15.000 (ausverkauft)

Diskussion

18 Kommentare

Diskutier mit!

Registriere dich kostenlos — dann kannst du unter den Beiträgen mitdiskutieren, antworten und liken.

Jetzt kostenlos registrierenAnmelden
DU
Bleib fair — wir moderieren mit Augenmaß.
Flotti McFlottvor 1 Std.
1/5 der Saison vorbei, Zeit für ein erstes Zwischenfazit: Der HSV hat noch in KEINEM der bisherigen Saisonspiele überzeugt. Wenn Hoffenheim sich nicht die rote Karte holt und Perles „cleverer Plan“ gegen Stuttgart nicht aufgeht, stehst du heute mit 3 Punkten auf Platz 18. Und man dürfte sich nicht mal beschweren. Die ersten drei Auftritte waren tasmaniaesk, danach konnte man tatsächlich eine dezente Leistungssteigerung wahrnehmen - eine gute oder gar sehr gute Leistung gab es bisher allerdings nicht. Das war im weitesten Sinne erwartbar - macht die Vertragsverlängerung mit dem Clownstrainer aber umso unverständlicher. Ehrlich gesagt, sehe ich im Moment keinen Grund, warum sich kurz- bis mittelfristig irgendwas zum positiven ändern sollte. Alle haben sich lieb, gemeinsam geht es gegen alle und Sachbearbeiterin Krüger hätte überhaupt nicht die Eier, den Trainer gegen den Willen von Präsident Eierkopp und den versoffenen Brüllorks zu feuern … eine brandgefährliche Gemengelage in meinen Augen.☝🏼 @Grattler & Hirnlosen: platziert euren dampfenden Haufen bitte hier 👇👇👇
7
Jack Ryanvor 45 Min.
Zurück aus dem Stadion. Ich muss gestehen, ich bin verwirrt. Hatte ich doch die letzten Wochen von (form)-stärksten und fittesten Poulsen der letzen Dekade gelesen. Hatte ich doch vom neuen Nationalstürmer Stange gelesen. Hatte ich gelesen, dass die Grundlagen für die überragenden und verdienten Siege gegen Köln, Hoffenheim und Stuttgart in der Saisonvorbereitung gelegt wurden. Heute nun die Realität! Der HSV kann selbst gegen einen potenziellen Abstiegskandidaten wie Paderborn ohne Glück nicht punkten, ein Torschuss in 90 Minuten ist erschütternd. Hatte ich nicht gelesen, dass man durch die großartige Transferplanung von Klaus Kroster endlich breit genug aufgestellt sei? Heute nun wird über das Verletzungspech gejammert und als Ausrede für eine indiskutable Leistung genommen. Wieder einmal ist der HSV weniger gelaufen als der Gegner, wieder haben sich einige Spieler verletzt und das hat seine Gründe: Die Mannschaft ist nicht fit, nicht austrainiert. Das Verhalten des Trainerteams ist im Übrigen absolut unwürdig.
5
T
Tomstervor 41 Min.
Das ist die verdammte Realität.
2
Meatyvor 39 Min.
Wer sich so plan- u. hilflos gegen biedere Paderborner abkochen lässt, der hat Bundesliga immer noch nicht kapiert! Der HSV macht mit Zittersiege einen Minischritt nach vorne, verkauft es als großen Wurf, um dann mit einem erbärmlichen Auftritt wieder drei Schritte zurück zu machen! Der Alibi-Trainer stellt sich nach dem Spiel noch hin und fabuliert über das angebliche Foul an Omari, anstatt diese unterirdische Leistung seiner Truppe anzuprangern! Nur zu gerne würde ich wissen, was dieser Trainerlehrling seinen Kickern in der Halbzeitpause auf den Weg gegeben hat!?! Ohne Mut, Wille und Biss spielte es der HSV in der zweiten Hälfte runter, und war nicht einmal in der Lage, einen einzigen guten Angriff zu starten! Eine Weiterentwicklung kann ich beim HSV nicht erkennen. Ein Angriffsspiel, dass ohne Vieira so hilf- u. einfallslos war, dass der Paderborner-Torhüter mit einem klinisch reinen Trikot das Spiel beendete! Typisch HSV: Siege größer machen als sie in Wirklichkeit waren und sich diese doppelt auf sein Verantwortlichen- Konto anschreiben zu lassen, und bei Nullingerleistungen den Schiedsrichter kritisieren! Fehlte eigentlich nur noch, dass Polzin nach der Partie ein: "wir bleiben bei uns" von sich gegeben hätte, dann wäre diese erbärmliche Blamage in Paderborn perfekt gewesen! Wann wacht dieser Verein endlich auf und schaltet auf professionellen Fußballdauerbetrieb mit Leistungsprinzip um, wo solch eine Leistungsverweigerung seiner hochbezahlten Kicker schon zur Halbzeitpause mal deutlich angeprangert wird? Was willste auch von so einem Kindergarten-Onkel wie Polzin verlangen!
4
R
Rollercoastervor 31 Min.
Die Frage muss man stellen: wie kann es sein, das relativ am Anfang der Saison, nach drei Wochen Länderspielpause, so viele Spieler a) angeschlagen sind und b) so anfällig für Verletzungen sind?! Was laeuft da falsch? Der „halbe“ Kader ist im Lazarett, angeschlagene Spieler mit Historie gehen gleich kaputt.
3
A
AlwaysHSVvor 12 Min.
Liegt sicher an den drei intensiven Trainingslagern. Zumindest, wenn man der kritiklosen Jubelpresse glauben will.
0
A
AlwaysHSVvor 50 Min.
Polzin wollte mit dem Plan, der gegen mitspielende Gegner mit Glück funktionieren kann, gegen einen potentiellen Absteiger erfolgreich sein. Finde den Fehler
2
A
atarivor 1 Std.
Tja, kaum war die Invalidenwiese etwas übersichtlicher, kommen mit Vieira und Nadir schon die nächsten Patienten dazu. Wie schwer es ist, muss man natürlich erst abwarten. Unabhängig davon war Paderborn aber auch sportlich ernüchternd. Kaum eigene Torchancen, viel Passivität und ein Poulsen, der vorne praktisch nicht stattfand. Die drei Siege waren schön und wichtig, haben aber offensichtlich nicht sämtliche Probleme verschwinden lassen. Genau deshalb war mir die Euphorie danach etwas zu groß. Und dass ausgerechnet Philippe sein erstes Saisontor gegen den HSV macht, passt dann leider auch noch perfekt ins Drehbuch.
1
JeanLuc_HHvor 57 Min.
3 glückliche Siege. Hat nur beim HSV noch keiner begriffen. Haben sich wohl nach dem Ergebnis gegen Stuttgart wie die Könige gefühlt. Es bleibt dabei- die Kapelle spielt gegen den Abstieg.
1
MeinVerein2021vor 53 Min.
Ich fang an, mir ernsthaft Sorgen zu machen. Warum geht gegen Paderborn zum wiederholten Mal gar nichts?? Wenn Trainer und Mannschaft einen seriösen Auftritt nach allen gemachten Erfahrungen gegen diesen Gegner nicht hinbekommen, was kann man dann noch erwarten? Nicht viel fürchte ich. Ich bin für heute völlig bedient, auch wenn ich so ein Spiel des HSV schon befürchtet hatte. Hoffentlich sind die Verletzungen nicht so schwer.
1
B
boeller_mvor 47 Min.
Zitat:Das reicht dann einfach nicht, auch nicht gegen einen Gegner wie den SC Paderborn, der tendenziell den schwächeren Kader hat. Einfach mal vom hohen Ross runter steigen. Als wenn der HSV eine tolle Mannschaft hätte. Eigentlich nur lt. HH Presse
1
JohnMcClanevor 34 Min.
Sind so viele Verletzungen wirklich nur Pech, oder kann man anhand der Laufwerte darauf schließen, dass die Mannschaft in keinem guten Zustand ist ?
1
JohnMcClanevor 32 Min.
Ergänzend noch, dass viele Spieler trotz (z.T. fast) kompletter Vorbereitung keine 90 Minuten spielen können !
1
A
atarivor 18 Min.
Für mich war das heute wesentlich alarmierender als einfach nur eine verdiente Auswärtsniederlage. Der HSV fährt zu einem Aufsteiger, der vor dem Spiel auf dem Relegationsplatz steht und in sechs Spielen gerade einmal fünf Tore erzielt hat – und beginnt im Wesentlichen mit Poulsen und Vieira als den beiden klaren Offensivkräften. Die Grundidee scheint erneut zu sein: tief stehen, kompakt bleiben und darauf hoffen, dass vorne irgendwann ein Umschaltmoment entsteht. Das Ergebnis dieser Vorsicht: kein einziger Schuss aufs Paderborner Tor in 90 Minuten. Paderborn hatte schon in der ersten Hälfte rund zwei Drittel Ballbesitz, und am Ende musste Heuer Fernandes mehrfach verhindern, dass das Spiel früher entschieden war. 1,42:0,55 xG gegen diesen Gegner sprechen ebenfalls eine ziemlich deutliche Sprache. Vieiras früher Ausfall ist ärgerlich, kann aber doch nicht erklären, warum danach über mehr als 75 Minuten praktisch kein Offensivspiel mehr stattfindet. Dafür besitzt man einen Bundesligakader und eine Bank. Wenn der Ausfall eines einzigen Kreativspielers ausreicht, damit gegen einen direkten Konkurrenten offensiv fast nichts mehr existiert, liegt das Problem tiefer. Und vielleicht sollte man nun auch die drei Siege davor etwas nüchterner betrachten. Gegen Stuttgart gewann der HSV trotz 34 Prozent Ballbesitz und 14:24 Abschlüssen durch ein Tor in der 88. Minute. Heute kam der Lucky Punch nicht – dafür wurde sichtbar, wie wenig eigene Spielgestaltung momentan vorhanden ist. Mich stört deshalb weniger das 0:1 als die Art und Weise. Gegen einen Gegner aus der eigenen Tabellenregion derart wenig Initiative und offensiven Anspruch zu zeigen, ist für mich erschreckend. Wenn das der Plan für den Klassenerhalt sein soll, wird man sehr häufig darauf angewiesen sein, dass der Gegner seine Chancen nicht nutzt und hinten irgendwann doch noch einer reinfällt. Das ist mir auf Dauer deutlich zu wenig.
1
H
HSV95vor 52 Min.
Hat Polzin überhaupt einen offensiven Plan ? Das war richtig schlecht heute. Und auffällig das dann heute auch nicht Scholle den Blog schreibt.
0
Absurdistan-26vor 39 Min.
Nein, es gibt keinen wirklichen Plan für die Offensive! Es gibt auch keinen strukturierten Spielaufbau.
0
Absurdistan-26vor 49 Min.
Meine Top 3 der unfähigsten HSV Trainer (in den letzten 20 Jahren) Oenning, Gisdol, Polzin . Bei den erstgenannten Sabbelköppen gab es immerhin ein halbwegs durchdachtes Offensivkonzept. Bei Polizin gibt's hier nur das Prinzip "Zufall hilft".
0
Flotti McFlottvor 37 Min.
Statt Gisdol könnte man allerdings auch Holleraxt in dieses Triumvirat der Trainerpfeifen aufnehmen. ☝🏼
1
Lies weiter Analyse HSV in Paderborn: Darauf kommt es im Auswärtsspiel an Der HSV reist am Samstag nach Paderborn und will die Siegesserie ausbauen. Vor dem Auswärtsspiel blicken wir auf Gegner, Aufstellung und den Matchplan. Weiterlesen