Nicht schön, nur effektiv – HSV holt Punkt gegen direkten Verfolger Köln

Nicht schön, nur effektiv – HSV holt Punkt gegen direkten Verfolger Köln

Der HSV spielt aktuell ganz sicher nicht seinen besten Fußball. Die Leichtigkeit der vergangenen Wochen scheint ein wenig verloren gegangen zu sein, das Offensivspiel wirkt phasenweise zäh, ideenarm, manchmal fast müde. Aber: Der HSV punktet. Und solange das der Fall ist, ist im Abstiegskampf erst einmal alles in Ordnung. Dieses 1:1 gegen den 1. FC Köln am Sonnabend im ausverkauften Volksparkstadion war so ein Spiel, das niemand in ein Best-of-Album dieser Saison aufnehmen wird. Aber es war eben auch eines dieser Spiele, die am Ende über eine Saison entscheiden können. Spiele, in denen es nicht um Schönheit geht, sondern darum, etwas mitzunehmen. Und genau das hat der HSV getan.

Der HSV lebt gerade von etwas, das im Fußball oft unterschätzt wird: Pragmatismus.

Man hatte über weite Strecken das Gefühl, dass die Mannschaft gerade ein wenig Tribut zollt für die intensive Spielweise der vergangenen Monate. Das aggressive Pressing, die hohe Laufbereitschaft, die vielen Zweikämpfe – all das hat Kraft gekostet. Vielleicht mehr, als man es im Moment auf den ersten Blick wahrnimmt. Was auf dem Platz zu sehen war, hatte deshalb weniger mit Spielfreude zu tun als mit Arbeit.

Torhüter Daniel Heuer Fernandes brachte es nach dem Spiel ziemlich nüchtern auf den Punkt:
„Das Ergebnis ist okay. Es war inhaltlich nicht unsere beste Leistung, aber es ist wieder ein Punktgewinn, den wir so mitnehmen. Wir können im Hinblick auf das Passtempo und die Positionierung ein paar Sachen besser machen. Letztlich halten wir den Gegner aber auf Abstand. Es war von beiden Seiten ein sehr kontrolliertes Spiel, viel Kampf auf beiden Seiten, keiner wollte das letzte Risiko gehen.“

Genau so fühlte sich dieser Abend auch an.

Die Partie begann zäh. Viel Mittelfeld, viele Zweikämpfe, wenig Spielfluss. Über eine halbe Stunde lang passierte offensiv praktisch nichts. Dann kam plötzlich dieser Moment, der den Fußball manchmal so besonders macht. Ein einziger Augenblick reicht – und ein ganzes Stadion steht Kopf.

Nach einem Pass von William Mikelbrencis nahm Fabio Vieira den Ball auf, erkannte, dass Kölns Torhüter Marvin Schwäbe einen Schritt zu weit vor seinem Tor stand, und lupfte den Ball mit dem Außenrist ins lange Eck. Ein Traumtor, ein Geniestreich in einem ansonsten eher zähen Spiel.

Vieira selbst konnte nach der Partie kaum verbergen, wie viel ihm dieser Treffer bedeutet:
„Es war ein tolles Tor. Sobald ich Augenkontakt mit Willi aufgenommen hatte, wusste ich, wohin er den Ball spielen würde. Ich hatte zugleich gesehen, dass der Keeper etwas vorn steht und habe ihn ins Netz gemacht. Es ist sicherlich unter den Top 3 meiner schönsten Tore. Ich bin glücklich darüber. Aktuell bekomme ich mehr und mehr Selbstvertrauen, werde langsam wieder der alte Fabio. Es war ein wichtiger Schritt für mich, nach Hamburg zu kommen, um wieder zu meinem vollen Potential zu kommen.“

Vieira wird Spieler des Spiels – und gibt Versprechen ab

Dass Vieira später zum Spieler des Spiels gewählt wurde, war keine Überraschung. In einer Partie, in der vieles Stückwerk blieb, war sein Moment der einzige echte Glanzpunkt.

Umso ärgerlicher aus Hamburger Sicht, dass Köln kurz vor der Pause ausgleichen konnte. Eine Ecke, ein kurzer Moment der Unordnung im Strafraum – und Said El Mala köpfte zum 1:1 ein. Danach entwickelte sich eine zweite Halbzeit, die genau das bestätigte, was viele schon zur Pause vermuteten: Heute würde hier nicht mehr viel passieren.

„Man hat gespürt, dass beide das Unentschieden halten wollten“, sagte HSV-Trainer Merlin Polzin später. „Es gab viele Zweikämpfe, viele Unterbrechungen und viele Unsauberkeiten. Mit dem Ball hat mir das weniger gefallen – da hatten wir schon bessere Leistungen. Das Tor war toll herausgespielt und wunderschön abgeschlossen. Ärgerlich war dann, dass wir kurz vor der Pause den Ausgleich kassieren. In der zweiten Hälfte war relativ wenig los. Wir nehmen den Punkt gerne mit, weil wir Woche für Woche punkten und die Saison stabil zu Ende spielen wollen.“

Tatsächlich war die zweite Hälfte über weite Strecken ein Spiel der Vorsicht. Köln hatte phasenweise etwas mehr Ballbesitz, der HSV lauerte auf Umschaltmomente. Wirklich gefährlich wurde es allerdings selten.

Mittelfeldspieler Nicolai Remberg analysierte das nach dem Abpfiff ziemlich treffend:
„Unterm Strich ist das Unentschieden ein gerechtes Ergebnis. Bis auf die Ecke haben wir gut verteidigt. Wir haben uns jedoch mehr erhofft. Die Gegner stellen sich mehr darauf ein, dass wir durch die Mitte gut Fußball spielen können, deshalb wollten wir heute vor allem über Konter und lange Bälle in die Tiefe kommen. Das hat ein, zwei Mal funktioniert, aber insgesamt eher zu selten.“

Der HSV ist offensiv zahnlos – Downs wieder unterirdisch

Der HSV blieb insgesamt offensiv erstaunlich harmlos. Besonders in der Spitze fehlte es an Durchschlagskraft – und auch an Präzision im letzten Drittel. Dass die Gastgeber kurz vor Schluss durch einen Kopfball von Daniel Elfadli noch einmal beinahe den Siegtreffer erzielt hätten, hätte dem Spielverlauf eigentlich nicht ganz entsprochen.

Auch Miro Muheim sprach nach dem Spiel ungewöhnlich offen über die Schwächen an diesem Abend:
„Nach dem Spielverlauf können wir mit einem Punkt gut leben. Heute war es sicherlich nicht unsere beste Leistung. Mit dem Ball waren wir nicht aktiv genug, hatten kaum Bewegung im Spiel und waren zu statisch. Auch gegen den Ball war es zu wenig von uns. Es lag nicht an unserer taktischen Ausrichtung, sondern daran, dass wir nicht ins Pressing gekommen sind. Wir waren in den Zweikämpfen nicht bissig genug. So wird es schwer, das eigene Spiel aufzuziehen.“

Und vielleicht beschreibt genau das die aktuelle Phase des HSV am besten. Die Mannschaft spielt gerade nicht brillant. Sie dominiert ihre Gegner nicht. Sie wirkt manchmal sogar ein wenig müde. Aber sie punktet. Und genau das ist im Moment entscheidend. Denn der Blick auf die Tabelle zeigt: Jeder Zähler zählt. Gerade in Spielen gegen direkte Konkurrenten ist es wichtig, zumindest nicht zu verlieren.

Punkt geholt, Köln auf Distanz gehalten – das ist okay

Der HSV hat Köln auf Distanz gehalten. Mehr war an diesem Abend vermutlich auch nicht drin. Schön ist das nicht. Aber manchmal ist Fußball eben genau so: ein bisschen zäh, ein bisschen dreckig, ein bisschen Arbeit. Und wenn am Ende ein Punkt dabei herausspringt, kann genau dieser Punkt irgendwann der sein, der eine ganze Saison entscheidet.

Ich bleibe auch dabei, Spiele nicht nach dem Äußeren zu bewerten. Spiele müssen nicht schön sein, um gut zu sein. Manchmal – und in genau dieser Phase steckt dieser HSV aktuell – geht es nur darum, zweckmäßig zu spielen. Und was bitte soll Polzin machen, wenn er im Angriff tatsächlich nur Underperformer zur Verfügung hat. Richtig: Er muss Mängelverwaltung betreiben. Dass Glatzel dabei so gar keine Rolle spielt – das ist unverständlich. Dass Downs immer wieder Spielzeit bekommt – das ist noch unverständlicher und würde mich an Glatzels Stelle zutiefst beleidigen. Aber, und damit runde ich diese Diskussion ab: Der HSV lebt gerade von etwas, das im Fußball oft unterschätzt wird: Pragmatismus. Und solange das funktioniert und der HSV sich mit letzten Kräften über die Ziellinie zum Klassenerhalt quält, soll es mir recht sein.

Und deshalb bin ich zwar etwas gelangweilt – aber nicht unzufrieden heute Abend. Ich hoffe, Euch geht es ähnlich…

In diesem Sinne, Euch allen noch ein schönes Wochenende!

Scholle

DIE EINZELBEWERTUNGEN:

Daniel Heuer Fernandes: War da, als er gebraucht wurde. Beim Tor war er chancenlos. Note: 3

William Mikelbrencis (bis 79.): Sensationeller Pass zum 1:0! Seine Qualitäten liegen in der Offensive. In der Defensive hat er einfach noch zu viele Themen. Note: 3

Fabio Baldé (ab 80.): Hatte noch zwei, drei gute Aktionen.

Luka Vuskovic: Er hat extrem viele sehr gute Szenen – und dann verliert er das Kopfballduell vor dem 1:1-Ausgleich.  Note:

Warmed Omari: Besser als zuletzt. Ich hoffe sehr, dass er im Laufe der Rückrunde noch mal an seine Vor-Verletzungs-Leistungsstärke kommt. Denn die braucht der HSV. Note: 3

Jordan Torunarigha (bis 79.): Unauffällig – aber das ist völlig okay so. Dazu ein paar wichtige Blocks Machte nichts falsch und erledigte seinen Job unaufgeregt. Note: 3

Daniel Elfadli (ab 80.): Hatte den Sieg auf dem Kopf, verpasste knapp. Schade.

Miro Muheim: Solide bis gut. Hinten ließ er nicht viel zu, nach vorn wurde er im Verlauf der zweiten Halbzeit besser.Note:

Albert-Sambi Lokonga: Das war sicher nicht sein bestes Spiel für den HSV – aber seine Ballsicherheit, seine Präsenz in den Räumen ist wichtig für den HSV.  Note:

Nicolai Remberg: Der Mann fürs Grobe machte seinem Spitznamen („Rambo“) wieder alle Ehre. So einen braucht jede Mannschaft.  Note: 3

Fabio Vieira (bis 90.): Der Feinfuß zeigte nach einer sehr durchwachsenen Anfangsphase, was Ballgefühl ist. Mit dem ersten Kontakt so zielgenau zu lupfen – Respekt!! Allerdings w3ar das ansonsten sehr übersichtlich. Note: 3

Philipp Otele (ab 90.) : Darf sich über die Punktprämie freuen.
Damion Downs (bis 66.): 
Die personifizierte Unterzahl. Unfassbar schwach. In allem. Weniger Torjäger als er, das geht kaum. Auch das immer wieder angepriesene Laufverhalten ist bei ihm hochgradig sinnfrei. Für mich bleibt er ein Rätsel. Wobei: Bei Mikelbrencis habe ich auch zweieinhalb Jahre dasselbe geschrieben, bis er endlich gute Spiele zeigt. Mal sehen… Note: 6

Otto Stange (ab 66.) : Wirkungslos. Note: 4

Ransford Königsdörffer (bis 66.): Sehr physischer Auftritt, der am Ende aber unbelohnt blieb. Aktionen hatte er wieder kaum welche. Besser als Downs war er aber. Wie alle anderen im Stadion auch. Note: 4

Jean-Luc Dompé (ab 67.): Machte keine Werbung für sich. Und das ist noch sehr, sehr nett formuliert. Machte Fehler, die gefährlich wurden. Bitterer Kurzauftritt! Note: 5

DIE STIMMEN ZUM SPIEL:

Daniel Heuer Fernandes: Das Ergebnis ist okay. Es war inhaltlich nicht unsere beste Leistung, aber es ist wieder ein Punktgewinn, den wir so mitnehmen. Wir können im Hinblick auf das Passtempo und die Positionierung ein paar Sachen besser machen. Letztlich halten wir den Gegner aber auf Abstand. Es war von beiden Seiten ein sehr kontrolliertes Spiel, viel Kampf auf beiden Seiten, keiner wollte das letzte Risiko gehen. 

Nicolai Remberg: Unterm Strich ist das Unentschieden ein gerechtes Ergebnis. Bis auf die Ecke haben wir gut verteidigt. Wir haben uns jedoch mehr erhofft. Die Gegner stellen sich mehr darauf ein, dass wir durch die Mitte gut Fußball spielen können, deshalb wollten wir heute vor allem über Konter und lange Bälle in die Tiefe kommen. Das hat ein, zwei Mal funktioniert, aber insgesamt eher zu selten. Auf beiden Seiten gab es immer mal wieder Konterchancen. Zudem hatte Elfadli am Ende eine gute Möglichkeit, aber fairerweise hatten wir bei ein, zwei Gegenangriffen das Glück auf unserer Seite.

Miro Muheim: Nach dem Spielverlauf können wir mit einem Punkt gut leben. Heute war es sicherlich nicht unsere beste Leistung. Mit dem Ball waren wir nicht aktiv genug, hatten kaum Bewegung im Spiel und waren zu statisch. Auch gegen den Ball war es zu wenig von uns. Es lag nicht an unserer taktischen Ausrichtung, sondern daran, dass wir nicht ins Pressing gekommen sind. Wir waren in den Zweikämpfen nicht bissig genug. So wird es schwer, das eigene Spiel aufzuziehen.

Fabio Vieira: Es war ein tolles Tor. Sobald ich Augenkontakt mit Willi aufgenommen hatte, wusste ich, wohin er den Ball spielen würde. Ich hatte zugleich gesehen, dass der Keeper etwas vorn steht und habe ihn ins Netz gemacht. Es ist sicherlich unter den Top 3 meiner schönsten Tore. Ich bin glücklich darüber. Aktuell bekomme ich mehr und mehr Selbstvertrauen, werde wieder der alte Fabio. Es war ein wichtiger Schritt für mich, nach Hamburg zu kommen, um wieder zu meinem vollen Potential zu kommen.

Merlin Polzin: Es gab viele Zweikämpfe, viele Unterbrechungen und viele Unsauberkeiten. Mit dem Ball hat mir das weniger gefallen – da hatten wir schon bessere Leistungen. Das Tor war toll herausgespielt und wunderschön abgeschlossen. Es lohnt sich definitiv, den Treffer noch mehrfach anzuschauen. Ärgerlich war dann, dass wir kurz vor der Pause den Ausgleich kassieren. In der zweiten Hälfte war relativ wenig los. Man hat gespürt, dass beide vor allem das Unentschieden halten wollten. Wir nehmen den Punkt gerne mit, weil wir Woche für Woche punkten und die Saison stabil zu Ende spielen wollen.

Lukas Kwasniok: Wir nehmen den Punkt mit, auch wenn es sich insgesamt so angefühlt hat, als hätten wir gewinnen können. Wir wollen aber nicht vermessen sein, zumal der Gegner sehr sehenswert in Führung geht – Vieira macht das weltklasse. Wie die Mannschaft darauf reagiert hat, war toll. Sie hat sich für den Aufwand bei Standardsituationen belohnt, auch nach der Ecke. In Summe haben wir keine klassischen Kopfballmonster auf dem Feld, aber wir arbeiten an dem Thema. In der zweiten Hälfte hatte ich das Gefühl, dass es ein Abnutzungskampf war. Richtig spannend wurde es eigentlich erst wieder in der Nachspielzeit, als zunächst Elfadli und dann wir durch Martel die Chance per Kopf auf den Sieg hatten.

DIE STATISTIK ZUM SPIEL:

HSV: Heuer Fernandes – Omari, L. Vuskovic, Torunarigha (79. Elfadli) – Mikelbrencis (79. Balde), Sambi Lokonga, Remberg, Muheim – Vieira (90.+2 Otele), Downs (66. Stange), Königsdörffer (66. Dompe)

1. FC Köln: Schwäbe – Krauß (84. Chavez), van den Berg, Özkacar, Lund – Martel, Johannesson, Niang (46. Maina), Kaminski (90.+1 Kainz), S. El Mala (74. Bülter) – Ache (74. Sebulonsen)

Tore: 1:0 Vieira (39.), 1:1 El Mala (45), 

Zuschauer: 57.000 (ausverkauft)       

Schiedsrichter: Tobias Welz (Wiesbaden)

Gelbe Karten: Remberg, Muheim / El Mala, Lund, Kaminski, Sebulonsen

Flutlicht im Volkspark: HSV will Köln im Abstiegskampf schlagen

Flutlicht im Volkspark: HSV will Köln im Abstiegskampf schlagen

Moin zusammen,

am Samstag spielt der HSV anlässlich des 26. Spieltages um 18:30 Uhr zu Hause gegen den 1. FC Köln. Die Kölner stehen momentan auf Platz 14. Aus den letzten 5 Spielen konnte man lediglich einen Punkt holen. Auf der anderen Seite steht der HSV momentan mit 29 Punkten auf Platz 10 der Bundesliga. Aus den letzten 5 Partien konnten die Rothosen 7 Punkte holen, zuletzt gewann man das wichtige Auswärtsspiel in Wolfsburg mit 1:2. Über dem Spiel steht wieder mal das Wort „Abstiegskampf“ Ähnliches galt auch beim letzten 1.-Liga-Auseinandertreffen im Volkspark 2018. Damals gewannen die Kölner mit 0:2. Die letzte Bundesliga-Partie gewannen die Domstädter zu Hause mit 4:1, das letzte Spiel im Volkspark konnte der HSV gewinnen.

Der 1. FC Köln

Die voraussichtliche Aufstellung der Kölner liest sich folgendermaßen:

Schwäbe – Kraußvan den BergÖzkacarLund – MartelJohannesson – MainaKaminskiS. El Mala – Ache

Viele der Spieler kennt man noch aus der 2. Liga, der aktuell bekannteste Spieler dürfte Said El Mala sein. Er kommt zwar meistens von der Bank, Kwasniok dürfte aber nur wenige Änderungen zum letzten Spiel vornehmen, in dem El-Mala startete. Ersetzen muss Kwasniok auf jeden Fall Simson-Pusey. Laut Kicker wird Özkacar für ihn spielen.

Die Kölner starteten furios in die Saison, teilweise wurde damals von einigen schon das Wort Europa verwendet. Mittlerweile befindet man sich auf einer Durststrecke und auch Trainer Kwasniok steht in der Kritik. Zum einen, da der Effzeh seinen Performances aus der Vergangenheit hinterherläuft, zum anderen, weil Kwasniok auch gerne polarisiert. Das kommt im Verbund mittlerweile nicht mehr so gut an. Teilweise war schon zu hören, dass dieses Spiel Kwasnioks letztes sein könnte, sofern der Effzeh nicht performt. Das hängt wohl nicht unbedingt nur vom Ergebnis ab. Spielt man allerdings so wie in Augsburg, wird die Kritik noch einmal lauter werden.

Personallage beim HSV

Beim HSV schaut die Personallage folgendermaßen aus:

Alexander Roessing-Lelelsiit fehlt weiterhin, auch Jatta ist nach wie vor verletzt. Gestern kam dann noch Poulsen dazu, bei ihm ist es der rechte Oberschenkel, er wird erneut länger pausieren müssen. Capaldo könnte wieder in den Kader rutschen, da muss man schauen, ob man das Restrisiko eingeht oder nicht. Bei Fabio Vieira ist alles gut, es gibt aktuell nichts, was ihn körperlich von einem Startelfeinsatz abhält. Zudem könnte Albert Groenbaek das erste Mal in den Kader rutschen.

Generell konnte man in der Pressekonferenz schon viel heraushören bezüglich der Startelf. Auf den meisten Positionen ist es mehr oder weniger klar, wer spielt.

Im Tor startet Heuer Fernandes

Davor wohl Torunarigha, Vuskovic und Omari. Hier wäre Elfadli auch eine Option, Capaldo würde, wenn, wohl nicht starten.

Links Muheim, rechts Mickelbrencis.

Im Zentrum Remberg neben Lokonga.

Vorne links Dompe, rechts Vieira und im Zentrum dann wohl Downs.

Nochmals zum Verständnis: Ich führe die Elf hier so auf, wie sie nominell auf dem Papier steht. Vieira wird im Spiel den 10er spielen, Mickelbrencis wird dann höher rücken und die rechte Außenbahn bespielen, während Dompe die linke Seite beackert.

Im Sturm wird wohl Downs starten, ich bin mir da aber noch nicht so ganz sicher, denn gegen Köln bedarf es auch gerne mal eines großen Stürmers, sofern man das Spielgeschehen übernimmt, wovon ich ausgehe. Sicherlich stehen die Chancen für Downs aktuell besser, aber irgendwie denke ich, dass Glatzel in diesem Spiel höhere Chancen hat als in anderen Spielen. Eventuell ist das aber auch nur mein Wunschdenken, ich selber würde auf jeden Fall mit einer klaren 9 starten.

Fazit

Ich habe es ja bereits in dieser Woche angedeutet. Ich gehe davon aus, dass der HSV in diesem Spiel spielerisch mehr zeigt als gegen Wolfsburg. Am Ende kommt es aber einfach nur darauf an, dieses Spiel zu gewinnen. Mit Kampfeswillen und Überzeugung muss man dieses Spiel angehen. Ich denke, der HSV wird versuchen, das Geschehen in die Hand zu nehmen und somit dann auch mehr den Ball haben. Wichtig ist, dass man mit dem Ball dann auch was anfängt. Mit Dompe hat man auf der linken Seite jemanden, der so ein Spiel entscheiden kann. Auch Vieira und Lokonga müssen in diesem Spiel zeigen, was für eine Klasse sie haben.

Es ist mal wieder ein Topspiel im Volkspark. Flutlicht, mit Köln, ein geiler Gegner und ein ausverkauftes Stadion. Das ist doch genau das, worauf wir uns in der Bundesliga gefreut haben. Wenn die Jungs auf dem Feld alles reinwerfen und die Fans das Stadion wieder zu einem absoluten Kessel machen, ist hier auf jeden Fall etwas drin für den HSV.

Tom

Der HSV braucht mehr Schultern – nicht mehr Rückholaktionen

Der HSV braucht mehr Schultern – nicht mehr Rückholaktionen

Beim HSV ist nach dem Aus von Sportvorstand Stefan Kuntz Anfang Januar zunächst einmal das eingetreten, was sich viele im Umfeld lange gewünscht haben: Ruhe. Sportlich ist man auf einem sehr ordentlichen Weg und könnte mit einem Sieg am Sonnabend gegen den 1. FC Köln einen riesengroßen Schritt in Richtung Klassenerhalt gehen. Folgerichtig sind alle ruhig. Es gibt keine täglichen Personaldebatten, keine hektischen Entscheidungen, keine öffentlich ausgetragenen Machtkämpfe. Sportdirektor Claus Costa hat mehr Verantwortung übernommen, Finanzvorstand Eric Huwer hält den wirtschaftlichen Kurs stabil. Der HSV wirkt derzeit geordnet.

Doch genau diese Ruhe birgt auch eine Gefahr: Sie darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die aktuelle Struktur auf Dauer zu schmal ist. Ein Bundesliga-Klub – und erst recht einer mit der Strahlkraft des HSV – ist längst ein hochkomplexes Unternehmen. Sportliche Strategie, Kaderplanung, wirtschaftliche Steuerung, Kommunikation, Politik, Sponsoren, Fans: All das lässt sich nicht dauerhaft auf zwei Schultern verteilen. Übergangsweise mag das funktionieren. Als langfristiges Modell wäre es fahrlässig.

Interessant ist in diesem Zusammenhang ausgerechnet der Hinweis von Jonas Boldt. Der ehemalige HSV-Sportvorstand warnte in der Sendung Sky90, es sei „gefährlich“, wenn ein Klub nur mit einem Vorstand oder Geschäftsführer arbeite. Das Geschäftsmodell Fußball sei inzwischen so komplex, dass man es kaum auf zwei Schultern verteilen könne. Diese Einschätzung ist absolut richtig.

Sie wirkt allerdings auch ein wenig doppeldeutig. Schließlich war es Boldt selbst, der während seiner Amtszeit ein drittes Vorstandsmitglied beim HSV eher verhindert als befördert hat. Dass er heute die Notwendigkeit eines breiter aufgestellten Führungsteams betont, zeigt zumindest eines: Selbst aus dieser Perspektive ist inzwischen die Erkenntnis gereift, dass ein moderner Klub mehrere starke Schultern braucht.

Parallel taucht nun wieder ein Name auf, den man in Hamburg natürlich kennt: Jonas Boldt selbst.


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Im Mai 2026 werden es zwei Jahre sein, seit der ehemalige Sportvorstand den HSV verlassen hat. Zuletzt wurde sein Name im Zuge der Suche nach einem Nachfolger für Stefan Kuntz wieder in den Raum gestellt. In der Sendung Sky90 erklärte Boldt dazu: „Der HSV lässt einen nie los, deswegen verfolgt man das natürlich.“ Gespräche gebe es derzeit allerdings keine. Der Aufsichtsrat wisse schon, „was er da machen will, mit wem er spricht und wie der HSV in Zukunft voranschreiten möchte“, so Boldt, der aktuell bei einer Berater-Agentur arbeitet.

Dass sein Name dennoch wieder kursiert, passt ins bekannte Muster dieses Vereins. Beim HSV tauchen bekannte Gesichter früher oder später fast immer wieder auf. Ganz ehrlich: Von einer Rückkehr Boldts halte ich ungefähr so viel wie von den bisherigen Rückholaktionen des HSV. Und deren Bilanz ist – freundlich formuliert – überschaubar.

Natürlich gibt es einen wichtigen Unterschied: Spieler zurückzuholen ist etwas völlig anderes als Führungskräfte zurückzuholen. Verantwortung, strukturelle Wirkung und langfristige Konsequenzen sind nicht vergleichbar. Trotzdem zeigt die Geschichte des HSV immer wieder, dass Nostalgie selten ein guter Ratgeber ist.

Das beste Beispiel dafür ist Dietmar Beiersdorfer. In seiner ersten Amtszeit war er aus meiner Sicht der mit Abstand stärkste Sportvorstand, den der HSV in den vergangenen 26 Jahren hatte. Seine zweite Amtszeit allerdings hat gezeigt, dass selbst ein zuvor erfolgreicher Rückkehrer nicht automatisch wieder funktioniert. Die Rahmenbedingungen ändern sich, die Dynamiken im Klub sind andere – und die Erwartungen meist noch größer.

Genau deshalb sollte der Blick des HSV jetzt nach vorne gehen.

Und gerade dafür ist die aktuelle Ruhe im Verein extrem wertvoll. Aber sie ersetzt keine Struktur. Wenn der HSV langfristig stabil arbeiten will, braucht er eine Führung, die breit genug aufgestellt ist, um Verantwortung zu teilen, Entscheidungen zu reflektieren und unterschiedliche Perspektiven einzubringen.

Bei allem ehrlich gemeinten Respekt vor der Arbeit von Eric Huwer: Je mehr Perspektiven, Erfahrungen und Wissen am Ende eine Entscheidung beeinflussen, desto besser wird sie in der Regel sein. Ein einzelner Vorstand – auch dann nicht, wenn ihn Claus Costa ergänzt – kann die Verantwortung für einen Klub wie den HSV dauerhaft nicht alleine tragen.

Ein großer Verein braucht mehr als Ruhe. Er braucht Struktur, Austausch und mehrere starke Schultern. Genau deshalb sollte der HSV jetzt nach vorne schauen. Nicht zurück. Denn eines hat die Vergangenheit dieses Vereins immer wieder gezeigt:

Der HSV wird nicht stärker, wenn er alte Geschichten wiederholt.

In diesem Sinne: Nutzt die aktuelle Situation, um eine langfristig stabile, tragbare Konstellation auf Führungsebene herzustellen. Denn abgesehen von dem Ausblick des HSV ist auch der Blick von außen auf den HSV aktuell sehr attraktiv. Auch und vor allem für richtig gute Führungskräfte.

Scholle

HSV vor Köln-Spiel: Drei Punkte wichtiger als schöner Fußball

HSV vor Köln-Spiel: Drei Punkte wichtiger als schöner Fußball

Moin zusammen,

nachdem der 25. Spieltag abgehakt ist, kann man zusammenfassend sagen, dass der HSV mit dem Sieg in Wolfsburg wichtige Punkte geholt hat. Denn auch St. Pauli und Bremen haben gepunktet, der Abstand auf Platz 16 Bleibt bei 5 Punkten. Das kann man sowohl negativ als auch positiv sehen, denn man hat zwar nur 5 Punkte zwischen sich und Platz 16, allerdings hat man noch 5 Teams zwischen Platz 10 und 16, die in der nächsten Zeit direkt gegeneinander spielen und sich Punkte klauen. Heidenheim ist mit 14 Punkten schon sehr weit weg und auch Wolfsburg ist mit 9 Punkten Rückstand und einem sehr harten Schlussprogramm erstmal auf Abstand.
Aber am Ende ist das auch egal, der HSV muss auf sich selber schauen. Und dieser Blick richtet sich dann auch schon wieder in Richtung Samstag um 18:30 Uhr, wo man zu Hause gegen Köln ran muss.

Spielerische Entwicklung ist wichtig, aber nicht auf kosten von Punkten

Ich bin selber jemand, der gerne eine Entwicklung sehen möchte, aber ich bin auch ganz ehrlich: Am Samstag gilt dasselbe Motto wie gegen Wolfsburg. Irgendwie 3 Punkte einfahren. Am besten mit gutem Fußball, aber am Ende zählt in dieser Phase nur die Punkteausbeute. Wenn man sich den Verlauf des HSV anschaut, sehe ich da eine Entwicklung. Sicherlich auch mit ein paar Dellen zwischendurch, aber für mich ist der HSV von einer Mannschaft, die mit einer defensiven Mauer ums Überleben kämpft, zu einer Mannschaft geworden, die, wenn sie an ihr Leistungsmaximum kommt, vielen Mannschaften in dieser Liga gefährlich werden kann. Aber am Wochenende geht es gegen Köln darum, die Punkte zu holen. Wenn der HSV am Ende durch eine glückliche Standardsituation in Führung geht und den Rest der Zeit jeden Ball nur hinten rauskloppt, ist das für mich okay, solange am Ende der Sieg steht. Denn in dieser Phase ist es nicht wichtig wie, sondern dass die Punkte auf das Konto kommen.

Ich möchte eine spielerische Entwicklung z.B. gegen Freiburg, Augsburg und Hoffenheim zu Hause sehen. Das sind meiner Meinung nach die Spiele, in denen du zeigst, wie gut du Fußball spielen kannst. Aber in Spielen gegen direkte Konkurrenten, die im Abstiegskampf sowieso alles tun, um dein Spiel zu zerstören, finde ich es in Ordnung, dass man die Entwicklung etwas hintenanstellt, solange die Punkte auf das Konto gehen.

Ich hätte mir in Wolfsburg ein mutigeres Verhalten von vornherein gewünscht. Dominantes Auftreten mit einer klaren 9, um zu zeigen: Wir sind der HSV und wir werden heute die Punkte mitnehmen. Aber wer weiß, ob das genauso zu Punkten geführt hätte. Eventuell hätte der HSV dann dominant gespielt und am Ende ähnlich wie im Hinspiel verloren. Das Spiel am Samstag war nicht unbedingt überragend, aber es hatte genau das, was es in solchen Spielen in so einer Phase benötigt. Die richtige Herangehensweise, um zu gewinnen. Und wenn es am Ende Glück war, so what. Fragt keiner mehr nach. In dieser Phase sind Kampf, der Kopf und Punkte gefragt. Klar, schöner Fußball wäre auch gut, aber ist m. M n. optional, solange der HSV in diesen Spielen die Punkte holt.

Ich erwarte am Samstag dennoch einen dominanteren HSV als in Wolfsburg, der vor heimischer Kulisse Köln in die Knie zwingen will. Sicherlich auch mit höherem Pressing und mit mehr Balldominanz, aber wie gesagt: Am Ende zählt in so einem Spiel das Ergebnis, nicht die Entstehung.

Tom

Big Points im Abstiegskampf: HSV gewinnt nervenaufreibendes Spiel in Wolfsburg

Big Points im Abstiegskampf: HSV gewinnt nervenaufreibendes Spiel in Wolfsburg

Moin zusammen,

der HSV hat das Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg gewonnen. Nach einer hart umkämpften Partie und 3 Elfmetern holt der HSV am Ende drei ganz wichtige Punkte und vergrößert den Abstand auf die Wolfsburger damit auf 9 Punkte. Mit dabei waren mehr als 10.000 HSV-Fans, die das Spiel mal wieder zu etwas Einzigartigem gemacht haben. Das ist Zusammenhalt, das war überragend. Leider gab es vermehrt Probleme sowohl beim Einlass als auch im Stadion, sowohl im neutralen als auch im Gästebereich. Ich hoffe, allen Beteiligten geht es so weit gut.

Das richtige Fazit – spät und lang…

Ich denke, eine Komplettanalyse jeder einzelnen Aktion ist heute nicht notwendig, denn es ging hier heute nicht um schönes Spielen oder gute Statistiken. Dieses Spiel war knallharter Abstiegskampf und am Ende zählt da nur der Spielausgang und das ist ein Sieg für den HSV. Dennoch wollen wir natürlich ein wenig durch die wichtige Szene des Spiels gehen.

Viele Wechsel, verhaltener Start

Der HSV startete mit Lokonga, Mickelbrencis, Torunarigha, Otele, Muheim und Dompe im Vergleich zum Leverkusenspiel. Wieder begann man mit einem kleineren, schnelleren Stürmer in Königsdörffer. Der HSV kam nicht gut ins Spiel und lud Wolfsburg unverständlicherweise immer wieder ein. Eine harmlose Wolfsburg-Mannschaft wurde in der ersten Halbzeit stark gemacht. Und so fiel auch direkt das 1:0 durch einen Elfmeter. Torunarigha verschätzte sich, Heuer Fernandes ließ den anschließenden Schuss aus der Distanz prallen und Elfadli versuchte, den Ball, ohne zu gucken, wegzuhauen. Er übersah seinen Gegner im Rücken, hohes Bein, Elfmeter. Für mich ist die Sache auch nach Ansicht der Bilder klar, das ist Elfmeter.

Danach kam der HSV besser ins Spiel und versuchte, mehr Druck auszuüben. Allerdings trat man nun gegen einen Gegner an, der durch den Führungstreffer an Sicherheit gewann. Glücklicherweise wurde Vuskovic nach einem Freistoß von Muheim im Strafraum gefoult. Auch hier gab es m. M. n. völlig zu Recht Elfmeter. Einige hätten dort gerne die rote Karte gesehen. Ich denke, aufgrund der Dynamik ist gelb da okay. Vuskovic trat selber an, schoss das Ding in die Mitte und traf, nachdem Grabara diesen eher leicht zu haltenden Elfmeter nicht parieren konnte. Er war schon auf dem Weg in die andere Ecke. Der Elfmeter war symbolisch für die bedrückende Lage des VFL. Und dieser Treffer zeigte ebenso Wirkung. Der VFL wollte weiter nach vorne, war aber weniger selbstbewusst als vor dem Gegentreffer. Der Treffer war in dieser Phase des Spiels sehr wichtig. Wäre Wolfsburg mit einer Führung in die Pause gegangen, hätte die zweite Halbzeit sicherlich anders ausgesehen.

Elfmeter zur Führung und ordentlich Dusel

In diese kam der HSV besser rein als in die erste, es war aber nach wie vor ein offenes Spiel. In der 57. Minute pfiff Schiri Exner wieder Elfmeter für den HSV. Wieder wurde Vuskovic gefoult. Diesmal klammerte Adjetey übermäßig lange. Auch hier gibt es keine Diskussionen: klarer Elfer. Total unnötig aus meiner Sicht, vor allem weil der Schiri freie Sicht auf den Zweikampf der beiden hatte. Hier lag wohl eine schlechte Zuteilung der Wolfsburger im Vorfeld vor. Dieses Mal durfte Dompe vom Elfmeterpunkt ran. Er schoss in die, aus seiner Sicht, linke Ecke und verwandelte. Der HSV war plötzlich vorne und keiner wusste so richtig wie. Danach versuchte Wolfsburg noch einmal alles nach vorne, es gab aber viele Aktionen, die zur aktuellen Lage der Wölfe passten. Ein Kopfball aus drei Metern, am leeren Tor vorbei, an den Pfosten, eine wuselnde Ecke, die ihren Weg nicht hinter die Linie fand, und Wechsel von Trainer Daniel Bauer, die ich nicht verstanden habe. In einer Phase, wo Wolfsburg auf Flanken spielt und am Drücker ist, nimmt er Pejcinovic mit einer Größe von 1,90 Metern raus und wechselt Amoura ein, welcher eigentlich ein Spieler für das Umschaltspiel ist. Nur war der VFL am Drücker und kam keineswegs, auch nicht erwartbar, zu Umschaltsituationen. Dennoch schaffte es der VFL einige Male, durchzubrechen. Kurz vor Schluss tauchte Shiogai plötzlich vor Heuer Fernandes auf. Dieser schaffte es im Verbund mit Torunarigha aber, die Situation irgendwie zu lösen. Diese Aktionen waren aber eher ein Zufallsprodukt in Kombination mit einer schlechten Absicherung als ein wirklich guter Angriff, und ich denke, das beschreibt das Spiel eigentlich ganz gut.

Fazit- Egal wie Hauptsache gewonnen

Keiner hatte im Spiel wirklich gute Torchancen, die aus dem Spiel herauskamen. Viel passierte durch Standards und Zufall. So eben auch die beiden Elfmeter für den HSV. Keiner weiß so richtig, wie das Ergebnis zustande gekommen ist, und eine ordentliche Portion Glück war auch dabei. Aber so ist das manchmal. Im Hinspiel wusste auch keiner so richtig, warum Wolfsburg dieses Spiel mit 0 Gegentoren beendet, aber das ist Fußball. Fußball ist ein Ergebnissport und am Ende fährt der HSV hier heute mit 3 Punkten nach Hause. Wolfsburg war nicht unbedingt die schlechtere Mannschaft, aber sie schafften es eben nicht, mehr Tore zu erzielen als der HSV. Zum Schluss gab es auf dem Platz und in der Kurve des VFL nochmal richtig Radau. In Wolfsburg ist man über das Ergebnis ziemlich enttäuscht, aber ich sage es nochmal: So ist Fußball. Mal bist du nicht unbedingt die bessere Mannschaft und gewinnst, mal sind die anderen nicht besser, aber du verlierst. Und ich denke, das ist das Motto des Tages. Egal wie, Hauptsache gewonnen.

Ich war dieses Mal wieder im Gästebereich, deshalb kann ich keine vernünftig argumentierten Spieler-Noten vergeben. Schreibt eure Noten gerne mit Begründung rein.

Ich kann am Ende sagen, dass ich mir ein deutlich selbstbewussteres Auftreten der Mannschaft von Anfang an gewünscht hätte. Man hätte den Wölfen hier mMn früh den Hahn zudrehen können, wenn man direkt vorangegangen wäre. Aber am Ende hat es ja geklappt und das ist das, was zählt. Wer weiß, vielleicht hätte ein dominanteres Auftreten einen negativen Ausgang zur Folge gehabt. Jetzt bin ich erstmal froh, dass der HSV diese wichtigen 3 Punkte mit nach Hamburg nimmt. Schreibt eure Meinung gerne unten rein: Was hätte besser laufen können, was hat euch gefallen?

Das Blitzfazit von Scholle folgt übrigens morgen, er ist noch auf dem Weg aus dem Urlaub und am Samstag für euch wieder vor Ort im Volksparkstadion. Ich hoffe ich habe ihn für euch ansatzweise vertreten können!

Tom

Wochen der Wahrheit: HSV vor entscheidendem Spiel in Wolfsburg

Wochen der Wahrheit: HSV vor entscheidendem Spiel in Wolfsburg

Moin zusammen,

heute wurde bekannt, wie die Diagnose für Bakery Jatta ausfällt. Jatta hat eine Verletzung im hinteren linken Oberschenkel, er wird mehrere Wochen ausfallen. Eventuell ist er nach der Länderspielpause wieder zurück, das wird man aber sehen. Somit wird die rechte Schiene in den nächsten Wochen zwischen Mickelbrencis und Gocholeishvili entschieden, auf links wird nach wie vor Muheim spielen. Das kommt wohl auch auf den Gegner an, aber ehrlicherweise lieferten beide in den letzten Wochen nicht unbedingt viele Argumente, um sich in die Startelf zu spielen. Ich sehe aber momentan Mickelbrencis vorne.

Immens wichtiges Spiel in Wolfsburg

Auf den HSV wartet jetzt ein entschiedenes Spiel in Wolfsburg. Verliert man hier, sieht es wirklich richtig düster aus. Gewinnt man aber in Wolfsburg, kann man erneut einen Schritt Richtung Klassenerhalt machen. Die nächsten beiden Wochen könnten schon mit entscheidend sein. Mit Wolfsburg und Köln trifft man auf 2 direkte Gegner. Danach folgt Dortmund und dann wieder Augsburg und Bremen. Das werden die Wochen der Wahrheit.

Da wir schon wieder Donnerstag haben, können wir direkt den Blick Richtung Wolfsburg und die potentielle Startelf richten.

Heuer Fernandes im Tor ist klar, die 3er-Kette davor scheint noch unsicher. Ich würde mit Torunarigha, Vuskovic und Elfadli spielen. Omari hat mMn die Qualität, um in der Startelf zu stehen, aber nicht zum aktuellen Zeitpunkt. Er wirkte in den letzten 3 Spielen unsicher. Bei so einem wichtigen Spiel wie dem in Wolfsburg würde ich das nicht riskieren. Links dann Muheim und rechts Mickelbrencis. Die Doppelsechs mit Lokonga und Remberg, vorne dann auf rechts Vieira. Mal sehen, wer dann auf links und im Zentrum ran darf. Ich würde gerne Glatzel/Poulsen und Dompe sehen. Auf links konnte sich aktuell niemand s richtig beweisen. Ich denke, Dompe kann am ehesten mit seiner reinen Qualität zurück in sein Spiel finden. Zudem könnte Wolfsburg mMn ein Gegner sein, der Dompe nicht so energisch doppelt wie andere Teams. Vorne drinnen bedarf es mMn eines Zielspielers, der einerseits den Ball festmacht, andererseits im Zentrum präsent ist.

Ich bin ehrlich, ich habe ein mulmiges Gefühl, wenn ich auf das Spiel am Wochenende schaue. Einerseits besteht die große Chance, einen weiteren Konkurrenten im Abstiegskampf so richtig unten reinzudrücken, andererseits kann Wolfsburg auch wieder auf 3 Punkte ranrücken. Die Situation ist ähnlich wie im Hinspiel: Wieder steht der Trainer der Wölfe kurz vor dem Rauswurf, wieder wird das Spiel gegen den HSV zu einem Entscheidungsspiel.

Ich habe meine Gedanken mal in einem externen Video rausgelassen. Da es nicht unbedingt zu unserem Content auf YouTube passt, habe ich das auf meinem eigenen Kanal hochgeladen. Ihr könnt ja gerne mal reinschauen, falls ihr Zeit habt, und reinschreiben, ob ihr solche Videos auch auf dem MoinVolkspark YouTube Kanal sehen wollt.

Tom