Wir schreiben den 13.04.1995: Dortmund ist im Meisterschaftskampf und liegt gegen Karlsruhe mit 0:1 hinten. Die Borussen brauchen dringend ein Tor. Also setzt Andreas Möller zu einer Schwalbe an. Schiedsrichter Habermann fällt drauf rein: Elfmeter! Dortmund gleicht aus, gewinnt am Ende das Spiel und die Meisterschaft mit einem Punkt Vorsprung.
14.12.2013: Hannover spielt gegen Nürnberg. In der 87. Minute steht Mame Diouf ca. 2 Meter im Abseits, erhält den Ball und erzielt ein Tor, welches als regulär gewertet wird. Das Spiel endet 3:3. Nürnberg steigt am Ende mit 1 Punkt Rückstand auf den 16. Tabellenplatz ab.
Saison 22/23: Dortmund spielt in Bochum. Es steht 1:1. Adeyemi wird von Suarez im Strafraum klar gefoult, normalerweise Elfmeter und gelb-rot. Doch Schiedsrichter Stegemann pfeift nicht. Dortmund holt nur einen Punkt und wird am Ende nur zweiter, da sie punktgleich mit den Bayern sind.
Wochenende, Topspiel: Leipzig führt mit 2:1 gegen Dortmund. Der BVB muss gewinnen, um irgendwie an den Bayern dranzubleiben. Adeyemi wird im Strafraum zu Fall gebracht, klarer Elfmeter, kein Pfiff. Am Ende spielt Dortmund 2:2, der Meisterschaftskampf ist damit so gut wie beendet.
All diese Situationen haben eines gemeinsam: Es sind Fehlentscheidungen des Schiedsrichters, die am Ende maßgeblich über Meisterschaft oder Abstieg entscheiden.
Es gibt aber 2 wesentliche Unterschiede. Alle 4 Situationen sind klare Fehlentscheidungen. Alles sind faktische Entscheidungen. Bei den ersten beiden Situationen gab es nur den Schiedsrichter, die letzten beiden Situationen werden vom Video Assistant Referee unterstützt. Und: Die ersten beiden Entscheidungen werden von allen als klar falsch eingestuft, bei den letzten beiden redet man vom „Interpretationsspielraum“.
Und hier kommen wir zum wesentlichen Problem der gesamten Sache. Dass ein Schiedsrichter Fehlentscheidungen trifft, ist menschlich. Kein Schiedsrichter ist eine Maschine, jeder übersieht mal etwas. Vor allem in der Dynamik des Spiels kann man einem Schiedsrichter häufig gar keinen Vorwurf machen, da es aus einigen Perspektiven einfach schwer zu sehen ist. Nico Kovac, Trainer von Borussia Dortmund, kommentierte Fall 4 am Wochenende bei Sky folgendermaßen: „Das kann man auch gar nicht sehen aus der Perspektive, vor der Benni Brandt steht, aber der im Studio hat die Bilder, die wir auch haben.“ Und damit trifft er den Nagel auf den Kopf.
Der VAR wurde eingeführt, um falsch getroffene Entscheidungen zu identifizieren und die Gerechtigkeit des Sports zu verbessern. Aber ist es wirklich gerechter, wenn dem BVB selbst mit Videoschiri jeweils Punkte nicht gegeben werden, die tendenziell zwei Meisterschaften kosten?
Der Videoschiri ist nicht von Grund auf schlecht, doch sein Einsatz ist weder einheitlich noch konsequent. Der Grundtenor ist, dass der VAR nur bei klaren Fehlentscheidungen eingreift. Nehmen wir beide Situationen von Adeyemi, greift der VAR bei beiden Situationen trotz klarer Fehlentscheidung nicht ein. Doch hier kommt dann eben das zum Greifen, was das ganze Regelwerk des Fußballs zerschießt: der Interpretationsspielraum. Im Fußball wird nicht jede Situation gleich bewertet. Der eine Schiedsrichter bewertet eine Situation anders als ein anderer Schiedsrichter.
Nehmen wir das Beispiel von Musiala und Cucurella bei der EM 2024. Musiala schießt aufs Tor, Cucurella spielt klar Hand und es gibt keinen Elfmeter. DFB-Schiedsrichter Patrick Ittrich argumentiert im Telekom-Studio, dass der Schiedsrichter hier Interpretationsspielraum hat, da Cucurella die Hand wegzieht. Diese Diskussion hätte es vor 10 Jahren nicht gegeben, weil es eben ein klares Handspiel ist. Aber das Schiedsrichterwesen entwickelt sich immer mehr dahin, die Schiedsrichter zu schützen, und daraus entwickelt sich ein Interpretationsspielraum, der nicht vorhanden sein sollte. Und dieser Interpretationsspielraum macht den VAR dann auch einfach überflüssig, denn im Grunde kann man alles so interpretieren, wie man will. Selbst Abseits ist nicht mehr klar. Nehmen wir mal das Beispiel Heidenheim gegen den HSV. Schimmer erzielt ein irreguläres Tor, weil er mit dem Arm im Abseits steht. Wer garantiert, dass er wirklich im Abseits stand, bzw ab wann zählt denn hier der Arm? Bei Demirovic ist die Auslegung dann wieder anders. Das macht es einfach undurchsichtig.
Hinzu kommt, dass der VAR auch nur bei bestimmten Situationen eingreifen darf. Und zwar nur, wenn es um eine rote Karte oder Regelverstöße in Bezug auf Elfmeter oder Tor geht. Bei einer möglichen gelb-roten Karte darf nicht eingegriffen werden.
Und da kommen wir auch zum Thema des HSV, denn am Ende treten all diese Dinge in vielen Spielen des HSV auf. Undurchsichtiges Abseits in Heidenheim, Interpretationsspielraum in Freiburg und in Berlin bei Union. Zudem zwei klare gelb-rote Karten, die nicht gegeben werden und auch vom Videoschiedsrichter nicht überprüft werden.
Das sind einfach Dinge, die den Wettbewerb verzerren. Irgendwo gleicht sich das am Ende eventuell wieder aus, da man in dem einen Spiel etwas für sich und in dem anderen Spiel etwas gegen sich entschieden bekommt. Aber was, wenn diese Entscheidungen gegen dich, gegen Konkurrenten getroffen werden und die Entscheidungen für dich gegen Bayern oder Dortmund, wo du dann nicht 4:0, sondern nur 4:1 verlierst?
Fehler eines Schiedsrichters sind menschlich und ich sage nach wie vor, vor allem bei der Entscheidung rund um Mame Diouf 2013, dass so eben der Fußball ist. Es gibt manchmal einfach Fehlentscheidungen. Aber wenn man in Zeiten des VAR sogar per Video draufschauen kann, dürfen diese Fehler so nicht mehr passieren bzw. sie müssen verbessert werden. Das Foul von Vieira gegen Querfeld am 5. Spieltag beschreibt es perfekt. Schiedsrichter Aytekin kann das Foul aufgrund der Position und der Dynamik nicht ahnden, hat dafür aber einen VAR, der das ahnden kann und ahnden muss. Er sagt selbst im Nachgang, dass er das Foul aufgrund der Dynamik gibt, aber im Nachhinein eventuell anders entschieden hätte. Doch der VAR verbessert diese Situation nicht, weil es ja diesen Spielraum gibt.
Es braucht eine klarere Linie, nach der gepfiffen wird. Und es braucht dann auch einen VAR, der bei jeder wichtigen Situation eingreift. Ein Beispiel: Abseits ist, wenn der Angreifer mit dem Trikot am Arm im Abseits steht. Das Trikot darf dann (ohne Unterziehshirt) maximal bis zum Ellenbogen gehen. Dann kann jeder seine Armlänge am Trikot selber bestimmen und wir haben eine einheitliche Regel.
Auch bei der Linie der Leitung braucht es eine klare Vorgabe. Jeder Schiedsrichter sollte bei jedem Foul gleich pfeifen. Wenn der Spieler den Gegner oberhalb des Knöchels mit offener Sohle trifft, ist das rot und nichts anderes. Da kann es nicht sein, dass der eine Schiedsrichter eine lockerere Linie hat und nur Gelb gibt. Beim selben Foul sollte immer dieselbe Konsequenz folgen.
Und: Es braucht eine klare Regelung beim Eingriff des VAR. Wenn es wie beim HSV in Mainz um 2 klare gelb-rote Karten geht, muss der VAR eingreifen und den Schiedsrichter verbessern. Es kann nicht sein, dass Mainz in diesem Spiel mit 11 Mann weiterspielt.
Und auch bei Situationen wie die von Adeyemi muss der Schiedsrichter raus bzw. die Nachricht aufs Ohr bekommen, dass er da falsch lag. Wenn man diese technischen Hilfsmittel hat, muss man sie auch nutzen und darf sie nicht nur teilweise einsetzen.
Ich weiß, das war heute weniger HSV bezogen, aber das ist ein grundlegendes Problem, das den Fußball und in letzter Zeit vor allem den HSV betrifft. Deswegen wollte ich das hier mal loswerden. Schreibt doch gerne mal eure Meinung dazu in die Kommentare.
das Spielfazit kommt heute etwas später, da Scholle krank ist und ich erst heute morgen um 7 Uhr aus Mainz zu Hause angekommen bin. Dennoch wollen wir euch hier natürlich ein Spielfazit liefern und ich beginne mal damit, dass aufgrund der Umstände nicht wirklich viel mehr als ein Punkt drin war. Das Ganze begann mit der verspäteten Anreise des HSV aufgrund eines Staus in Mainz. Die Vorbereitung war etwas hektisch und am Ende wurde das Spiel um 20:40 Uhr, also 10 Minuten später als geplant, angepfiffen Zudem kam ein Schiedsrichter, der wieder einmal im Mittelpunkt stand, da er in einigen kritischen Aktionen sehr kritische Entscheidungen traf. Aber beginnen wir von vorne.
Strittige Szene zu Beginn- Mainz geht in Führung
Der HSV begann mit einer komplett umgestellten 3er-Kette. Torunarigha rückte für Vuskovic ins Zentrum, dafür ging Capaldo in den linken Halbraum, sodass Omari auf der rechten Seite spielen konnte. Davor besetzte Polzin den HSV wie gegen Union Berlin.
Das Spiel begann bereits in der 12. Minute mit einer strittigen Szene, als Silas Omari oberhalb des Knöchels traf. Schiedsrichter Robin Braun gab Gelb. Sicherlich eine vertretbare Entscheidung, hier kann man aber auch bereits die rote Karte zeigen. Vor allem, wenn man die Entscheidungen, die in dieser Saison beim HSV schon zu roten Karten geführt haben, betrachtet. Viel verehrender ist aber, dass Silas nach 2 weiteren Fouls immer noch auf dem Platz stehen darf.
Der HSV kam nach dieser Aktion besser ins Spiel und hatte 2 Chancen durch Omari und Glatzel. Dann übernahm Mainz wieder ein wenig, und in der 42. Minute war es dann besagter Silas, der das 1:0 für Mainz einleitete Mit einer Aktion auf der rechten Außenbahn spielte er Da Costa frei, welcher die Flanke in den Strafraum brachte.
Die Flanke findet auf Höhe des ersten Pfostens Nadiem Amiri, welcher den Ball sehr elegant ins lange Eck setzt. Für Heuer Fernandes nichts zu machen. Vieira verpasste es vorher, den Ball zu blocken. Die Flanke muss im Vorhinein verhindert werden.
Wieder Chaos, HSV kommt zurück
Zur Pause wurde Silas erwartungsgemäß ausgewechselt. Die zweite Halbzeit begann aber ähnlich wie die erste Halbzeit. Kohr sah bereits Ende der ersten Halbzeit die gelbe Karte und hielt in der 53. Minute voll auf Muheims Fuß drauf. Offene Sohle, klare gelbe Karte. Doch wieder durfte der Mainzer weiterspielen.
Der HSV begann, ein wenig das Spielgeschehen zu übernehmen, doch die nicht gegebenen roten Karten schienen ein wenig Wirkung zu zeigen. Der HSV hatte zwar den Ball, schaffte es aber selten, mit diesem effektiv nach vorne zu kommen. Zu viele technische Fehler und falsche Entscheidungen erschwerten die Kombinationen durch die kompakt stehende Defensive der Mainzer.
In der 62. Minute hatte dann Remberg eine gute Idee und spielte Capaldo an, welcher ca. 25 Meter vor dem Tor gefoult wurde. Den anschließenden Freistoß schoss Vieira. Er versuchte, den Ball unter die Mauer zu schieben, setzte aber zu hoch an und so wurde der Ball von der Mauer ins Tor abgefälscht, 1:1.
Dann plätscherte das Spiel wieder ein wenig dahin, Mainz versuchte es über Spielkontrolle, der HSV mit schnellen Gegenstößen. So richtig heiß wurde es erst wieder in der Schlussphase, als Sheraldo Becker in der 88. Minute einen Ball am 5-Meter-Raum direkt nahm und nur knapp verfehlte.
Der HSV versuchte, noch einen Konter zu setzen. Vieira bediente Gocholeishvili auf der Außenbahn. Dieser legte sich den Ball am Mainzer vorbei. Anstatt weiter zu rennen, ließ er sich aber fallen und holte einen Freistoß raus. Dieser brachte aber mal wieder nichts ein, da der Ball wieder in die Mitte gehoben wurde, anstatt mal den Ball mal mit 100 Sachen in Richtung des 2. Pfostens zu hauen.
Somit beendete Schiedsrichter Braun das Spiel nach 95 Minuten.
Fazit
Leistungstechnisch ist das 1:1 ein gerechtes Ergebnis, da beide Mannschaften die Momente verpassten, um ihre Überlegenheit in Zählbares umzuwandeln. Allerdings darf bzw. muss die Frage gestellt werden, was passiert, wenn der HSV das Spiel spätestens ab der 53. Minute in Überzahl spielt. Insgesamt war dies ein intensives Spiel mit vielen Fouls, vor allem auf Mainzer Seite. Nichtsdestotrotz darf das nicht darüber hinwegtäuschen, dass der HSV in diesem Spiel nicht auf dem Level war, um Mainz zu schlagen. Defensiv war das in Ordnung, auch wenn Omari zeitweise etwas überfordert wirkte. Nach vorne hin schaffte man es nicht, Umschaltmomente zu kreieren. Man fand sich am Ende wieder beim alten Problem, dass man die Angriffe lieber abbricht, als sie konsequent auszuspielen.
Allerdings ist das ein Punkt, den man als HSV mitnimmt. Der HSV bleibt weiter ungeschlagen in der Rückrunde und hat nun aus den letzten 3 Auswärtsspielen 5 Punkte geholt. Das ist im Verhältnis zur Hinrunde definitiv ein positiver Trend. Es war nicht das beste Auswärtsspiel des HSV, aber es ist am Ende ein Unentschieden, mit dem man einen Konkurrenten im Abstiegskampf auf Abstand hält. Nun folgen zwei Heimspiele, in denen der HSV trotz der Gegner (Leipzig & Leverkusen) versuchen wird, Punkte zu holen. Da ich gestern im Gästebbereich war und ehrlicherweise keine vernünftigen, gut argumentierten Noten vergeben kann, verzichte ich dieses Mal drauf. Schreibt gerne eure Einzelbewertungen in die Kommentare!
Abschließend noch einmal ein Dank an alle, die gestern wieder mitgefahren sind. Die Stimmung war wieder einmal einzigartig.
am morgigen Freitag geht es für den HSV nach Mainz. Um 20:30 Uhr wird angepfiffen, übertragen wird das Spiel auf Sky. Trotz der Tabellensituation treffen morgen 2 formstarke Mannschaften aufeinander. Mainz steht mit 21 Punkten auf Platz 14, hat aus den letzten 5 Partien aber 3-mal gewonnen. Seit der Übernahme von Urs Fischer konnte man sich stabilisieren und hat im Winter auch nochmal richtig nachgelegt. Vorne holte man Titz, Silas und Sheraldo Becker. Fürs Zentrum kam Ruoppi, Hyun-seok Hong kommt ebenfalls per Leihe aus Nantes. Für die Defensive zog man Potulski aus dem Nachwuchs hoch und lieh zudem Stefan Posch aus Como aus.
Auch der HSV ist aktuell in guter Form. Man verlor keines der letzten 5 Spiele, holte 9 Punkte und steht momentan mit 25 Punkten auf Platz 9 der Tabelle. Würden beide Teams 6 Punkte mehr haben, würde man von einem klassischen Mittelfeld-Duell sprechen, aber nach wie vor handelt es sich in diesem Duell um harten Abstiegskampf. Mainz hat lediglich 2 Punkte Vorsprung vor Platz 16 und auch der HSV würde bei einer Niederlage Puffer auf den Relegationsplatz verlieren.
In Mainz könnte man diesen Sieg sehr gut gebrauchen. Eine Niederlage und ein Unentschieden mit anderen schlechten Ergebnissen würden die Situation verschärfen. Beim HSV blickt man nach dem Sieg gegen Union Berlin sicherlich etwas entspannter auf das Spiel. Ein Sieg wäre schön und ist sicherlich auch der Anspruch des Teams, aber der HSV muss hier nicht auf Biegen und Brechen. Ein Punkt auswärts in Mainz wäre wie in fast jedem anderen Spiel ein Punktgewinn. Nichtsdestotrotz fährt der HSV nach Mainz, um einen Sieg zu holen.
Mainz 05
Die voraussichtliche Aufstellung von Mainz liest sich wie folgt: Batz – Posch – Kohr – Potulski – da Costa – Sano – Mwene – Lee – Amiri – Becker – Tietz.
Bei Mainz sind noch einige Spieler verletzt bzw. gesperrt. Meistens läuft man in einem 3-5-2 auf. Der Sturm ergibt sich dabei aus Philipp Tieitz als Zielspieler und einem schnellen Nebenpart, der entweder wie in der v. A. Becker oder eben Silas ist. Ein Spieler bei Mainz, der allen bekannt sein sollte, ist Dominik Kohr, welcher gerne mal für das ein oder andere harte Foul bekannt ist. Zudem trifft man in der 3er-Kette der Mainzer mit Posch auf jemanden, der im Sommer beim HSV gehandelt wurde und definitiv eine solide Qualität mitbringt.
Capaldo wohl fit- So könnte es der HSV angehen
Die Personallage beim HSV haben wir ja gestern schon angesprochen. Roessing-Lelesiit, Groenbaek, Lokonga und Vuskovic spielen definitiv nicht.
Capaldo konnte heute die gesamte Trainingseinheit mitmachen. Laut der MoPo kommt es nun darauf an, ob Capaldo grünes Licht gibt. Passiert das, wird er wohl starten. Und so wie ich den Jungen kenne, wird er alles tun, aber nicht absagen. Somit wird Capaldo morgen höchstwahrscheinlich starten. Die Frage ist dann nur, wie Polzin dahingehend auf die Sperre von Vuskovic reagiert.
Heuer Fernandes wird definitiv starten, links Torunarigha und im Zentrum wird dann wohl Elfadli beginnen. Je nachdem, ob Polzin Capaldo wieder hinten rechts bringt, könnte auch Omari in der Zentrale spielen. Ich gehe ehrlicherweise davon aus, dass Capaldo in der 3er-Kette neben Elfadli startet. Einige wünschen sich Capaldo auf der rechten Schiene. Die Idee finde ich auch sehr gut, weil dann auch Omari sicher spielen wird. Allerdings macht es in diesem Spiel aus meiner Sicht keinen Sinn, die komplette Defensive umzustellen. Deswegen denke ich, dass Capaldo morgen in der 3er-Kette startet.
Links wieder Muheim, rechts denke ich, wird Jatta starten.
Im Zentrum dann Vieira und Remberg, links Otele, rechts Königsdörffer und im Zentrum Glatzel. Aber sicherlich gibt es vorne auch die Variante mit Otele, Königsdörffer und Philippe. Wir werden sehen, was passiert.
Spielerisch gibt es sicherlich weniger Ballbesitzmomente als gegen Union, der HSV wird aber auch immer wieder solche Phasen haben. Wichtig ist, dass man die Umschaltmomente wieder gut ausspielt. Die Devise ist ja mehr oder weniger „Gib Vieira den Ball und lass ihn machen“. Er ist nun mal mit Abstand der beste Techniker beim HSV und sollte am besten in jedem Angriff der Dirigent sein. Vor allem, wenn man von hinten herausspielt. In den Umschaltmomenten gilt wieder mal schnell und unkompliziert Richtung Tor. Ich denke, egal wer vor dem Tor den Ball bekommt, er ist momentan in der Lage, den Ball zu versenken. Der HSV kommt mit ordentlich Rückenwind und Selbstvertrauen. Mit einem Sieg in Mainz würde man einen sehr großen Schritt machen und sich vorerst einen guten Puffer aufbauen. Der HSV war in den letzten Jahren eigentlich immer gut darin, diese Chancen zu vergeben, aber in dieser Saison ist das etwas anders. In Heidenheim holte man Big Points und auch der Sieg gegen Union war wichtig, aufgrund der anderen Ergebnisse Ich traue dem HSV also definitiv zu, morgen diese Chance zu ergreifen. Wichtig ist, dass man bei sich bleibt und sich auf sein Spiel konzentriert. Man muss sich über gewonnene Zweikämpfe ins Spiel kämpfen und durch sichere Pässe Vertrauen holen. Dann das eigene Spiel spielen und dann denke ich, ist hier definitiv was für den HSV drinnen.
Trotz der wirklich ungünstigen Spielansetzung wird der Auswärtsblock natürlich wieder rappelvoll sein und ich erwarte auch in den umliegenden Blöcken wieder viele HSVer. Ich wünsche allen, die fahren, eine gute Fahrt. Schreit unsere Jungs zum Sieg.
heute stand die Presskonferenz bezüglich des 23. Spieltages und dem Spiel in Mainz an. Auch das Nordderby der Frauen gegen Bremen wurde thematisiert. Wer Samstag noch nichts vorhat, kann sich das Spektakel im Volkspark gerne anschauen. Aktuell rechnet man mit ca. 10-11 Tausend Tickets, also besorgt euch gerne noch ein Ticket, falls ihr Lust habt. Bremen hat momentan 3 Punkte Rückstand auf Platz 3 mit 2 Spielen weniger und auch der HSV kommt mit Rückenwind, nachdem man am vergangenen Wochenende bei der TSG aus Hoffenheim, welche ebenfalls um die internationalen Plätze kämpft, mit 4:0 auswärts gewinnen konnte. Es geht hier in dem Blog ja primär um die Profimannschaft der Herren, aber ich finde, auch die Frauen sollten unterstützt werden. Also sichert euch gerne noch ein Ticket fürs Wochenende.
Capaldo mit Fragezeichen- Wie startet der HSV?
Bezüglich des Teams von Merlin Polzin gab dieser heute in der Pressekonferenz eine Info raus, die bei vielen HSV-Fans wahrscheinlich nicht ganz so positiv ankam. Nicolas Capaldo war angeschlagen und konnte nicht die kompletten Trainingseinheiten absolvieren. Dort wird noch das Training abgewartet und dann schaut man, inwieweit er fit ist. Laut Polzin fühle sich Capaldo selbst wieder topfit, aber das schaut man morgen im Training. Das heißt im Umkehrschluss, dass die Diskussion von gestern wahrscheinlich für die Startelf hinfällig sein könnte. Sofern Capaldo nicht startet, würde der HSV mit Toruanrigha, Elfadli und Omari starten, wobei Elfadli dann wohl im Zentrum startet.
Insofern ergibt sich dann auch viel aus der restlichen Startelf, wenn wir davon ausgehen, dass Capaldo nicht startet. In diesem Fall würde Vieira ziemlich sicher wieder neben Remberg beginnen.
Links wird wieder Muheim starten, rechts dann entweder wieder Jatta oder Mickelbrencis bzw. Gocholeishvili. Im Tor spielt logischerweise wieder Heuer Fernandes und vorne gibt es zum aktuellen Zeitpunkt eigentlich auch keinen Grund, etwas zu ändern. Polzin sagte heute, dass der Einsatz von Glatzel gegen Union nominell nicht so geplant war. Nichtsdestotrotz hat das Spiel mMn gezeigt, dass es mit einem großen Stürmer vorne funktionieren kann. Ich hoffe, dass vorne wieder Otele, Glatzel und Königsdörffer starten. Glatzel entlastete Königsdörffer am Samstag mit seiner Positionierung und so konnte dieser sich auf das Wesentliche konzentrieren. Königsdörffer hat ein richtig gutes Spiel gemacht und ich hoffe, dass das Ganze am Freitag ähnlich aussieht, auch wenn man wohl etwas tiefer stehen wird als gegen Union.
Je nach Herangehensweise kann es aber natürlich auch sein, dass Polzin mit Otele, Königsdörffer und Philippe startet. Auch Dompe ist wieder eine Option, aber ich finde, Otele hat es in den ersten beiden Spielen gar nicht schlecht gemacht. Wir konnten leider noch nicht so viel Tiefgang von ihm sehen, da sowohl Heidenheim als auch Union tief standen. Am Freitag könnte es sein, dass Otele mehr in die Tiefe gehen kann. Das würde ich sehr gerne sehen. Denn entscheidende Pässe kann der Mann auf jeden Fall spielen. In Heidenheim legte er direkt einen auf und auch gegen Union muss Jatta seine Vorlage verwerten. Auf mich macht Otele auf jeden Fall einen guten Eindruck, ich möchte mehr davon sehen.
Schreibt doch mal rein, wie ihr starten würdet, wenn Capaldo wirklich nicht spielt,
Luka Vuskovic fällt ja bekanntlich für das Spiel in Mainz aus. Am Wochenende holte er sich seine 5. gelbe Karte ab. Vuskovic spielte nach seiner Ankunft und einem Spiel auf der Bank jede Woche von Anfang an und ist maßgeblich am Erfolg des HSV beteiligt. Dabei ist er nicht nur kopfballstark, sondern verteidigt klug, stellt seine Nebenleute und ist zudem noch gefährlich vor dem Tor. Mit 4 Toren gehört er aktuell mit zu den besten Torschützen des HSV. Nur Rayan Philippe hat mit 5 Toren einen Treffer mehr erzielt. Vuskovic ist mit seinen 18 Jahren ein echter Leader und wirkt jetzt schon deutlich reifer, als es sein Alter hergibt. Das ist für den HSV zunächst positiv, im Hinblick auf die aktuelle Saison. Da man Vuskovic allerdings ohne Kaufoption ausgeliehen hat, schwinden durch die anhaltend guten Leistungen die Chancen auf eine erneute Leihe über den Sommer hinaus. Luka selber würde gerne noch einmal mit Bruder Mario auf dem Feld stehen, am Ende sitzt aber der Arbeitgeber, in diesem Falle Tottenham, am längeren Hebel. Sollte Igor Tudor auch nächste Saison Trainer in London sein, wird er wohl auf Vuskovic setzen, andererseits gibt es bereits jetzt viele Interessenten aus Europa, die Vuskovic von den Spurs abkaufen wollen.
Vuskovic Entwicklung wirft gute Licht auf den HSV
Unabhängig von den Konditionen für die Saison 2026/27 wirft die Entwicklung von Vuskovic ein positives Licht auf den HSV. Wenige hätten eine derartige Entwicklung erwartet, aber eben diese macht es auch für andere attraktiv, an die Elbe zu wechseln. Das Vuskovic Talent hatte, war jedem klar, aber er wurde auch in Hamburg geformt und vom Trainerteam entwickelt. Der Standort Hamburg liefert also für Talente eine gute Möglichkeit, sich einerseits auf der Bundesliga-Bühne zu zeigen, andererseits in einem Trainerteam einen Schritt nach vorne zu machen. Zudem spielt man in einem Stadion, das jede Woche ausverkauft ist, und auch auswärts wird man bedingungslos unterstützt. All das könnten in Zukunft Kriterien sein, die Talente an die Elbe locken, dann eventuell sogar mit Kaufoption.
Wer spielt in Mainz?
Basierend auf dem System hat man für die Kaderplanung wahrscheinlich ein Spielerprofil definiert, mit dem man Vuskovic, sofern er nicht bleibt, ersetzen kann. Dieses Spielerprofil bedarf wohl Qualitäten im Spielaufbau, Kopfballstärke und Leaderqualitäten. Man wird dann wahrscheinlich gewisse Abstriche machen, aber das Profil sollte mehr oder weniger so aussehen. Wie der HSV ohne Vuskovic funktioniert, werden wir am Freitag sehen. Für die Position gibt es 2 Alternativen. Warmed Omari und Daniel Elfadli. Omari war am Wochenende noch auf der Tribüne, da er anschließend an seine 90 Minuten in Heidenheim leichte Muskelprobleme hatte. Er wird aber wohl am Freitag wieder spielen können. Die andere Variante schließt ein wenig an die Aufstiegssaison mit Daniel Elfadli an. Elfadli ist ein Spieler, der vor allem, was das Spiel nach vorne angeht, Vuskovic ähnlich ist. Auch er wagt gerne Vorstöße nach vorne, spielt die Bälle in die entscheidenden Zonen. Bei Elfadli ist wahrscheinlich weniger Vertikalität im Spiel, dafür aber die Ruhe am Ball mit gezielten Vorstößen in freie Räume.
Omari ist wohl eher derjenige, der im Umschaltspiel hinten bleiben würde. Zum einen, weil das eher seinem Spielstil entspricht, zum anderen, weil er nach seiner Verletzung das Pensum nach vorne eventuell nicht voll leisten kann. Auch Omari hat eine gute Ruhe am Ball und ist defensiv in den Zweikämpfen präsent Er wäre mMn eher die defensivere Variante der beiden. Logisch, denn Elfadli ist ja eigentlich gelernter Sechser und Omari gelernter Innenverteidiger. Polzin muss sich für Freitag entscheiden, auf welche Variante er setzt. Die defensive Variante mit Omari oder die offensivere Variante mit Elfadli. Klar ist: Vuskovic kann nicht 1-zu-1 ersetzt werden. Sicher ist aber auch, dass sowohl Elfadli als auch Omari gute Qualität mitbringen und Vuskovic adäquat ersetzen können.
anlässlich des 1887. Bundesligaspiels am Samstag hat der HSV ein Sondertrikot herausgebracht, in welchem der HSV aller Wahrscheinlichkeit nach am Freitag in Mainz auflaufen wird. Das Motto lautet „1887 x Sturm und Glanz“ Ein schöner Anlass, um mit so einem Trikot zu spielen. Erwerben könnt ihr es am morgigen Dienstag ab 10 Uhr online oder in den HSV-Fanshops. Bezüglich des Designs hat wahrscheinlich jeder seine eigene Meinung. Ich finde die goldenen Akzente sehr geil. Das erinnert irgendwie an die glorreichen Zeiten, in denen der HSV erfolgreich war.
Glorreich könnte man die aktuelle Zeit auch im Hinblick auf die letzten Jahre betrachten. Der HSV steht auf Platz 9 mit 6 Punkten Abstand auf den Relegationsplatz und einem Spiel weniger. Das ergab bei einigen Fans und auch bei den Medien Anlass, das Wort Europa“ in den Mund zu nehmen.
Ich denke und hoffe, dass das alles heiße Luft ist, denn der HSV tut gut daran den Blick nach unten zu werfen. Immerhin sind es auch nur 6 Punkte auf Platz 16 und wir wissen alle, dass die Abstiegskandidaten, vor allem in den letzten Spielen der Saison, immer ordentlich Punkte holen. Im Moment steht der HSV gut da, aber das ist eben auch nur eine Momentaufnahme. In 3 Wochen, wenn der HSV auch sein Nachholspiel gegen Leverkusen gespielt hat, kann das alles wieder ganz anders aussehen. Und das Spiel gegen Leverkusen garantiert ja auch keinen Punktgewinn. Es ist lediglich eine Chance mehr, Punkte aus einem Spiel zu holen, mit denen man Abstand auf Platz 16 gewinnen kann. Ich möchte niemanden verbieten Träume zu haben, aber ich denke die überwiegende Mehrheit sieht das Thema ähnlich wie ich. Es geht darum so schnell wie möglich genügend Punkte zu holen, um am Ende die Klasse zu halten. Einige gehen immer noch mit der 40-Punkte-Marke, ich denke wer am Ende der Saison 34-35 Punkte hat, wird die Liga halten. Und darum wird es für den HSV gehen. Man hat mit Stuttgart, Dortmund, Frankfurt und auch Bremen noch richtig schwere Auswärtsspiele, Mainz und Wolfsburg werden nicht weniger schwierig. Und auch zu Hause warten in den nächsten Wochen Leipzig und eben Leverkusen. Der HSV tut gut daran auf sich selber zu schauen und jedes einzelne Spiel wie ein Endspiel anzugehen. Was dann am Ende daraus wird, sehen wir dann. Man hat sich nach 21. Spielen eine gute Grundlage aufgebaut, jetzt muss man zusehen, dass man diese Grundlage solide weiterführt und die Klasse hält. Gerne schon vor dem 34. Spieltag, aber das ist auch nur Bonus. Wenn der HSV am 24. Spieltag über dem 16. Platz steht ist das gut. Das ist der Anspruch des HSV in diesem Jahr. Dann kann man weiterschauen, aber wenn man sich in einer Liga etablieren will, ist der erste Schritt in dieser Liga zu bleiben und das ist die Aufgabe des HSV in dieser Saison. Einen Schritt näher würde man diesem Ziel kommen, wenn man am Freitag mit dem Sondertrikot in Mainz gewinnt. Leider ohne Vuskovic, wer ihn ersetzen könnte, besprechen wir noch in dieser Woche.
Ambitionierte Ziele sind dennoch richtig
Ich finde es unabhängig von der aktuellen Situation richtig, dass man ambitionierte Ziele hat. Ob man diese jetzt öffentlich kommunizieren muss, ist diskutabel, aber dass der HSV das Ziel hat, in 5 Jahren wieder europäisch zu spielen, ist m.Mn. nicht überheblich, sondern normale strategische Planung.
Und andersherum will man ja auch immer der Beste in einem Wettbewerb sein. Das würde der HSV nicht so kommunizieren, aber der Ausdruck „das Maximum herausholen“ ist im weitesten Sinne eine Umschreibung von „Wir wollen jedes Spiel gewinnen“, was im Endeffekt bei Erfüllung des Satzes heißt, dass man Erster wird. Das sollte nicht der Anspruch des HSV in den nächsten Jahren sein, aber das ist mMn ganz normales Wettbewerbsdenken. Wenn ich an einem Wettbewerb teilnehme, will ich Erster werden. Das ist mein persönlicher Anspruch. Wenn ich Spieler bei Kap Verde bin, gebe ich alles, um im Sommer möglichst Weltmeister zu werden. Das ist meine Sichtweise im Hinblick auf Wettbewerbe.
Schreibt doch mal rein, wie ihr zu dem Ganzen steht.