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HSV: Grønbaek-Schock! Verletzung wird zum nächsten echten Test

Nach drei Niederlagen und 0:12 Toren hat sich der HSV mit dem 2:1 gegen Köln etwas ganz Wichtiges zurückgeholt: Ruhe. Die lange Länderspielpause sollte zur zweiten Vorbereitung werden, doch nun verletzt sich ausgerechnet Albert Grønbaek, der bislang vielleicht formstärkste Hamburger. Das ist bitter, aber auch ein guter Test dafür, wie belastbar diese junge Mannschaft und ihr Trainerteam inzwischen wirklich sind.

HSV:  Grønbaek-Schock! Verletzung wird zum nächsten echten Test

Der 2:1-Sieg gegen den 1. FC Köln war für den HSV weit mehr als nur der erste Dreier der Saison. Nach drei Niederlagen, zwölf Gegentoren und keinem eigenen Treffer brauchte diese Mannschaft dringend ein Erfolgserlebnis, und sie bekam es vor allem deshalb, weil sie sich auf das konzentrierte, was in dieser Situation notwendig war: kompakter stehen, einfacher spielen, Zweikämpfe annehmen und nicht jeden Ballbesitz in eine Grundsatzfrage über den eigenen Fußball verwandeln. Genau das hat mir gefallen. Der HSV war gegen Köln nicht plötzlich eine fertige Bundesligamannschaft, aber er war wieder eine Mannschaft, die wusste, was sie an diesem Tag tun musste.

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Gerade deshalb kam diese lange Länderspielpause eigentlich zum perfekten Zeitpunkt. Für Merlin Polzin und sein Trainerteam hätte sie fast so etwas wie eine zweite Vorbereitung werden können: Zeit, um körperliche Rückstände aufzuholen, Abläufe zu verbessern, defensive Stabilität zu trainieren und den vielen neuen Spielern noch einmal zusätzliche Wochen miteinander zu geben. Doch dann kommt genau das, was Trainer in solchen Phasen am wenigsten gebrauchen können: Die Nationalmannschaften nehmen dir Spieler weg – und du bekommst sie im schlechtesten Fall angeschlagen zurück.

Der Schock um Albert Grønbaek

Und ausgerechnet jetzt hat es Albert Grønbaek erwischt. Der Däne wurde beim 3:2 Norwegens gegen Dänemark in Oslo in der 82. Minute eingewechselt, absolvierte nur wenige Minuten und fasste sich nach dem Abpfiff immer wieder an den rechten Oberschenkel. Die Stelle wurde bandagiert, Dänemarks Nationaltrainer Brian Riemer bestätigte anschließend, dass Grønbaek verletzt abreisen werde. Eine genaue Diagnose steht noch aus, weshalb man an dieser Stelle nicht über Ausfallzeiten spekulieren sollte. Dass er für die weiteren Länderspiele kein Thema mehr ist, zeigt aber zumindest, dass es mehr als nur ein kurzes Zwicken war.

Aus HSV-Sicht ist das deshalb besonders bitter, weil es womöglich den formstärksten Spieler der bisherigen Saison trifft. Grønbaek hatte bereits beim 3:0 im Pokal in Verl zwei Tore erzielt und gegen Köln beide HSV-Treffer vorbereitet. Noch wichtiger als diese nackten Zahlen ist aber, wie er zuletzt aufgetreten ist: laufstark, mutig, beweglich, immer wieder zwischen den Linien unterwegs und mit genau jener Kreativität, die diesem HSV offensiv an vielen Stellen noch fehlt. Gegen Köln war erstmals richtig zu erkennen, warum der HSV ihn unbedingt wollte. Gerade deshalb wäre eine längere Pause jetzt besonders ärgerlich, weil Grønbaek gerade dabei war, Rhythmus, Selbstvertrauen und Einfluss auf das Spiel zu entwickeln.

Kader und Länderspiel-Folgen

Trotzdem wäre es falsch, aus dieser Verletzung sofort das nächste Krisenszenario zu bauen. Wir wissen noch nicht, wie schwer sie tatsächlich ist. Vielleicht reden wir über wenige Tage, vielleicht dauert es länger. Unabhängig davon zeigt der Fall aber, wie empfindlich die Situation des HSV weiterhin ist. Diese Mannschaft hat Qualität, aber längst noch nicht auf jeder Position die Tiefe, um jeden Ausfall problemlos aufzufangen.

Auch für David Møller Wolfe verlief das Länderspiel nicht gerade ideal. Der Norweger wurde in der 65. Minute eingewechselt, sah drei Minuten später Gelb und kassierte in der Nachspielzeit nach einer ähnlichen Aktion die zweite Verwarnung. Für das nächste Spiel gegen Portugal ist er damit gesperrt. Für den HSV ist das körperlich nicht unbedingt ein Nachteil, weil er dadurch aus der direkten Wettkampfbelastung herauskommt, trotzdem dürfte auch das Trainerteam genau hinschauen. Møller Wolfe befindet sich selbst noch in einer Phase, in der er Mannschaft, Liga und Anforderungen besser kennenlernen muss, und da hilft jedes Spiel, aber eben auch jede saubere Entwicklung im Training.

Den Schwung mitnehmen und weiterarbeiten

Genau deshalb bleibt für mich die Grundthese dieser Länderspielpause bestehen: Der HSV braucht diese Zeit dringend, um bisher nicht Geschafftes nachzuholen. Die ersten Saisonspiele haben gezeigt, dass die Mannschaft noch lange nicht fertig ist. Gegen Mainz und Leipzig fehlte nicht nur defensive Qualität, sondern auch Struktur, Abstimmung und teilweise schlicht das Gefühl dafür, wann Risiko sinnvoll ist und wann man eine Situation einfacher lösen muss. Gegen Köln war das deutlich besser. Der HSV hat sein Spiel reduziert und dadurch Stabilität gewonnen. Das war kein Rückschritt, sondern in dieser Situation schlicht vernünftig.

Der nächste Schritt muss jetzt darin bestehen, diese Stabilität mit eigenem Fußball zu verbinden. Auch wenn das Fehlen etlicher Nationalspieler dieses Vorhaben nicht erleichtert. Aber: Dauerhaft wird es nicht reichen, tief zu stehen, auf einen starken Daniel Heuer Fernandes zu hoffen und vorne aus wenigen Situationen das Maximum zu machen. Die Abstände müssen kleiner werden, das Zentrum darf nicht so leicht geöffnet werden, die Innenverteidigung braucht bessere Absicherung und offensiv muss der HSV mehr Spieler in gefährliche Räume bekommen. Gerade dafür sind solche Trainingswochen wichtig.

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Dabei kommt es natürlich besonders auf Spieler wie Grønbaek an. Sollte er länger ausfallen, verliert der HSV nicht einfach nur einen weiteren Kaderspieler, sondern einen Fußballer, der aktuell Kreativität, Tempo und Verbindung zwischen Mittelfeld und Offensive herstellen kann. Polzin müsste dann Lösungen finden, ohne wieder alles über den Haufen zu werfen. Genau an solchen Situationen zeigt sich letztlich auch, wie weit dieses junge Trainerteam inzwischen ist.

Ich halte weiterhin sehr viel von Merlin Polzin und seinen Leuten, gerade weil sie in der Vergangenheit gezeigt haben, dass sie Fehler relativ schnell erkennen und korrigieren können. Der Köln-Sieg war dafür ein gutes Beispiel. Nach zwei 0:5-Niederlagen wurde nicht stur versucht, den vorherigen Ansatz einfach noch konsequenter durchzuziehen, sondern man hat das Spiel vereinfacht und zunächst das Ergebnis über die Schönheit gestellt. Für mich ist genau das Lernfähigkeit. Trotzdem gilt natürlich ebenso, dass auch dieses Trainerteam sich weiterentwickeln muss. Die langfristigen Vertragsverlängerungen sind ein starkes Zeichen des Clubs, nehmen Polzin und seine Assistenten aber nicht aus der Verantwortung. Wenn der HSV auf Entwicklung setzt, muss diese Entwicklung bei Spielern und Trainerteam sichtbar werden.

Die Verletzung von Grønbaek ist deshalb ärgerlich, sollte aber nicht dazu führen, dass man die positive Wirkung des Köln-Siegs gleich wieder infrage stellt. Solche Situationen gehören zu einer Bundesligasaison. Entscheidend ist, wie gut ein Kader und ein Trainerteam darauf reagieren. Der HSV hat sich mit dem ersten Sieg etwas Ruhe verschafft, erstmals getroffen und gezeigt, dass er nach schweren Rückschlägen eine Antwort finden kann. Jetzt bekommt er mehrere Wochen, um daraus mehr zu machen. Die Verletzung von Grønbaek erschwert diese Aufgabe möglicherweise, ändert aber nichts daran, dass die Mannschaft noch lange nicht fertig sein muss, solange sie Woche für Woche besser wird.

Sollte Grønbaek schnell zurückkehren, wäre das natürlich enorm wichtig. Sollte er länger fehlen, müssen andere Spieler Verantwortung übernehmen. So oder so darf sich der HSV nicht davon abhängig machen, ob ein einzelner Spieler gerade verfügbar ist oder nicht. Der Köln-Sieg war ein erster Schritt, nicht mehr und nicht weniger. Jetzt beginnt die Phase, in der der HSV zeigen muss, ob er aus diesem Erfolg tatsächlich etwas Dauerhaftes entwickeln kann.

Diskussion

7 Kommentare

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DU
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Aleksandervor 1 Std.
Moin Herr Scholz - ganz ruhig bleiben! Die Schlagzeilen über die Oberschenkel-Blessur von Albert Grønbaek sorgen heute verständlicherweise für Schnappatmung im Volkspark. Der Mittelfeldmotor musste das dänische Nationalteam vorzeitig verlassen und ist bereits auf dem Weg zurück nach Hamburg.Aber durchatmen: Uns spielt die XXL-Länderspielpause perfekt in die Karten. Es dauert ab heute noch exakt 15 Tage, bis der Ball in der Bundesliga für uns gegen Hoffenheim wieder rollt.Noch steht die genaue Diagnose aus dem Athleticum aus. Sollte es sich nur um eine Zerrung oder Verhärtung handeln, steht seinem Einsatz am 10. Oktober kaum etwas im Weg. Selbst bei einem leichten Muskelfaserriss hat die medizinische Abteilung nun mehr als zwei Wochen Zeit für eine Blitzheilung. Da Grønbaek für unser Spiel lebenswichtig ist, werden die Docs alles geben. Für uns meine ich besteht also absolut kein Grund zur Panik – die Zeit arbeitet hier voll für den HSV!
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MeinVerein2021vor 32 Min.
Das hoffe ich sehr!
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R
Rollercoastervor 1 Std.
Wegen einer (kleinen) Oberschenkelverletzung, von der man noch gar nicht die Diagnose kennt einen eigenen Blog zu machen; interessant. Lenkt natürlich vom vorherigen Blog ab in Bezug auf die Zahlen, die man sicherlich noch weitger diskutieren könnte. Immerhin war der vorherige Blog zu den Zahlen der erste vernünftige Blog von Marcus. seit mehreren Jahren
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Schwedenhrubeschvor 1 Std.
Interessante Verschwörungstheorie. Aber warum sollte M. Scholz vom vorherigen Blog ablenken wollen? Steht da was drin, was nicht anderswo auch so oder ähnlich steht? Nein. Ist die Diskussion ausgeartet? Nein
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Aleksandervor 56 Min.
Eher ein Wunschdenken des Kollegen Rollercoaster
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Aleksandervor 1 Std.
Ich an deiner Stelle wäre froh, dass es jetzt diesen neuen Blog gibt denn dein Beitrag zu den vermeintlichenZahlen und deine Meinung dazu war eher etwas peinlich. Wenn man doch sieht, dass du wirklich überhaupt gar keine Ahnung. Aber du bist an etwas großen dran gib bloß nicht auf!
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Darmzottevor 23 Min.
SCHOCK! 😱😱😱😱 Auch ein Wort, das sehr inflationär eingesetzt wird.
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