HSV gegen Dortmund im Check: Personal, System und Spielplan

HSV gegen Dortmund im Check: Personal, System und Spielplan

Moin zusammen,

heute war mal wieder viel los um den HSV. Bevor wir auf den Gegner eingehen, beginnen wir ein weiteres Mal mit dem Thema Robert Glatzel. Logischerweise wurde Trainer Merlin Polzin in der Pressekonferenz auf das Interview von Glatzel angesprochen und sagte dazu, dass es jedem Spieler zustehe, dass ein Spieler eine Perspektive auf das Geschehen habe wie Glatzel. Allerdings sei der Vorgang, so wie das Interview stattfand, nicht im Einklang mit den internen Regeln gewesen. Polzin sagte weiter, dass die Sache intern mit klaren Worten geklärt wurde. Bezüglich des Kaders hörte es sich zunächst so an, dass es darauf weniger Einfluss habe. Ob das wirklich so ist, werden wir in den kommenden Wochen sehen. Glatzel wird laut der BILD für dieses Interview eine Geldstrafe bekommen, da er sowohl Ablauf als auch Inhalt nicht mit dem Verein kommuniziert hat. Soweit ich weiß, sind das normale Auflagen. Glatzel konnte damit also wohl rechnen. Wie hoch die Strafe ist, ist noch nicht bekannt.

Borussia Dortmund

Kommen wir nun zum Gegner. Am Wochenende steht für den HSV wieder eine Auswärtsfahrt an. Dieses Mal geht es ins Westfalenstadion (mittlerweile Signal-Iduna-Park). Mit Borussia Dortmund trifft der HSV auf die beste Mannschaft der Rückrunde. Generell spielen die Dortmunder eine gute Saison, vor allem punktetechnisch. In der Liga verlor man nur 2-mal und das gegen den FC Bayern, der in dieser Saison übermächtig scheint. Aus den letzten 5 Spielen holten die Borussen 10 Punkte. Zuletzt gewann man zu Hause gegen Augsburg mit 2:0. Das Spiel zwischen dem HSV und Dortmund endete in der Hinrunde mit 1:1. Das Spiel war über lange Strecken offen, der BVB hatte mehr Spielanteile, konnte die kompakte Defensive des HSV aber schwer überwinden. Erst durch einen Volley von Chukuwuemeka ging der BVB in Führung, Ransford Königsdörffer konnte in letzter Sekunde per Kopf ausgleichen. Der BVB kam dort vermehrt über das Zentrum, aber der HSV machte dieses gut zu, war hartnäckig in den Zweikämpfen und machte es dem BVB schwer, zum Tor zu kommen.

Die voraussichtliche Aufstellung des BVB liest sich wie folgt:

Kobel – Reggiani – Anton – Schlotterbeck – Ryerson – Nmecha – Bellingham – Svensson – Adeyemi – Beier – Guirassy.

Die Dortmunder kommen natürlich mit ordentlich Qualität. Es gäbe auch noch weitere Spieler wie Brandt, Bensebaini oder Chukuwuemeka, die potentiell in die Startelf rücken könnten. Die Dortmunder spielen in dieser Saison nicht immer überzeugenden Fußball, aber sie ziehen die Spiele am Ende häufig. Im Schnitt holen die Dortmunder 2,22 Punkte pro Spiel. Hochgerechnet würde das am Ende zu 75–76 Punkten führen. Richtig gut ist vor allem die Defensive der Dortmunder. Mit 26 Gegentoren hat man nach Bayern (25 Gegentore) die wenigsten der Liga kassiert. Mit Kobel hat man auf der Linie einen richtig guten Rückhalt. Man hat aber auch in einigen Spielen wie z. B. gegen Heidenheim gesehen, dass Dortmund trotzdem verwundbar ist.

Personallage des HSV

Beim HSV sieht die Personallage folgendermaßen aus:

Alexander Roessing-Lelesiit, Bakery Jatta, Yussuf Poulsen und Nicolas Capaldo sind nicht dabei, der Rest ist fit für den Kader.

Auf einzelne Positionen ging Polzin auf der Pressekonferenz wenig ein. Ich stelle mir die Aufstellung folgendermaßen vor:

Im Tor wie immer. Heuer Fernandes

Davor, Torunarigha, Vuskovic und Omari.

Im Zentrum Remberg und Lokonga.


Links Muheim, rechts Mickelbrencis.

Vorne Otele, Königsdörffer und Vieira.

Ich denke, die Defensive ergibt sich aus dem letzten Spiel, da funktionierte das ganz gut. Auch das Zentrum ist klar, ebenso wie Vieira für die Offensive.

Fraglich ist dann nur, wie Polzin vorne plant. Ich denke, Otele wird spielen, da er mehr nach hinten arbeitet. Neben ihm dann Königsdörffer. Natürlich besteht auch immer die Chance, dass Downs spielt, aber ich denke, dass Otele nach seiner Krankheit wieder startet, und zwischen Downs und Königsdörffer würde ich in diesem Falle im Moment immer mit Königsdörffer gehen. So hat man, wie bereits Dienstag erwähnt, auch die Möglichkeit, zwischen 3-4-3 und 3-5-2 zu wechseln, je nachdem, ob Dortmund den Fokus ihres Offensivspiels auf das Zentrum oder die Außen legt. Zudem sind Otele und Königsdörffer m. M. n. die beiden, die da vorne am ehesten die Tiefe bespielen können. Glatzel ist nach dem Vorfall und den Aussagen von Polzin wohl kein Kandidat für die Startelf und auch bei meiner Nachfrage nach Philippe hörte es sich eher danach an, dass dieser nicht startet. Somit gibt es für vorne nur noch Dompe, Downs, Königsdörffer und Otele. Aufgrund der defensiven Ausrichtung macht für mich nur Otele Sinn und daneben Königsdörffer, da Downs bis jetzt, sagen wir mal, sehr wenig gezeigt hat.

Auf den spielerischen Ansatz bin ich ja Dienstag schon eingegangen. Kurz gesagt: Der HSV muss versuchen, schnell in die Tiefe zu kommen. Das ist gegen Dortmund, die mit der letzten Kette teilweise bis 5 Meter vor die Mittellinie aufrücken, möglich, vor allem, wenn man es schafft, im Zentrum den Ball zu gewinnen. Dann muss es aber auch sehr schnell gehen. Ich denke, lange Ballbesitzphasen führen in diesem Spiel nicht zum Erfolg. Dafür ist die Dortmunder Defensive einfach zu gut und zu stabil. Wenn man das Spiel lange offen hält, sorgt man für Beunruhigung im Stadion und beim Gegner. Das sollte ähnlich wie im Hinspiel das Ziel sein, damit man entweder schon mitten im Spiel oder ganz am Ende entscheidend zuschlagen kann.

Fazit

Das Spiel in Dortmund wird eines der schwierigsten in der restlichen Saison. Und ich habe schon viele gehört, die sich nur darum streiten, wie hoch das Spiel am Ende ausgeht. Ich persönlich denke, es macht keinen Sinn, ein Spiel vorher abzuschreiben. Wenn man mit der Einstellung reingeht, kann die Mannschaft auch gleich zu Hause bleiben und die Geldstrafe plus Niederlage hinnehmen.

Auch wenn die Qualität der Dortmunder deutlich höher ist als die des HSV, ist das Spiel dadurch noch nicht verloren. Man sollte dort mit einem guten Plan und Überzeugung in das eigene Spiel hinfahren und alles versuchen.

Mit dabei sind auch wieder mal mindestens 8.000 HSV-Fans, die die Mannschaft unterstützen werden, und dass man gegen Dortmund Punkte holen kann, haben wir ja im Hinspiel gesehen. Ich freue mich jedenfalls auf das Spiel und wünsche allen, die mit nach Dortmund fahren, eine gute Reise. Schreit unsere Jungs nach vorne.

Tom

Zwischen System und Realität: Der Fall Glatzel beim HSV

Zwischen System und Realität: Der Fall Glatzel beim HSV

Moin zusammen,

heute möchten wir uns im Verbund einem Thema widmen, das in den letzten beiden Tagen sehr hochgekocht ist. Es geht um Robert Glatzel. Glatzel ist nicht nur Fanliebling des HSV, sondern stand auch in den vergangenen Jahren statistisch für gute Werte. In seinen Jahren in der 2. Liga erzielte er für den HSV 81 Tore und 20 Vorlagen. Dabei wurde er 2facher-Torschützen König. Er war immer ein Garant dafür, den Ball über die Linie zu drücken. Selbst im Aufstiegsjahr, in dem Glatzel lediglich 15 Spiele und 670 Minuten spielte, erzielte Glatzel 10 Treffer.

Das Spielerprofil von Glatzel ist klar. Er ist der klassische Zielspieler, der vorne dafür sorgen soll, dass seine Mannschaft Tore erzielt. Meistens als Torjäger, hin und wieder auch als Vorlagengeber. Für so einen Zielspieler ist ein offensives Ballbesitzsystem, wie es der HSV in der 2. Liga spielte, natürlich optimal, alles ist auf den Zielspieler zugeschnitten. Der HSV hatte oftmals den Ball, es ging mehr um das Toreerzielen als um das Toreverhindern.

Die Vorgschichte

Nach dem Bundesligaaufstieg hat sich das Spiel des HSV verändert. Aufgrund der deutlich höheren Qualität der Gegner geht es vermehrt darum, Tore zu verhindern. Selbst zu Chancen kommt man deutlich weniger als in der Vorsaison, was aufgrund der Gegnerqualität abzusehen war. Deshalb fokussierte man sich komplett auf die defensive Kompaktheit und studierte eine 5er-Kette mit 2 Mittelfeldspielern und 3 „Offensiven“ ein. Vor allem im Trainingslager wurde dabei akribisch an den Abläufen in der Defensive gearbeitet. Dabei lag der Fokus in der Vorbereitung nicht nur auf der 5er-Kette, sondern auf dem gesamten Konstrukt, welches gegen den Ball schon beim Stürmer anfängt.   Für die Stürmerposition verpflichtete man mit Yussuf Poulsen ein Spielerprofil, welches vom Profil her gut zur Taktik passte. Ein Stürmer, der durch gezieltes Anlaufen den Gegner in Zonen drängt, in denen der HSV durch gezieltes Pressing den Ball erobert, um von dort aus direkt ins Umschaltspiel zu gehen. Allerdings ging diese Idee mehr oder weniger nach hinten los, denn Poulsen war bzw. ist die meiste Zeit verletzt.

Nun fiel die Möglichkeit mit einem richtig guten Pressing-Stürmer weg, Polzin setzte in der Startelf häufig auf Ransford Königsdörffer in der Spitze. Er ist nicht der Pressing-Stürmer, der Poulsen ist, aber er bringt ein gewisses Tempo mit, das vor allem im Umschaltspiel hilft. Königsdörffer lief viel, probierte, die Gegner in die Pressingzonen des HSV zu locken. Das gelang teilweise. Königsdörffer machte viele Meter, ackerte viel, war aber vor dem Tor nicht effektiv. Erst am 10. Spieltag erzielte er seinen ersten Treffer. Königsdörffer war sicherlich nicht die bevorzugte Wahl für das Sturmzentrum, da er eben ein Flügelspieler ist, aber seine Qualitäten im Tempo galten wohl für das Umschaltspiel in der Phase als besser. Doch die Gegner stellten sich mehr und mehr auf das Spiel des HSV ein und standen in Umschaltmomenten tiefer, um eben solche Momente zu verhindern. Der HSV definierte sich mehr über Ballbesitzmomente, konnte mit Flanken auf Königsdörffer aber wenig erreichen.

Am 12. Spieltag stellte der HSV seine offensive Spielweise dann ein wenig um. Anstatt die Bälle schnell in die Tiefe zu bringen, versuchte man mit Glatzel als Zielspieler, die Bälle im Zentrum festzumachen, um von dort die Angriffe einzuleiten. Das gelang so weit, Glatzel erzielte gegen den VfB Stuttgart das 1:0 und machte bis zu seiner Auswechslung ein super Spiel. Nach der Auswechslung von Glatzel kam der HSV nicht mehr so ins Spiel wie mit Glatzel, man merkte den Verlust des Zielspielers, konnte am Ende aber noch den 2:1-Siegtreffer erzielen. Viele Hoffnungen lagen auf der neuen offensiven Ausrichtung mit Glatzel als Zielspieler und Anspielstation. Allerdings musste Glatzel aufgrund seiner Verletzung erst einmal pausieren, bis zum Jahresende konnte er nicht mehr mitwirken. Der HSV musste also wieder mehr auf das Umschaltspiel gehen, was tatsächlich gut funktionierte. Ein Sieg im Derby gegen Bremen und ein Unentschieden gegen Frankfurt sprangen aus den restlichen 3 Spielen heraus.

Aufgrund der geringen Spielzeit von lediglich 30 Minuten im Stuttgart-Spiel und der Situation rund um Poulsen und Königsdörffer war der HSV gezwungen, im Winter einen neuen Stürmer zu verpflichten. Man suchte also ein Spielerprofil, welches sowohl die Fähigkeiten des Zielspielers als auch das Profil des Umschaltspielers beinhaltet. Man verpflichtete Damion Downs per Leihe. Auch hier wieder jemand, der rein vom Profil gut zum HSV hätte passen können. Ein großer, schlaksiger Stürmer, der vom Profil her sowohl Bälle festmachen kann als auch mit einem Speed von 34+ km/h gut für die Umschaltmomente ist.

Allerdings kommt es nicht immer nur aufs reine Profil an, die Sachen müssen auch umgesetzt werden. Dies gelang nicht. Zum aktuellen Zeitpunkt steht Downs bei 8 Spielern, 483 Minuten und 0 Torbeteiligungen. Seine Qualitäten im Umschaltspiel konnte er lediglich aufblitzen lassen, er konnte sie aber nicht bewusst zeigen. Aufgrund mehrerer Umstände rutschte Glatzel am 22. Spieltag in die Startelf. Er machte kein überragendes Spiel, aber er zog mit seiner Präsenz die Aufmerksamkeit auf sich und weg von Königsdörffer, welcher in diesem Spiel richtig aufblühte. Königsdörffer erzielte einen Doppelpack, Glatzel legte das erste Tor mit einer gezielten Vorlage auf und der HSV gewann mit 3:2. Im darauffolgenden Spiel durfte Glatzel im Auswärtsspiel gegen Mainz wieder von Beginn an ran. Hier funktionierte das Zusammenspiel weniger gut, am Ende stand ein 1:1.

Seither fand Glatzel den Weg nicht mehr auf den Bundesliga-Rasen. Aufgrund der ausbleibenden Leistungen von Downs im Sturmzentrum wurden die Stimmen und die Kritik immer lauter, warum Glatzel nicht spielt. Polzin betonte auf die Frage nach Glatzel immer wieder, dass die Defensive Vorrang habe und gewisse Spielerprofile im Anlaufverhalten stärker seien.

Die aktuelle Lage

Und nun sind wir im Hier und Jetzt angelangt. Robert Glatzel gab am 15.03. ein Interview in der Mopo, in dem er durchblicken ließ, dass er nicht so wirklich verstehe, warum er gar nicht mehr zum Einsatz komme. Er sei nach dem Leverkusenspiel proaktiv auf das Trainerteam zugekommen und habe nach den Gründen gefragt, die er auch bekam. Er wolle diese aber nicht öffentlich machen. Er fände die Situation laut eigener Aussage gegenüber der MOPO „maximal frustrierend“. Vor allem die Situation von den beiden Spielen gegen Union Berlin und Mainz 05 bis hin zur Situation jetzt wurde thematisiert. Das er gar nicht mehr spiele, könne er nicht verstehen.

Glatzel gab dieses Interview laut Recherchen des Abendblatts und der BILD ohne Absprache mit dem HSV. Er griff in dem Interview den HSV aber in keinster Weise direkt an, er stellte lediglich seine Situation da. Das gesamte MOPO+-Interview könnt ihr mit einem MOPO+-Account hier lesen: HSV-Star Glatzel offen wie nie: „Will ein paar Dinge loswerden“ | MOPO


Kommentar

Ich gehörte lange Zeit zu denjenigen, die Glatzel nicht in der Startelf sahen, da sein Spielerprofil mMn nicht in das System des HSV passte. Das gesamte Konstrukt war darauf ausgelegt durch schnelle Umschaltmomente in die Tiefe und vor das Tor zu kommen, um von dort aus den Ball zu versenken. Allerdings sah ich nach und nach die Veränderung vom reinen Umschaltfußball hin zu einer Mannschaft die auch mit dem Ball Chancen kreierte. Anders als erwartet schaltete der HSV nicht mehr nur noch um, man behielt auch gerne die Formation bei und hielt den Ball in den eigenen Reihen, anstatt den direkten Weg nach vorne zu suchen. Das merkte man mMn ab dem Spiel gegen Wolfsburg. Immer mehr Mannschaften stellten sich tief hinten rein, und der HSV kam mehr und mehr zu Flanken, die aber keinen Abnehmer fanden. So verliefen viele offensive Momente im Sand oder teilweise sogar in Gegenangriffen. Mein Kollege Elias (Grüße an der Stelle) machte immer wieder darauf aufmerksam, dass man es mit Glatzel in der Startelf einfach mal versuchen solle. Und so kam es gegen Stuttgart. Ab da merkte auch ich: Wenn der HSV Glatzel so einsetzt und dann gegen tiefstehende Gegner noch zu vielen Flanken kommt kann das wirklich funktionieren. Ganz davon ab, dass wir glaube ich alle einen Selbstbewussten Glatzel in der Bundesliga sehen wollen, da dieser den HSV weiterbringen kann.

Das der HSV mit Downs im Winter jemanden verpflichtet war richtig, und ich bin nach wie vor vom reinen Spielerprofil bei der Scouting Abteilung und sage, dass das Profil eines großen Stürmers mit viel Tempo der Optimalfall für den HSV war. Allerdings hat Downs in der Hinserie in England schon nicht viel gespielt und kam mWn mit wenig Selbstbewusstsein. Man vertraute wahrscheinlich darauf, dass dieser sein Selbstbewusstsein in den Spielen wiederbekommt. Aber das gelang eben nicht. Und Glatzel konnte im Spiel gegen Union Berlin m. M. n. zeigen, dass er jemand ist, der dem HSV helfen kann. Glatzel war nicht derjenige, der in dem Spiel 5 Tore machte, aber er zog die Aufmerksamkeit auf sich und öffnete so Räume, die einem Königsdörffer richtig stark machten. Er nahm ihm die Lasten, die Königsdörffer in der Hinrunde hemmten ab und so konnte dieser richtig aufblühen.

Ich bin dann aber auch wieder beim Trainerteam, dass es gegen Leipzig eines Spieler bedurfte, der zunächst im Umschaltspiel nach vorne agieren kann. Und das funktionierte auch. Wenn ich jedoch nach der 1. HZ merke, dass Leipzig hoch presst und der HSV offensiv viel mit langen Bällen agiert, hätte es mMn einen Glatzel gebraucht, der die langen Bälle sichert. Ohne Glatzel war jeder lange Ball verschenkt. Ähnlich gegen Leverkusen. Auch hier merkte man, dass die langen Bälle kein Ziel fanden, warum nicht Glatzel bringen?

Nach dem Köln Spiel sind die Diskussionen ganz heiß und das kann ich nachvollziehen. Die Personalie Downs wurde ja immer wieder mit dem Anlaufverhalten argumentiert. Aber im Spiel gegen Köln hat man da mMn wenig von gesehen. Ich habe da mal genau darauf geachtet und in 5 von 10 Fällen lief Downs erst gar nicht an. Und torgefährlich ist er laut Statistik eben auch nicht.

Es ist m. M. n. grundsätzlich richtig zu sagen, dass die Defensive das Wichtigste ist und der Stürmer in der Defensive mitarbeiten muss, aber das sehe ich bei Downs einfach nicht. Zumindest nicht in dem Ausmaß, dass es ausschlaggebend für den Erfolg ist. Immer wieder kamen die Kölner über lange kontrollierte Bälle aus der Abwehrkette heraus in die Tiefe. Das ist für mich etwas, was ein anlaufender Stürmer verhindern muss. Zur Orientierung: Laut Mats Beckmann hat Damion Downs mit 6 % die drittschlechteste effektive Pressingquote der Liga. Da sehe ich dann kein gutes Argument für ein Downs als Anlaufstürmer.

Und ich kann dann auch nachvollziehen, warum alle Glatzel fordern. Immerhin hat der Mann in seinem ersten Startelfeinsatz ein Tor gemacht, in seinem zweiten Startelf Einsatz, legte er einen auf und machte einen Mitspieler um 2 Level besser. Und das steht eben auf der Gegenseite zu 6% effektive Pressingquote und 0 Torbeteiligungen. Ich war ja lange selber skeptisch, ob das mit Glatzel klappt oder nicht, aber er hat geliefert. Ganz egal ob das alles passend oder glückliche Fügung war, er hat abgeliefert und Downs eben nicht. Und da stellt sich natürlich die Frage warum nicht einfach mal versuchen? Es hat eben bei Downs nicht geklappt, das ist auch völlig okay, aber dann muss ich das Sehen und Änderungen vornehmen. Ich denke die Kritik an der Personalie wächst nicht nur, weil es um Glatzel geht, sondern weil es generell darum geht, dass sich da vorne etwas ändern muss. Der HSV strahlt zu wenig Torgefahr aus, und dass man defensiv so stabil steht, liegt mMn vor allem an Remberg und Vuskovic und nicht and Downs.

Ich habe gestern bereits gesagt, dass ich in Dortmund nicht mit Glatzel starten würde, aber wenn ich sehe, dass der Gegner hoch presst und ich nicht hinter die letzte Kette komme, muss mMn ein großer Stürmer gebracht werden und das ist Glatzel. Es wird ja immer moniert, dass man alle Profile braucht, aber manchmal frage ich mich, wann denn das Profil Glatzel gebraucht wird. Ich habe ähnlich wie Mats einen dominanteren HSV gegen Köln erwartet. Jemand der mit einem klaren Zielspieler versucht das Spiel zu gewinnen. Denn wenn man nicht gegen Köln mit einem 9er startet gegen wen dann? Vor allem wenn die Defensive der Kölner in letzter Zeit anfällig für unnötige Fehler und falsche Zuordnung ist.

Ich sehe am Ende halt nicht was Glatzel schlechter macht als Downs. Sicherlich ist Glatzel nicht der Anlaufmeister, aber das ist Downs eben auch nicht, so sagt es ja die Statistik. Aber im Gegensatz dazu ist Glatzel halt vor dem Tor da. Auch in der 2. Liga war Glatzel in vielen Spielen, vor allem auswärts, lange unsichtbar, aber am Ende war er trotzdem da und hat das Tor oder sogar 2 gemacht. Und ich denke das braucht es einfach in dieser Phase. Denn mMn ist der HSV besser dran, wenn er gegen den Ball 5% schlechter, aber mit dem Ball 20% besser ist. Denn zum aktuellen Zeitpunkt strahlt ein Stürmer wie Glatzel auf einen Gegenspieler mehr Präsenz aus, als Downs. Wie gesagt, Glatzel sollte nicht unbedingt gegen Dortmund starten, aber ich erwarte, dass man im Spiel auf Glatzel setzt, wenn man mit Bällen nach vorne keine Anspielstation hat, weil er eben derjenige ist, der diese Bälle festmachen kann und damit die Abwehr auch ein wenig entlastet. Denn mehr Zeit offensiv heißt auch mehr Pause für die Defensive. Was passiert, wenn man jeden Ball lang ins Nirgendwo schlägt, haben wir ja gegen Leipzig und Leverkusen gesehen.

Zusammenfassend kann ich nachvollziehen, dass Glatzel natürlich enttäuscht über seine Situation ist. Ich meine wirklich viel falsch gemacht hat er nicht. Wenn er gestartet hat, hat er meistens geliefert. Und dieses Trainingsargument zählt für mich übrigens schon lange nicht mehr. Wichtig ist, wie man auf dem Platz performt und nicht wie viele Bälle man im Training im kleinen Tor unterbringt. Und da hat Glatzel eben genug Argumente geliefert, um Spielzeit zu bekommen. Wenn das Trainerteam zu Beginn einen anderen taktischen Plan verfolgt, um den Gegner aus der Reserve zu locken, ist das okay, aber wenn ich sehe, dass dieser Plan nicht funktioniert, muss ich etwas ändern. Ich denke Glatzel weiß selber, dass er nicht der Geborene Sprinter und Anläufer ist, aber es sieht ja jeder, dass seine Qualitäten in den Spielen gebraucht werden.

Dieses Interview verdeutlicht noch einmal die Situation von Glatzel und ich denke, im Sommer werden sich die Wege trennen. MMn hätte es bessere Szenarien gegeben, in denen Glatzel am Ende mehr Spielzeit bekommen hätte. Ein Wechsel wäre m. M. nach echt schade, da der HSV Glatzel viel zu verdanken hat und ich nach wie vor denke, dass Glatzel in der Lage ist, in der Bundesliga mitzuhalten.

Tom

HSV gegen Dortmund: Personalupdate und Taktik-Vorschau

HSV gegen Dortmund: Personalupdate und Taktik-Vorschau

Moin zusammen,

heute gab es ein Update, das einige Spieler des HSV bezüglich des Wochenendes betrifft. Bei Nicolas Capaldo wird es ähnlich wie gegen Köln eine „Punktlandung“. Es ist also auch gegen Dortmund nicht sicher, ob Cpaldo spielen kann. Polzin sagte, dass Capaldo anfangs starke Fortschritte machte, diese nun aber ein wenig stagnieren. Er hat nach wie vor noch Schmerzen und ein zu frühes Anfangen hat dann natürlich Folgeverletzungen als Risiko. Für Dortmund ist dieser also noch fraglich, ich denke, spätestens gegen Augsburg wird Capaldo wieder mit an Bord sein. Auch Philip Otele trainierte heute nicht mit der Mannschaft. Er kränkelt ein wenig, man hofft aber, dass Otele morgen wieder mit der Mannschaft trainiert. Am Wochenende gab es schon leichte Symptome einer Krankheit, deshalb spielte Otele auch nur so wenig. Bei Albert Groenbaek ist die Krankheit dagegen etwas hartnäckiger. Bei ihm fing es ja am Samstag an, er hat nach wie vor Symptome und war auch heute nicht auf dem Trainingsplatz. Hier ist eine Kadernominierung für Samstag ebenso wie bei Capaldo fraglich, bei Otele sieht es hingegen besser aus, sofern dieser morgen auch wieder trainieren kann.

Meine Erkenntnisse aus Dortmund – Bergamo

Am Samstag wartet mit Borussia Dortmund die beste Rückrundenmannschaft der Bundesliga auf den HSV. Die Borussen holten aus 9 Rückrundenspielen 22 Punkte. Generell spielt Dortmund punktetechnisch eine gute Saison. Aufgrund der absoluten Dominanz der Bayern ist man jedoch weit von einem Meisterschaftskampf entfernt. Auch im DFB-Pokal ist man in einem Spiel, das eigentlich mehr dem BVB gehörte, ausgeschieden. In der Champions League hatte man ein wenig Pech, wobei man hier sagen muss, dass die Gegentore unabhängig von den abgefälschten Bällen auch einfach schlecht verteidigt waren. Dazu kommt der absolut unnötige Fehler von Kobel in der letzten Aktion. Ich war im Hinspiel gegen Bergamo live vor Ort in Dortmund und trotz des dominant wirkenden Ergebnisses fand ich Dortmund in diesem Spiel, ähnlich wie in vielen anderen Spielen, nicht überragend. Die Dortmunder gingen früh in Führung und stellten sich dann tief in die eigene Hälfte. Anstatt weiter auf das nächste Tor zu gehen, ließen sie Bergamo machen. Die wussten mit ihrem Platz aber ehrlicherweise gar nicht anzufangen. Man schaffte es, durch einfaches, steiles Klatschspiel gut nach vorne zu kommen, die Italiener trafen vor und im Strafraum aber immer die falsche Entscheidung. Dortmund hingegen spielte den Ball immer auf den fallenden Guirassy, der den Ball klatschen ließ, um den Raum hinter sich zu öffnen. Durch Tiefenläufe der Mitspieler konnten dann vor allem Beier und Brand eingesetzt werden.

Das Ganze ist natürlich nicht universell für jedes BVB-Spiel und sicherlich auch subjektiv, aber ich wollte hier einfach mal meinen Blick nach dem Bergamo-Spiel mit euch teilen. Falls ihr noch andere Erkenntnisse habt, schreibt es gerne in die Kommentare.

Wie könnte der HSV rangehen

Sofern sich Dortmund also wieder auf dieses Spiel bezieht, muss der HSV eine Lösung finden, Guirassy im Zentrum zu stören, damit man den Raum für die Tiefenläufe nicht öffnet. Sicherlich findet der BVB auch andere Varianten, aber damit hätte man schon mal eine Option genommen. Und offensiv muss man in den Umschaltmomenten mit Tempo nach vorne spielen. Mit Steil-klatsch-spiel ist hier mMn viel möglich. Man muss hier nun jemanden finden, der die Bälle vorne klatschen lässt, um dann sofort in die Tiefe zu gehen. Unabhängig von seiner Rolle im Kader denke ich, dass man in diesem Spiel nicht mit Glatzel starten sollte. Der Stürmer muss hier einfach schnell in die Tiefe kommen. Ich denke, über offensive Passkombinationen aus dem Ballbesitz heraus wird man gegen die tiefe 5er-Kette der Dortmunder nicht viel anrichten können. Ich würde es dieses Mal vorne mit Königsdörffer oder Philippe probieren. Philippe bekam ja einen Denkzettel und wurde in Wolfsburg nicht für den Kader nominiert, am Samstag war er schon wieder mit dabei. Laut Polzin habe Philippe an den bemängelten Dingen gearbeitet und auch durch Rückfragen bezüglich dieser Punkte seinen Willen gezeigt, sich zu steigern. Eventuell bekommt er ja seine Chance.

Vieira wird sicherlich wieder starten, also gibt es für vorne dann noch 2 Plätze, die zu belegen sind. Dann kommt es darauf an, ob Polzin mehr Fokus auf das Zentrum setzt, so wie gegen Köln, oder ob man mit Flügelspielern auch über die Außen kommen will, wie in Wolfsburg. Ich könnte mir Otele vorstellen, da er defensiv mehr arbeitet, als viele andere offensive und zudem variabel einsetzbar ist. So könnte man, je nachdem, wie es Dortmund angeht, mit einem zweiten Stürmer zwischen dem 3-4-3 und dem 3-5-2 tauschen. Ich bin gespannt, wie beide Teams am Samstag auftreten.

Tom

Jetzt zählt nur noch eins: Punkte! Egal wie…

Jetzt zählt nur noch eins: Punkte! Egal wie…

Wer sich den HSV in diesen Wochen anschaut, der merkt schnell: Die Mannschaft hat nicht mehr ganz die Leichtigkeit der vergangenen Monate. Das ist so! Die Abläufe wirken manchmal schwerfälliger, das Tempo im Spiel schwankt, im letzten Drittel fehlt häufiger die Präzision. Es ist sichtbar, dass der HSV aktuell nicht mehr konstant am oberen Limit spielt. Aber vielleicht ist genau das der entscheidende Punkt: Der HSV steht heute dort, wo er steht, weil diese Mannschaft über einen langen Zeitraum hinweg nahezu permanent an ihren 100 Prozent gespielt hat – und oft sogar darüber hinaus. Die Intensität dieser Saison war enorm. Viel Pressing, viel Laufarbeit, viele Zweikämpfe, ein enormes Arbeitspensum Woche für Woche. So etwas kostet Kraft. Und irgendwann fordert diese Spielweise ihren Preis.

Jetzt scheint genau dieser Moment gekommen zu sein. Müdigkeit, kleinere körperliche Probleme, dazu kommen Ausfälle – mal verletzungsbedingt, mal durch Sperren. All das sind Dinge, die eine Saison prägen. Vor allem die eines Aufsteigers. Denn genau das darf man bei all der Bewertung dieser Phase nicht vergessen: Der HSV ist ein Aufsteiger. Und Aufsteiger erleben fast immer genau diesen Moment in einer Saison. Den Moment, in dem nicht mehr alles so leicht von der Hand geht wie noch im Herbst oder Winter. Den Moment, in dem der Fußball ein bisschen härter wird.

Jetzt geht es nicht um Ästhetik, sondern um Zählbares

Jetzt geht es nicht mehr um Schönheit. Jetzt geht es darum, immer einen Millisekunde schneller zu sein, immer einen Zweikampf mehr zu gewinnen und nichts zuzulassen. Es ist die Phase, in der es auch darum geht, eklig für den Gegner zu sein – nicht schön aus dich selbst heraus. Jetzt geht es tatsächlich um die letzten Meter bis zum Ziel. Und dieses Ziel heißt schlicht und einfach: Klassenerhalt. Die Rechnung ist dabei ziemlich simpel. Fünf bis zehn Punkte. Mehr braucht es wahrscheinlich nicht, um endgültig durch zu sein. Fünf bis zehn Punkte – möglichst schnell.

Und ja: Egal wie. Wirklich egal wie.

Wenn der HSV diese Punkte mit spielerischer Dominanz holt, wunderbar. Wenn er sie sich mit Kampf, Leidenschaft und einem Moment individueller Klasse zusammensammelt, ebenso wunderbar. In dieser Phase zählt nur noch das Ergebnis.

Natürlich werden jetzt auch die spielerischen Defizite sichtbar, die den HSV im Grunde schon die gesamte Saison begleiten. Allen voran das Offensivproblem. Die Mannschaft tut sich schwer damit, aus dem Spiel heraus konstant Torchancen zu kreieren. Ein Blick auf die Zahlen zeigt ziemlich deutlich, warum: Von den bislang 29 HSV-Toren stammen 14 Treffer von Spielern, die eigentlich keine klassischen Stürmer sind. Fabio Vieira hat fünf Tore erzielt, Luka Vušković ebenfalls fünf, dazu kommen vier Treffer von Albert Sambi Lokonga. Drei Spieler also, die eigentlich hinter den Spitzen agieren – und die derzeit einen großen Teil der Hamburger Offensive tragen.

Die eigentliche Sturm-Abteilung hingegen kommt bislang nur schwer in Fahrt. Rayan Philippe enttäuscht auf ganzer Linie und scheint erst einmal hintendran.  Ransford Königsdörffer ist mit vier Treffern noch der erfolgreichste Mittelstürmer, während Robert Glatzel und Yussuf Poulsen bislang jeweils nur einmal getroffen haben. Letztgenannater ist sportlich ebenso eine Fehlinvestition wie Damion Downs, der ebenso wie Youngster Otto Stange  sogar noch komplett auf sein erstes Tor wartet.

Das ist – nüchtern betrachtet – eine verheerende Bilanz für eine Bundesliga-Offensive. Daraus ergibt sich für das Trainerteam eine Mängelverwaltung. Woche für Woche. Dass Polzin hier weiter auf Downs setzt, sehe ich als groben Fehler. Mit Downs spielst Du gefühlt jedes Mal in Unterzahl. Ich verstehe seine Nominierungen nicht. Bislang hat er sie jedenfalls noch in keiner Minute gerechtfertigt.

Aber auch hier lohnt sich ein zweiter Blick. Denn die Hamburger haben sich bewusst für eine Spielidee entschieden, in der die Offensive nicht nur Tore schießen, sondern vor allem auch intensiv gegen den Ball arbeiten muss. Pressing, Umschalten, Laufarbeit – all das ist zentraler Bestandteil des Spielplans. Stürmer, die all das auf höchstem Niveau leisten und gleichzeitig regelmäßig zweistellig treffen, sind auf dem Transfermarkt kaum zu bekommen – zumindest nicht zu Preisen, die für den HSV aktuell realistisch sind. Spieler dieses Profils kosten schnell 15 Millionen Euro oder mehr. Trotzdem: Mit einem anderen Spieler als Downs wird es sicherlich nicht schlechter…

Das Trainerteam betreibt Mängelverwaltung – und das sehr erfolgreich.

Deshalb setzt das Trainerteam um Merlin Polzin auf andere Qualitäten. Auf defensive Stabilität, auf mannschaftliche Geschlossenheit, auf Spieler, die aus verschiedenen Positionen heraus gefährlich werden können. Und trotz dieser bekannten Offensivprobleme gelingt es der Mannschaft immer wieder, Punkte einzufahren.

Genau deshalb verdient dieses Trainerteam, diese Mannschaft Respekt. Denn mit den vorhandenen Möglichkeiten holt der HSV derzeit ziemlich viel heraus. Vielleicht nicht immer spektakulär. Vielleicht nicht immer schön anzusehen. Aber effektiv. Und genau das ist jetzt entscheidend.

Wer jetzt fordert, der HSV müsse plötzlich wieder dominanten Offensivfußball spielen, verkennt ein bisschen die Realität einer Bundesliga-Saison – besonders die eines Aufsteigers. Entwicklung im Fußball verläuft selten linear. Es gibt Phasen, in denen vieles funktioniert. Und es gibt Phasen, in denen man sich durchkämpfen muss. Der HSV ist gerade in genau so einer Phase.

Und das Wichtigste: Das ist kein Rückschritt. Das ist kein Alarmzeichen. Das ist schlicht normal. Diese Mannschaft muss jetzt nicht schön spielen. Sie muss jetzt nicht jedes Problem lösen. Sie muss nur eines tun: diese letzten Meter gehen. Meter für Meter, Punkt für Punkt.

Und wenn der Klassenerhalt feststeht, dann beginnt die nächste Phase. Dann wird analysiert, verbessert, weiterentwickelt. Dann wird auch das Offensivspiel ein noch größeres Thema werden müssen, denn dass der HSV hier Entwicklungsschritte machen muss, steht außer Frage. Aber dafür ist später noch genug Zeit. Jetzt zählt nur der Weg ins Ziel.

Jetzt zählt Pragmatismus. Jetzt zählt der Kampf. Jetzt zählt jeder einzelne Punkt. Und vielleicht ist genau das die wichtigste Botschaft an alle HSV-Fans: Die Ansprüche müssen jetzt denen eines Aufsteigers entsprechen. Nicht, weil der HSV klein denken soll. Sondern weil man manchmal zuerst überleben muss, bevor man wieder wachsen kann. Und genau darum geht es jetzt.

Ich bin bereit, meine ästhetischen Ansprüche dem Notwendigen unterzuordnen. Weil ich weiß, wie sich solche Phasen intern darstellen. Und wenn ich sehe, wie sich gestern in den letzten Minuten des Spiels das gesamte Stadion noch einmal von den Sitzen erhoben und die eigene Mannschaft gefeiert hat , dann sehe ich, dass ich damit alles andere als allein bin! Fakt ist: Jetzt ist auch die Zeit, in der die Unterstützung von außen noch einmal wichtiger wird…!

Die spannendste Frage für mich ist nur: Seid Ihr auch bereit, auf schönen Fußball zu verzichten? Oder seht Ihr das alles ganz anders als ich? Und wenn ja, wie seht Ihr es?

Nachdem ich zu meinem Blitzfazit nach dem Köln-Spiel schon so viele Reaktionen bekommen habe, freue ich mich jetzt schon auf Eure Antworten und Fragen!!!

In diesem Sinne, Euch allen einen schönen Sonntag!

Scholle

Nicht schön, nur effektiv – HSV holt Punkt gegen direkten Verfolger Köln

Nicht schön, nur effektiv – HSV holt Punkt gegen direkten Verfolger Köln

Der HSV spielt aktuell ganz sicher nicht seinen besten Fußball. Die Leichtigkeit der vergangenen Wochen scheint ein wenig verloren gegangen zu sein, das Offensivspiel wirkt phasenweise zäh, ideenarm, manchmal fast müde. Aber: Der HSV punktet. Und solange das der Fall ist, ist im Abstiegskampf erst einmal alles in Ordnung. Dieses 1:1 gegen den 1. FC Köln am Sonnabend im ausverkauften Volksparkstadion war so ein Spiel, das niemand in ein Best-of-Album dieser Saison aufnehmen wird. Aber es war eben auch eines dieser Spiele, die am Ende über eine Saison entscheiden können. Spiele, in denen es nicht um Schönheit geht, sondern darum, etwas mitzunehmen. Und genau das hat der HSV getan.

Der HSV lebt gerade von etwas, das im Fußball oft unterschätzt wird: Pragmatismus.

Man hatte über weite Strecken das Gefühl, dass die Mannschaft gerade ein wenig Tribut zollt für die intensive Spielweise der vergangenen Monate. Das aggressive Pressing, die hohe Laufbereitschaft, die vielen Zweikämpfe – all das hat Kraft gekostet. Vielleicht mehr, als man es im Moment auf den ersten Blick wahrnimmt. Was auf dem Platz zu sehen war, hatte deshalb weniger mit Spielfreude zu tun als mit Arbeit.

Torhüter Daniel Heuer Fernandes brachte es nach dem Spiel ziemlich nüchtern auf den Punkt:
„Das Ergebnis ist okay. Es war inhaltlich nicht unsere beste Leistung, aber es ist wieder ein Punktgewinn, den wir so mitnehmen. Wir können im Hinblick auf das Passtempo und die Positionierung ein paar Sachen besser machen. Letztlich halten wir den Gegner aber auf Abstand. Es war von beiden Seiten ein sehr kontrolliertes Spiel, viel Kampf auf beiden Seiten, keiner wollte das letzte Risiko gehen.“

Genau so fühlte sich dieser Abend auch an.

Die Partie begann zäh. Viel Mittelfeld, viele Zweikämpfe, wenig Spielfluss. Über eine halbe Stunde lang passierte offensiv praktisch nichts. Dann kam plötzlich dieser Moment, der den Fußball manchmal so besonders macht. Ein einziger Augenblick reicht – und ein ganzes Stadion steht Kopf.

Nach einem Pass von William Mikelbrencis nahm Fabio Vieira den Ball auf, erkannte, dass Kölns Torhüter Marvin Schwäbe einen Schritt zu weit vor seinem Tor stand, und lupfte den Ball mit dem Außenrist ins lange Eck. Ein Traumtor, ein Geniestreich in einem ansonsten eher zähen Spiel.

Vieira selbst konnte nach der Partie kaum verbergen, wie viel ihm dieser Treffer bedeutet:
„Es war ein tolles Tor. Sobald ich Augenkontakt mit Willi aufgenommen hatte, wusste ich, wohin er den Ball spielen würde. Ich hatte zugleich gesehen, dass der Keeper etwas vorn steht und habe ihn ins Netz gemacht. Es ist sicherlich unter den Top 3 meiner schönsten Tore. Ich bin glücklich darüber. Aktuell bekomme ich mehr und mehr Selbstvertrauen, werde langsam wieder der alte Fabio. Es war ein wichtiger Schritt für mich, nach Hamburg zu kommen, um wieder zu meinem vollen Potential zu kommen.“

Vieira wird Spieler des Spiels – und gibt Versprechen ab

Dass Vieira später zum Spieler des Spiels gewählt wurde, war keine Überraschung. In einer Partie, in der vieles Stückwerk blieb, war sein Moment der einzige echte Glanzpunkt.

Umso ärgerlicher aus Hamburger Sicht, dass Köln kurz vor der Pause ausgleichen konnte. Eine Ecke, ein kurzer Moment der Unordnung im Strafraum – und Said El Mala köpfte zum 1:1 ein. Danach entwickelte sich eine zweite Halbzeit, die genau das bestätigte, was viele schon zur Pause vermuteten: Heute würde hier nicht mehr viel passieren.

„Man hat gespürt, dass beide das Unentschieden halten wollten“, sagte HSV-Trainer Merlin Polzin später. „Es gab viele Zweikämpfe, viele Unterbrechungen und viele Unsauberkeiten. Mit dem Ball hat mir das weniger gefallen – da hatten wir schon bessere Leistungen. Das Tor war toll herausgespielt und wunderschön abgeschlossen. Ärgerlich war dann, dass wir kurz vor der Pause den Ausgleich kassieren. In der zweiten Hälfte war relativ wenig los. Wir nehmen den Punkt gerne mit, weil wir Woche für Woche punkten und die Saison stabil zu Ende spielen wollen.“

Tatsächlich war die zweite Hälfte über weite Strecken ein Spiel der Vorsicht. Köln hatte phasenweise etwas mehr Ballbesitz, der HSV lauerte auf Umschaltmomente. Wirklich gefährlich wurde es allerdings selten.

Mittelfeldspieler Nicolai Remberg analysierte das nach dem Abpfiff ziemlich treffend:
„Unterm Strich ist das Unentschieden ein gerechtes Ergebnis. Bis auf die Ecke haben wir gut verteidigt. Wir haben uns jedoch mehr erhofft. Die Gegner stellen sich mehr darauf ein, dass wir durch die Mitte gut Fußball spielen können, deshalb wollten wir heute vor allem über Konter und lange Bälle in die Tiefe kommen. Das hat ein, zwei Mal funktioniert, aber insgesamt eher zu selten.“

Der HSV ist offensiv zahnlos – Downs wieder unterirdisch

Der HSV blieb insgesamt offensiv erstaunlich harmlos. Besonders in der Spitze fehlte es an Durchschlagskraft – und auch an Präzision im letzten Drittel. Dass die Gastgeber kurz vor Schluss durch einen Kopfball von Daniel Elfadli noch einmal beinahe den Siegtreffer erzielt hätten, hätte dem Spielverlauf eigentlich nicht ganz entsprochen.

Auch Miro Muheim sprach nach dem Spiel ungewöhnlich offen über die Schwächen an diesem Abend:
„Nach dem Spielverlauf können wir mit einem Punkt gut leben. Heute war es sicherlich nicht unsere beste Leistung. Mit dem Ball waren wir nicht aktiv genug, hatten kaum Bewegung im Spiel und waren zu statisch. Auch gegen den Ball war es zu wenig von uns. Es lag nicht an unserer taktischen Ausrichtung, sondern daran, dass wir nicht ins Pressing gekommen sind. Wir waren in den Zweikämpfen nicht bissig genug. So wird es schwer, das eigene Spiel aufzuziehen.“

Und vielleicht beschreibt genau das die aktuelle Phase des HSV am besten. Die Mannschaft spielt gerade nicht brillant. Sie dominiert ihre Gegner nicht. Sie wirkt manchmal sogar ein wenig müde. Aber sie punktet. Und genau das ist im Moment entscheidend. Denn der Blick auf die Tabelle zeigt: Jeder Zähler zählt. Gerade in Spielen gegen direkte Konkurrenten ist es wichtig, zumindest nicht zu verlieren.

Punkt geholt, Köln auf Distanz gehalten – das ist okay

Der HSV hat Köln auf Distanz gehalten. Mehr war an diesem Abend vermutlich auch nicht drin. Schön ist das nicht. Aber manchmal ist Fußball eben genau so: ein bisschen zäh, ein bisschen dreckig, ein bisschen Arbeit. Und wenn am Ende ein Punkt dabei herausspringt, kann genau dieser Punkt irgendwann der sein, der eine ganze Saison entscheidet.

Ich bleibe auch dabei, Spiele nicht nach dem Äußeren zu bewerten. Spiele müssen nicht schön sein, um gut zu sein. Manchmal – und in genau dieser Phase steckt dieser HSV aktuell – geht es nur darum, zweckmäßig zu spielen. Und was bitte soll Polzin machen, wenn er im Angriff tatsächlich nur Underperformer zur Verfügung hat. Richtig: Er muss Mängelverwaltung betreiben. Dass Glatzel dabei so gar keine Rolle spielt – das ist unverständlich. Dass Downs immer wieder Spielzeit bekommt – das ist noch unverständlicher und würde mich an Glatzels Stelle zutiefst beleidigen. Aber, und damit runde ich diese Diskussion ab: Der HSV lebt gerade von etwas, das im Fußball oft unterschätzt wird: Pragmatismus. Und solange das funktioniert und der HSV sich mit letzten Kräften über die Ziellinie zum Klassenerhalt quält, soll es mir recht sein.

Und deshalb bin ich zwar etwas gelangweilt – aber nicht unzufrieden heute Abend. Ich hoffe, Euch geht es ähnlich…

In diesem Sinne, Euch allen noch ein schönes Wochenende!

Scholle

DIE EINZELBEWERTUNGEN:

Daniel Heuer Fernandes: War da, als er gebraucht wurde. Beim Tor war er chancenlos. Note: 3

William Mikelbrencis (bis 79.): Sensationeller Pass zum 1:0! Seine Qualitäten liegen in der Offensive. In der Defensive hat er einfach noch zu viele Themen. Note: 3

Fabio Baldé (ab 80.): Hatte noch zwei, drei gute Aktionen.

Luka Vuskovic: Er hat extrem viele sehr gute Szenen – und dann verliert er das Kopfballduell vor dem 1:1-Ausgleich.  Note:

Warmed Omari: Besser als zuletzt. Ich hoffe sehr, dass er im Laufe der Rückrunde noch mal an seine Vor-Verletzungs-Leistungsstärke kommt. Denn die braucht der HSV. Note: 3

Jordan Torunarigha (bis 79.): Unauffällig – aber das ist völlig okay so. Dazu ein paar wichtige Blocks Machte nichts falsch und erledigte seinen Job unaufgeregt. Note: 3

Daniel Elfadli (ab 80.): Hatte den Sieg auf dem Kopf, verpasste knapp. Schade.

Miro Muheim: Solide bis gut. Hinten ließ er nicht viel zu, nach vorn wurde er im Verlauf der zweiten Halbzeit besser.Note:

Albert-Sambi Lokonga: Das war sicher nicht sein bestes Spiel für den HSV – aber seine Ballsicherheit, seine Präsenz in den Räumen ist wichtig für den HSV.  Note:

Nicolai Remberg: Der Mann fürs Grobe machte seinem Spitznamen („Rambo“) wieder alle Ehre. So einen braucht jede Mannschaft.  Note: 3

Fabio Vieira (bis 90.): Der Feinfuß zeigte nach einer sehr durchwachsenen Anfangsphase, was Ballgefühl ist. Mit dem ersten Kontakt so zielgenau zu lupfen – Respekt!! Allerdings w3ar das ansonsten sehr übersichtlich. Note: 3

Philipp Otele (ab 90.) : Darf sich über die Punktprämie freuen.
Damion Downs (bis 66.): 
Die personifizierte Unterzahl. Unfassbar schwach. In allem. Weniger Torjäger als er, das geht kaum. Auch das immer wieder angepriesene Laufverhalten ist bei ihm hochgradig sinnfrei. Für mich bleibt er ein Rätsel. Wobei: Bei Mikelbrencis habe ich auch zweieinhalb Jahre dasselbe geschrieben, bis er endlich gute Spiele zeigt. Mal sehen… Note: 6

Otto Stange (ab 66.) : Wirkungslos. Note: 4

Ransford Königsdörffer (bis 66.): Sehr physischer Auftritt, der am Ende aber unbelohnt blieb. Aktionen hatte er wieder kaum welche. Besser als Downs war er aber. Wie alle anderen im Stadion auch. Note: 4

Jean-Luc Dompé (ab 67.): Machte keine Werbung für sich. Und das ist noch sehr, sehr nett formuliert. Machte Fehler, die gefährlich wurden. Bitterer Kurzauftritt! Note: 5

DIE STIMMEN ZUM SPIEL:

Daniel Heuer Fernandes: Das Ergebnis ist okay. Es war inhaltlich nicht unsere beste Leistung, aber es ist wieder ein Punktgewinn, den wir so mitnehmen. Wir können im Hinblick auf das Passtempo und die Positionierung ein paar Sachen besser machen. Letztlich halten wir den Gegner aber auf Abstand. Es war von beiden Seiten ein sehr kontrolliertes Spiel, viel Kampf auf beiden Seiten, keiner wollte das letzte Risiko gehen. 

Nicolai Remberg: Unterm Strich ist das Unentschieden ein gerechtes Ergebnis. Bis auf die Ecke haben wir gut verteidigt. Wir haben uns jedoch mehr erhofft. Die Gegner stellen sich mehr darauf ein, dass wir durch die Mitte gut Fußball spielen können, deshalb wollten wir heute vor allem über Konter und lange Bälle in die Tiefe kommen. Das hat ein, zwei Mal funktioniert, aber insgesamt eher zu selten. Auf beiden Seiten gab es immer mal wieder Konterchancen. Zudem hatte Elfadli am Ende eine gute Möglichkeit, aber fairerweise hatten wir bei ein, zwei Gegenangriffen das Glück auf unserer Seite.

Miro Muheim: Nach dem Spielverlauf können wir mit einem Punkt gut leben. Heute war es sicherlich nicht unsere beste Leistung. Mit dem Ball waren wir nicht aktiv genug, hatten kaum Bewegung im Spiel und waren zu statisch. Auch gegen den Ball war es zu wenig von uns. Es lag nicht an unserer taktischen Ausrichtung, sondern daran, dass wir nicht ins Pressing gekommen sind. Wir waren in den Zweikämpfen nicht bissig genug. So wird es schwer, das eigene Spiel aufzuziehen.

Fabio Vieira: Es war ein tolles Tor. Sobald ich Augenkontakt mit Willi aufgenommen hatte, wusste ich, wohin er den Ball spielen würde. Ich hatte zugleich gesehen, dass der Keeper etwas vorn steht und habe ihn ins Netz gemacht. Es ist sicherlich unter den Top 3 meiner schönsten Tore. Ich bin glücklich darüber. Aktuell bekomme ich mehr und mehr Selbstvertrauen, werde wieder der alte Fabio. Es war ein wichtiger Schritt für mich, nach Hamburg zu kommen, um wieder zu meinem vollen Potential zu kommen.

Merlin Polzin: Es gab viele Zweikämpfe, viele Unterbrechungen und viele Unsauberkeiten. Mit dem Ball hat mir das weniger gefallen – da hatten wir schon bessere Leistungen. Das Tor war toll herausgespielt und wunderschön abgeschlossen. Es lohnt sich definitiv, den Treffer noch mehrfach anzuschauen. Ärgerlich war dann, dass wir kurz vor der Pause den Ausgleich kassieren. In der zweiten Hälfte war relativ wenig los. Man hat gespürt, dass beide vor allem das Unentschieden halten wollten. Wir nehmen den Punkt gerne mit, weil wir Woche für Woche punkten und die Saison stabil zu Ende spielen wollen.

Lukas Kwasniok: Wir nehmen den Punkt mit, auch wenn es sich insgesamt so angefühlt hat, als hätten wir gewinnen können. Wir wollen aber nicht vermessen sein, zumal der Gegner sehr sehenswert in Führung geht – Vieira macht das weltklasse. Wie die Mannschaft darauf reagiert hat, war toll. Sie hat sich für den Aufwand bei Standardsituationen belohnt, auch nach der Ecke. In Summe haben wir keine klassischen Kopfballmonster auf dem Feld, aber wir arbeiten an dem Thema. In der zweiten Hälfte hatte ich das Gefühl, dass es ein Abnutzungskampf war. Richtig spannend wurde es eigentlich erst wieder in der Nachspielzeit, als zunächst Elfadli und dann wir durch Martel die Chance per Kopf auf den Sieg hatten.

DIE STATISTIK ZUM SPIEL:

HSV: Heuer Fernandes – Omari, L. Vuskovic, Torunarigha (79. Elfadli) – Mikelbrencis (79. Balde), Sambi Lokonga, Remberg, Muheim – Vieira (90.+2 Otele), Downs (66. Stange), Königsdörffer (66. Dompe)

1. FC Köln: Schwäbe – Krauß (84. Chavez), van den Berg, Özkacar, Lund – Martel, Johannesson, Niang (46. Maina), Kaminski (90.+1 Kainz), S. El Mala (74. Bülter) – Ache (74. Sebulonsen)

Tore: 1:0 Vieira (39.), 1:1 El Mala (45), 

Zuschauer: 57.000 (ausverkauft)       

Schiedsrichter: Tobias Welz (Wiesbaden)

Gelbe Karten: Remberg, Muheim / El Mala, Lund, Kaminski, Sebulonsen

Flutlicht im Volkspark: HSV will Köln im Abstiegskampf schlagen

Flutlicht im Volkspark: HSV will Köln im Abstiegskampf schlagen

Moin zusammen,

am Samstag spielt der HSV anlässlich des 26. Spieltages um 18:30 Uhr zu Hause gegen den 1. FC Köln. Die Kölner stehen momentan auf Platz 14. Aus den letzten 5 Spielen konnte man lediglich einen Punkt holen. Auf der anderen Seite steht der HSV momentan mit 29 Punkten auf Platz 10 der Bundesliga. Aus den letzten 5 Partien konnten die Rothosen 7 Punkte holen, zuletzt gewann man das wichtige Auswärtsspiel in Wolfsburg mit 1:2. Über dem Spiel steht wieder mal das Wort „Abstiegskampf“ Ähnliches galt auch beim letzten 1.-Liga-Auseinandertreffen im Volkspark 2018. Damals gewannen die Kölner mit 0:2. Die letzte Bundesliga-Partie gewannen die Domstädter zu Hause mit 4:1, das letzte Spiel im Volkspark konnte der HSV gewinnen.

Der 1. FC Köln

Die voraussichtliche Aufstellung der Kölner liest sich folgendermaßen:

Schwäbe – Kraußvan den BergÖzkacarLund – MartelJohannesson – MainaKaminskiS. El Mala – Ache

Viele der Spieler kennt man noch aus der 2. Liga, der aktuell bekannteste Spieler dürfte Said El Mala sein. Er kommt zwar meistens von der Bank, Kwasniok dürfte aber nur wenige Änderungen zum letzten Spiel vornehmen, in dem El-Mala startete. Ersetzen muss Kwasniok auf jeden Fall Simson-Pusey. Laut Kicker wird Özkacar für ihn spielen.

Die Kölner starteten furios in die Saison, teilweise wurde damals von einigen schon das Wort Europa verwendet. Mittlerweile befindet man sich auf einer Durststrecke und auch Trainer Kwasniok steht in der Kritik. Zum einen, da der Effzeh seinen Performances aus der Vergangenheit hinterherläuft, zum anderen, weil Kwasniok auch gerne polarisiert. Das kommt im Verbund mittlerweile nicht mehr so gut an. Teilweise war schon zu hören, dass dieses Spiel Kwasnioks letztes sein könnte, sofern der Effzeh nicht performt. Das hängt wohl nicht unbedingt nur vom Ergebnis ab. Spielt man allerdings so wie in Augsburg, wird die Kritik noch einmal lauter werden.

Personallage beim HSV

Beim HSV schaut die Personallage folgendermaßen aus:

Alexander Roessing-Lelelsiit fehlt weiterhin, auch Jatta ist nach wie vor verletzt. Gestern kam dann noch Poulsen dazu, bei ihm ist es der rechte Oberschenkel, er wird erneut länger pausieren müssen. Capaldo könnte wieder in den Kader rutschen, da muss man schauen, ob man das Restrisiko eingeht oder nicht. Bei Fabio Vieira ist alles gut, es gibt aktuell nichts, was ihn körperlich von einem Startelfeinsatz abhält. Zudem könnte Albert Groenbaek das erste Mal in den Kader rutschen.

Generell konnte man in der Pressekonferenz schon viel heraushören bezüglich der Startelf. Auf den meisten Positionen ist es mehr oder weniger klar, wer spielt.

Im Tor startet Heuer Fernandes

Davor wohl Torunarigha, Vuskovic und Omari. Hier wäre Elfadli auch eine Option, Capaldo würde, wenn, wohl nicht starten.

Links Muheim, rechts Mickelbrencis.

Im Zentrum Remberg neben Lokonga.

Vorne links Dompe, rechts Vieira und im Zentrum dann wohl Downs.

Nochmals zum Verständnis: Ich führe die Elf hier so auf, wie sie nominell auf dem Papier steht. Vieira wird im Spiel den 10er spielen, Mickelbrencis wird dann höher rücken und die rechte Außenbahn bespielen, während Dompe die linke Seite beackert.

Im Sturm wird wohl Downs starten, ich bin mir da aber noch nicht so ganz sicher, denn gegen Köln bedarf es auch gerne mal eines großen Stürmers, sofern man das Spielgeschehen übernimmt, wovon ich ausgehe. Sicherlich stehen die Chancen für Downs aktuell besser, aber irgendwie denke ich, dass Glatzel in diesem Spiel höhere Chancen hat als in anderen Spielen. Eventuell ist das aber auch nur mein Wunschdenken, ich selber würde auf jeden Fall mit einer klaren 9 starten.

Fazit

Ich habe es ja bereits in dieser Woche angedeutet. Ich gehe davon aus, dass der HSV in diesem Spiel spielerisch mehr zeigt als gegen Wolfsburg. Am Ende kommt es aber einfach nur darauf an, dieses Spiel zu gewinnen. Mit Kampfeswillen und Überzeugung muss man dieses Spiel angehen. Ich denke, der HSV wird versuchen, das Geschehen in die Hand zu nehmen und somit dann auch mehr den Ball haben. Wichtig ist, dass man mit dem Ball dann auch was anfängt. Mit Dompe hat man auf der linken Seite jemanden, der so ein Spiel entscheiden kann. Auch Vieira und Lokonga müssen in diesem Spiel zeigen, was für eine Klasse sie haben.

Es ist mal wieder ein Topspiel im Volkspark. Flutlicht, mit Köln, ein geiler Gegner und ein ausverkauftes Stadion. Das ist doch genau das, worauf wir uns in der Bundesliga gefreut haben. Wenn die Jungs auf dem Feld alles reinwerfen und die Fans das Stadion wieder zu einem absoluten Kessel machen, ist hier auf jeden Fall etwas drin für den HSV.

Tom