Vorfreude beim HSV aufs Spitzenspiel gegen Darmstadt
„Das wird ein harter Brocken. Wir freuen uns darauf“, sagte Trainer Tim Walter heute im Bezug auf das bevorstehende Heimspiel gegen den Tabellendritten SV Darmstadt 98. Beide…

„Das wird ein harter Brocken. Wir freuen uns darauf“, sagte Trainer Tim Walter heute im Bezug auf das bevorstehende Heimspiel gegen den Tabellendritten SV Darmstadt 98. Beide Teams haben neun Punkte auf dem Konto. Die Hessen sind Dritte, der HSV ist vierter. Beide gehören zu den Aufstiegsfavoriten. Walter sieht seine Mannschaft im Aufwärtstrend. „Wir sind auf einem guten Weg“, so der HSV-Trainer, während SVD-Coach Torsten Lieberknecht den HSV lobte: „Gefühlt ist der HSV kein Zweitligist. Der Club hat eine große Wucht in Deutschland. Für uns als Darmstadt 98 ist es ein Privileg, gegen sie spielen zu dürfen. Der HSV gehört in die erste Liga. Ich glaube, dass sie dieses Jahr dran sind, aufzusteigen.“
„Wir haben alle eine riesige Lust auf die Fahrt nach Hamburg. Das merkt man in der Mannschaft“, sagte Kapitän Fabian Holland. Lieberknecht betonte: „Gegen den HSV wollen wir mit Entschlossenheit und dem Glauben in das Spiel gehen, dass wir mit drei Punkten nach Hause fahren können.“ Und der HSV sollte wahrlich gewarnt sein vor dem nächsten Gegner. Denn Darmstadt begeisterte zuletzt beim 4:0 gegen Hansa Rostock und ist seit sechs Gastspielen in Hamburg ungeschlagen. Walter hat das registriert und lobt Darmstadt seinerseits: „Sie sind im Großen und Ganzen zusammengeblieben, den Stamm haben sie behalten, auch wenn sie mit Pfeiffer einen Stürmer verloren haben. Das merkt man auch an den Ergebnissen. Die letzten vier Spiele haben sie alle gewonnen. Es wird ein harter Brocken, aber wir freuen uns auf jedes Spiel in der zweiten Liga, weil wir jeden schlagen müssen.“
Wäre gut, wenn das am Freitag gelingt. Und obgleich diese Lobhudelei der Gegner immer auch ein taktisches Mittel ist, um dem HSV die Favoritenrolle und damit den größeren Druck zuzuschreiben, scheint der HSV in der Außenwahrnehmung schon Topfavorit auf den Aufstieg zu sein. Zumal jetzt weitere Verstärkungen dazukommen sollen. Aber: Über Flügelspieler Jean-Luc Dompé vom belgischen Erstligisten Zulte Waregem, der schon zum Gesundheitscheck in Hamburg ist, wollte Walter nicht sprechen. „Wenn alles in trockenen Tüchern ist, können wir darüber reden“, meinte er. Der 27-jährige Franzose soll einen Dreijahresvertrag unterschreiben.
Stattdessen lobte Walter, der schon vor der Saison die Favoritenrolle öffentlich angenommen hatte, dass seine Mannschaft in neun aufeinanderfolgenden Punktspielen lediglich eine Niederlage (0:1 gegen Hansa Rostock) einstecken musste. „Wir wollen immer besser werden, noch konsequenter. Wir sind gewillt, unserer Favoritenrollen gerecht zu werden.“ Ob Talent Omar Megeed an seinem 17. Geburtstag am Freitag ein Geschenk in Form eines Einsatzes erhält, wollte der Trainer nicht voraussagen. „Wir wollen den Ball flach halten. Ich glaube, dass wir ihm das schönste Geschenk am letzten Samstag gemacht haben.“
Aber Walter ist bekannt dafür, dass er letztlich die aufstellt, die aus seiner Sicht am stärksten sind. Ohne Kompromisse. Und durch die Ausfälle von Bakery Jatta, Xavier Amaechi und Anssi Suhonen sowie dem Abgang von Stephan Ambrosius hat Megeed zumindest weiter gute Chancen, im Kader zu stehen. Sportlich spannend ist er allemal.
Spannend bleibt für mich, ob und mit wem man sich auf der Rechtsverteidigerposition verstärkt. Das „Abendblatt“ berichtete zuerst davon, dass der 18-Jährige William Mikelbrencis der Wunschspieler des HSV sei. Es soll sogar schon ein erstes Angebot an den FC Metz abgegeben. Zudem habe der Spieler selbst bereits seinen Wunsch hinterlegt, nach Deutschland zu wechseln. Wer dieser Mikelbrencis ist? Einen kurzen Eindruck gibt’s hier: https://www.youtube.com/watch?v=g6W4stEclW8&t=56s
Und dann noch etwas in eigener Sache. Ich bin in einigen Posts direkt oder auch indirekt angesprochen worden. So auch in dem Post von Rotkaeppchen, den einige von Euch dann zitieren. Dabei geht es um diesen Beitrag:
Schade, dass du dich, außer wenn es um irgendwelche zugegeben manchmal auch richtigen „Breitseiten“ gegen Herrn Kühne geht, so raushältst, und die Boldts, Wüstefeldts und Jansens weiter so verschonst, Scholle. Dann können wir in Zukunft davon ausgehen, dass wenn, und darum geht es beim HSV eigentlich ziemlich oft, die Vereinspolitik wieder das Geschehen bestimmt, kein Blog erscheint?
Die Kritik an der unfassbaren Führungsschwäche, die Jörg gar nicht oft genug hier skizzieren kann, aber auch an der maßlosen Transferpolitik von Boldt, der unverhohlen die Bereitstellung immer weiterer Mittel fordert, weil es ihm und seiner Scouting Abteilung an Kreativität oder wo möglich ganz einfach an einem Netzwerk oder gar an Marktkenntnissen fehlt, bleibt also weiterhin dem Kommentatorenbereich vorbehalten?
Dann würde ich mich sehr freuen, wenn „Alex“ hier mal wieder ein wenig für Belebung sorgen könnte – aber da liegt ja anscheinend ein nicht lösbares technisches Problem vor.
Meine Antwort:
Vielen Dank, Rotkaeppchen. Feedback macht mich schlauer!
Und um auf Deine Ausführungen hier direkt einzugehen: Ich kann hier in meinem Blog schreiben, was ich denke – und das mache ich. Ich schreibe seit Wochen, dass die HSV-Führung keine ist, weil der AR nicht ausreichend einschreitet – und ich positioniere mich nicht klar, Rotkaeppchen? 14 Blogs in den letzten 23 Tagen beschäftigen sich größtenteils mit der Vereinspolitik. Auch Gastbeiträge. Und Dir reicht das nicht? Du hast das Gefühl, dass ich keine Blogs schreiben würde, wenn es um Vereinspolitik geht? Sehe ich anders. Ich hasse nur stumpfe Wiederholungen...
Ebenfalls anders sehe ich das Dauergenörgle mit dem „Verschonen der handelnden Personen“. Ich habe Boldt verschont? Obwohl ich dem AR geraten habe, ihn zu entlassen, sofern man seine Forderungen als Erpressung erachtet (/blog/beendet-diese-posse-jetzt/)? Ich habe Jansen verschont? Obwohl ich in den letzten Blogs fast jedesmal geschrieben habe, dass er hauptverantwortlich dafür ist, dass der HSV den Streit schwelen lässt und dass er seinen Hut nehmen muss, wenn auch Wüstefeld scheitert? Und obwohl ich geschrieben habe, dass diese Räte ihrem Mandat nicht nachkommen?
Das sehe ich komplett anders.
Aber nichtsdestotrotz bleibe ich dabei, dass diejenigen, die mit diesem Blog unzufrieden sind, diese Unzufriedenheit äußern können und sollen. So, wie Rotkaeppchen das hier macht, kann ich damit wunderbar umgehen und sogar darauf eingehen. Und natürlich ziehen mich derartige Kommentare auch nicht runter. Auch nicht die, die das versuchen. Je respekt- und niveauloser, desto gleichgültiger sind die Posts für mich. Und wenn meine Mitstreiter dann der Meinung sind, dass es einzelne übertreiben und diese sperren – dann unterstütze ich das zu 100 Prozent. Und dabei entscheiden wir völlig unabhängig davon, ob die- oder derjenige hier vorher 1000 Kommentare am Tag geschrieben hat oder nicht. Und wir lassen diejenigen auch nicht wieder rein. Das mag jetzt die stören, die hier immer davon schreiben, dass es mir nur um Clicks geht. Aber genau so war es immer – und so bleibt es auch. Denn eines ist klar: Auch mir muss dieser Blog Spaß machen.
Und das tut er bis heute. Dass dabei auch Themen sind, die so gar keinen Spaß machen – das sollte für jeden einfach nachzuvollziehen sein. So ein Streit auf Führungsebene wie jetzt, den wir in dieser Form schon gefühlt 100mal hatten und bei dessen Inhalten man lediglich Daten und Namen austauschen muss, nervt mich nur noch. Weil man den Verlauf kennt und weil man weiß, dass es allen nur um ihr Wohl geht. Das kann man 1000mal neu aufschreiben – oder man machte s wich ich zehnmal und sagt dann: Es langt! Da kommt nichts Neues mehr, daher gibt es auch nicht mehr dazu zu sagen. Genau das habe ich gemacht.
Von daher hört doch bitte endlich mal auf, zu glauben bzw. zu fordern, dass ich schreiben muss, was Ihr gern lesen wollt. Das habe ich nie so gemacht – und das werde ich auch nicht machen. Und für alle, die es wissen wollen, noch mal zusammengefasst, was ich alles schon geschrieben habe:
Die Sitzung und deren Ergebnis am vergangenen Freitag haben für einen wohltuenden Waffenstillstand gesorgt. Sehr spät – aber angesichts des sportlichen Erfolges parallel ohne vorwerfbare Schäden. Glück für die Kontrolleure, die in dieser Phase sehr wenig bis nichts richtig gemacht haben. Ich würde mir von keinem Vorstand die Frage „entweder er oder ich“ gefallen lassen. Sollte jemand das dennoch fordern, müsste er gehen. Und der andere Vorstand vielleicht auch noch, sofern es die Sachlage erfordert.
- Ich würde einem Anteilsverkauf über die 24,9 Prozent nicht zustimmen. Schon gar nicht, ohne Änderung der Rechtsform auf KGaA
- Angesichts der aktuellen Transfers muss sich die sportliche Leitung Boldt/Walter am Aufstieg messen lassen.
- Sollte Wüstefeld sein Finanzierungskonzept nicht wie versprochen umsetzen können, ist er gescheitert. Und mit ihm dann auch der AR-Vorsitzende Marcell Jansen, der in den letzten Wochen allen Warnungen zum Trotz an Wüstefeld festhält.
- Sportlich sehe ich die Not auf der Außenbahn der auf der Rechtsverteidigerposition untergeordnet. Der Verkauf von Vagnoman ist zu einem erschreckend schwachen Kurs abgewickelt worden. Hier wird sich der HSV sehr bald ärgern.
- Der HSV hat finanziell kein Einnahmeproblem, sondern ein Ausgabeproblem. Das hat das aktuelle Transferfenster noch einmal verdeutlicht. Und das muss korrigiert werden – im Kollektiv von allen Vorständen zusammen. Wer das nicht erkennt, muss gehen.
In diesem Sinne, bis morgen!
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