0:5-Klatsche gegen Mainz: HSV wird zu Hause überrollt
Nach einer unterirdischen Leistung verliert der HSV sein Heimspiel gegen Mainz 05 verdient mit 0:5. Ein ernüchternder Nachmittag für die Rothosen.

Moin zusammen,
der HSV hat sein Heimspiel gegen Mainz 05 völlig verdient mit 0:5 verloren. Nach einem absolut unterirdischen Auftritt, in dem der HSV fast gar nicht am Spiel teilnahm, machte Mainz nur das Nötigste und gewann dennoch souverän. Der HSV bekommt die erste Abreibung der Saison und hat jetzt einiges an Analysematerial gesammelt.
Frühe Rückschläge und ratloser HSV
Vor dem Spiel begannen die Fans mit einer sehr schönen Choreografie für Kevin Keegan. Ein Bild von Keegan mit einem Fußball in der Hand wurde untermalt mit dem Schriftzug „Kevin Keegan Superstar“. Das sollte aber auch das einzig positive an diesem Nachmittag sein.
Der HSV begann wenig aktiv. Die Mainzer kamen deutlich besser ins Spiel. In der 3. Minute kam Sheraldo Becker das erste Mal vor das Tor, Capaldo konnte klären. In der 7. Minute sah man dann das erste Mal, was Mainz vorhatte: Langer Ball auf Tietz, dieser verlängerte auf Becker, der Ball fand den Weg aber noch nicht ins Tor.
In der 10. Minute ist es dann wieder Becker, der Torunarigha den Ball abnimmt und durchstarten kann, er verfehlt das Tor aber wieder. In der 20. Minute trifft Becker dann zum 0:1. Remberg spielt im Aufbauspiel einen riskanten Ball, der abgefangen wird. Der Ball geht schnell in die Tiefe, Becker ist durch und netzt ein.
Der HSV versuchte weiter von hinten rauszuspielen, Bemühungen, sich freizulaufen oder Räume zu öffnen, gab es in der gegnerischen Hälfte nicht. Der HSV kam zu keiner richtigen Torchance. Bewegung null, keine Anstalten, den Ball schnell zu bewegen. Alles das, was man eben nicht tun sollte, wenn man einen kompakten Gegner ausspielen will.
In der 42. Minute fiel dann das nächste Tor für Mainz. Nach einem langen Ball bekommt der HSV es wieder nicht verteidigt, Becker läuft auf der rechten Seite durch, legt quer und am zweiten Pfosten netzt Mwene ein. Gleiche Aktion wie in den 41 Minuten vorher, wieder bekommt es der HSV nicht verteidigt. Der Höhepunkt der ersten Halbzeit war dann in der 45. Minute, als der HSV einen schnellen Einwurf, der zu einer guten Chance hätte führen können, falsch ausführt und einen Einwurf gegen sich bekommt. Dann war zum Glück Pause.
Auch nach der Pause keine Besserung
Zur zweiten Halbzeit wurde es dann erstmal laut. Der HSV wechselte dreifach, für Adeline, Torunarigha und Nadir kamen Daka, Nandja und Vieira. Doch die Vorfreude wurde kurze Zeit später wieder zunichtegemacht: 0:3 durch Tietz. Im Zentrum bekommt der HSV keinen Druck auf den Gegner, langer Ball nach außen, wo Becker wieder nur querlegen muss.
Danach beruhigte sich das Spiel, Mainz kam noch zu ein paar Umschaltmomenten, der HSV hatte nach wie vor keine Lust, sich zu bewegen. Der HSV versuchte dann in der 76. Minute auch mal nach vorne etwas zu kreieren, das gelang aber nicht. Keiner bewegte sich, keiner wollte den Ball, Mainz musste eigentlich wenig tun. Sie spielten immer nur lang nach vorne.
In der 83. Minute fiel dann noch das 0:4. Der HSV bekommt den langen Ball wieder nicht verteidigt, Tietz kommt frei zum Abschluss und legt den Ball ins lange Eck. Den muss Heuer Fernandes haben. Dann folgte noch das 0:5 durch Königsdörffer. Wieder schlecht verteidigt, wieder viel zu einfach. Der Höhepunkt des Nachmittags.
Fazit
Wer mit dem Ball so wenig Bewegung und Ideen hat, hat es auch nicht anders verdient. Der Plan von Mainz war von vornherein klar, und der HSV verteidigt das hinten 1-gegen-1 und gewinnt 38 Prozent der Luftzweikämpfe. Entweder agierst du nach vorne und bewegst dich, oder du stehst tief und verhinderst die Bälle in die Tiefe. Der HSV hat heute gar nichts gemacht. Mit dem Ball stehen bleiben und hinten offen wie ein Scheunentor stehen, ist alles, aber nicht bundesligatauglich.
Sicherlich müssen sich die Neuzugänge einspielen, aber das heißt nicht, dass man sich nicht bewegen darf. Wer gegen einen kompakten Gegner was erreichen will, muss ihn zum Laufen zwingen. Mainz hatte heute 108 Kilometer Laufleistung. Und damit waren sie immer noch über dem HSV. Das spricht Bände. Nur weil man jetzt mehr Spieler hat, die mit dem Ball agieren wollen, heißt das nicht, dass man offensiv auf der Stelle steht. Mehr will ich auch erst mal nicht sagen, das reicht mir. Schönen Abend!
Einzelbewertungen
- Daniel Heuer Fernandes: 3 Gegentore, bei denen er wenig machen kann, den 4. muss er halten. Note: 6
- Jordan Torunarigha (bis 45.): Das war gar nichts. Tietz durfte machen, was er wollte, Becker genauso. Der HSV hat hinten 1-gegen-1 gespielt und kam immer durch. Dazu keine Selbstsicherheit im Spiel nach vorne, bei freiem Raum wurde nicht nach vorne gedribbelt. Dann die Ballverluste. Völlig richtig, dass er nach 45 Minuten runter ist. Note: 6
- Sebastiaan Bornauw: Er verlor gefühlt jedes Kopfballduell, war immer zu langsam und mit dem Ball viel zu behäbig. Note: 6
- Nicolas Capaldo: Er war engagiert, aber gewann die entscheidenden Zweikämpfe nicht. Nach vorne war das auch zu wenig. Note: 6
- David Moeller Wolfe: Unauffällig, hatte manchmal zwei Gegenspieler, das kann so nicht sein. Hatte aber auch keinen wirklich Einfluss auf das Spiel. Note: 6
- Zakaria El Ouahdi: Er verlor viel zu oft den Ball, gegen den Ball zu ungestüm. Wurde auch zu selten einbezogen, mit dem Ball war das aber technisch unsauber. Gegen den Ball zu häufig zu spät. Note: 6
- Nicolai Remberg: Das 0:1 geht auf seine Kappe, verlor zu viele Zweikämpfe. Dass vor dem 0:3 kein Gegnerdruck im Zentrum ausgeübt wird, geht auch teilweise auf seine Kappe. Note: 6
- Bilal Nadir: Er will den Ball nicht. Wenn er ihn hat, braucht er fünf Minuten, um ihn zum Mitspieler zu bringen. Gegen den Ball gewinnt er keinen Zweikampf. Note: 6
- Martin Adeline (bis 45.): Ein Offensivspieler hat normalerweise den Drang, den Ball zu haben und Tore zu erarbeiten oder zu schießen. Er steht im Offensivspiel einfach nur rum und läuft defensiv dem Ball hinterher. Zu wenig. Note: 6
- Albert Groenbaek: Wollte den Ball nicht, konnte nicht damit umgehen und ließ den Ball zu wenig laufen. Viel zu unauffällig. Note: 6
- Terem Moffi: Er nahm eigentlich nicht wirklich teil. Lange Bälle kamen eh nicht an, also schwer ihn zu bewerten, wenn er immer nur hinterherläuft. Aber er war auch daran beteiligt, dass keine Räume entstanden. Note: 6
- Otto Stange: Er versuchte mal was, hängte sich rein, konnte aber auch nichts mehr ausrichten. Note: 6
- Patson Daka: Auch er versuchte mal was, hatte aber fast nur schlechte Ballkontakte. Note: 6
- Fabio Vieira (ab 45.): Bekam keine Kreativität rein, er muss von Anfang an spielen. Mehr zum Tor, weniger meckern wäre ein Ansatz. Note: 6
- Nandja (ab 45.): Er kam für Torunarigha, besser wurde es eigentlich nicht. Beim 0:3 zu weit weg, danach konnte er eigentlich nur noch den langen Bällen hinterlaufen. Note: 6
- Louis Lemke: Dann hätte man ihn auch draußen lassen können. Vielleicht bekommt er wenigstens Auflaufprämie. Ohne Note
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