Kader-Update: Elfadli-Abgang und die neuen Schienenspieler
Das Transferfenster ist zu: Der HSV gibt Daniel Elfadli zum LASK ab und setzt auf den Außenbahnen auf die neuen, laufstarken Schienenspieler Moller Wolfe und El Ouahdi.

Moin zusammen,
Das Transferfenster in Deutschland ist geschlossen, auf der Zugangsseite des HSV wird nichts mehr passieren. Insgesamt hat der HSV in diesem Transferfenster Ausgaben in Höhe von ca. 31 Millionen Euro getätigt. Wir wollen uns heute noch einmal mit den beiden Transfers von El Ouahdi und Moller Wolfe beschäftigen. Vorher gibt es aber noch einen Abgang, der bevorsteht.
Elfadli geht nach Österreich
Der HSV wird Daniel Elfadli nach Österreich abgeben. Genauer gesagt geht es zum LASK nach Linz. Elfadli war maßgeblicher Bestandteil des Aufstiegskaders und spielte auch in der Bundesligasaison anfangs eine größere Rolle. Er übernahm lange Zeit den Part in der linken Innenverteidigung, ehe er sich verletzte und Torunarigha wieder zu seinem Leistungsniveau zurückfand. In der Rückrunde spielte Elfadli dann hin und wieder, konnte sich aber nicht langfristig als Stammspieler durchsetzen. Im Trainingslager-Interview sagte Elfadli damals noch, dass er weiter an sich arbeiten wolle, es schien, als wolle er weiter um einen Stammplatz kämpfen. Allerdings gab es dann Ernüchterung in der Vorbereitung. Immer wieder wurden die jungen Spieler vorgezogen, zu vielen Einsatzminuten kam Elfadli nicht. Selbst im DFB-Pokal spielte Nandja vor Elfadli, nachdem Torunarigha verletzt war. Nun wird Elfadli also doch den Verein verlassen.
Ich persönlich hätte das nicht gemacht, weil Elfadli ein variabler Spieler ist, den man überall reinschmeißen kann. Zudem hat er sich nie beschwert und immer weitergemacht. Klar ist Elfadli keiner, der 34 Spiele von Anfang an macht, aber er ist ein solider Backup, der in der Dreierkette alle Positionen spielen kann und zur Not auch auf der Sechs fungiert. Vor allem bei einer Dreierkette ist das immer heikel. Man hat aktuell nur Nandja und Omari als Backup. Omari ist schon verletzt, mal ganz ab von den zuletzt gezeigten Leistungen. Momentan ist Nandja der einzige nominelle Ersatz für die Dreierkette. Man könnte auch Bissi-Mouelle hochziehen, aber der ist eben auch noch extrem jung und unerfahren. Ich hätte Elfadli nicht abgegeben, zumindest nicht ohne Ersatz. Nun hat man also erst einmal nur einen nominellen Ersatz, Amoako ist ja wohl nicht hinten drinnen geplant. Und Remberg würde ich nicht zurückziehen, das hat in der letzten Saison in Köln schon nicht funktioniert.
Die neuen Schienenspieler unter der Lupe
Kommen wir nun zu den beiden Schienenspielern, die der HSV verpflichtet hat. Ich habe ja schon vor der Transferphase gesagt, dass der HSV Vuskovic nicht eins zu eins ersetzen kann. Man muss auf der Schiene etwas tun. Das galt sowohl defensiv als auch offensiv. Nun hat man mit Moeller Wolfe und El Ouahdi zwei Spieler verpflichtet, die die Linie hoch und runter marschieren, was im ersten Moment sehr gut ist, da die beiden eben sowohl offensiv als auch defensiv agieren müssen. Offensiv müssen sie die Breite generieren, defensiv die Außenbahnen dichtmachen.
Mit El Ouahdi hat man dabei ein sehr offensives Spielerprofil geholt. Der Marokkaner ist angeblich sehr oft vorne zu finden und wird vor allem das Spiel mit dem Ball ankurbeln. Probleme hat er dann eher in der Defensive. Er ist zwar schnell und aggressiv, verliert aber hin und wieder Zweikämpfe. Das ist also etwas, wo er sich verbessern muss und wo der HSV mit ihm in die individuelle Arbeit gehen muss. Wenn man so jemanden auf der rechten Seite hat, müssen die Sechser und natürlich die Innenverteidiger also immer aufmerksam sein und schauen, dass man El Ouahdi absichert, damit dort keine Lücken in der Defensive entstehen. Sofern das klappt, ist El Ouahdi sicherlich ein guter Schienenspieler, der den HSV vor allem im Offensivspiel unterstützen wird.
Auf der anderen Seite hat der HSV mit Moeller Wolfe einen Spieler geholt, der ähnlich wie El Ouahdi die Linie hoch und runter läuft, aber deutlich robuster und defensiv stärker ist. Auch Moeller Wolfe arbeitet viel nach vorne, hat aber auch Qualitäten in der Defensive. Das ist dann der Gegenpart zu El Ouahdi und das muss er auch sein. Denn wenn man auf der einen Seite einen sehr offensiv starken Schienenspieler hat, braucht man auf der anderen Seite jemanden, der defensiv gut ist. Moeller Wolfe soll wohl defensiv stärker als Muheim sein, seine Zweikampfquote liegt im Schnitt aber auch nur bei ungefähr 50 Prozent. Das birgt mMn durchaus das Risiko, dass die beiden Schienen eventuell zu offensiv sind. Vor allem, weil Capaldo ja auch immer wieder progressive Läufe anstrebt. Hier muss der HSV also einen Weg finden, wie man sich defensiv absichert, denn man hat eben nicht mehr einen Vuskovic hinten drinnen, der alles alleine wegräumt.
Der HSV hat also zwei Spieler geholt, die sowohl nach vorne als auch nach hinten ackern, defensiv aktuell aber noch Potenzial nach oben haben. Ich bin gespannt, wie man damit umgeht und wie sich das auf dem Platz wiederfindet. Dass man zwei richtige Arbeiter außen hat, ist schonmal gut, jetzt muss das auf dem Platz aber auch defensiv harmonieren.
Was passiert mit Miro Muheim?
Miro Muheim wird den Verein wohl vorerst übrigens nicht verlassen. Nun hat man mit Moeller Wolfe und Lemke auf der linken Seite zwei Spieler. Es gibt das Gerücht, dass Muheim eventuell für die linke Innenverteidigerposition eingeplant ist. Das würde dann auch den Transfer von Elfadli etwas sinniger machen, aber ich sehe Muheim dort überhaupt nicht.
Man hat mit Capaldo schon jemanden, der häufig nach vorne ausbricht. Muheim hat seine Qualitäten, wie schon häufig erwähnt, vorwiegend offensiv. Mit den beiden Schienenspielern zusammen hat man dann in der Fünferkette nur einen, der rein defensiv denken würde – das funktioniert in meinen Augen nicht. Vor allem, weil die Qualität der Gegner eben deutlich höher ist als in der 2. Liga, wo Muheim ja damals unter Baumgart auch auf der Position gespielt hat. Und auch da merkte man, dass das nicht seine Position ist.
Ich hoffe, dass Muheim weiter für die Schiene eingeplant ist. Vielleicht kann ein Moeller Wolfe ja auch auf rechts ausweichen, sollte El Ouahdi mal ausfallen. Dann hätte man mit El Ouahdi und Moeller Wolfe zwei, die rechts können, mit Lemke und Muheim zwei, die links können – plus Moeller Wolfe, der auf links wohl erst einmal gesetzt ist, und dann Jatta, der im Notfall auch noch einmal auf der Schiene aushelfen kann. Dann hätte man fünf Schienenspieler und jeweils einen Backup, das wäre ganz gut.
Schreibt doch mal eure Meinung zu dem Elfadli-Transfer und den Transfers rund um Moeller Wolfe und El Ouahdi in die Kommentare!
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