Testspiel-Auftakt gegen Rapid Wien: Erste Ansätze und Defensive Anfälligkeiten
Der HSV testete gegen Rapid Wien und zeigte trotz einer 2:3-Niederlage gab es erste spielerische Ansätze. Vor allem die Offensive wusste zu gefallen, doch bei Standards und im Umschaltspiel hakt es noch.

Ein erster Test unter Wettkampfbedingungen
Der HSV hat sein erstes Testspiel der Vorbereitung gegen Rapid Wien bestritten. Während die Wiener bereits nächste Woche in die Qualifikation für die internationalen Wettbewerbe starten und somit voll im Saft stehen, befindet sich der HSV nach 1,5 Wochen Training noch in einer frühen Phase. Der Kader war zudem ausgedünnt: Miro Muheim, Otto Stange und Sander Tangvik reisen nach, während Balde, Lokonga, Dickes, Roessing-Lelesiit und Heuer Fernandes nicht zum Einsatz kamen.
Der HSV startete mit Elias Lathi im Tor. Die Dreierkette bildeten Torunarigha, Jason Bissi-Mouelle und Capaldo. Auf den Außenbahnen begannen Lemke (links) und Jatta (rechts), während Remberg und Pherai die Doppel-Sechs besetzten. Groenbaek und Adeline agierten auf der Doppel-Zehn hinter der Spitze Poulsen.
Spielverlauf: Licht und Schatten
Der Start misslang: Bereits nach zwei Minuten ging Rapid Wien nach einem schlecht verteidigten Freistoß durch Cara in Führung. Nach einer kurzen Phase der Findung übernahm der HSV jedoch das Kommando. In der 16. Minute erzielte Poulsen nach einer präzisen Flanke von Jatta, der zuvor von Adeline in Szene gesetzt wurde, den verdienten Ausgleich. Der HSV blieb druckvoll, doch Adeline scheiterte nach einem überragenden Steckpass von Groenbaek am Wiener Keeper. In der 24. Minute belohnte sich Groenbaek selbst und traf aus 18 Metern zur Führung.
Nach der Cooling-Break verlor der HSV den Faden. In der 36. Minute fiel das 2:2 nach einem Eckball von Louis Schaub, bei dem die Abstimmung im Strafraum fehlte. Keine 60 Sekunden später folgte der nächste Rückschlag: Ein katastrophaler Fehlpass von Capaldo leitete einen schnellen Umschaltmoment der Wiener ein, den diese zur 3:2-Führung nutzten. Die zweite Halbzeit war geprägt von viel Hin- und Hergeschiebe, nennenswerte Chancen blieben auf beiden Seiten Mangelware.
Fazit: Wo steht der HSV?
Am Ende konnte man in diesem Testspiel erste Ansätze sehen, an denen man sich orientieren kann. Im Gegenzug dazu gibt es aber auch gewisse Dinge, die noch deutlichen Verbesserungsbedarf haben. Dafür, dass der HSV erst 1,5 Wochen in der Vorbereitung ist und Rapid Wien auf der anderen Seite nächste Woche in die Pflichtspiele startet, hat der HSV in diesem Testspiel gut mitgehalten und teilweise auch wie die bessere Mannschaft gewirkt. Jetzt gilt es, die negativen Punkte aufzuarbeiten und diese in den Trainingswochen zu verbessern, damit man am Ende ein solides Fundament hat, auf dem man aufbauen kann.
Kurzeindruck der Akteure
- Lathi: Er wirkte etwas nervös am Anfang, konnte aber bei allen Toren wenig machen. Beim ersten lassen ihn die Verteidiger im Stich, beim zweiten wenig Zeit zum Reagieren. Das dritte Gegentor ist einfach unglücklich. Er muss noch ruhiger am Ball werden.
- Torunarigha: Er machte ein solides Spiel und traut sich, noch mehr Risiko zu gehen. Sei es mit progressiven Läufen und riskanteren Pässen. Bei den Pässen muss er aufpassen, dass diese nicht zu häufig in Fehlpässen enden, aber ich denke, Torunarigha wird eine gute Rolle im HSV-Kader spielen.
- Bissi-Mouelle: Auch ihm merkte man die Nervosität an, er konnte sich aber steigern.
- Capaldo: Er wirkte sehr routiniert und machte seine Sache vernünftig. Allerdings war er derjenige, der das 3:2 mit seinem kapitalen Fehlpass einleitete. Das darf so in der Bundesliga nicht passieren.
- Lemke: Er machte eine wirklich auffällige Partie. War immer wieder aggressiv in den Zweikämpfen und traf mit dem Ball häufig gute Entscheidungen.
- Jatta: Er agierte mit dem Ball souveräner, nahm nach wie vor aber zu häufig das Tempo raus. Die Flanke zum 1:1 war super.
- Groenbaek: Er war offensiv der beste Mann. Fast alles lief über ihn. Er hat einfach eine gute Übersicht und ein gutes Passspiel. Ich hoffe, dass er das auch so in der Bundesliga auf der 10 umsetzt.
- Remberg: Remberg machte wieder seinen Job, er riss das Spiel dieses Mal aber noch mehr an sich. Da Lokonga fehlte, versuchte er auch, das Übergangsspiel zu leiten, was teilweise auch gut klappte.
- Pherai: Die 6er-Position neben Remberg ist nicht seine, da kommt seine spielerische Qualität nicht so zur Entfaltung. Als er dann auf die 10 ging, zerlief das Spiel und auch dort konnte er keine entscheidenden Akzente setzen.
- Adeline: Er war wirklich sehr aggressiv und gut gegen den Ball. Mit dem Ball fügte er sich ein, er stand während seiner Spielzeit offensiv aber im Schatten von Greonbaek.
- Poulsen: Poulsen lief gut an, leitete das Pressing und war zudem gefährlich vor dem Tor. Zudem belohnte er sich mit seinem Treffer. Leider nur 30 Minuten, aber die waren echt ordentlich.
- Omari, Elfadli, Nadnja: Zeigten vernünftige Ansätze, wobei Nadnja besonders ruhig und bedacht wirkte, das macht Hoffnung auf mehr.
- Sahiti, Amoako, von Diczelski, Sedlatschek, Dompe: Hatten es schwer, sich in einer zerfahrenen zweiten Hälfte auf teilweise ungewohnten Positionen entscheidend in Szene zu setzen.
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