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Neuer Abwehrchef: Das ist Sebastiaan Bornauw

Sebastiaan Bornauw wechselt per Leihe zum HSV. Wir beleuchten das Profil des Innenverteidigers, seine Stärken und Schwächen.

Neuer Abwehrchef: Das ist Sebastiaan Bornauw

Moin zusammen,

Sebastiaan Bornauw hat seinen Medizincheck bestanden, wenn ihr diesen Blog lest, wurde er eventuell schon offiziell vorgestellt. Damit hat der HSV den zentralen Innenverteidiger gefunden, wir wollen heute einmal schauen, was für einen Spieler der HSV mit Bornauw bekommt. Vorher noch kurz zu den finanziellen Gegebenheiten: Bornauw kommt per Leihe mit Kaufoption, die laut der Bild-Zeitung 4,6 Millionen Euro hoch ist. Ob es am Ende Möglichkeiten gibt, dass die Kaufoption zu einer Kaufpflicht werden kann, ist aktuell nicht bekannt. Zudem ist auch nicht bekannt, ob es mögliche Bonuszahlungen bei einem potenziellen Kauf oder bei Erreichen bestimmter Ziele gibt. Bornauws Marktwert liegt aktuell bei 8 Millionen Euro.

Stationen und Karriere

Bornauw ist 27 Jahre alt und steht während der Leihe weiterhin bei Leeds United unter Vertrag. Dorthin wechselte der im belgischen Wemmel geborene Innenverteidiger im letzten Sommer aus Wolfsburg.

Bornauw startete seine Profikarriere in Anderlecht, nachdem er dort Ende 2009 in die Jugend wechselte. 10 Jahre später wechselte Bornauw dann aus Anderlecht zum FC Köln in die Bundesliga. Die Ablöse betrug damals 8,25 Millionen Euro. In der Domstadt spielte Bornauw 2 Jahre und 57 Spiele, ehe es im Sommer 2021 nach Wolfsburg ging. Die Wölfe überwiesen knapp 14 Millionen Euro an den Effzeh. Beim VfL spielte Bornauw 96 Spiele. Dann ging es im letzten Sommer für 6 Millionen Euro nach Leeds. Dort bestritt Bornauw nur 17 Spiele und kam lediglich auf 771 Einsatzminuten. Insgesamt kommt Bornauw auf 140 Spiele in der Bundesliga (11 Tore), 16 Spiele in der belgischen Pro League (1 Tor) und 12 Spiele in der Premier League (0 Tore).

Stärken im Defensivverbund

Sebastiaan Bornauw wird der zentrale Part in der Innenverteidigung und wird dort vor allem seine Stärken gegen den Ball ausspielen. Bornauws größte Stärke ist sicherlich sein Kopfballspiel. Mit 1,91 m hat er eine gute Größe, seine Luftzweikampfquote lag in den Bundesligajahren immer bei 55–60 %. Auch im Bodenzweikampf ist Bornauw gut, in vielen Berichten wird zudem gesagt, dass Bornauw gut im Stellungsspiel gegen den Ball ist. Zudem hat Bornauw über die Jahre immer gute Werte bei geklärten Bällen gehabt. Außerdem ist Bornauw beidfüßig, er könnte rein theoretisch alle drei Positionen in derer Ketten spielen. Weiterhin ist seine Erfahrung etwas, was man erstmal als Stärke bezeichnen könnte. Mit 140 Bundesligaspielen kennt er sich bestens in der Liga aus. Er könnte ein Mentor für junge Spieler werden.

Schwächen im Spielaufbau

Bornauw soll als Nachfolger von Vuskovic kommen. Dass er Vuskovic nicht 1-zu-1 ersetzen kann, ist klar, allerdings ist es vor allem das Spiel mit dem Ball, in dem Bornauw ganz klare Nachteile gegenüber Vuskovic hat. Bornauw ist nicht derjenige, der viele raumgewinnende Pässe spielt. Zudem ist er technisch eher unterdurchschnittlich. Wir können wohl einen Innenverteidiger erwarten, der den Ball eher zu seinem Mitspieler spielt, anstatt ihn weit nach vorne zu treiben oder diagonal zu verteilen. Das Aufbauspiel muss in der Dreierkette also wohl eher von Capaldo oder Torunarigha übernommen werden, ehe der Ball ins Mittelfeld gelangt.

Generell hat Bornauw Nachteile im technischen Bereich. Zudem ist Bornauw ein Spieler, der in 1-gegen-1-Duellen gegen Spieler mit tiefem Körperschwerpunkt eher im Nachteil ist, da er mit seinen 1,91 m nicht sehr wendig und dynamisch ist.

Fazit und Ausblick

Gesamt gesehen denke ich, dass man mit Bornauw einen Spieler holt, der Vuskovic defensiv zumindest einigermaßen ersetzen kann. Alles, was gegen den Ball im Zweikampf, Stellungsspiel und im Kopfballspiel passiert, ist das, was Bornauw gut kann. Seine Schwächen liegen im Spiel mit dem Ball, das ist auf seiner Position aber weniger wichtig als das Spiel gegen den Ball.

Der HSV braucht in der zentralen Rolle als Vuskovic-Ersatz keinen Spieler, der wie Sergio Ramos die Bälle über den gesamten Platz verteilt. Es bedarf eines defensiv starken Spielers, der die Abwehrkette gegen den Ball organisiert und den Luftraum beherrscht. Genau das verkörpert Bornauw zumindest vom Spielerprofil her. Er war bei Köln und Wolfsburg ein solider Innenverteidiger, der in den meisten Spielen seine Leistung erbrachte. Zudem kennt er die Liga und weiß, wie er sich zu verhalten hat, das spricht erst einmal dafür.

Negativ ist natürlich die Spielzeit der vergangenen Saison. Nachdem sich Bornauw in der Vorbereitung verletzte, etablierte sich das Innenverteidiger-Duo bei Leeds und Bornauw konnte sich nicht als Stammspieler durchsetzen. Wenn Bornauw aber an seine Leistungen aus der Bundesligazeit herankommt, ist er der Spieler, der dem HSV in der Defensive weiterhilft.

Da kommen wir aber zum Punkt, und zwar das „wenn“. Der Transfer bietet aufgrund der Leihe mit Kaufoption in erster Sicht kaum Risiko. Doch genau dieses Risiko geht man bei dem Spieler in dem Sinne ein, dass er performen muss. Bornauw muss der Abwehrschef werden, der den HSV defensiv deutlich stärker macht. Schafft er das nicht, hat man zwar keine Ablöse bezahlt, man hat aber erst einmal keinen Spieler, der die Position wirklich besetzen kann. Mit Mario Vuskovic kommt ab November ein neuer Innenverteidiger dazu, aber ob Vuskovic direkt bereit für die Bundesliga ist, können wir jetzt noch nicht sagen. Sicher ist aber, dass Bornauw performen muss. Sollte er nicht an seine Leistungen aus der Bundesliga-Zeit herankommt, bekommt der HSV große Probleme in der Defensive.

Sollte Bornauw aber die vergangenen Bundesliga-Leistungen bestätigen, ist er eine Verstärkung für den HSV. Dann hat der HSV, sofern die Kaufoption dann auch bei den 4,6 Millionen Euro bleibt, hier einen wirklich guten Deal eingetütet. Auch wenn Bornauw vor allem mit dem Ball seine Schwächen im Vergleich zu Vuskovic hat, bringt er doch die nötige Qualität in der Defensive mit, um den HSV defensiv nach vorne zu bringen. Rein vom Spielerprofil macht Bornauw den HSV besser, er muss das aber auch auf den Platz bringen.

Diskussion

5 Kommentare

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A
atarivor 57 Min.
771 Minuten klingt zunächst schon etwas beeindruckender. Schaut man genauer hin, relativiert sich das aber schnell: rund 460 Minuten Premier League, dazu 221 Minuten FA Cup und 90 Minuten League Cup. In der Liga sind das gerade einmal gut fünf komplette Spiele. Der HSV steigert sich also: Nach Baldé mit 440 Bundesligaminuten kommt jetzt ein etwas älteres Juwel mit rund 460 Premier-League-Minuten. ;-) Interessanter finde ich aber die Argumentation im Blog: technisch unterdurchschnittlich, nicht besonders dynamisch, schwächer im Aufbau als Vušković und bei Leeds kein Stammspieler – und daraus folgt dann: „Rein vom Spielerprofil macht Bornauw den HSV besser“? Diese Schlussfolgerung erschließt sich mir nicht. Bornauw kann natürlich trotzdem funktionieren. Seine 140 Bundesligaspiele sprechen zumindest für Erfahrung. Aber aktuell ist er für mich zunächst Ersatz für verlorene Qualität und noch lange keine nachgewiesene Verbesserung gegenüber der Vorsaison. Langsam erkenne ich aber die neue HSV-Transferstrategie: Wer in der Vorsaison besonders wenig gespielt hat, bringt wenigstens ausreichend Frische mit. ;-)
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G
Gravesenvor 51 Min.
und falls nicht, ist er wichtig für die Kabine. Darauf ein Poulsen Pilsener 🍺
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R
Rollercoastervor 22 Min.
@Scholle Wir reden immer vom möglichen Kaufpreis. Wie hoch ist denn sein Gehalt, dass der HSV in der Zeit stemmen muss? Und gibt es trotz Leihe nicht auch eine Art Handgeld, der kommt doch nicht nur wegen dem guten Wetter nach Hamburg?
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Blexvor 1 Std.
Super Bild, Tom 😊 Ich hoffe, diesen Spieler während der Saison für den HSV so nicht oft sehen zu müssen.
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Blexvor 1 Std.
👍🏼 Viel besser – und ein gut zu lesender, nicht zu euphorischer Kommentar. Danke
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