Für den HSV geht es Sonntag um mehr als die drei Punkte

Für den HSV geht es Sonntag um mehr als die drei Punkte

Ein gutes Zeichen? Auf jeden Fall kam ich heute bei der Pressekonferenz mit meiner Frage nicht dran. Ich hätte vom Trainer wissen wollen, ob er auch mit der Statistik abseits des Ergebnisses aus dem letzten Spiel zufrieden war. Laufstrecke und Ballbesitz waren nämlich deutlich geringer als in den Spielen zuvor – und trotzdem spielte der HSV über die gesamten 90 Minuten noch dominanter als sonst. Aber meine Verbindung brach ab. Ergo: Keine Frage von mir an den Trainer, der ansonsten aber gewohnt gut gelaunt auf die Fragen der Kollegen reagierte.

Dem HSV fehlt der unabhängige Blick von außen

Dem HSV fehlt der unabhängige Blick von außen

So schnell verselbständigen sich Diskussionen. Da sprechen einige Leute miteinander, die allesamt Vermutungen äußern. Sie haben einen Punkt, in dem sie sich einig sind – nennen wir es mal: die Abneigung gegenüber einer bestimmten Person – und sprechen sich gegenseitig in Rage. Im Laufe dieser Diskussion werden aus Thesen plötzlich Wahrheiten. Und aus ihren Überschneidungen schlussfolgern sie dann Wahrheiten, auf deren Basis sie neue Geschehnisse beurteilen. Noch immer ohne jeden einzelnen, eigenen Einblick in die wahren Geschehnisse. Aber das interessiert irgendwann niemanden mehr. Im Gegenteil: Plötzlich tauchen auch noch so genannte „Insider“ auf, die behaupten, sogar Dinge zu wissen. Aber das tun sie in den meisten Fällen nachweislich nicht.

Beiersdorfers emotionale Rückkehr

Beiersdorfers emotionale Rückkehr

Dietmar Beiersdorfer versuchte gar nicht erst, den eiskalten Fußball-Profi zu mimen. Es wäre ihm angesichts der vielen bekannten Gesichter in diesem Zoom-call auch nicht gelungen. „Natürlich“, antwortete er auf die Frage nach seinen Gefühlen so unmittelbar vor seiner Rückkehr zum HSV am Sonntag, „natürlich“ werde dieser Sonntag für ihn ganz speziell, wenn er zum ersten Mal in neuer Funktion als Gegner auf den HSV trifft. Es ist seine große Rückkehr ins Hamburger Volksparkstadion – und das als Geschäftsführer des FC Ingolstadt, der am Sonntag beim HSV gastiert. Aber: „Ich werde in allererster Linie meinen Klub im Fokus haben und mich und uns möglichst gut auf das vorbereiten, was uns in Hamburg erwartet. Die Rückkehr kommt erst nachgelagert.“

Versteht der HSV das System Walter – oder ist es eher andersrum?

Versteht der HSV das System Walter – oder ist es eher andersrum?

Der HSV hat sich jahrelang sehr viel Mühe gegeben, nach außen ein Bild abzugeben, das dem eines Chaosklubs entsprach. Finanziell ist man zwar noch immer auf diesem Niveau – und Besserung ist noch lange nicht in Sicht. Aber den Rang des Karnevalvereins im Norden (soll keine Anspielung auf den Karnevalsbesuch von Werder-Coach Markus Anfang sein) könnte man jetzt ohne viel Zutun abgeben. Deshalb nehmt mir meinen kurzen Ausflug bitt e nicht übel, aber Werder Bremen gibt sich derzeit einfach zu sehr viel Mühe, als dass man es unerwähnt lassen kann.

Der HSV streckt sich maximal für Alidou – aber reicht das?

Der HSV streckt sich maximal für Alidou – aber reicht das?

Ich war wirklich zufrieden. Und das nicht allein wegen des Ergebnisses, sondern vor allem wegen der Art, wie der HSV dieses Spiel gegen Regensburg gewonnen hat. „Der Jahn hat aber auch enttäuscht. Von denen kam ja gar nichts“, musste ich immer wieder hören. Und ich würde dieser abschätzigen Art dem HSV gegenüber inhaltlich gar nicht widersprechen. Allein das Zustandekommen der Tatenlosigkeit der Gäste resultierte meiner Meinung nach daraus, dass Tim Walter sein System an diesem Sonnabend modifiziert hat.

Wer im Misserfolg Kritik akzeptiert, hat im Erfolg auch das Lob verdient

Wer im Misserfolg Kritik akzeptiert, hat im Erfolg auch das Lob verdient

Die ernst zu nehmenden Komplimente kommen immer von außen. Und gestern suchte Mersad Selimbegovic erst gar keinerlei Ausflüchte. „Das war eine verdiente Niederlage, da brauchen wir nicht lange drum herumzureden», sagte der Trainer des SSV Jahn Regensburg nach dem 1:4 . der HSV sei mit seiner Angriffswucht einfach zu stark für seine Mannschaft gewesen, die trotz der Niederlage in der Spitzengruppe der 2. Fußball-Bundesliga weiter vor dem HSV ist. „Der HSV war wirklich gut, sehr variabel, sehr schnell im Spiel mit dem Ball. Wir sind oft nur hinterhergerannt“, befand Selimbegovic. „Hamburg war die bessere Mannschaft, wir haben leider sehr selten Zugriff auf das Spiel bekommen“, kommentierte Abwehr-Routinier Sebastian Nachreiner, ehe sein Trainer sehr schnell einen Haken hinter die Niederlage zu machen wusste, indem er aus meiner Sicht dem HSV das größte Kompliment des Tages machte: „Das ist eine Niederlage, die nicht ganz so weh tut.“

4:1 gegen Regensburg – endlich der zweite Heimsieg! Und was für einer…!

4:1 gegen Regensburg – endlich der zweite Heimsieg! Und was für einer…!

Endlich! Endlich hat der HSV mal ein Spiel über die komplette Distanz hervorragend dominant gespielt.  Und dann am Ende auch noch den bisherigen Tabellenzweiten SSV Jahn Regensburg mit 4:1 auch in der Höhe zurecht geschlagen. Endlich also der zweite Heimsieg im schon siebten Heimspiel. „Wenn wir die Leistung defensiv und offensiv bringen und wie immer unsere Bereitschaft in die Waagschale werfen, dann können wir uns belohnen. Es ist wichtig, dass wir immer die Leistung bewerten und nicht nur das Ergebnis“, freute sich Trainer Tim Walter nach Schlusspfiff und wollte nach einem Lob für das Kollektiv bloß niemanden vergessen. Noch weniger wollte er einen einzelnen herausheben. Abgesehen von Sonny Kittel. Denn der machte heute ein herausragendes Spiel mit drei Assists und einem eigenen Treffer. „Sonny ist unheimlich gereift. Menschlich und sportlich“, so Walter sichtlich begeistert von seinem Zehner.

Über Moin Volkspark

Moin Volkspark – das ist ein Team aus jungen Menschen, die sich seit vielen Jahren mit dem HSV beschäftigen und ihre facettenreichen Fähigkeiten so einbringen, dass hier heute eine Plattform entsteht, die den Anspruch hat, HSV-Freunde und -Interessierte vollumfänglich zu informieren und zu unterhalten.

Das Ganze gepaart mit der Expertise des bekannten Sportjournalisten Marcus „Scholle“ Scholz, der beim HSV seit mehr als 21 Jahren 24/7 am Ball ist, bietet ein Maximalmaß an objektiver Informationen und  zeitgemäßer Unterhaltung. Ziel ist es, hier frischen, dynamischen Content zu bieten, der sich wohltuend von der allgemeinen Journaille abhebt.

Moin Volkspark ist aber nicht nur ein Ort, um sich zu informieren, sondern soll auch immer ein Ort des Austausches und des Miteinanders sein. Wir wollen eurer Leidenschaft einen Platz im Netz bieten: zum Diskutieren im Forum, zum Mitfiebern bei Live-Events. Und natürlich zum Mitmachen in unseren vielfältig angelegten Video-Formaten. Eure Freude, Eure Trauer, Euer Jubel und Eure Wut haben hier Ihren Platz, solange alles respektvoll formuliert und artikuliert wird.

Moin Volkspark steht für ein leidenschaftliches Miteinander und ist der Zusammenschluss dessen, was eigentlich schon seit langer Zeit zusammengehört.