Hat der HSV schon den Nachfolger für Wüstefeld?
Nach den Vorwürfen gegen Thomas Wüstefeld und dem Finanzgebaren in den vergangenen Jahren ist der Vertrauensverlust des HSV groß. Von der Stadt wird es aller Voraussicht nach…

Nach den Vorwürfen gegen Thomas Wüstefeld und dem Finanzgebaren in den vergangenen Jahren ist der Vertrauensverlust des HSV groß. Von der Stadt wird es aller Voraussicht nach morgen beim Termin für den HSV-Vorstand vor dem Haushaltsausschuss der Hamburger Bürgerschaft nichts zu holen geben. Zumindest haben das die Parteien bereits durchblicken lassen. „In der jetzigen Gemengelage halte ich eine Bürgschaft für ausgeschlossen“, sagte der haushaltspolitische Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion, Thilo Kleibauer, dem Hamburger Abendblatt, während SPD-Kollege Milan Pein ergänzte: „Der HSV täte allein aus Imagegründen gut daran, sich um eine Lösung in der freien Wirtschaft zu bemühen.“
Und das hat Wüstefeld nach eigenen Angaben auch getan. Problem hierbei: In der freien Wirtschaft genießt der HSV-Vorstand aktuell nicht einen Deut mehr Vertrauen. „Der HSV muss Transparenz herstellen“, sagte Dennis Paustian-Döscher, der haushaltspolitische Sprecher der Grünen. Und damit trifft es der Grünen-Politiker sehr genau. Denn das MUSS Wüstefeld jetzt erledigen. Bis Ende dieser Woche soll er den Nachweis seines Doktor-Titels erbringen. Dass der Finanzvorstand des HSV dafür jetzt seinen Ausweis als einzigen Beweis anführt, anstatt ein ordentliches Zertifikat mit Angabe der Universität aus seinen Aktenordnern zu graben und vorzuzeigen, macht die Sache für mich immer unbegreiflicher.
Ein alter Bekannter könnte für Wüstefeld einspringen
Verständlicher ist für mich auch deshalb, dass der HSV-Aufsichtsrat inzwischen Vorsorge betriebt und sich auf den GAU vorbereitet, sollten Wüstefeld etwaige Vergehen nachgewiesen oder von seinen Versprechen weiterhin keine eingehalten werden können. Dann, so soll der Aufsichtsrat planen, werde man Wüstefeld mit Nachdruck zur Niederlegung seines Vorstandsmandates raten. Und meinen Informationen nach sollen hierfür bereits erste Gespräche mit einem alten Bekannten des HSV geführt worden sein, der einspringen könnte: Dr. Ralph Hartmann.
Der Hamburger Unternehmer war bereits zwischen 2015 und 2018 als Präsidiumsmitglied des HSV aktiv und kandidierte 2021 auch für das Amt des Vizepräsidenten beim HSV. Hartmann zog seinen Antrag bei seiner Rede aber zurück, weil ihm nach eigener Aussage das Konzept des Teams um Jansen, Wehmeyer und Papenfuß schlüssig und gut erschien. „Ich sehe nicht ein, in so ein Konzept reinzugrätschen“, sagte er und trat von seiner Kandidatur zurück. Im Sinne des Wohles des HSV, so schien es seinerzeit. Wobei auch relativ klar war, dass Hartmann gegen Wehmeyer den Kürzeren ziehen würde…
Aber egal wie, jetzt könnte Hartmann sein Comeback auf deutlich höherer Ebene im Klub geben und nicht wenige beim HSV würden diese Rochade befürworten. Wie Klaus Michael Kühne über Hartmann denkt – keine Ahnung. Fakt aber ist, dass Hartmann, der seinen Doktortitel an der Philipps-Universität in Marburg erwarb und daraus auch kein Geheimnis macht, in der Hamburger Wirtschaft als langjährig erfolgreicher Unternehmer ebenso wie beim HSV als loyaler Funktionär einen sehr guten Ruf genießt.
Wüstefeld will Klarheit schaffen - warum dauert das so lang?
Und unabhängig davon, ob ein Nachfolger für Wüstefeld überhaupt gefunden werden muss und wer das dann am Ende sein würde – es ist für den HSV unerlässlich, sich zu sortieren. Wüstefeld muss endlich seine Versprechungen (u.a. nach Bürgen für die Sanierungsmillionen vorn Hauptsponsor HanseMerkur) einlösen und darf dem HSV keinen weiteren Imageschaden zufügen. Das aber passiert aktuell noch. Und so klar ich mich für die Unschuldsvermutung ausspreche – in diesem Fall MUSS der Aufsichtsrat schon seit einiger Zeit klarer durchgreifen. Zumal laut Abendblatt schon erste Großsponsoren wegen der Unruhen aussteigen wollen. Aber um auch mal etwas Gutes zu sagen: Der Aufsichtsrat schein seine Rolle als Kontrollorgan langsam wieder ernst zu nehmen. Hoffentlich bleibt es dabei…
Hoffen muss übrigens auch Trainer Tim Walter, der heute im Training mit ansehen musste, wie sich Neuzugang Jean-Luc Dompé im Training bei einem unglücklichen Zweikampf verletzte und anschließende mit dem Golfkart abtransportiert werden musste. Bis jetzt gibt es auch noch keine Diagnose. Von daher: Weiter Daumen drücken! Ansonsten seht Ihr hier im Video von Jonathan wieder, was sich heute auf dem Trainingsplatz zugetragen hat:
Bis morgen!
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