Analyse

Pflichtspielstart in Verl: DFB-Pokal und Neuzugang Moffi

Der HSV startet beim SC Verl in die DFB-Pokal-Saison. Kurz vor dem Anpfiff wurde zudem Stürmer Terem Moffi offiziell vorgestellt.

Pflichtspielstart in Verl: DFB-Pokal und Neuzugang Moffi

Moin zusammen,

heute geht es endlich mit dem ersten Pflichtspiel der Saison los. Der HSV tritt beim SC Verl anlässlich der 1. Runde des DFB-Pokals um 18:00 Uhr an. Bevor es richtig losgeht, hat der HSV aber noch einen Spieler offiziell vorgestellt. Es handelt sich um Terem Moffi, der von OGC Nizza an die Elbe wechselt. Wir schauen kurz auf das Gröbste und befassen uns dann mit dem Pokalspiel.

Der Neuzugang: Terem Moffi

Der HSV holt mit Terem Moffi einen weiteren Stürmer. Moffis Spielerprofil deckt so ziemlich das ab, was immer wieder angepriesen wurde: Ein robuster Stürmer mit Tiefgang und Tempo. Moffi kommt für ca. 2 Millionen Euro, zudem sind Bonuszahlungen in Höhe von 500 Tausend Euro möglich. Der Nigerianer spielte in der letzten Rückrunde leihweise für den FC Porto, bei Nizza gab es einige Unstimmigkeiten. Der Nigerianer kommt auf einen Sprintwert von über 35 km/h, in der letzten Saison konnte er aber nur 3 Tore in der Liga erzielen. Der aktuelle Marktwert des 27-Jährigen liegt bei 8 Millionen Euro.

Rein vom Spielerprofil und den finanziellen Umständen macht der Transfer Sinn, vor allem, wenn man sieht, was Moffi bereits in Frankreich zeigen konnte. Moffi zählt wieder zu der Kategorie von Spielern, die einmal gute Leistungen zeigten, aktuell aber eine Delle in ihrer Karriere haben. Beim HSV soll er wieder zu alter Stärke zurückfinden. Allerdings gibt es auch ein paar Unstimmigkeiten, die im Vorfeld auftraten. Auf diese werden wir in den nächsten Tagen noch mal gesondert eingehen.

Der Gegner: SC Verl im Umbruch

Kommen wir nun zum Pokalspiel und dem Gegner aus Verl. Die Verler zeigten in der letzten Saison unter Tobias Strobl sehr gute Leistungen. Man spielte in der 3. Liga lange um den Aufstieg mit und hatte trotz der umkämpften Spielweise den meisten Ballbesitz der Liga und spielte richtig guten Fußball. Man hatte viel Diagonalität im Spiel, was zu vielen Torchancen führte. Ich selber habe Verl vor der Saison als eines der stärksten Lose aus dem Amateur-Topf gesehen.

Allerdings ging mit Strobl der Cheftrainer in dieser Saison zum VfL Wolfsburg, Verl steckt generell in einem Umbruch. Man gab 16 Spieler ab und holte 15 neue. Einer davon kam vom HSV, und zwar Bilal Yalcinkaya. Trainer ist mittlerweile Orest Shala. Die ersten beiden Spiele verlor man, in beiden kassierte man 4 Gegentore. Das spricht erst mal nicht für eine stabile Defensive. Dennoch ist Verl nicht zu unterschätzen. Zum einen, weil sie in den letzten Jahren immer wieder gute Leistungen zeigen konnten, zum anderen, weil man als Underdog in das Spiel geht und alles reinhauen will, um den Gegner zu ärgern.

Das Spieltempo ist entscheident

Auf der anderen Seite steht dann der HSV. Mit Terem Moffi verpflichtet man nun den gewünschten Stürmer, der Kader ist aber noch nicht fertig. Nach wie vor fehlt ein Spieler für die rechte Schiene und gegebenenfalls ein Spielmacher hinter der Spitze. Dennoch steht heute das erste Pflichtspiel an, in dem diese Positionen noch unbesetzt sind. Ich denke, Terem Moffi wird, wenn er überhaupt im Kader steht, von der Bank aus kommen. Auch wenn so ein Spielerprofil natürlich prädestiniert für so ein Spiel wäre.

Verl agiert normalerweise gerne mit dem Ball agiert und hoch presst hoch. Es wäre gegen den HSV dennoch ein probates Mittel, tiefer zu stehen, weil der Weg des HSV eben in den meisten Fällen über das schnelle Umschalten geht. Ähnliches passierte ja auch letztes Jahr im Pokal. In Pirmasens gewann man am Ende durch zwei Standards, gegen Kiel schaffte man es fast gar nicht zu Torchancen zu kommen und flog am Ende raus. Heute gilt es, mit dem Ball zu kreieren und einen tiefen Gegner auszuspielen. Dabei hilft es nicht, sich den Ball hilflos hin und her zu schieben. Man muss über die Außenverteidiger Breite generieren und dann den Ball schnell hin und her verlagern, um die gegnerische Kette, die wieder das Zentrum vor dem eigenen Tor zumachen will, auseinanderzuziehen. Die gezogenen Lücken muss man dann erkennen und bespielen, um den direkten Weg zum Tor zu finden. Der Fokus sollte mit dem Ball also vorwiegend in der Passqualität und im Spieltempo liegen, damit man den Gegner vor Herausforderungen stellt. Auch Läufe der Außenverteidiger aus der Tiefe hinter die Abwehrkette können ein Mittel sein, das ist etwas, was Jatta gerne mal macht, genau das könnte heute gut sein, wenn der Gegner tief steht.

Sollte Verl aber hoch pressen, muss man die erste Pressinglinie schnell überspielen, um dann in den Umschaltmoment zu gelangen. Es wird also heute vor allem auf das Spieltempo des HSV ankommen.

Die mögliche Aufstellung

Damit das gelingt, würde ich mit folgender Aufstellung reingehen:

  • Sander Tangvik im Tor
  • Davor Torunarigha, Bornauw und Capaldo
  • Die Schienen mit Lemke und Jatta
  • Die Doppel-6 mit Lokonga und Remberg
  • Auf der linken 10 Groenbaek, auf der rechten 10 Adeline
  • Im Sturm dann mit Daka, der sowohl einen guten Antritt als auch eine gewisse Körperlichkeit mitbringt, hier könnte aber auch Stange starten, das nimmt sich in so einem Spiel mMn nicht so viel.

Man könnte natürlich auch überlegen, neben Groenbaek mit einem anderen Spieler zu agieren und gegebenenfalls mit zwei Stürmern zu starten. Ich würde aber erst mal mit zwei Zehnern gehen, denn die beiden Stürmer würden am Ende beide auf der letzten Kette stehen, da würde ich selber lieber zwei offensive Mittelfeldspieler bevorzugen, die das Tempo im Passspiel anziehen. Ich finde, gegen Toulouse hat das phasenweise ganz gut funktioniert, jetzt muss der HSV die Torchancen dann auch noch reinmachen.

Klaus-Michael Kühne ist Tot

Zum Abschluss möchte ich noch kurz auf die Nachricht rund um Klaus Michael Kühne eingehen. Dieser ist im Alter von 89 Jahren verstorben, an dieser Stelle Ruhe in Frieden und alles Gute für die Hinterbliebenen. Viele haben seinen Investitionen kritisch gegenübergestanden, das war auch nachvollziehbar. Dennoch bitte ich euch, von irgendwelchen unerwünschten Kommentaren Kühne oder seiner Familie gegenüber abzusehen.

Tom

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Diskussion

3 Kommentare

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DU
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A
atarivor 38 Min.
Dann können wir eine Diskussion der letzten Tage ja zumindest an einem Punkt beenden: „Der Kader ist aber noch nicht fertig.“ Das steht diesmal nicht von einem Kritiker hier, sondern direkt im Blog. Rechter Schienenspieler fehlt weiterhin, eventuell auch ein Spielmacher – und heute findet das erste Pflichtspiel statt. Genau das war der Kritikpunkt. Nicht, dass damit bereits feststeht, wie die Saison endet. Moffi finde ich für 2 Mio. plus Boni übrigens nicht grundsätzlich schlecht. Bei dem Preis kann das ein vernünftiges Risiko sein. Man sollte daraus nur noch nicht automatisch das große Schnäppchen machen. Porto hatte nach seiner Leihe die Möglichkeit, ihn für 8 Mio. zu verpflichten und hat darauf verzichtet. Nizza wollte ihn nicht zurück. Dazu kommt seine jüngere Verletzungshistorie. Der niedrige Preis hat also durchaus Gründe. Auch die gerne genannten über 35 km/h würde ich etwas vorsichtiger behandeln. Der bekannte Messwert stammt noch aus seiner Lorient-Zeit vor dem Kreuzbandriss. Ob Moffi diese Geschwindigkeit heute noch erreicht, wird man beim HSV erst sehen. Damit haben wir also den nächsten interessanten „Kann wieder funktionieren“-Transfer. Ich wünsche ihm ausdrücklich, dass er funktioniert. Aber nach Bornauw, Daka und nun Moffi besteht ein bemerkenswerter Teil der Transferstrategie weiterhin aus Spielern, bei denen sehr häufig über das gesprochen wird, was sie früher einmal gezeigt haben und beim HSV wieder zeigen sollen. Heute interessiert mich aber erst einmal Verl. Acht Gegentore nach zwei Drittligaspielen, großer Umbruch und neuer Trainer: Bei allem Pokalrespekt ist das für einen Bundesligisten ein Spiel, das man gewinnen muss. Und vielleicht erleben wir ja sogar einmal, dass ein Testspiel-Eindruck tatsächlich im Pflichtspiel bestätigt wird. ;-)
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R
Rollercoastervor 8 Min.
Zu KMK und der Nazi-Vergangenheit seines Vaters und Großvaters: Zwar äußerte das Unternehmen Bedauern, Kühne selbst verhinderte jedoch eine unabhängige öffentliche Aufarbeitung, verteidigte seinen Vater und spielte die Verantwortung mehrfach herunter. Und zu seinen ganzen Spenden, nicht vergessen, Seit 1975 wohnt KMK in der Schweiz und hat dort seinen Steuersitz. Wenn ihm wirklich was an Hamburg, geschweige denn Deutschland gelegen hätte, warum hat er das dann gemacht? Das er dadurch mehrere Millionen eingespart hat, um dann als Gönner aufzutreten, kein Wunder. Das ist kein Angriff auf KMK, das sind Fakten!
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horst.schlauvor 8 Min.
RIP - Klaus Michel Kühne !!! Kritisch - aber immer mit der Hoffnung auf einen positiver Ausgang. In siller Trauer, Horst Schlau
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Lies weiter Analyse Kader-Check vor dem Start: Wo steht der HSV? Vor dem Saisonstart in Verl blicken wir auf den HSV-Kader. Wer hat gute Chancen auf die Startelf und auf welchen Positionen muss noch nachgelegt werden? Weiterlesen