Meinung

Zweiter Aufsteiger, zweiter peinlicher Auftritt: Walter und Co. müssen Antworten liefern

Der HSV kann es einfach nicht. Seit Jahren hat man Probleme gegen Aufsteiger und andere Teams, deren oberstes Ziel der Klassenerhalt ist. Und nachdem man sich in Elversberg…

MV

Der HSV kann es einfach nicht. Seit Jahren hat man Probleme gegen Aufsteiger und andere Teams, deren oberstes Ziel der Klassenerhalt ist. Und nachdem man sich in Elversberg bereits blamiert hatte, tat man selbiges nun auch beim VfL Osnabrück. Erneut mit 1:2 gegen den zweiten Aufsteiger und das alles binnen einer Woche. Bitter. Nein: Bodenlos, desolat – peinlich. Warum das so ist? Die Antwort darauf werden die Verantwortlichen, allen voran Trainer Tim Walter, jetzt liefern müssen, wenn sie die aufkommenden Trainer-Diskussionen nicht lauter werden lassen wollen.

Ich erspare Euch an dieser Stelle zum zweiten Mal in Folge die Spielerbewertungen, weil sich diese einfach nicht lohnen. Bis auf Heuer Fernandes und in Teilen Glatzel und Jatta gab es heute auf dem Feld und am Rand nur Arbeitsverweigerung. Note 7 – setzen! Wie man aber zwei Spiele in Folge so abschenken kann, das bedarf einer Klärung. Ebenfalls, wie es sein kann, dass von außen erneut absolut kein Impuls gesetzt werden konnte, der dem Spiel zumindest eine Änderung brachte.

Nein, es lief einfach alles wie immer. Über 90 Minuten hinweg wusste der HSV heute mal gar nichts! Aber: Das darf einfach nicht mehr hingenommen werden! Es kann einfach nicht sein, dass man gegen die mitspielenden Gegner Schritte nach vorn macht, um dann gegen Abstiegskandidaten gefühlt wieder in die Steinzeit bzw. ins Bodenlose abzustürzen.  Konstanz? Die gibt es nur drumherum und im Bezug auf Probleme, die vermeintlich „Kleineren“ zu bespielen. Seit Jahren. Von Weiterentwicklung ist in diesem Zusammenhang absolut gar nichts zu sehen. Wie seine Vorgänger hat auch Walter bislang nicht nachweisen können, dass die Mannschaft unter ihm hier einen Schritt nach vorn macht. Problem hierbei: Es gibt noch mehr Mannschaften in der Liga, die so auftreten werden wie Elversberg und Osnabrück. Und bis zum nächsten Mal muss Walter Antworten liefern können, die seine Mannschaft sportlich auf den Platz bringt. Zumindest, wenn dieser HSV tatsächlich plant, aufzusteigen.

Anbei mein Blitzfazit für heute und ein Spielbericht: 

Ein Spielbericht von meinem Kollegen Lars Reinefeld: 

Der HSV ist in der 2. Fußball-Bundesliga auch beim zweiten Aufsteiger gestrauchelt und erlebt die erste Krise der noch jungen Saison. Eine Woche nach dem 1:2 bei der SV Elversberg verloren die Norddeutschen am Freitagabend beim Tabellenletzten VfL Osnabrück mit 1:2 (1:2) und zeigten dabei eine erschreckend schwache Vorstellung.

„Wir haben heute überhaupt nicht stattgefunden“, sagte Hamburgs Trainer Tim Walter. „Wie wir uns haben düpieren lassen, das war einfach schlecht. Und die zweite Halbzeit war dann ein Abbild davon.“

Zwar brachte Robert Glatzel die Gäste früh in Führung (12. Minute), Erik Engelhardt (16.) und Oumar Diakhite (39.) drehten die Partie aber zugunsten der Gastgeber. Für die Lila-Weißen war es vor 15.741 Zuschauern im ausverkauften Stadion an der Bremer Brücke der erste Saisonsieg. „Der Sieg war verdient, großes Kompliment an die Jungs“, sagte Osnabrücks Coach Tobias Schweinsteiger. „Trotz des Sieges müssen wir weitermachen und den Weg, auf den wir hoffentlich gefunden haben, weitergehen.“

Die Gastgeber zeigten sich im Vergleich zum 0:7-Debakel bei Hannover 96 vor einer Woche wie verwandelt. Die Osnabrücker warfen sich in jeden Zweikampf und waren auch spielerisch die klar bessere Mannschaft. Allerdings versäumte es das Schweinsteiger-Team, seine vielen Chancen zu nutzen. So musste der VfL bis zum Ende zittern.

Den schwachen Hamburgern fiel aber auch in der zweiten Halbzeit nichts ein, sodass die nächste Niederlage völlig verdient war. Schon vor zwei Jahren hatte das Team von Trainer Tim Walter in Osnabrück verloren und damals in der Schlussphase der Saison den Aufstieg verspielt.

VfL-Coach Schweinsteiger hatte seine Startelf auf vier Positionen verändert und lag dieses Mal mit seinen Umstellungen richtig. Der Tabellenletzte hatte nach der Klatsche von Hannover einen Neustart ausgerufen und ließ den Worten Taten folgen. Auch der frühe Rückstand warf den VfL dieses Mal nicht um. Ganz im Gegenteil: Zunächst gelang Engelhardt nur vier Minuten nach dem Rückstand der Ausgleich, dann brachte Diakhite den VfL bei seinem Debüt für die Niedersachsen sogar in Führung. Zur Pause waren die Hamburger mit dem knappen Rückstand gut bedient.

Doch auch nach dem Seitenwechsel zeigte der Aufstiegsfavorit weiter eine erstaunlich leblose Vorstellung. Vom Esprit und Offensivgeist der ersten Spieltage war nichts zu sehen, stattdessen bestimmte der Tabellenletzte weiter das Geschehen. Nur weil Osnabrück Chance um Chance vergab, blieb der HSV im Spiel. Doch eine wirklich gute Möglichkeit auf den Ausgleich hatten die Hamburger nicht mehr. (dpa)

DIE STATISTIK ZUM SPIEL:

VfL Osnabrück: Grill - Ajdini, Gyamfi, Diakhite, Kleinhansl - Gnaase, Cuisance, Tesche (68. Kunze), Wulff (76. Rorig), Conteh (68. Niemann) - Engelhardt (90.+3 Verhoek)

HSV: Heuer Fernandes - van der Brempt, Hadzikadunic (90. Nemeth), Ramos (46. Ambrosius), Heyer (46. Mikelbrencis) - Meffert, Reis (57. Königsdörffer), Benes - Jatta, Glatzel, Dompe (62. Öztunali)

Tore: 0:1 Glatzel (12.), 1:1 Engelhardt (16.), 2:1 Gyamfi (40.)

Zuschauer: 16.000 (ausverkauft)

Schiedsrichter: Florian Exner (Münster)

Gelbe Karten: Tesche, Gyamfi, Cuisance, Conteh, Gnaase / Benes, Heyer, Mikelbrencis, Jatta, Königsdörffer, Heuer Fernandes

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