Spielbericht

Zu wenig Bewegung, keine Mittel - HSV 1:1 in Darmstadt

Der HSV muss sich im Spitzenspiel beim SV Darmstadt trotz langer Führung mit einem Punkt zufriedengeben. Auch, weil man es selbst heute nicht verstand, offensiv durchzukommen -…

Zu wenig Bewegung, keine Mittel - HSV 1:1 in Darmstadt

Der HSV muss sich im Spitzenspiel beim SV Darmstadt trotz langer Führung mit einem Punkt zufriedengeben. Auch, weil man es selbst heute nicht verstand, offensiv durchzukommen - abgesehen vom frühen Treffer Ransford Königsdörffers.

Die Einzelkritik:

DANIEL HEUER FERNANDES: Stark, wie er blitzschnell reagierte, als erst Muheim den Ball verliert, Schonlau überlaufen wird und David zu spät kommt. Sensationell, wie er in der 68. Minute gegen Stojilkovic parierte – auch wenn es im Nachgang als Abseits gewertet wurde. Beim Gegentor war er schuld- und machtlos. Er war der einzige HSVer in Normalform. Note: 2

MORITZ HEYER (bis 79.): Er ist schon seit längerem nicht mehr auf der Höhe. Heute spielte ihm Ex-HSV-er Ronstadt in der ersten Halbzeit Knoten in die Beine. Note: 4,5

NOAH KATTERBACH (ab 79.): In den wenigen Minuten besser als sein Vorgänger. Ihn würde ich sehr, sehr gern einmal von Beginn an sehen – dann aber lieber auf links. Note: 3

SEBASTIAN SCHONLAU: Das Tempo ist seine Achillesferse. Und immer dann, wenn das Mittelfeld so unterlegen ist wie heute, kommt auch er ins Schwimmen. Was er in der 81. Minute mit dem Ball am gegnerischen Sechzehner zu suchen hat, wissen nur er und der Trainer. So fehlte er hinten. Und weil kein anderer seine Position einnahm, fiel das 1:1 - fatal! Note: 4,5

JONAS DAVID: Er macht vieles richtig, rettete auch stark in letzter Sekunde gegen Mehlem (31.). Aber er ist immer auch wieder zu weit weg vom Gegenspieler und wirkt gedanklich zu zu langsam. Das perfekte Beispiel hierfür war der Gegentreffer, wo sich David ungeschickt anstellt und sich einfach überlaufen lässt, nachdem er die Aktion vorher zwingend (zur Not per Foul!) hätte unterbinden müssen. Das war leider schwach – und letztlich dann auch spielentscheidend. Note: 5

MIRO MUHEIM: Sein Ballverlust war unnötig und gefährlich und hätte eigentlich das 1:1 nach sich ziehen müssen. Allein ein paar Millimeter retten den HSV – und damit ihn.  Ich bleibe auch dabei, dass er defensiv nicht stark genug ist, während er offensiv Stärken hat – die er allerdings heut zu selten zeigte. Seine vielen Ballverluste und Fehlpässe waren schlimm. Note: 4,5

JONAS MEFFERT: Die erste Halbzeit lief komplett an ihm vorbei. Der Mittelfeldorganisator wirkte hilflos und überfordert.  In der zweiten Halbzeit wurde er besser, aber nicht gut. Note: 4,5

LUDOVIT REIS: Er wollte immer wieder, trieb den Ball, fand aber keine Anspielpunkte und verlor viel zu viele Bälle. Das war nicht sein Spiel. Note: 4

RANSFORD KÖNIGSDÖRFFER (bis 63.): Kam für den zu spät gekommenen Jatta in die Startelf – und traf. Auch sonst auf seiner angestammten Position auf der Außenbahn sehr bemüht. Dass er raus musste, war hart, weil er es ordentlich machte. Vor allem spielte er deutlich robuster gegen die harte SV-Defensive – deshalb hätte ich ihn spielen lassen und Dompé rausgenommen. Note: 3

BAKERY JATTA (ab 63.): Er kam zu spät zum Treffpunkt (Walter: „Er hat seine Mannschaft so im Stich gelassen“) – und war deshalb zuerst draußen. In der Nachspielzeit kam er dann frei an den Ball im Sechzehner – und verstolperte ihn. Das ist dann eben der Kontra-Jatta zu dem Matchwinner der letzten Wochen. Aber, es war zu sehen, dass der HSV mit ihm stärker war als ohne ihn. Note: 4

ANDRAS NEMETH (ab 79.): Ich mag seine Art! Er hat sehr gute Bewegungsabläufe, ist stark am Ball, zieht im Zweikampf nicht zurück und bringt immer Schwung. Bitter, dass er vor dem Ausgleichstreffer vorn den Ball nicht unter Kontrolle bekam. Aber: Von ihm erhoffe (nicht zu verwechseln mit „erwarten“, bitte!!) ich mir noch entscheidende Impulse. Note: 3

LASZLO BENES (bis 79.): Er läuft viel, er arbeitet nach vorn wie nach hinten mit. Seine eigentliche Aufgabe soll der finale Pass sein – wie der auf Königsdörffer zum 1:0. Aber danach konnte auch er das Offensivspiel nicht gefährlicher gestalten. Auch, weil er immer wieder zu langsam mit Ball war. Note: 4

JEAN-LUC DOMPÉ (bis 70.): Erste Halbzeit komplett aus dem Spiel genommen, hatte er gleich mit Beginn der zweiten Hälfte einige gute Räume, die er aber ungenutzt ließ. Heute haben die Darmstädter Defensiven ihm seine Grenzen aufgezeigt. Der Flügelflitzer wirkte nicht so zielstrebig wie zuletzt und blieb wirkungslos. Note: 4

ROBERT GLATZEL: Siehe Dompé, was die erste Hälfte betrifft. Auch er war bei den Darmstädtern fast komplett abgemeldet, rieb sich in Zweikämpfen auf und kam zu keinem gefährlichen Torabschluss. Und das ist zu wenig. Als mildernden Umstand lasse ich gelzten, dass der HSV offensiv insgesamt kaum stattfand.  Note: 4,5

Trainer Tim Walter: Darmstadt hebelte sein eindimensionales Spiel aus. Dass der HSV früh in Führung ging, hätte man für sich nutzen können. Dass er seine Mannschaft in der ersten Hälfte so unterlegen sah, lag auch daran, dass er nicht reagierte, als zu erkennen war, dass das Klein-Klein heute gefährlich würde. Die Erklärung, dass sich seine Mannschaft zu wenig bewegt habe, reicht mir nicht. Das ist ein Grund für ein schwaches Spiel – aber auch ein Grund, um als Trainer zu reagieren. Und das nicht erst in der 63. Minute mit dem ersten Wechsel.

Das Spiel in Zahlen und Namen: 

SV Darmstadt: Schuhen - Riedel, Zimmermann, Isherwood - Karic, Ronstadt (67. Stojilkovic), Schnellhardt (66. Bennetts), Holland, Marvin Mehlem, Honsak (86. Warming) - Tietz

HSV: Heuer Fernandes - Heyer (79. Katterbach), Schonlau, David, Muheim - Meffert, Reis, Benes (79. Nemeth) - Königsdörffer (63. Jatta), Glatzel, Dompe

Tore: 0:1 Königsdörffer (5.), 1:1 Stojilkovic (81.)

Zuschauer:17.800

Schiedsrichter: Christian Dingert (Gries)

Gelbe Karten:Schuhen / Heyer, Reis, Muheim, Schonlau, Jatta

Anzeige · Partner

Zeig deine Farben

Unsere Freunde von HANDS OF GOD setzen ikonografischen Momenten und Legenden der Vereinsgeschichte ein künstlerisches Denkmal.

Alle Hamburg-Motive bei HANDS OF GOD

Wir sind Partner von HANDS OF GOD und bekommen eine Provision, wenn du über diese Links kaufst — für dich ändert sich am Preis nichts. Gezeigt werden nur Motive, die wir selbst aufhängen würden.

Diskussion

0 Kommentare

Diskutier mit!

Registriere dich kostenlos — dann kannst du unter den Beiträgen mitdiskutieren, antworten und liken.

Jetzt kostenlos registrierenAnmelden
DU
Bleib fair — wir moderieren mit Augenmaß.
Noch keine Kommentare — sei der/die Erste.
Lies weiter Meinung HSV-Blamage- Die Taktik war das geringste Problem Ein Tag nach der Pleite sitzt der Frust tief. Neben taktischen Mängeln fehlte vor allem eins: die Bewegung und der Wille, den Ball zu fordern. Das Problem war viel tiefer als die reine Herangehensweise Weiterlesen