Spielbericht

Zu viele Fehler!- HSV verliert auch gegen Hoffenheim

der HSV hat sein Heimspiel gegen Hoffenheim mit 1:2 verloren. Man ist zwar über lange Strecken weitestgehend auf Augenhöhe, macht am Ende aber viel zu viele einfache Fehler.…

Zu viele Fehler!- HSV verliert auch gegen Hoffenheim

Moin zusammen,

der HSV hat sein Heimspiel gegen Hoffenheim mit 1:2 verloren. Man ist zwar über lange Strecken weitestgehend auf Augenhöhe, macht am Ende aber viel zu viele einfache Fehler. Während man in der ersten Halbzeit dem Gegner die Tore schenkt, nimmt man die Geschenke des Gegners in der zweiten Halbzeit nicht an und spielt die Räume nicht aus. Was nicht passte und warum man dieses Spiel nicht mit Punkten beendete schauen wir im folgenden.

Engagierte erste Halbzeit mit absoluten unnötigen Fehlern

Der HSV startete das Spiel sehr engagiert. In der zweiten Minute gab es direkt den ersten Schuss, in der 5. Minute den ersten ansatzweise gefährlichen Querpass im 16er der Gäste, der allerdings keinen Abnehmer fand. Dann übernahm Hoffenheim das Spiel mehr und mehr, der HSV fokussierte sich auf Umschaltmomente, die er auch hin und wieder bekam. In der 19. Minute fiel dann aber das 0:1. Mickelbrencis doppelte einen bereits unter Druck stehenden Hoffenheimer, ließ dabei aber seinen Gegenspieler Coufal rechts außen freistehen. Dieser brachte dann die punktgenaue Flanke auf Asllani. Er entwischte Omari und musste den Ball nur noch einschieben. Danach flachte das Spiel kurz ab, der HSV machte aber weiter. In der 32. Minute gab es dann einen Elfer für den HSV. Glatzel lief Kabak an, dieser spielte den Ball zu kurz zu Baumann. Glatzel holte sich den Ball und lief alleine auf das Tor zu. Er umkurvte Baumann und wurde dann gefoult. Da Baumann ballorientiert agierte, gab es nur Elfer und Gelb, nicht Rot. Glatzel nahm sich den Elfer selber und netzte ein. Hoffenheim wurde nun wieder dominanter und dann fiel kurz vor dem Halbzeitpfiff das 1:2. Der HSV bekam den Ball nicht hinten raus geköpft, Hajdari köpft den Ball nach vorne. Mickelbrencis blieb stehen, Omari hob ohne Not das Abseits auf. Lemperle steht plötzlich alleine vor Heuer Fernandes. Lemperle netzt gezielt ein. Danach ist Halbzeit

Überschaubare zweite Halbzeit endet in Niederlage

Der HSV geht engagiert in die 2. Halbzeit. Man sversuchte, immer wieder vorne anzupressen, Hoffenheim behielt aber zunächst mit klugen Kombinationen die Oberhand. So entfielen über lange Zeit gute Torchancen auf beiden Seiten. Der HSV machte weiter Druck, aber kam nicht wirklich zu guten Chancen. Beide Teams spielten sich in gute Räume, kamen aber selten zum Abschluss. Erst rund um die 74. Minute hatte der HSV nach einer Ecke ein gute Torchance. Vieira brachte die Flanke ins Zentrum, wo Jatta plötzlich 10 Meter vor dem Tor völlig frei war. Er köpfte den Ball aber über das Tor. Die Schlussphase war dann von verzweifelten Angriffsversuchen des HSV geprägt, es gelang aber wenig. Ein paar Bälle in die gefährlichen Zonen reichten aber nicht, da die Aktionen kläglich ausgespielt wurden. Hoffenheim auf der anderen Seite verpasste es, die Umschaltsituationen vernünftig auszuspielen. Das Tor in der Crunch-Time blieb aus, der Schiedsrichter beendete anschließend das Spiel.

Die Qualität fehlt an allen Ecken und Enden

Der HSV verpasst es in einem engagierten Spiel, den Klassenerhalt so gut wie sicher zu machen. Man hielt über lange Zeit gut mit, setzte den Plan der tiefen Ballgewinne vernünftig um, spielte die Situationen aber schlecht aus. Mal war es der falsche Pass, mal entschied man sich zu spät. Man ging nicht so gnadenlos unter, wie einige prophezeiten, es zeigte sich aber auch, dass viele Spieler in diesem Kader nicht bundesligatauglich sind. Mickelbrencis und Omari sind maßgeblich an beiden Gegentoren beteiligt und Philippe springt beim Einwurf. Das sind alles Sachen, die einfach nicht in die Bundesliga gehören.

Hier wäre tatsächlich ein Punkt drin gewesen, aber der HSV macht am Ende nach wie vor zu viele Fehler. Die individuelle Klasse ist auf den entscheidenden Positionen in den entscheidenden Momenten einfach zu schwach.

Punkttechnisch macht das Spiel am Ende keinen Unterschied für den HSV. Man hat nach wie vor 5 Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Dennoch hat man hier heute den nahezu sicheren Klassenerhalt durch unfassbare Defensiv-Schnitzer nicht klargemacht. Man hatte durchaus Chancen, hier etwas mitzunehmen, hat aber defensiv zu viel falsch gemacht. Ein Punkt, der hier natürlich noch die Laufstatistik hat 7 Kilometer weniger und wenn man das genau betrachtet, weiß man auch, warum. Sicherlich spielt ein Gegner, der offensiv alle Räume beläuft, einen laufintensiven Fußball, aber man muss dann auch hinterherlaufen. Was passiert, wenn man das nicht tut, haben wir bei beiden Gegentoren gesehen.

Der HSV kann, wenn er die Situationen auf höchstes Niveau ausspielt, Punkte holen, man trifft am Ende aber zu viele falsche Entscheidungen. Entweder trifft man die falsche Entscheidung oder man wartet zu lange. Da sind gute Ansätze, aber die Ausführungen sind einfach schlecht. Dennoch muss man ja irgendwie was Positives aus diesem Spiel ziehen. Der Fakt, dass man das Spiel bis zum Schluss offengehalten hat und auch Chancen, wie den Kopfball von Jatta, kreieren kann, zeigt, dass es durchaus möglich ist, Tore zu schießen und Gegner vor Herausforderungen zu stellen. Aber am Ende macht man zu wenig draus.

Tom

DIE EINZELBEWERTUNGEN:

Daniel Heuer Fernandes: Beim ersten Gegentor chancenlos, beim zweiten sieht er unglücklich aus. Sonst holte er alles raus, am Ball brauchte er manchmal zu lange. Dennoch geht das mit Glatzel als Zielspieler ganz gut einher.

Note: 3

Bakery Jatta: Er machte viele Tiefenläufe, so ein Spiel sollte ihm liegen. Er setzte sich mit dem Ball häufig auch gut durch, ist dann aber technisch zu schwach, um die richtigen Bälle zu spielen. Defensiv ist das okay, aber auch nicht überragend.

Note: 4

Nicolas Capaldo: Er brachte die benötigte Mentalität und hat alles rausgeholt, was es rauszuholen gab. Leider kamen einige seiner Pässe in entscheidenden Momenten nicht an. Alles in allem ein solides Spiel

Note: 3–

Warmed Omari: Er ist nach wie vor maßlos überfordert. Nach vorne trifft er zu spät Entscheidungen und die sind dann auch meistens schlecht. Defenwiv schmeißt er alles rein, aber das wirkt alles zu wild uns zu langsam. An beiden Gegentoren ist er maßgeblich beteiligt.

Note: 6

Jordan Torunarigha: Er machte es solide. Köpfte die Bälle meistens gut raus und strahlte eine gewisse Ruhe aus. Zu Vuskovic fehlt aber noch was.

Note: 4

William Mickelbrencis: Sorry, das war nicht tragbar. Niemals beim Mann, nicht genug Willen im Zweikampf und Entscheidungen, die nicht nachvollziehbar sind, wie beim 0:1. Wenigstens hat er mal ein Kopfballduell gewonnen.

Note: 6

Albert Groenbaek: Er versucht mehr und mehr das Spiel an sich zu reißen. Im Gegensatz zu Vieira wirft er sich dabei auch in die Zweikämpfe und arbeitet viel. Er muss für mich aber ähnlich wie Vieira auf der 10 spielen, um sein ganzes Potenzial auszuspielen.

Note: 3–

Nicolai Remberg:

Er ackert sich in jedes Spiel, versucht jeden Ball zu holen und ist immer präsent. Er ist der konstanteste im Kader. Er traut sich auch mehr mit dem Ball, trifft da aber zu häufig die falsche Entscheidung. Dennoch die wichtigste Säule auf dem Platz.

Note: 3

Fabio Vieira:

So ein Spieler muss m. M. n. mehr Impact haben. Er trifft oft vernünftige Entscheidungen, aber er ist nicht konstant der beste Spieler. Er hat mal Höhen und mal Tiefen. Und dann dieses Gemeckere … Lieber meckern, anstatt weiterzuspielen … das geht nicht.

Note: 4

Ransford Königsdörffer: Er wirft sich in jeden Ball und geht in jedes Kopfballduell, egal gegen wen. Er arbeitet viel und trifft auch im Umschaltspiel nach und nach bessere Entscheidungen. Heute setzte er sich auch bei langen Bällen gut durch, konnte die Aktionen aber nicht vergolden. Da ist einfach zu wenig Output. Trotzdem sind er zusammen mit Glatzel ein gutes Duo für den Rest der Saison.

Note: 3–

Robert Glatzel: Die langen Bälle funktionieren gut, vor allem, wenn er den Ball auf die Brust oder in den Fuß bekommt. Zudem der Riecher vor dem Tor. Trotzdem muss er den Ball früher abspielen und sich gleich in den 16er absetzen. Elfmeter-Aktion und Abschluss super.

Note: 2–

Stange (ab 64.):

Er bringt viel Energie und Spielwitz mit. Er trifft jedoch manchmal falsche Entscheidungen. Dennoch macht er seine Sache für sein Alter schon ordentlich.

Note: 3–

Gocholeishvili (ab 74.):

Er machte gut Tempo, traf manchmal zu spät die progressive Entscheidung.

Note: 4

Lokonga (ab 74.):

Er hatte durch die ständigen langen Bälle wenig Einfluss und versuchte, sein Übriges zu geben. Ein Foul, das viel Zeit von der Uhr nahm. Dennoch bringt er Sicherheit ins Spiel. Er wird in den restlichen Spielen wichtig.

Note: 4

Philippe (ab 87.): Einwürfe lernt man in der E-Jugend. Erst beim Einwurf springen und dann mit dem zweiten Einwurf wertvolle Zeit von der Uhr nehmen, schafft nicht jeder. Konnte ansonsten wenig ausrichten.

Downs (ab 87.): Kam spät, hatte keinen Einfluss

DIE STATISTIK ZUM SPIEL:

Aufstellungen:

HSV

Heuer Fernandes – Omari (Philippe 87.) – Torunarigha – Capaldo – Mickelbrencis (Gocholeishvili 74.) – Jatta (Lokonga 74.) – Remberg – Groenbaek (Downs 87.) – Vieira – Königsdörffer – Glatzel (Stange 64)

Hoffenheim

Baumann – Coufal – Hranac (Bernardo 45.) – Kabak – Hajdari – Avdullah – Kramaric (Prass 75.) – Burger – Lemperle (Moerstedt 85.) – Toure (Campbell 85.) – Asllani (Prömel 64.)

Zuschauer: 57.000

Schiedsrichter: Robert Schröder

Gelbe Karten: Hranac (8.), Baumann (32), Remberg (49.), Prömel (67.), Burger (71.), Lokonga (90.)

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