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Wirbel um Aufsichtsratskandidaten beim HSV - wer fliegt für Elfadli aus dem Team?

Der Winter kommt mit Kälte um die Ecke. Und auch beim HSV wird es kühler - im Umgang auf Gremienebene ja nichts Untypisches. Ich hatte ja auch schon über mögliche Verhärtungen…

Wirbel um Aufsichtsratskandidaten beim HSV - wer fliegt für Elfadli aus dem Team?

Der Winter kommt mit Kälte um die Ecke. Und auch beim HSV wird es kühler - im Umgang auf Gremienebene ja nichts Untypisches. Ich hatte ja auch schon über mögliche Verhärtungen gesprochen. Am Mittwochabend gab es dann seitens des Beirates ein klares Statement, wie meine immer sehr gut informierten ehemaligen Kollegen vom Hamburger Abendblatt berichteten. Demnach stimmte der Beirat mit 5:0 Stimmen für die Zulassung von Markus Frömming als künftigen Aufsichtsrat und demnach als Delegierten Klaus Michael Kühnes. Wider den Beschwerden einiger Ratskollegen.

Heute indes machten die Fans deutlich, was sie von den aktuellen Vorgängen rund um den Aufsichtsrat halten. Am Trainingsplatz platzierten sie zwei Plakate, auf denen sie das HSV-Präsidium in Person Michael Papenfuß ihn Marcell Jansen aufforderten, sich an ihren eigenen Worten zu orientieren (sie Fotos unten). Dabei dürfte mit Sicherheit auch das Thema Frömming bzw. Kühnes Abgesandter im Aufsichtsrat hintergründig gemeint sein. Vor allem aber soll sich der verschriftlichte Protest gegen Eric Bussert von der Hanse Merkur als neuer Aufsichtsrat richten. Immerhin hatte Michael Papenfuß zuletzt betont, dass Gesellschafter mit weniger als 7,5% der HSV-Anteile kein automatisches Anrecht auf einen Platz im Aufsichtsrat haben.

Die Hanse Merkur, zu der Bussert gehört, hat 5,07 Prozent und dementsprechend keinen Anspruch. Was aber viel entscheidender ist als die Untergrenze der Anteile, ist die Eignung. Diese beurteilte der Beirat bei Frömming gerade positiv – wissend, dass es im Aufsichtsrat selbst zuletzt immer wieder Beschwerden über das Verhalten des Kühne-Abgesandten gab. Auch die Beteiligung am seinerzeitigen Anteilsverkauf Kühnes an Thomas Wüstefeld soll hier ein Thema sein und von Aufsichtsräten als Compliance-Verstoß gewertet und gemeldet worden sein.

Bussert und Frömming werden infrage gestellt

Bussert indes dürfte jetzt schon erahnen, wie schnell man sich mit einem Amt als HSV-Aufsichtsrat sein Image auch ohne eigenes Zutun zerschießen kann. Hintergrund: Er selbst hatte sich nicht einmal um das Amt beworben, sondern wurde angefragt und musste anschließend in Gesprächen inhaltlich abgeholt werden. Schon deshalb muss sich der Vorstand der HanseMerkur Versicherungen immer wieder verschiedenen Vorwürfen erwehren. Zumindest dürfte er jetzt wissen, weshalb seinerzeit so honorige Kaufleute wie Alexander Otto das HSV-Gremium vorzeitig verlassen haben, um sich ihr beruflich und privat penibel aufgebautes gutes Image nicht zu versauen.

Werbung macht der HSV auf Gremieneben eh schon seit vielen Jahren nicht mehr für sich. Und diese Neubesetzung des Management-Aufsichtsrates dürfte das nächste Kapitel in einer langen Historie der Verfehlungen werden. Die besten Räte zu erwarten ist jedenfalls aktuell schwer, da man sich beim HSV auf Gremienebene sehr schnell (auch unverschuldet) verbrennen kann.

Die Zeiten, in denen so honorige Menschen wie Udo Bandov, Alexander Otto, Jens Meier und Co. das Gremium noch mit hanseatischem Ehrgefühl führten, scheinen jedenfalls längst vorbei zu sein. Kleiner Tipp meinerseits: Wer altverdiente HSVer, die sich über Jahre immer wieder uneitel in verschiedensten Ämtern positiv für den HSV eingesetzt haben, im Aufsichtsrat hat, der sollte vielleicht eher auf eben diese Menschen setzen und sie nicht – wie jetzt wohl im Fall Dr. Ralph Hartmann – als erste für Neue opfern. Wenigstens ein bisschen HSV-Pathos gepaart mit wirtschaftlicher/kaufmännischer/sportlicher Kompetenz schadet meiner Meinung nach jedenfalls nicht. Ganz im Gegenteil…

Hadzikadunic droht, in Regensburg als Streichopfer zu enden

Richtig kühl war es heute auch auf dem Platz. Zum einen witterungsbedingt, zum anderen deutet sich für das Spiel des HSV am Sonntag bei Jahn Regensburg ein Härtefall an, den wir hier diese Woche schon angedeutet hatten. Denn mit der Rückkehr von Daniel Elfadli wird es im zuletzt überzeugenden Trio Denis Hadzikadunic /Sebastian Schonlau als Innenverteidiger sowie Jonas Meffert auf der Sechs einen geben, der weichen muss. Zumindest gehe ich davon aus, dass der über die gesamte Saison gesehen wohl stabilste HSV Daniel Elfadli wieder in die Startelf rücken wird.

Im Training selbst ließ Trainer Merlin Polzin mit Elfadli neben Schonlau spielen. Nach den zuletzt aber wirklich guten Partien des Bosniers wäre es aber schwer nachvollziehbar, selbigen rauszunehmen und dessen steigend Leistungskurve jäh zu unterbrechen. Gleichermaßen schwierig ist es für‘s Trainerteam um Polzin, ihren Kapitän rauszunehmen, ohne diesen dauerhaft zu verärgern. Eine Situation, die man mit dem dringend benötigten schnellen, zweikampfstarken Innenverteidiger (ganz liebe Grüße gehen raus an meinen Freund Marc R.!) hätte lösen können und verpasst hat.  Aber das Thema hatten wir im Dienstags-Blog ja schon ausführlich…

Bleibt zu hoffen, dass die Spieler so ticken, wie sie es zuletzt immer von sich behaupten und selbst alles dem gemeinsamen Erfolg unterordnen. So, wie es die Aufsichtsräte auch machen sollten…

In diesem Sinne, Euch allen einen schönen Abend!

Scholle

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