Wintzis nächster Schritt unter Walter – „Ich weiß was ich kann.“
Moin Volkspark! Nachdem Scholle zuletzt wieder übernommen hat, werde ich meine Erlebnisse aus dem Trainingslager in Grassau mit diesem Blog abschließen – mit einem sehr…

Moin Volkspark! Nachdem Scholle zuletzt wieder übernommen hat, werde ich meine Erlebnisse aus dem Trainingslager in Grassau mit diesem Blog abschließen – mit einem sehr besonderen Gesprächspartner.
Manuel Wintzheimer, auch „Wintzi“ genannt, spielt nun seit mittlerweile drei Jahren beim HSV. Der 22-jährige kam 2018 aus der Jugend des FC Bayern München zu unseren Rothosen. Dort spielte er auch bereits unter Tim Walter in den Junioren Mannschaften des FCB. Die letzte Saison war Wintzheimers erfolgreichste beim HSV. Drei Tore und ganze 13 Vorlagen trug der in Arnstein geborene Stürmer in der letzten Saison zum Erfolg der Mannschaft bei. Im Rahmen des Trainingslagers hatte ich die Möglichkeit mit „Wintzi“ über Tim Walter, seine Spielweise, persönliche Ziele und die neue 2. „Super League“ zu sprechen.
„Die Stimmung ist echt gut“ – Wintzheimer und das Team fühlen sich wohl
Wie bereits in meinem letzten Trainingslagerbericht beschrieben, habe ich die Stimmung auf dem Platz sehr positiv wahrgenommen. Es wurde viel gelacht und engagiert gekickt. Doch wie sieht es abseits des Platzes aus? „Die Stimmung ist echt gut. Wir verstehen uns alle und machen viele Späße miteinander“, so Wintzheimer zur Stimmung in der Mannschaft. Auch er persönlich fühle sich momentan top fit, auch wenn das Trainingslager wie immer sehr hart ist: „Natürlich ist es hart, aber das ist ja in jedem Trainingslager so, dass man an seine Grenzen geht. Trotzdem macht es sehr viel Spaß hier“ berichtet der 22-jährige Stürmer.
Tim Walter – ein alter Bekannter für Wintzheimer
Wie bereits zu Beginn dargestellt, kennen Wintzheimer und der neue HSV-Coach Tim Walter sich bereits aus den Zeiten beim FC Bayern. Wintzheimer kickte von 2013 bis 2018 für die Junioren-Mannschaften und die zweite Mannschaft des Rekordmeisters. Tim Walter war von 2015 bis 2018 für die U17 und die zweite Mannschaft des FCB aktiv, bis er dann 2018 den Schritt zu Holstein Kiel antrat.
„Ich glaube erstmal geht es darum, dass man bei ihm immer Vollgas gibt. Das man sich reinhaut und dass man alles gibt. Wenn mal etwas nicht funktioniert, ist es nicht schlimm, er will halt nur sehen, dass wir uns immer reinhauen, mutig sind und versuchen seine Spielidee umzusetzen.“
Diese Art von „Vollgas geben“, die Wintzheimer beschreibt wurde bereits in den Trainingseinheiten deutlich. Die Einheiten, die ich in Grassau erlebt habe, haben dies bestätigt und man hat auch gemerkt, dass alle vollen Einsatz zeigen – das was Walter fordert. Eine Sache wird dennoch öfter und auch viel diskutiert: Die Bestrafungen für Verliererteams im Training. Viele Fans sehen diese von außen als zu hart und übertrieben an. Es gibt aber auch viele, die diese Methoden als richtig empfinden, um die Spieler damit noch mehr zu motivieren. Doch wie sieht es bei den Spielern aus? Wie kommen diese Methoden von Walter bei der Mannschaft an? Wintzheimer beschreibt, dass durch diese „Bestrafungen“, der Wille zu Gewinnen größer ist, um die Bestrafungen zu umgehen.
„Ich glaube jeder will jedes Spiel gewinnen, aber vielleicht gibt jeder durch den weiteren Anreiz noch einen Ticken mehr“, erzählt Wintzheimer.
Neben den härteren Trainingsmethoden kennzeichnet sich Tim Walter durch seinen offensiven Spielstil. Seine Art das Spiel zu gestalten unterscheidet sich auch elementar zu der von anderen, vorherigen Trainern.
„Er will, dass wir Lösungen kreieren und das probiert er schon von hinten heraus. Es ist wichtig, dass du hinten Ballbesitz hast mit einem klarem Spielaufbau und dir dann vorne die Torchancen kreierst. Einfach gesagt - hinten Stabil stehen, schnell nach vorne spielen und am Ende die Dinger machen. Das ist wichtig in der zweiten Liga, denn viele Mannschaften stehen hinten drin und lassen uns kommen und versuchen dann uns auszukontern. Dann müssen wir halt unsere Lösungen gegen tiefstehende Gegner finden. Da hat der Trainer gute Ideen - Dinge, die er auch damals in der Bayern-Jugend gemacht hat.“
Die Spielart von Tim Walter gefällt Manuel Wintzheimer also sehr gut. Als weiteren wichtigen Aspekt beschreibt er, dass Walter es immer schafft die Mannschaft zusammenzuhalten und allgemein bekommt der offensive Spielstil ihm als Stürmer natürlich sehr gut. Im Test gegen Wacker Innsbruck fiel mir die starke Rotation im Spiel auf. Teilweise gab es keine festen Positionen und auch dies nennt Wintzheimer als eine Besonderheit von Tim Walter: „Er ist ein Trainer, der sagt, es gibt keine festen Positionen. Wir sollen im Spiel ständig rotieren, sodass wir den Gegner durch diese ständigen Positionswechsel ins Laufen bekommen. Diese taktische Vorgabe ist bei ihm auffällig.“
Test gegen Innsbruck „noch nicht optimal“
Wie bereits auch von mir im Blog zum Testspiel gegen Innsbruck lief trotz des 1:0 Sieges noch nicht alles optimal – das sieht Wintzheimer ähnlich. Er sieht aber auch positive Ansätze bezüglich der Spielidee, die vom Trainer vorgegeben wurde.
„Das war jetzt im Spiel gegen Innsbruck noch nicht optimal was wir gemacht haben, aber ich glaube, dass braucht noch ein bisschen seine Zeit. In den Trainingseinheiten machen wir dies auf engerem Raum schon sehr ordentlich. Deswegen denke ich mal, dass wir gegen Augsburg und in den anderen zwei Testspielen es besser machen werden. Wir haben uns schon ein paar Videos angeguckt, Situationen analysiert und werden probieren, das dann umzusetzen, um dann die Details noch zu verbessern.“
„Von Terodde konnte ich viel lernen“
Einer der vielen Spieler, der den HSV im Sommer verlassen hat, ist Simon Terodde. Mit 24 Toren trug Terodde dazu bei, dass der HSV überhaupt bis kurz vor Ende der Saison noch die Chance auf den Aufstieg hatte. Ein erfahrener Top-Stürmer, der jetzt ausgerechnet zu Liga-Konkurrent Schalke 04 gewechselt ist und am 1. Spieltag auf den HSV trifft. Ein junger und hungriger Stürmer wie Wintzheimer konnte in der Zeit mit Terodde viel von ihm lernen, wie der Stürmer im Interview mit mir berichtet:
„Er ist in der Box wirklich ein sehr, sehr guter Stürmer. Wie er sich im Sechszehner bewegt, wie er immer die Bälle bekommt, er hat ein sehr gutes Näschen. Das konnte ich auf jeden Fall von ihm abschauen bzw. dazulernen und ich glaube das hatte er ja schon die letzten Jahre gezeigt - er ist ein super Stürmer.“
Nach dem Terodde Weggang ist die Stürmerposition beim HSV momentan sehr dünn besetzt. Der Neuzugang Robert Glatzel verpasst aufgrund seiner Corona Infektion das Trainingslager und damit wichtige Teile der Vorbereitung. Neben ihm sind Robin Meißner und eben Manuel Wintzheimer die einzigen nominellen Stürmer die momentan mit in Grassau trainieren. Es bleibt abzuwarten, was auf der Position noch passiert – ein Stürmer soll noch geholt werden. Angst vor neuer Konkurrenz hat Wintzheimer allerdings nicht:
„Angst habe ich keine. Ich weiß was ich kann und ich weiß was wir als Team können. Natürlich haben wir mit Robert Glatzel und Robin Meißner noch zwei gute Stürmer, die für uns sehr wichtig sind. Ich gebe alles im Training und versuche mich immer reinzuhauen und hoffe, dass es am Ende reicht.“
„Vorfreude überwiegt“ - Wintzi hat Bock auf die neue 2. Liga
Einfacher wird die Mission Aufstieg in dieser Saison mit Sicherheit nicht. Bremen, Schalke, Kiel und Pauli sind nur ein paar der Wahnsinns-Duelle, die uns in der neuen Saison erwarten. Von Angst vor diesen namenhaften Gegnern ist bei Wintzheimer aber auch hier nichts zu spüren – die Vorfreude überwiegt.
„Wenn man sieht gegen was für Mannschaften wir spielen, was für Traditionsvereine dabei sind – Bremen, Schalke, Dresden, Rostock - natürlich freut man sich da auf die Spiele. Ich verspüre eher Vorfreude als irgendetwas anderes. Angst habe ich nicht, sondern eher richtig Bock auf die Duelle!“
Auf die Frage was ihm wichtiger sei, der Derbysieg gegen Pauli oder der Aufstieg, antworte Wintzheimer trocken: „Beides“! Ich glaube das unterschreiben wir als Fans so, oder?
„Wir sind eine geile Truppe, haben super Spieler, super Charaktere.“
In Hinblick auf die neue Saison muss sich nach Wintzheimer nicht viel ändern. Er beschreibt, dass die Mannschaft jetzt schon zu einer Einheit geworden ist und das Ziel jetzt ist, dies und den Spielstil bis zum Ende durchzuziehen. Auch Wintzheimer persönlich will sich weiterentwickeln und glaubt, dass er das unter Walter auch kann.
„Ich glaube, dass man nie schon überall ausgelernt hat. Ich glaube man kann sich überall verbessern. Mir geht es jetzt erstmal darum Spielzeit zu sammeln, aber ich habe mir jetzt kein spezielles Ziel vorgenommen. Ich will in allen Belangen besser werden und das ist das wichtigste. Ich will in meiner Entwicklung weitergehen und dann schauen wir mal, wie es dann in der Saison wird.“
Wintzi macht auf mich einen ruhigen und bodenständigen Eindruck. Er weiß was er will und will auf dem Platz überzeugen. Ich glaube, dass er in dieser Saison, wie schon in der vorher, ein wichtiger Faktor sein wird. An dieser Stelle bleibt mir nur noch zu sagen: Danke für den Austausch, Wintzi und viel Erfolg für die Mannschaft und für dich persönlich für die neue Saison!
Was gibt es sonst noch Neues?
Eine wichtige Neuigkeit kam am Montag-Nachmittag rein: Das Bezirksamt Altona kippt die Auflage, dass nur Zuschauer mit Erstwohnsitz in Hamburg gegen Dynamo Dresden in den Volkspark dürfen. "Wir haben die Situation mit den zuständigen Behörden noch einmal ausführlich besprochen und sind dabei zu diesem Ergebnis gekommen", teilte Mike Schlink, der Pressesprecher des Bezirksamts Altona am Montag mit. Eine richtige Entscheidung und eine überflüssige Aufregung, die man hätte vermeiden können meiner Meinung nach.
Ansonsten gibt es nicht viele Neuigkeiten am heutigen Tage. Wir melden uns natürlich, wenn es etwas gibt.
Bis dahin – bleibt gesund & bis zum nächsten Mal!
Joscha
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