Wille, Einsatz, Spaß - so funktioniert's und so muss es jetzt weitergehen
atsächlich noch mal in Richtung Aufstiegsränge vorstoßen will. Mit 4:0 besiegte der HSV im Nachholspiel vom 26. Spieltag viel zu harmlose Gäste vom FC Erzgebirge Aue, indem man…

Das war zumindest mal wieder vom Einsatzwillen her der HSV, den man sehen will, und der sich zeigen muss, wenn man tatsächlich noch mal in Richtung Aufstiegsränge vorstoßen will. Mit 4:0 besiegte der HSV im Nachholspiel vom 26. Spieltag viel zu harmlose Gäste vom FC Erzgebirge Aue, indem man endlich wieder mit der altbekannten Laufbereitschaft, dem Einsatz und der Kreativität vergangener Tage zu gefallen wusste. Jonas Meffert, für mich wieder einer der besten Spieler auf dem Platz, fasste es sehr passend zusammen: „Wir haben uns heute viele Chancen erspielt, waren konsequenter als gegen Paderborn und hatten im Gegensatz zum Spiel am Sonnabend in der einen oder anderen Szene auch das Glück, nicht ein paar Zentimeter im Abseits zu stehen. Wir sind sehr froh, dass wir nach den fünf sieglosen Spielen heute endlich wieder mit den Fans jubeln und ihnen diesen Dreier schenken konnten. Und auch bei jedem von uns ist nach dieser Phase ein bisschen was abgefallen, das kann man ruhig auch zugeben. Deshalb fühlt sich das für heute sehr, sehr gut an, wir wissen aber auch, dass es jetzt direkt weitergeht und wir am Sonntag in Kiel nachlegen müssen.“
Absolut! Genau so ist es. Über den ersten Zweitligasieg im Monat April darf sich jeder freuen. Kurz. Denn letztlich darf er auch wieder nicht mehr als ein gelungener Startschuss für eine Serie gewesen sein, wenn der HSV noch was reißen will. Die Spieler in der Bewertung:
Daniel Heuer Fernandes: War anspielbar – so komisch das für einen Torwart auch klingen mag. Aber im HSV-Spiel von hinten raus ist er ein Faktor. Zudem war er immer auf dem Posten, wenn Aue ausnahmsweise mal gefährlich wurde. Starker Rückhalt. Oder anders formuliert: Ein Torwart mit gewissen Extras. Note: 2
Moritz Heyer: Ließ wenig an sich vorbei, funktionierte defensiv. Offensiv war er lange nicht so präsent wie in seinen richtig guten Spielen. Sein Querpass auf Glatzel muss natürlich kommen (68.), dann steht‘s da schon 3:0. Umso besser, dass er das 3:0 selbst machte und sich damit für ein insgesamt gutes Spiel selbst belohnet. Note: 2
Sebastian Schonlau: Der Kapitän brachte immer wieder Ordnung in die Defensive und wurde anfänglich mehr von seinen Mitspielern denn von den Erzgebirglern vor Probleme gestellt – die er aber allesamt meisterte. Note: 3
Mario Vuskovic: Brauchte etwas, um warm zu werden und leistete sich ein paar unnötige Ballverluste, die auch ins Auge hätten gehen können. Allein Aues Tor-Ungefahr war es zu verdanken, dass dem nicht so war. Ab der 20. Minute gewohnt sicher und stark im Zweikampf. Ich freue mich über seinen Kauf jedes Mal, wenn ich ihn sehe. Note: 3
Josha Vagnoman: Endlich ist er wieder da. Er arbeitete mit allem Körperlichen, was er zu bieten hat. Das wirkt manchmal etwas grobschlächtig – aber als seine Kollegen zum Teil müder wurden, wurde er immer stärker. Seine Dynamik kann für den HSV noch eine große Hilfe sein. Er ist definitiv eine sehr gute Ergänzung zu Sonny Kittel, um diesem mehr Freiraum offensiv zu lassen. Neben seinen Abräumerqualitäten entwickelt er zudem auch – ganz zart und vorsichtig – seine Offensivqualitäten. Da ist zwar noch sehr viel Luft nach oben – aber er weckt zumindest Fantasien, wo das alles noch hingehen kann. Schade, dass sein Schuss in der 70. Ein paar Zentimeter zu hoch angesetzt war. Insgesamt aber eine richtug gute Leistung – für mich zusammen mit Reis und Meffert sogar der beste Mann auf dem Platz. Note: 2
Jonas Meffert (bis 86.): Er ist und bleibt DIE Konstante im Spiel des HSV. Er räumt nach hinten hin ab, treibt den Ball wieder nach vorn. Der absolute Chef auf dem Platz und für ich zusammen mit Schonlau und Vuskovic der Faktor, weshalb der HSV statistisch die beste Abwehr hat. Note: 2
Jonas David (ab 87.): Dabei. Durfte sich die Siegprämie abholen.
Ludovit Reis (bis 86.): Suchte auffällig oft das Zusammenspiel mit Jatta, was heute leider nur bedingt funktionierte. Ansonsten gewohnt bissig und giftig im Defensivverhalten belohnte er eine starke Leistung mit seinem Treffer, der seinen ganzen Willen innehatte. Stark! Note: 2

David Kinsombi (ab 87.): Siehe David.
Maximilian Rohr (bis 65.): Stand für viele überraschend in der Startelf – ich mag seine Spielweise. Er verbindet den Spielaufbau mit der (auch mal rustikalen) Defensive und kann den alles öffnenden Pass spielen. Er muss aber in Sachen Handlungsschnelligkeit noch zulegen. Ich glaube und hoffe, dass das mit zunehmender Spielzeit kommen wird. Auch deshalb hätte ich ihn nicht runtergenommen (wobei ich nicht weiß, ob Rohr kaputt war). Note: 4
Anssi Suhonen (ab 66.): Endlich ist der Finne wieder zurück! Sein Wille und seine Bereitschaft sind beeindruckend und hätten heute in der 81. Minute fast zu einem Treffer geführt, als alle auf dem Platz schon abgeschaltet hatten. Ihm gehört die Zukunft – und er gehört häufiger und länger auf den Platz. Note: 3
Bakery Jatta (79.): Der erste Flankenversuch war etwas zaghaft, aber gefährlich. Das machte Mut. Und den hatte er dann auch. Zumindest suchte er die Abschlüsse und den letzten Pass hinter die Abwehrreihe. Leider gelangen sie heute noch zu selten. Baute nach 30 Minuten aber schon wieder ab und wirkte auch danach müder werdend. Ich hätte ihn schon zur Halbzeit rausgenommen. Note: 3
Girogi Chakvetadze (ab 79.): Fügte sich gut ein und wollte unbedingt was zeigen. So nutzt man auch kurze Spielzeit perfekt, um sich für mehr anzubieten. Dafür gibt es eine Belohnungs-Note: 2
Mikkel Kaufmann (ab der 79.): Aufbauarbeit, Teil was weiß ich… Aber er ackert und macht. Vielleicht wird das dann doch irgendwann noch mal belohnt – und dann noch wichtig. Ic würde es ihm (und letztlich uns allen) sehr gönnen. Note: 3
Robert Glatzel (bis 79.): Er profitierte endlich wieder von der Offensivstärke des HSV. Sein 17. Saisontreffer war der Startschuss in einem Spiel, in dem der HSV zu Beginn einige Stolperer drin hatte, die zum 0:1 hätten führen können. So aber war er endlich wieder da, wo er hingehörte. Und er traf zum wichtigen 1:0. Bei etwas genaueren Zuspielen seiner Kollegen (Heyer, Jatta) hätte er sogar noch zwei Buden mehr machen können/müssen. Note: 2

Sonny Kittel: Heute begann er auf der linken Seite, was ihm gut bekam. Er hatte schon in den ersten zwei Minuten mehr Szenen als in den letzten drei Spielen zusammen – und das setzte sich dann auch so fort. Er wollte heute endlich wieder – und das tat dem gesamten Spiel gut. Er war da, wo es gefährlich wurde und es war so auch kein Zufall, dass er das 1:0 vorbereitete und das 2:0 (ein eher haltbarer Freistoß, so ehrlich muss man sein) selbst erzielte. Note: 2
Stimmen zum Spiel:
HSV-Trainer Tim Walter: „Wir haben am Anfang etwas gebraucht, um ins Spiel zu kommen, haben dennoch versucht, konsequent nach vorne zu spielen. Der einzige Unterschied zu Samstag war, dass wir etwas präziser in unserem Passspiel und auch bei den Hereingaben waren. Und wir sind nach langer Zeit mal wieder in Führung gegangen. Das hat uns gutgetan. Mit einer Führung im Rücken lässt es sich leichter spielen. Der Halbzeittreffer von Sonny hat uns noch einmal einen zusätzlichen Schub gegeben. In der zweiten Halbzeit waren wir dann sehr präsent. Die Jungs haben sehr viel Spielfreude gezeigt. Die Unterstützung für unseren Weg war heute überall zu spüren.“
Aue-Coach Pavel Dotchev: „Es war zu erwarten, dass es für uns heute schwer wird. Wir haben versucht, ein bisschen zu rotieren, ohne dabei einen Leistungsabfall zu haben. In der ersten Halbzeit haben wir zu Beginn ordentlich auf dem Platz gestanden. Wir haben kompakt gespielt und konnten einige Nadelstiche setzen. Der HSV war dann dominanter. Mit dem zweiten Tor genau mit dem Halbzeitpfiff war es schon eine kleine Vorentscheidung. Mit der Zeit konnte der HSV seinen Druck noch erhöhen und hat uns weichgekloppt. Der Sieg war absolut in Ordnung.“
DIE STATISTIK ZUM SPIEL:
HSV: Heuer Fernandes - Vagnoman, Schonlau, Vuskovic, Heyer - Rohr (65. Suhonen), Meffert (87. David), Reis (87. Kinsombi) - Kittel, Glatzel (79. Kaufmann), Jatta (79. Chakvetadze)
FC Erzgebirge Aue: Männel - Barylla, Carlson, Gonther, Strauß (60. Baumgart) - Schreck (76. Cacutalua), Messeguem (60. Fandrich) - Jonjic, Nazaorv, Majetschak (84. Lang) - Trujic (60. Hochscheidt)
Tore: 1:0 Glatzel (14.), 2:0 Kittel (45.+1.), 3:0 Heyer (75.), 4:0 Reis (83.)
Zuschauer: 21.890
Schiedsrichter: Dr. Arne Aarnink (Nordhorn)
Gelbe Karten: - / Strauß (48.)
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