Spielbericht

Wildes Remis! FCK-Keeper schenkt auswärts weiter planlosem HSV einen Punkt

Die Kollegen berichten von „großem Kampfgeist mit Punktgewinn“ – ich hingegen habe ein mächtig unkontrolliertes, wildes und fehlerhaftes Spiel zweier Mannschaften gesehen, das…

Wildes Remis! FCK-Keeper schenkt auswärts weiter planlosem HSV einen Punkt

Die Kollegen berichten von „großem Kampfgeist mit Punktgewinn“ – ich hingegen habe ein mächtig unkontrolliertes, wildes und fehlerhaftes Spiel zweier Mannschaften gesehen, das dem jeweiligen Tabellenplatz nicht würdig war.  „Wir haben es nicht schlau gemacht. Das tut mir innerlich weh“, sagt HSV-Vertretungs- Kapitän Jonas Meffert nach der Partie bei Sky. „Wir hatten zu viele Fehler im Spiel. Das müssen wir verbessern. Das ist Fakt“, forderte der 29-Jährige und ergänzte mit einem Blick auf den Aufstiegskampf: „Sonst sammeln wir zu wenig Punkte.“

Der HSV, bei dem Walter wie erwartet Pherai für den verletzten Ludovit Reis sowie Moritz Heyer für Ignace van der Brempt und Ransford Königsdörffer für Jean Luc Dompé brachte, begann die Partie dabei sogar selbstbewusst und war dominant. Die Belohnung war das frühe 1:0 durch Glatzel, der eine Flanke von Bakery Jatta per Knie/Oberschenkel verwandelte. Was danach aber folgte, war planlos und schlecht. Erst gelang FCK-Verteidiger Tomiak der Ausgleich, dann nutzte Ritter einen kapitalen Fehler des Hamburger Abwehrspielers Dennis Hadzikadunic, der einen Ball nicht klären konnte, zur etwas überraschenden, aber nicht unverdienten Führung der Pfälzer. Bei diesem Treffer sah auch Daniel Heuer Fernandes schlecht aus. 

Apropos schlecht: Mit Beginn der zweiten Halbzeit begann der HSV wieder mit Schwung – aber ohne Effektivität. Im Gegenteil: Nach einem Pherai-Fehlpass fing sich der HSV einen ganz bitteren Konter, bei dem FCK-Torschütze Boyd HSV-Abwehrmann Hadzikadunic ganz schlecht aussehen ließ. Wobei Hadzikadunic und Ramos nach zuletzt starken Spielen heute beide gleichermaßen schwach agierten und sich beide eine unzureichende Note verdienten.

Wie eigentlich fast alle im HSV-Team bei diesem 3:3, bei dem der vom FGCK-Keeper geschenkte Punktgewinn am Ende sogar noch in Gefahr geriet. Selbst gegen diesen FCK, der eigentlich nur noch das 3:3 über die Zeit bringen wollte, fing man sich fahrlässig gefährliche Konter, die andere, bessere Mannschaften als dieser FCK heute sicher bestraft hätten.

„Die Zuschauer haben dem Rahmen entsprechend ein schönes Spiel gesehen“, versuchte Tim Walter diesem Kick tatsächlich noch etwas positives abzugewinnen, um dann noch einen draufzulegen: „Als Trainer denkt man natürlich etwas anders. Wir hatten nach dem ersten Tor alles im Griff. Das erste Gegentor fällt äußerst unglücklich, aber wir haben weitergemacht und durch ‚Meffo‘ die Latte getroffen. Im Gegenzug dieser Aktion kassieren wir dann das zweite Tor nach einem Fehler von uns. Daraufhin haben wir total den Faden verloren.“ So weit, so korrekt zusammengefasst.

Was ab jetzt kam kann ich nicht anders erklären als mit dem Satz „der Veranstalter lobt stets die eigene Veranstaltung“. Denn Tim Walter redete ein Spiel schön, das alarmieren sollte.  „Wir haben uns dann in der Halbzeit zusammengerauft, sind gut wieder rausgekommen und haben im zweiten Durchgang Moral bewiesen. Grundsätzlich haben wir heute ein gutes Spiel gemacht, uns durch die eigenen Fehler aber nicht belohnt, sodass das Unentschieden berechtigt ist.“

Ein „grundsätzlich gutes Spiel gemacht“ – meint der HSV-Trainer das ernst? Ein Spiel, bei dem ein schwacher Gegner zum Toreschießen eingeladen wird, ist „gut“? Wahnsinn!  Da sind selbst die Spieler selbst inzwischen realistischer in ihren Analysen (s. Meffert oben). Oder anders formuliert: Neben der unveränderten und den Aufstieg gefährdenden Auswärtsschwäche würde mich eine solche Analyse an Stelle der sportlich übergeordneten Claus Costa und Jonas Boldt alarmieren! 

Mich hat dieser Auftritt heute mächtig enttäuscht. Dass ein Laszlo Benes vor dem Spiel große Töne spuckt, um dann so ein unterirdisches Spiel (Note 6) abzuliefern, ist peinlich. Vielleicht sollten die HSV-Verantwortlichen ihre Spieler dazu animieren, so eine Sch…. in Zukunft zu lassen und erst zu liefern, bevor gedröhnt wird! Eine Einzelkritik erspare ich uns heute lieber. Denn allein Glatzel wegen seiner zwei Treffer sowie Miro Muheim und Jonas Meffert haben sich keine 5 oder schlechter verdient. Besser als eine Vier waren aber auch sie nicht. 

DIE STATISTIK ZUM SPIEL: 

1. FC Kaiserslautern:Krahl - Elvedi, Kraus, Soldo - Zimmer, Tomiak, Raschl (89. Klement), Redondo, Ritter (71. Opoku) - Tachie (71. Hanslik), Boyd (81. Niehues)

Hamburger SV:Heuer Fernandes - Heyer (61. Nemeth), Ramos, Hadzikadunic, Muheim - Meffert, Pherai, Benes - Jatta, Glatzel, Königsdörffer (86. Öztunali)

Tore:0:1 Glatzel (10.), 1:1 Tomiak (13.), 2:1 Ritter (24.), 3:1 Boyd (54.), 3:2 Glatzel (65.), 3:3 Muheim (74.)

Zuschauer:49.327

Schiedsrichter: Florian Badstübner (Nürnberg)

Gelbe Karten: Boyd / Heyer, Pherai, Muheim, Ramos

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