Spielbericht

Wieder zu passiv! HSV verschenkt zwei leichte Punkte gegen Hertha BSC

Der HSV hat zwei wichtige Punkte verschenkt, weil man es gegen schwache Herthaner aus Berlin nicht verstand, den Gegner mehr zu beschäftigen und so vom eigenen Tor…

Wieder zu passiv! HSV verschenkt zwei leichte Punkte gegen Hertha BSC

Der HSV hat zwei wichtige Punkte verschenkt, weil man es gegen schwache Herthaner aus Berlin nicht verstand, den Gegner mehr zu beschäftigen und so vom eigenen Tor fernzuhalten. Dass dann irgendwann mal einer durchrutscht, obgleich die Berliner alles andere als zwingend waren - es muss die Spieler und alle Verantwortlichen ärgern. Es wäre schlimm, wenn nicht! Denn dieses Spiel heute hätte längst entschieden sein müssen! Nachdem Königsdörffer mit seinem dritten Saisontreffer vor 57.000 Zuschauern das 1:0 in der 11. Minute erzielt hatte, besaßen die Manschen von Trainer Steffen Baumgart noch einige weitere sehr gute Gelegenheiten, die ungenutzt blieben. Leider. Denn so verschenkte der HSV gleich im zweiten Spiel zwei sicher geglaubte Punkte.

Das Blitzfazit (das heute etwas später erst online gegangen ist):

DIE SPIELERBEWERTUNGEN:

Daniel Heuer-Fernandes: Fehlerfrei konnte er seine Position als neue/alte/neue Nummer eins bestätigen. An ihm lag es definitiv nicht, dass der HSV zwei wichtige Punkte verdaddelt hat. Weil er nichts falsch gemacht hat, bekommt er beim HSV zusammen mit Königsdörffer die beste Note: 2,5

Bakery Jatta (bis 67.): Grausame erste fünf Minuten, dann die maßgeschneiderte Flanke zu 1:0 vom Königsdörffer und von da an besser. Die Umschaltmomente von offensiv zu defensiv hat er noch nicht voll drauf, obgleich das in der zweiten Halbzeit besser wurde. Note: 3

Silvan Hefti (ab 68.): Als er kam, war der HSV schon ohne jede Entlastung nach vorn. Ändern konnte er das trotz eines absolut engagierten Auftrittes nicht. Aber ihm muss man zugestehen, sich etwas länger als eine Trainingswoche an alles gewöhnen zu dürfen. Daher heute noch ohne Note. 

Denis Hadzikadunic: Solider Abräumer, der den Ball gern über rechts nach vorn trägt. Mir reicht es, wenn er diese Defensivleistungen aus Köln und heute konserviert.  Note: 3

Sebastian Schonlau: Er hatte das Zentrum fast immer im Griff – defensiv zumindest. Er soll aber immer wieder zusätzlich das Spiel hinten heraus eröffnen und dafür auch mal durch die Mitte Meter machen. Da vor hm die Doppelsechs zu oft das Zentrum zustellt, ist da zu wenig Platz und folgerichtig wird mehr quer-und-zurückgespielt. War beim Gegentor eine Millisekunde zu spät. Note: 3

Miro Muheim: Hatte mit Winkler einen starken Gegenspieler mit viel (mehr) Tempo – machte es aber oft sehr geschickt und fand zudem die Zeit, nach vorn mitzuarbeiten. Note: 3

Jean-Luc Dompé (bis 71.): Ordentliche erste Halbzeit, ganz schwache zweite Hälfte. Er wurde meiner Meinung nach zu spät ausgewechselt. Aber: Bei ihm hat man eben immer auch die Hoffnung auf diese eine, geniale Torszene. Note: 4

Davie Selke (ab 71.): Bemüht, aber wirkungslos. Note: 4

Jonas Meffert: Zusammen mit seinem neuen Kompagnon steht er für die neue defensive Kompaktheit des HSV. Dass das Spiel nach vorn nicht seine Kernkompetenz ist – okay. Aber zusammen mit Elfadli und Reis macht er zu oft die Räume im Mittelfeld so zu, dass ein gutes Aufbauspiel schwierig wird. Note: 3

Daniel Elfadli (bis 83.): Körperlich sehr präsent – ansonsten siehe Meffert. Note: 3

Guilherme Ramos (ab 84.): Wenn Du eingewechselt wirst, um hinten die Null abzusichern und binnen dieser weniger Minuten der Gegentreffer fällt, hast Du Deinen Job (auch) nicht so gemacht, wie es nötig war. Trotzdem verzichte ich bei so wenigen Minuten auf eine Note. 

Fabio Balde (ab 84.): Er braucht noch Zeit, um sich an das Tempo zu gewöhnen. Aber er hat Potenzial und das schöpft man am besten aus, indem man gut trainiert und Spielzeit bekommt. Letzteres durfte er heute wieder einsammeln – und hoffentlich lernt er schnell daraus, damit er irgendwann auch ein belebender Part wird nach seiner Einwechslung. Note: 4 

Ludovit Reis (bis 67.): Etwas besser als zuletzt – aber auch nur zu Beginn der ersten Halbzeit. Ansonsten weiterhin nicht in der Form, in der man ihn braucht. Im Gegenteil: Er wirkt auf mich so, als müsse er spielen – nicht so, als wolle er unbedingt das Spiel des HSV entscheidend gestalten. Er hat immer wieder gute Momente, aber deutlich weniger als schwache.  Note: 4

Immanuel Pherai (ab 68.): Auch er wird sehen, wie sich sein Vorgänger heute präsentiert hat und sich deshalb wundern dürfen, weshalb er nicht spielt. Oder anders formuliert: N9e war es leichter, einem Ludovit Reis die Startelfposition streitig zu machen. Schade., dass Pherais schöner Freistoß nicht reingegangen ist und das Spiel entschieden hat.  Note: 3

Adam Karabec (bis 83.): Er deutet an, was er kann. Aber in Sachen Effizienz war das nicht viel. Er muss noch zielstrebiger agieren, noch mehr auf den letzten Pass oder den eigenen Abschluss gehen. Das Zeug dazu scheint er mitzubringen. Note: 4

Ransford Yeboah Königsdörffer: Er trifft weiter. Da sieht man mal, wie schnell es gehen kann, dass aus einem potenziellen Abgang ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft wird. Er ist zumindest da, wenn man ihn am dringendsten braucht. Note: 2,5

DAS SPIEL IN DATEN: 

HSV: Heuer Fernandes - Hadzikadunic, Schonlau, Muheim - Jatta (67. Hefti), Elfadli (83. Ramos), Meffert, Dompe (71. Selke), Karabec (83. Balde), Reis (67. Pherai) - Königsdörffer

Hertha BSC: Ernst - Kenny, Gechter (63. Leistner), Kempf, Dudziak (46. Zeefuik) - Maza, Demme, Karbownik (76. M. Dardai) – Winkler (90.+2 Christensen), Tabakovic, Scherhant (76. Schuler)

Tore: 1:0 Königsdörffer (11.), 1:1 Kenny (86.)

Zuschauer: 57.000 (ausverkauft)

Schiedsrichter: Timo Gerach (Landau)

Gelbe Karten:  Elfadli (39.), Schonlau (61.) / Dudziak (35.), Zeefuik (84.)

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