Spielbericht

Wieder zu Null! HSV-Defensive sichert 1:0-Sieg gegen KSC

Zweiter Heimsieg, wieder zu Null – der HSV startet mit 15 Punkten nach sieben Spielen vernünftig in die Saison. Mit einem 1:0-Sieg gegen den starken Karlsruher SC, der es dem…

Wieder zu Null! HSV-Defensive sichert 1:0-Sieg gegen KSC

Zweiter Heimsieg, wieder zu Null – der HSV startet mit 15 Punkten nach sieben Spielen vernünftig in die Saison. Mit einem 1:0-Sieg gegen den starken Karlsruher SC, der es dem HSV insbesondere in der ersten Hälfte sehr schwer machte. Und während HSV-Keeper Daniel Heuer-Fernandes im Tor wirklich alles hielt, was die Karlsruher auf den Kasten brachten. Und da waren einige gute Chancen dabei. Aber: Der HSV war zusammen mit dem besten Keeper der Zweiten Liga defensiv stark und hielt die Null während vorne Ludovit Reis mit einem Linksschuss den Siegtreffer erzielte (42.), den der HSV zunehmend sicher über die Zeit brachte.

Jonas Meffert bezeichnete den Sieg am Sky-Mikrofon als „hart erkämpft. In der ersten Halbzeit haben wir uns schwergetan, aber am Ende verdient gewonnen.“ Aber: Drei Gegentreffer nach sieben Spielen, fünfmal sogar zu Null gespielt – das spricht für die HSV-Defensive. Und die gewinnt bekanntermaßen Meisterschaften. „Ich habe immer gesagt, dass unsere Defensive unsere Basis ist“, lobte Trainer Tim Walter nach dem Spiel, um nachzuschieben: „Uns wird immer nachgesagt, wir spielen zu risikoreich – jetzt sehen vielleicht alle, warum wir so spielen.“ Insbesondere, dass seine Mannschaft heute auch in der etwas schwierigen erste Hälfte immer versucht habe, weiter Fußball zu spielen, lobte Walter, der nach dem Spiel erkennbar glücklich war. Zurecht. Als (zumindest vorläufiger) Tabellenzweiter… 

Die Einzelkritik: 

Daniel Heuer Fernandes: Was für eine erste Aktion! Er rettet in der 12. Minute mit seiner ersten Aktion gleich eine Hundertprozentige und war auch danach der personifizierte Alptraum für den KSC. Er rettete alles, was auf seinen Kasten kam. Herausragend! Note: 1

Moritz Heyer: Nach einem extrem schwachen Heimspiel gegen Darmstadt war er in Nürnberg wieder gut. Und heute? Sehr durchwachsen. Kam langsam ins Spiel, hatte dann aber seine Seite im Griff. Offensiv heute ohne Wirkung. Note: 3 

Mario Vuskovic: Heute mal wieder richtig gefordert – und sofort auf Betriebstemperatur. Bärenstark im Zweikampf und hart im Nehmen. Einen wie ihn will jede Mannschaft im Team haben. Note: 2

Sebastian Schonlau: Umsichtiger Abwehrchef. Endlich wieder mit starkem Stellungsspiel. Er wird langsam wieder der alte Schonlau! Note: 3

Miro Muheim: Er erhielt den Vortritt vor Tim Leibold und rettete in der 32. Minute mit vollem Risiko vor dem 0:1. Note: 3

Jonas Meffert: Heute keine 100 Prozent angekommener Pässe – aber immer noch bärenstark. Er sortiert, er dirigiert, er gewinnt Bälle – und er verteilt sie auch noch. Ich weiß, dass ich mich hier wiederhole. Aber: Meffert ist so immens wichtig fürs HSV-Spiel. Note: 2

Ludovit Reis: Er verpasste in der Anfangsphase das eine oder andere Zuspiel, um eine Torchance zu kreieren. Und er verlor einfache Bälle. ABER – und das schreibe ich bewusst groß: Ein Ludovit Reis gibt nie auf und kämpft so lange, bis alles wieder so ist, wie es sein soll. So auch heute. Dass er das 1:0 in einer Phase erzielte, in der der HSV nicht gut im Spiel war – es war Gold wert. So, wie sein gesamtes Spiel in dieser Saison. Note: 2

Sonny Kittel (bis 76.): Hatte wieder einen guten Start ins Spiel. Wurde aber zunehmen unauffälliger.  Note: 4.

Laszlo Benes (ab 76.): Er ist immer schnell auf Temperatur, ist aktiv und will auch  – aber es kommt zu wenig dabei herum. Note: 4

Bakery Jatta (bis 90.): Er wirkt nicht fit, ist gedanklich oft langsam und offenbart alle seine technischen Mängel. Seine ersten Ballkontakte sind nicht ausreichend, um eng gedeckt am Gegner vorbeizukommen. Seine 100-Prozentige in der 30. Minute vergab er kläglich. Wobei ich glaube: In fittem Zustand rennt er am Keeper vorbei und danach noch Richtung Tor. Und: Heute war er auch in der Rückwärtsbewegung schwach. Er nahm die Zweikämpfe gar nicht erst an. Es bleibt dabei: Wenn er sein Tempo nicht einbringt/einbringen kann, dann bringt er dem HSV nichts. Ganz schwach – bis zur 70. Minute. Da taute er auf und hatte endlich Aktionen. 70 Minuten 5 minus, dann 19 Minuten Note 2 – ergibt zusammen Note: 4 

Jonas David (ab 90.): Durfte sich noch die Siegprämie abholen. Aber hier keine Note…

Robert Glatzel: Hing in der Luft, weil er wenig Zuspiele. Und wenn er mal am Ball war, kam auch schon Ex-Kollege und Leihkarlsruher Stephan Ambrosius angerauscht. Note: 4

Jean-Luc Dompé (bis 90.): Fiel in der 22. Minute nach seinem ersten Torschuss das erste Mal auf – und danach gleich wieder ab. Das Zusammenspiel auf links mit Muheim ist noch längst nicht so, wie es sich alle vorstellen. Nach zwei Wochen Hamburg für den Franzosen war das auch nicht direkt zu erwarten. Erwarten darf man, dass er mehr aus Chancen macht wie in der 38. Minute, als er viel zu lange brauchte für seinen Abschluss und im Zentrum vier Kollegen frei standen, um einzuschießen. Er macht noch zu wenig aus den Räumen, die sich ihm immer wieder bieten. Wurde mit zunehmender Spielzeit besser und war unermüdlich unterwegs. Note: 3

Filip Bilbija (ab 90.): Dabei.

Trainer Tim Walter: Sein Team hatte keine Idee und keinen klaren Plan. Zumindest war keiner erkennbar. Im Gegenteil: Der KSC nahm dem HSV in den ersten 35 Minuten das Spiel aus der Hand. Und genau hier erwarte ich von einem Trainer mit einem Kader wie dem des HSV, dass es eine alternativen Weg gibt, das Spiel zu gestalten. Aber: Fehlanzeige. Immer wieder standen vier HSVer auf Höhe der letzten Abwehrreihe des KSC und machten die Räume zu. Dass man trotzdem in Führung ging, lag an der individuellen Qualität des Keepers und letztlich Ludovit Reis‘. Es kommt nicht von ungefähr, dass der HSV nie klar führt. Aber es wurde gewonnen.  Note: 4

DIE STIMMEN ZUM SPIEL:

Sebastian Schonlau: Wir haben in Nürnberg schon ein sehr gutes Spiel gemacht und haben in großen Teilen da auch heute weitergemacht. Natürlich können wir noch Dinge verbessern, aber wir haben als Mannschaft gut gearbeitet und sind sehr froh, eine Reaktion auf das letzte Heimspiel gegen Darmstadt gezeigt zu haben. Es hat uns nämlich schon sehr geärgert, dass wir von drei Heimspielen nur eines gewonnen hatten, deshalb wollten wir heute unbedingt etwas gutmachen. Schön, dass es geklappt hat, zumal wir so weiter oben dabei sind. Denn wir haben ja klar formuliert, was in dieser Saison unser Ziel ist, daher ist es auch unser Anspruch, Spiele wie heute zu gewinnen.

Daniel Heuer Fernandes: Zu null zu spielen, ist immer wichtig und wertvoll. Es macht uns stark, wie wir gemeinsam im Gegenpressing arbeiten, auch wenn der KSC gut gespielt hat und deshalb natürlich auch zu Möglichkeiten gekommen ist. Aber dafür stehe ich dann ja auch als Keeper da hinten drin, um mal einen zu halten. Entscheidend ist aber, dass wir als Kollektiv super arbeiten und uns in der Abwehr in jeden Ball schmeißen. Wir haben eine top Bereitschaft, hinten sicher zu stehen und dann auch mal das knappe 1:0 über die Ziellinie zu bringen, wenn uns vorn nicht das 2:0 gelingt. Wir sind sehr zufrieden, zumal es uns der KSC sehr schwer gemacht hat. Dieser Sieg gibt weiteres Selbstvertrauen.

Ludovit Reis: Ich freue mich riesig für die Mannschaft, denn es war ein hartes Stück Arbeit, das wir gemeisnam geschafft haben. Beim Tor habe ich gesehen, dass der Weg ins Zentrum frei ist, also habe ich es einfach versucht und dann spontan entschieden, nicht abzuspielen, sondern selbst abzuschließen, auch wenn es eigentlich nicht mein starker Fuß war. Wunderbar, dass es geklappt hat und dass wir so den Sieg eingefahren haben. Heute freuen wir uns über diesen Erfolg, aber es ist entscheidend, dass wir fokussiert bleiben und weiter hart arbeiten. Die Saison ist noch jung und es warten jede Woche wichtige und enge Spiele auf uns. 

Robert Glatzel: Die erste Halbzeit war noch nicht ganz so, wie wir uns das vorgestellt haben. Es war heute aber auch absolut nicht leicht, es war ein hartes Spiel und ein richtig schöner Arbeitssieg. Natürlich ist es wichtig, dass wir wieder zu null gespielt haben, da wir unsere Chancen auf das 2:0 nicht nutzen konnten. Ich hatte auch eine Hundertprozentige, mit der ich den Sack zumachen muss, aber der Ball ist im entscheidenden Moment blöd aufgesprungen. Aber wir hauen uns in jeden Zweikampf und in jeden Ball, Mario Vuskovic geht diesbezüglich voran und reißt uns alle mit. Deshalb haben wir uns diesen Sieg erarbeitet und genießen ihn heute auch, aber wir haben noch einiges, was wir verbessern können. 

Jonas Meffert: Wir sind nicht ganz so gut ins Spiel reingekommen, daher kam der KSC auch zu zwei, drei guten Chancen, wobei wir die klareren Gelegenheiten hatten. In der Pause haben wir etwas umgestellt, dadurch hatten wir noch mehr Zugriff. Und wir haben noch mutiger durchs Zentrum gespielt, was ja sonst eigentlich nicht so unser Spiel ist. Aber Karlsruhe hat diese Räume offengelassen, das haben wir ausgenutzt, auch wenn nicht mehr das zweite Tor gelungen ist. Es tut sehr gut, vor diesen überragenden Fans und bei diesem geilen Support wieder zu Hause zu gewinnen. Aber wir müssen weiter daran arbeiten, dass wir schneller und besser reinkommen, doch wir haben als Team extrem gut zusammengearbeitet.

Christian Eichner: Ich habe heute eine klasse Partie von beiden Mannschaften gesehen, in der beide Teams ihre Momente und Chancen hatten. Wir sind zwei-, dreimal an Heuer Fernandes gescheitert und hatten unsererseits aber auch ein wenig Glück, dass die Hamburger ihre Chancen zunächst nicht nutzen konnten. Dass wir dann doch noch mit dem 0:1 in die Pause gegangen sind, hat es für uns natürlich deutlich schwieriger gemacht. Der HSV hat in der zweiten Hälfte mit der Führung im Rücken noch ballsicherer agiert, wir hatten nur noch eine richtig gute Chance durch Wanitzek. Aber wir können für uns aus dieser Partie mitnehmen, dass wir auf Augenhöhe agieren konnten, auch wenn der HSV-Sieg auf Strecke verdient ist.

Tim Walter: In der ersten Halbzeit war Karlsruhe besser als wir, aber durch diesen besonderen Moment von Ludovit Reis kurz vor der Pause sind wir mit der Führung in die Halbzeit gegangen. In der zweiten Hälfte aber habe ich dann wieder den HSV gesehen, den wir uns alle wünschen: Wir haben etwas umgestellt, haben dadurch aggressiver verteidigt und sind höher angelaufen und hatten zudem auch gute Offensivaktionen mit Abschlusschancen. Leider haben wir unsere Gegenstöße aber nicht immer gut genug ausgespielt und es so verpasst, das 2:0 zu machen, auch wenn trotzdem genügend Chancen da waren. Aber irgendwann wird auch vorn der Knoten platzen. Doch egal wie - am Ende ist unser Sieg gegen einen wirklich sehr starken KSC verdient.

(Quelle: HSV.de)

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