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Wie viel Umbau gibt es in diesem Winter noch?

Ehre, wem Ehre gebührt. So heißt es. Und deshalb möchte ich einen Tag nach der Verkündung trotzdem mit der traurigen Nachricht vom Sonntag beginnen, denn beim HSV hat sich in…

Wie viel Umbau gibt es in diesem Winter noch?

Ehre, wem Ehre gebührt. So heißt es. Und deshalb möchte ich einen Tag nach der Verkündung trotzdem mit der traurigen Nachricht vom Sonntag beginnen, denn beim HSV hat sich in der Vereinsgeschichte kaum jemand mehr verdient gemacht um den HSV als Jochenfritz („Jochen“) Meinke. Ein Mann, den ich über MatzAb-Gründer Dieter Matz seinerzeit kennenlernen durfte – und fortan maximal geschätzt habe. Denn Meinke war HSVer durch und durch. Kritisch, wo man Kritik anwenden musste – aber immer mit dem Blick nach Lösungen ausgestattet. Ein geistig topfitter und immer dermaßen positiver Mensch, dass Endlichkeit im Zusammenhang mit Meinke auf mich paradox wirkt. Ich kann mir jedenfalls kaum vorstellen, ihn fortan nicht mehr im Volksparkstadion zu treffen.

Und doch müssen wir uns leider von ihm verabschieden, da er im Alter von 91 Jahren verstorben ist, wie der HSV unter Berufung auf Meinkes Familie mitteilte. Seine besten Freunde wie Uwe Seeler trauern. „Ich trauere um einen großartigen Freund. So einen wie ihn wird es nie wieder geben. Alle hatten Respekt vor ihm, er war stets für alle da. Der Himmel bekommt einen tollen Menschen dazu.“

Meinke war seit 1945 beim HSV. Der einstige Mittel- und Außenläufer war Kapitän der Meister-Mannschaft von 1960. Neben der deutschen Meisterschaft zählte der DFB-Pokalsieg 1963 zu seinen größten Erfolgen. 307 Mal spielte er für den Verein in der damals erstklassigen Oberliga Nord und hält damit den Club-Rekord.  Meinke galt dabei nicht nur als herausragender Fußballer. Der HSV würdigte ihn in seiner Mitteilung als Mensch ohne Star-Allüren, bodenständig, bescheiden und zuverlässig. Er sei „ein Vorbild auf und neben dem Platz. Ein typischer Hanseat. Ein echter Kapitän.“ Nach seiner aktiven Karriere blieb er dem HSV verbunden. Unter anderen arbeitete Meinke von 1979 bis 1992 für das HSV-Leistungszentrum.

Ich möchte der Familie Meinke im Namen des gesamten MoinVolkspark-Teams unser Beileid ausdrücken und bedanke mich persönlich für die seltenen, aber immer sehr, sehr schönen Begegnungen mit Jochenfritz Meinke, indem ich mich den schönen, treffenden Worten Uwe Seelers anschließe: Der Himmel bekommt einen tollen Menschen dazu.

Ruhen Sie in Frieden, lieber Jochenfritz Meinke.

HSV-Meisterkapitän Jochenfritz ("Jochen") Meinke

Von dieser Meldung den Übergang zum HSV sportlich zu finden, ist wahrlich nicht leicht, zumal die Nachrichten von Seiten des HSV zuletzt eher Anlass zur Freude gaben – also rein sportlich betrachtet. Das Trainingslager wurde „überragend“ gemeistert, wie Trainer Tim Walter im Anschluss bilanzierte. Leider traf es mit Anssi Suhonen und Felix Paschke zwei Youngster, die mit Muskelfaserriss bzw. mit einer Muskelverletzung leider längerfristig ausfallen. Ansonsten aber sind alle noch gesund – und wie Tim Leibold und Bakery Jatta sogar frisch genesen.

Nach Doyle: Auch Kaufmann-Leihe vor dem Abbruch?

Da aber zumindest Leibold noch lange ausfällt, wird es personell enger beim HSV. Und jetzt, nachdem die Leihe mit Tommy Doyle abgebrochen wurde, scheint sich auch bei Mikkel Kaufmann noch etwas tun zu können. Zumindest berichtet ein dänisches Internetportal, dass sich Kaufmanns Heimatklub FC Kopenhagen Gedanken darüber macht, ob das Leihgeschäft mit dem HSV bis Saisonende für sie und den Spieler noch sinnvoll ist.

„Er hat wahrscheinlich zu wenig gespielt, sowohl für seinen eigenen als auch für unseren Geschmack. Aber wahrscheinlich auch im Vergleich zu dem, was Hamburg gedacht hatte“, wird dabei FCK-Sportdirektor Peter Christiansen zitiert, der einen Abbruch der leihe in den Raum stellt. „Ich denke, wir können dafür eine Lösung finden, wenn es dazu kommt.“ Wobei Christiansen auch klarmacht, dass der Abbruch nicht die favorisierte Lösung sei. Vielmehr soll sich Kaufmann beim HSV durchsetzen. Wobei es aus meiner Sicht mehr als fraglich erscheint, ob das noch realistisch ist.

Fakt ist, dass der HSV hier ganz genau analysieren muss, um nicht wie in vielen der letzten Jahre am Ende so genannte „Kaderleichen“ mitzuschleppen. Mit Kaderleichen meine ich die Spieler, die die Quantität auf dem Trainingsplatz erhöhen – aber ansonsten nicht für eine Steigerung der Qualität stehen. Damit will ich gar nicht Kaufmann als Fußballer seine Qualität absprechen. Die hat er sicherlich. Aber er scheint aktuell kaum in das von Trainer Tim Walter gewünschte Profil bzw. System zu passen.

Zwei Neue sollen noch im Winter kommen

Eventuell sollen noch zwei Neue im Winter kommen, schreiben meine Kollegen heute. Ein variabel einsetzbarer Offensivspieler soll kommen, der sowohl vorn als auch außen spielen kann. Angeblich wird dafür vor allem der ausländische sondiert, „um junge Spieler per Leihe nach Hamburg zu holen“, wie die Abendblatt-Kollegen schreiben. Demnach wollen Sportvorstand Jonas Boldt sowie Sportdirektor Michael Mutzel und Co. noch vor dem Stadtderby gegen den FC St. Pauli (21. Januar, 18.30 Uhr) den Fans einen Neuzugang präsentieren. Also einen jungen Leihspieler abgeben und dafür einen neuen Jungen Leihspieler holen. Warum nicht?

Wenn er den HSV besser macht – und man für ihn eine vernünftige Kaufoption raushandelt! Denn aus meiner Sicht sind Leihgeschäfte immer erst dann wirklich sinnvoll, wenn die Fantasie realistisch ist, dass diese Spieler dem HSV neue Perspektiven eröffnen. Also entweder ist die Möglichkeit da, sie nach einer gewissen Zeit dauerhaft zu verpflichten. Oder sie helfen dem HSV maßgeblich, kurzfristig seine sportlich große Ziele zu erreichen. Womit wir zur Diskussion um Faride Alidous Wechsel zu Eintracht Frankfurt überleiten könnten – das aber nicht tun, da hierbei alles gesagt wurde. Hier geht es nur noch um die Frage: Reicht die potenzielle Ablöse im Winter, um Alidous Abgang zu kompensieren oder nicht.

Ansonsten aber glaube ich, dass der HSV sportlich derzeit einiges richtig macht – insbesondere Trainer Tim Walter, der die Mannschaft so ausgerichtet hat, dass die Stimmung intern nicht nur gut ist – sondern auch selbstbewusst optimistisch. Zum ersten Mal sprechen nicht irgendwelche Führungsspieler lauthals das aus, was angeblich alle hören wollen. Niemand spricht davon, dass man alles selbst in der Hand hat - um letztlich doch nur enttäuschen zu können. Vielmehr geben sich alle Spieler bescheiden. Und das, ohne dabei zu verhehlen, das sie sich den Aufstieg zutrauen.

Stimmung in der Mannschaft macht optimistisch

Der Unterschied: In diesem Jahr können sie aufsteigen – in den letzten Jahren mussten sie es. Also ist alles genau so, wie ich es vor dieser Saison in einigen Blogs als besten Weg reklamiert hatte. Und darüber freue ich mich, auch wenn ich weiß, dass ich damit den geschätzten Scorpions und Brettschneiders hier im Blog widerspreche.

(Fast) nie widersprechen würde ich unserem Blog-Freund Dr. Olaf Ringelband, der mir zuletzt mit seinem Bericht über das „Scannen“ im Fußball eine sehr schöne Perspektive nähergebracht hat. Auch diesmal nicht, wo er mir einen sehr spannenden Bericht darüber zugeschickt hat, inwieweit im Fußball das Glück entscheidet. Sollte sich beim HSV morgen nachrichtlich nicht allzu viel tun, werde ich diesen Bericht hier veröffentlichen und kann Euch schon jetzt versprechen: Er ist extrem spannend!

In diesem Sinne, Euch allen einen schönen Montageband und dann noch eine Ankündigung in eigener Sache, weil ich täglich danach gefragt werde: Pünktlich zum Rückrundenauftakt 2022 wird es ab Donnerstag auch den MorningCall wieder geben. Darin werde ich Euch wie gewohnt alle News des Tages schon zum Frühstück auf die Ohren servieren!

Bis morgen!

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