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Wie gehts weiter? Das Postengeschachere beginnt

Der Tag danach tut richtig weh. Manchmal sogar noch mehr als der Tag der Niederlage selbst. So auch in diesem Fall. „Ich fühle mich, als hätte ich zu doll gefeiert und jetzt…

Wie gehts weiter? Das Postengeschachere beginnt

Der Tag danach tut richtig weh. Manchmal sogar noch mehr als der Tag der Niederlage selbst. So auch in diesem Fall. „Ich fühle mich, als hätte ich zu doll gefeiert und jetzt einen mächtigen Kater“, schrieb mir ein Freund, der den Nichtaufstiegs-Blues spürt. Und so ähnlich fühlt es sich bei mir normalerweise auch an. Allerdings war ich in diesem Relegationsduell schon vorher so überzeugt vom VfB Stuttgart, dass ich dem HSV keine reellen Chancen einräumen konnte. Daher war es bei mir zwar nicht ganz so spannend – ganz im Gegenteil zu dem, was jetzt kommt. Denn das Postengeschachere hat längst begonnen. 

Zur Disposition steht der Sportvorstand Jonas Boldt, während Trainer Tim Walter diskutiert wird. Im Laufe dieser Woche soll der Aufsichtsrat zusammenkommen und sich bezüglich dieser Personalien im Rahmen der Saisonanalyse beraten. Ob es Änderungen geben wird? Nein, davon ist nicht auszugehen. Boldt selbst hatte in der Vergangenheit häufiger schon seine Position genutzt, um Walter den Rücken zu stärken. Gestern nun sagte er vor dem Relegationsrückspiel bereits, dass Walter Trainer bleiben würde, sofern auch er selbst als Vorstand weiterhin verantwortlich sei. Und Bildt selbst scheint beim Aufsichtsrat nicht zur Debatte zu stehen.

Womit ich zu einem Punkt komme, der hier im Forum häufig zu kurz kommt: die Alternativen. Denn so schnell hier Vorstand und/oder Trainer für den neuerlichen Misserfolg zur Rechenschaft gezogen werden, so wenig wird darüber sinniert, was dann kommt. Dabei ist das in vielen Punkten Antrieb der Entscheidungen der Verantwortlichen. Schon länger.  Was ich meine: Aktuell steht der HSV finanziell so dar, dass er weiterhin auf Großzügigkeiten Klaus Michael Kühnes angewiesen ist, sofern man die Mannschaft verstärken will. Und das MUSS man.

Sollte man jetzt aber den verpassten Aufstieg als Anlass nehmen, Trainer und/oder Sportvorstand zu wechseln, hat das Folgen. An Boldt hängt Walter – und andersrum. An Boldt wiederum hängt beispielsweise Nachwuchschef Horst Hrubesch. Ebenso eng verbandelt ist der Vorstand mit dem neuen Chefscout Claus Costa, den er seinerzeit als Ersatz des geschassten Michael Mutzel installierte. Und Costa ist aktuell zweifellos einer der wichtigsten Männer im Klub, da seine Scoutingarbeit darüber entscheidet, wie sich der HSV für die neue Saison aufstellt. Und wie vorher schon erwähnt, braucht der HSV einige neue Spieler. Zumal dann, wenn Topspieler wie Ludovit Reis und/oder Robert Glatzel gehen. Fazit: Ich behaupte, dass der Aufsichtsrat schon allein wegen dieser Aussichten alle Diskussionen um Boldt und Walter früh ad acta legen wird.

So viel zum Thema „Was wird jetzt passieren“ – nämlich nichts! Ob das gut und richtig ist? In den nächsten Tagen dazu mehr.

Apropos ad acta: Das gilt auch für das Kapitel des einstigen Toptalents Xavier Amaechi beim HSV. Der Engländer wird den Hamburger SV verlassen und hat einen Vertrag beim Zweitliga-Konkurrenten 1. FC Magdeburg mit Ex-HSV-Trainer Christian Titz unterschrieben. Das gaben beide Clubs am Dienstag bekannt. „Xavier ist ein junger und entwicklungsfähiger Spieler, der sehr viel Potenzial mit sich bringt. Sein bisheriger Weg verlief auch aufgrund von Verletzungen noch nicht so rund. Wir sind davon überzeugt, dass er zu unserer Spielphilosophie passt und unsere Offensive beleben wird“, sagte Magdeburgs Sportchef Otmar Schork und in Hamburg wird gemutmaßt, das Amaechi dort plötzlich funktionieren wird, nachdem er in Hamburg unter bislang allen Trainern scheiterte.

Aber: Diesen Vorwurf, der da mitschwingt, muss sich Trainer Tim Walter nicht machen lassen. Im Gegenteil: Walter hat Amaechi vielfach Chancen eingeräumt, die dieser anfänglich nutzte – später dann aber verweigerte. Von daher ist diese Trennung für alle das Richtige. Und eines scheint deutlich: Es wird nicht bei Amaechi allein bleiben…

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