Analyse

Was tun, wenn Dudziak wirklich ausfällt?

Am Sonnabend kommt Greuther Fürth in den Volkspark – und die Bedeutung dieses Spiels gebietet es, dass sie heute deutlich den Vorrang vor den seit Wochen – und wahrscheinlich…

Was tun, wenn Dudziak wirklich ausfällt?

Am Sonnabend kommt Greuther Fürth in den Volkspark – und die Bedeutung dieses Spiels gebietet es, dass sie heute deutlich den Vorrang vor den seit Wochen – und wahrscheinlich noch für Monateandauernden Streit im Präsidium erhält. Zumal es personell weiter sehr spannend bleibt, nachdem Jeremy Dudziak heute nicht mit der Mannschaft trainieren konnte und weiter auszufallen droht. Zumindest hatte der Trainer Daniel Thioune am Dienstag betont, dass Dudziak spätestens ab Donnerstag wieder voll mit der Mannschaft trainieren können müsste, um für das Spitzenspiel am Sonnabend eine ernsthafte Alternative zu sein. Insofern hoffen wir alle mal auf morgen.

Denn ansonsten würde dem HSV der Schnittstellenspieler schlechthin fehlen. Kein anderer Spieler im HSV-Kader verkörpert es mehr, Tempo ins Aufbauspiel zu bekommen. Ein Sonny Kittel kennt nur den offensiven Part. Und ein Aaron Hunt bringt das Tempo weder läuferisch noch fußballerisch mit. Das Tempo im Eins-gegen-Eins hat der ehemalige Kapitän dann trotz aller Spielintelligenz doch nicht mehr. Bliebe also nur noch David Kinsombi, der allerdings weniger der Dribbler denn der Stratege im zentralen Mittelfeld ist. Zudem sehe ich ihn eher weniger als Spielgestalter. Von daher: Dudziak ist in seiner Art nicht zu ersetzen. Sein Ausfall ist nur im Kollektiv aufzufangen. Die Frage ist nur, wie?

Ein erster Ansatz wäre eine aktivere Sechs. Mit einem Amadou Onana, der sich offensiv mit einschalten darf. Dass er es kann, hat er bewiesen. Problem bei Onana sind noch die natürlichen Schwankungen. Zu oft wirkt er noch etwas zu wild – was ich allerdings für diesen Moment ganz gut finden würde. Denn ich persönlich glaube nicht, dass man Onana vor sich selbst schützen muss. Ich glaube eher, dass er an den Anforderungen wachsen kann.

Und ja, es ist schon 1000-mal an dieser Stelle geschrieben, aber ich wiederhole mich gern: Ich würde Onana immer spielen lassen, sofern er nicht verletzt oder müde ist. Onana mit seinem Tempo aus der Tiefe kommen zu lassen, kann den Gegner genauso überraschen, wie die unorthodoxe Spielweise des vielleicht schnellsten Spielers der Zweiten Liga, Bakery Jatta und die Unberechenbarkeit von dem vielleicht besten Techniker im Team, Sonny Kittel. Dazu ein Kinsombi, der wechselweise einem Onana den Rücken freihält, wie dieser ihm – dann kann das passen. Glaube ich.

Was immer noch nicht passt, ist der interne Umgang mit der außerordentlichen Mitgliederversammlung. Denn die konnte nicht terminiert werden. Soweit, so erwartungsgemäß. Überraschender kam für mich, dass tatsächlich der Gedanke gespielt wurde, dass das Präsidium geschlossen zurücktritt und sich mit neuen Teams auf der MV zur Wahl stellt. Allerdings absolut nicht überraschend ist, dass dieses Angebot ungenutzt verstrichen ist. „Dem Vernehmen nach waren die beiden Vizepräsidenten Schulz und Schaefer von diesem konsensualen Vorschlag nicht zu überzeugen. Auf Nachfrage des Abendblatts verneinte Schulz die Option eines kollektiven Rücktritts, Schaefer und Jansen waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.“

Klingt, als hätten die verstrittenen Parteien eine weitere Chance vertan. Meinen Infos nach lief es aber ein wenig anders. Zumindest ist das Thema noch nicht ganz vom Tisch. Fakt ist auf jeden Fall, dass zeitnah Entscheidungen getroffen werden MÜSSEN. Der Termin der Veranstaltung muss bestimmt werden. Und vorher muss überhaupt erst sichergestellt werden, dass die diese Mitgliederversammlung rechtlich unanfechtbar ist. Kaum vorstellbar, was los wäre, wenn der HSV eine teure Veranstaltung mit weitreichenden Entscheidungen abhält - und diese am Ende wegen eines oder mehrerer Formfehler nicht anerkannt werden kann.

Aber zurück zum Fußball, denn der sollte zumindest bis nach Schlusspfiff am Sonnabend im Mittelpunkt stehen. Und da gab es heute eine interessante Mitteilung seitens des HSV, der offiziell die Zusammenarbeit mit den Glasgow Rangers bekanntgab. Nicht sportlich, sondern in Sachen Fan-Freundschaft. „Seit den 1970er-Jahren verbindet uns eine intensive Freundschaft“, sagt Cornelius Göbel, HSV-Direktor für Fankultur und für mich einer der schlaueren Menschen im HSV. „Diese Grundlage ist ein sehr tragendes Fundament, um gemeinsame Themen in der Zukunft voranzutreiben und unsere tiefgreifende Verbindung zu stärken und weiter mit Leben zu füllen. Wir sind überzeugt, dass wir damit den Wunsch beider Anhängerschaften nachhaltig umsetzen können.“ Ein bisschen Freundschaft und Frieden in derart unruhigen Tagen – ist doch auch mal was Schönes.
In diesem Sinne, bis morgen. Alles andere könnt Ihr im neuen Communitytalk hören, den ich Euch hier mit reinstelle.

Bis dahin!
Scholle

Anzeige · Partner

Zeig deine Farben

Unsere Freunde von HANDS OF GOD setzen ikonografischen Momenten und Legenden der Vereinsgeschichte ein künstlerisches Denkmal.

Alle Hamburg-Motive bei HANDS OF GOD

Wir sind Partner von HANDS OF GOD und bekommen eine Provision, wenn du über diese Links kaufst — für dich ändert sich am Preis nichts. Gezeigt werden nur Motive, die wir selbst aufhängen würden.

Diskussion

0 Kommentare

Diskutier mit!

Registriere dich kostenlos — dann kannst du unter den Beiträgen mitdiskutieren, antworten und liken.

Jetzt kostenlos registrierenAnmelden
DU
Bleib fair — wir moderieren mit Augenmaß.
Noch keine Kommentare — sei der/die Erste.
Lies weiter Meinung HSV-Blamage- Die Taktik war das geringste Problem Ein Tag nach der Pleite sitzt der Frust tief. Neben taktischen Mängeln fehlte vor allem eins: die Bewegung und der Wille, den Ball zu fordern. Das Problem war viel tiefer als die reine Herangehensweise Weiterlesen