Analyse

Was für ein Spektakel! Elferkiller Heuer-Fernandes sichert HSV Millionen-Einnahme

Meine Güte, was tut mir dieser HSV heute an. Da liege ich – ohne Corona mit einer Grippe flach und muss auf den Stadionbesuch verzichten – und dann spannen die Jungs von…

Was für ein Spektakel! Elferkiller Heuer-Fernandes sichert HSV Millionen-Einnahme

Meine Güte, was tut mir dieser HSV heute an. Da liege ich – ohne Corona mit einer Grippe flach und muss auf den Stadionbesuch verzichten – und dann spannen die Jungs von Trainer Tim Walter mich so sehr auf die Folter. 5:4 nach Elfmeterschießen im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen den Karlsruher SC - mehr geht nicht. Wobei, doch: Den Ausgleich in der Schlussminute und im Elfmeterschießen den ersten verschießen und dann drei pariert – Wahnsinn. Dieser HSV hat sich heute mit enorm viel Aufwand, etwas Glück – aber noch sehr viel mehr Willen und einer erneut sehr geschlossenen Mannschaftsleistung nach der Derbypleite wieder zurück in die Saison geholt. Respekt dafür! So kann und darf es weitergehen!

Anbei mein Blitzfazit, die Pressekonferenz und eine erste Bewertung der Spieler. Alles andere kommt morgen. In Ruhe. Ich muss ins Bett….

Daniel Heuer Fernandes: Bei seiner Rettungsaktion in der 21. Minute gegen Choi machte er alles richtig, indem er stehenblieb und so angeschossen wurde. Beim Freistoß zum 0:1 stand seine Mauer schlecht vom ihm organisiert – und er auch. Der Treffer war vermeidbar. Und im Aufbauspiel bringt er ob des immer wieder (zu) hohen Risikos leider auch seine Mitspieler in Bedrängnis. Aber im Elfmeterschießen war er wieder da. Und wie…!! Der Matchwinner. Note: 1+ mit Sternchen

Jan Gyamerah (bis 55.): Schwaches Stellungsspiel, so auch vor dem 0:2. Dürfte für die Startelf erst einmal keine Alternative sein, wenn alle gesund sind. Note: 5

Josha Vagnoman (ab 56.): Mit ihm wurde die rechte Seite deutlich stärker. Physisch eine brutale Kante. Warum er aber noch immer so zögerlich ist, wenn er vors Tor kommt? In ihm steckt so viel, was er nicht auf den Platz bringt. Hoffentlich bleibt er mal auf lange Strecke gesund und spielt regelmäßig. Ich glaube, dass er eine Konstante werden und vor allem eine Alternative zu Jatta kann – auch rechts offensiv. Sein Mut beim Elfer wurde belohnt. Konnte sich für Nürnberg empfehlen. Note: 2

Sebastian Schonlau: Sensationelle Rettungsaktion in der 19. Minute. Aber: Er muss die Defensivbewegung der gesamten Mannschaft (im Verbund mit Meffert) wieder besser koordinieren. Zu oft steht der HSV defensiv nach einem langen Ball zu offen. Es schleichen sich in den letzten Spielen zu viele Stellungsfehler ein. 11 Torschüsse für den KSC allein in der ersten Hälfte – das ist viel zu viel! Er wirkt müde auf mich. Dass er noch einen Elfer schießt, spricht für seine Courage. Aber heute war es falsch. Note: 3,5

Mario Vuskovic: Sein Fehlpass leitete den Gegenangriff ein, der zum Freistoß (musste Gyamerah da überhaupt noch foulen??). Aber ansonsten war er wieder stark. Und er verwandelte seinen Elfer sicher. Aus der Startelf nicht mehr wegzudenken. Note: 3

Miro Muheim (bis 79.): Ohne Zug zum Tor, defensiv mit vielen Fehlern im Spielaufbau. Heute schwach. Note: 5

Manuel Wintzheimer (ab 80.): Kam meiner Meinung nach zu spät – brachte aber gleich mehr Zug zum Tor. Note: 3

Jonas Meffert: Siehe Schonlau, was die Koordination der Defensive betrifft. Auch deshalb musste er selbst so viel abräumen (was er zumeist tat). Erst mit Reis hatte er wieder alles im Griff und wurde zum Stabilisator in der Schlussphase, in der Schonlau müde wurde. Note: 3

David Kinsombi (bis 55.): Der Mann hat den Riecher und den Pass im Fuß. Er begann auch schön aggressiv – baute aber zunehmend ab. Er hat erkennbar Tempodefizite bei langen Wegen. Und er hat nicht ansatzweise die Defensivqualitäten von Ludovit Reis. Konnte die (verdiente!) Chance absolut nicht nutzen. Note: 4,5

Ludovit Reis (ab 56.): Besser als Kinsombi. Schön bissig in den Zweikämpfen. Aber auch er wirkt gedanklich noch nicht so frisch wie noch vor drei, vier Wochen. Note: 3

Sonny Kittel: Er war bemüht, aber wieder sehr unglücklich. Der Elfer war nicht einmal schlecht geschossen – aber eben nicht drin. Funktioniert er nicht, hakt die ganze Offensive – und das ist aktuell deutlich sichtbar! Dass er trotzdem den letzten Elfer geschossen hätte – Respekt. Ich bin aber sehr froh (und ich glaube, er auch), dass er nicht mehr schießen musste… Note: 4
Giorgi Chakvetadadze (bis 59.): Gerade 40 Sekunden brauchte er für seinen ersten Torschuss (vorbei). Knapp vier Minuten bis zum zweiten Torschuss (drüber). Er gewann seine ersten drei Zweikämpfe und hatte nach 17 Minuten seinen ersten Torschuss-Assist. Ein sehr frischer Beginn für den Georgier, den er mit dem Assist zu Glatzels Treffer krönte. Warum er ausgewechselt wurde, erschloss sich mir nicht. Note: 2,5

Faride Alidou (ab 59. / bis 115.): Er versucht es immer wieder. Der Wille ist zweifellos da - aber bei ihm geht momentan einfach nichts. Vor allem die Eins-gegen-Eins-Duelle gewinnt er nicht und ist dadurch nahezu wirkungslos. Note: 4,5

Moritz Heyer (ab 116.): War sofort präsent. Note: 3

Bakery Jatta: Ich bleibe dabei, dass allein seine Präsenz in der Zweiten Liga Gegner unruhig werden lässt. Aber: Seine Abschlüsse sind schwach, und seine finalen Pässe sind einfach eine Katastrophe. Bei ihm muss man abwägen: Bringt er mehr Unruhe, als er letztlich gute Chancen kostet? Er war bei mir auf Note 5 – und dann kam der Pass zum 2:2 und seine dritte Lunge. Powerte bis zur letzten Sekunde weiter und war dann ein wesentlicher Antrieb. Note: 2,5

Robert Glatzel: Sein Treffer war ebenso schön gemacht wie wichtig. Den Elfmeter an ihn kann man absolut geben. Es war definitiv keine klare Fehlentscheidung! Weshalb der Keller hier schon wieder eingriff und vom Pfiff bis zur Ausführung drei Minuten kostete – keine Ahnung. Besorgte in der Schlussminute den Ausgleich und traf per Elfer. Machte genau das, was man sich von einem Stürmer erhofft und war wieder sehr effektiv.Note: 1,5

Die Daten zum Spiel:

HSV: Heuer Fernandes - Muheim (80. Wintzheimer), Schonlau, Vuskovic, Gyamerah (56. Vagnoman) - Kittel, Meffert, Kinsombi (55. Reis) - Chakvetadze (59. Alidou/106. Heyer), Glatzel, Jatta

Karlsruher SC: Gersbeck - Heise, O'Shaughnessy, Kobald, Thiede - Choi (26. Cueto/74. Gordon), Wanitzek, Breithaupt (120. van Rhijn), Gondorf, Goller (86. Kaufmann) - Hofmann (85. Schleusener)

Tore: 0:1 Heise (40.), 0:2 Hofmann (50.), 1:2 Glatzel (52.), 2:2 Glatzel (90.+1)

Elfmeterschießen: 2:3 Gondorf, 2:3 Schonlau / Gersbeck hält, 2:4 Heise, 3:4 Vagnoman, 3:4 Wanitzek / Heuer Fernandes hält, 4:4 Vuskovic, 4:4 van Rhijn / Heuer Fernandes hält, 5:4 Glatzel, 5:4 O'Shaughnessy / Pfosten

Zuschauer: 25.000

Schiedsrichter: Felix Zwayer (Berlin)

Gelbe Karten: Gyamerah (39.), Jatta (107.) / Kobald (45.+2), Breithaupt (101.)

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