Meinung

Was für ein sch.... Tag! Hoffentlich macht der HSV es besser!

Heute ist ein schlimmer Tag für mich. Die Wahlen in den USA hatten ihre Schatten ja schon vorausgeworfen, aber dass es am Ende so dunkel wird über dem Land, in dem so viele…

Was für ein sch.... Tag! Hoffentlich macht der HSV es besser!

Heute ist ein schlimmer Tag für mich. Die Wahlen in den USA hatten ihre Schatten ja schon vorausgeworfen, aber dass es am Ende so dunkel wird über dem Land, in dem so viele Freunde von mir leben, das ist noch mal eine Nummer härter als meine Befürchtungen eh waren. Und ja, ich weiß, dass Politik hier kein Kernthema sein sollte. Und das wird es auch nicht. Aber erlaubt mir bitte einen kurzen Einblick in meine Gefühlswelt, die durch schlimmste Befürchtungen für das deutsch-amerikanische Verhältnis ergänzt werden. Zu meiner früheren Gastmutter Maria, eine glühende Verfechterin Trumps,  hatte es sich eh leider schon etwas abgekühlt. Jetzt werde ich mindestens weitere vier Jahre nicht in die USA reisen. So besuchenswert das Land an sich auch ist. Aber die Amerikaner haben es ja schon lange nicht mehr exklusiv, sich von (verurteilten) Straftätern anführen zu lassen. Im Gegenteil …

Apropos Gegenteil:  Schön ist, dass sich immer wieder Leute an mich wenden und sich bedanken, dass sie hier eine Infoplattform plus Kommentarbereich geboten bekommen, in dem sie sich austoben. Einer jedoch hatte es ein wenig übertrieben, weshalb ich jetzt angeschrieben wurde und Kommentare löschen musste. Diese waren nicht beleidigend gegenüber anderen Usern und Userinnen, sondern bezogen sich auf den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Thomas Wüstefeld, der hinter den Kulissen wieder einen Sieg gegen die Berichterstattung über ihn eingefahren hat. Deshalb musste ich diesen Kommentar, der große Auszüge aus dem verhandelten Artikel zitierte, heute löschen.

Und wenn ich schon in eigener Sache unterwegs bin – obwohl: nein. Jetzt muss es erstmal wieder um Fußball gehen, denn da steht für Fußballromantiker wie ich es bin ein richtig schönes Duell am Freitag für den HSV auf dem Plan. Denn da geht es für die Mannen von Trainer Steffen Baumgart zum Aufsteiger Eintracht Braunschweig. Das gilt für den Trainer des „Das Spiel wird über die Mentalität und die Zweikämpfe entschieden“, sagte der Trainer des Hamburger Fußball-Zweitligisten bei der Pressekonferenz heute früh im Volksparkstadion. „Das ist die erste Aufgabe. Das Fußballspielen kommt danach“, stellte der 52-Jährige vor der Partie des Tabellenvierten beim Vorletzten klar und ergänzte in seiner Forderung nach Grundtugenden: „Rufen wir diese Dinge ab, sind wir gut. Tun wir es nicht, sind wir nichts Besonderes.“

Besonders ist auch Eintracht Braunschweig aktuell nicht. Wie der HSV laufen auch die Niedersachsen derzeit ihren eigenen Ansprüchen hinterher. Die Eintracht war im Laufe dieser Saison erst einmal besser als Relegationsplatz 16, da sie ein akutes Defensivproblem hat, wie ich finde. Ich habe die Eintracht tatsächlich diese Saison schon häufiger gesehen und bin einerseits von Stürmer Rayan Philippe richtig angetan. Das wäre auch ein guter Mann für den HSV, behaupte ich. Zumal dann, wenn Davie Selke nach dieser Saison wieder gehen sollte (er soll für den Fall des Nichtaufstiegs eine Klausel im vertrag haben, dann ablösefrei wechseln zu können). Aber achtet gern mal selbst auf den Franzosen, der bislang fünf der 11 Treffer für Braunschweig erzielt hat, und schreibt mir, was Ihr von dem 24-Jährigen haltet.

Wobei es natürlich am besten wäre, wenn der HSV am Freitag endlich mal wieder weniger bis nichts zulässt, nachdem man zuletzt in Elversberg und am Sonntag auch zuhause gegen Nürnberg zu viele Torschüsse und Chancen der Gegner zuließ. Durch die Rückkehr von Denis Hadzikadunic ins Mannschaftstraining sowie den Ablauf der Sperren von Jonas Meffert und Abwehrchef Sebastian Schonlau steht Baumgart seine Stamm-Abwehr zur Verfügung. Und so sehr es viele von Euch ärgern wird, ich sage es immer wieder und die Statistiken belegen es: Mit Schonlau und Meffert holt der HSV mehr Punkte und lässt weniger Gegentreffer zu. Und Baumgart betonte heute noch einmal die Wichtigkeit der Defensive: „In der 2. Liga steigt man nicht mit den meisten Toren auf, sondern mit den wenigsten, die man bekommt.“ Umso besser sei es, dass dem HSV-Coach die beiden Achsenspieler Schonlau und Meffert wieder zur Verfügung stehen.

Und wenn wir schon beim Personal sind, da gibt es weitere Hoffnungsträger, die zurückkehren. Auch Silvan Hefti und Emir Sahiti steigen wieder in das Training ein. Ein Einsatz gegen Braunschweig kommt für das Trio aber zu früh. Baumgart: „Dennoch ist es so, dass wir Licht am Ende des Tunnels sehen.“ Personell zumindest.

Sportlich muss der HSV weiter aufpassen, dass die Saison nicht so schwankend verläuft wie zuletzt. Zuletzt folgte auf das überzeigende 3:1 über den bis dahin in Auswärtsspielen unbesiegten 1. FC Magdeburg die fast schon peinlich schwache Vorstellung beim 2:4 in Elversberg, bevor man äußerst glücklich einen Punkt zuhause gegen Nürnberg einfuhr. Immer wieder spielte man eine vernünftige Phase bis zum eigenen Führungstreffer – und schaltete dann in den Passiv-Modus. Baumgart ist sich dieser problematischen Anfälligkeit bewusst. „In der ersten Viertelstunde der zweiten Halbzeit habe ich immer das Gefühl, dass wir einen Schritt zurückgehen. Das ist immer mein Problem“, räumte er heute auf der Pressekonferenz ein.

Wie man das Problem beheben kann, weiß allerdings auch er nicht, wie er zugab: „Bekämpfen bedeutet, dass wir dranbleiben, dass wir die Szenen klar ansprechen, dass wir fragen: Warum sind wir in der ersten Halbzeit – auch wenn wir da auch nicht alles richtig gemacht haben – noch gut am Mann, und verlieren in der zweiten Halbzeit dann den Faden? Die Jungs wissen es ja auch“, rätselt Baumgart und erläuterte: „Es geht keiner raus und sagt: Jetzt ab der 45. machen wir weniger – weil es ja auch nicht so ist. Es geht eher darum, aufzuzeigen: Warum verlieren wir dann den Faden? Warum sind wir nicht mehr in den Strukturen drin? Da bleibt es dabei, dass wir es klar ansprechen, dranbleiben und hoffen, dass es bei den Jungs klick macht.“

Ich behaupte, dass dem HSV einfach der Impulsgeber fehlt. Einer - oder mehrere Spieler, die auf dem Platz das Kommando haben und diese Verantwortung IMMER extrem ernst nehmen. Ich behaupte, hieran müssen sich Spieler wie Schonlau, Meffert, Elfadli und Selke messen lassen. Nur gut, dass der Blick in die Statistik zumindest für Freitag den HSV hoffen lässt. In den bislang sechs Zweitliga-Auseinandersetzungen gab es sechs Hamburger Siege. Viermal erzielten die Hanseaten dabei vier Tore, dreimal blieben sie ohne Gegentreffer. Der bis dato letzte Eintracht-Erfolg in einem Pflichtspiel liegt mehr als zehn Jahre zurück. Am 15. Februar 2014 gab es einen Braunschweiger 4:2-Sieg – damals noch in der Ersten Bundesliga.

Und während ich das hier schreibe, kommt auch noch die Nachricht aus Berlin, wo sich die Koalition zerschossen und Lindner gefeuert wurde. Okay, hier weiß man nicht, was schlimmer wäre. Aber Fakt ist: Gut geht anders. Hoffen wir mal, dass der HSV uns am Freitag etwas Abwechslung schenkt!

In diesem Sinne, 

bis morgen!

Scholle

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