Analyse

Warum Wiesbaden (noch) wichtiger wird als Düsseldorf

Viele haben sich gefragt, wie der HSV den Turnaround bekommen möchte nach den zuletzt verlorenen Partien bei Elversberg und Osnabrück. Tim Walters Antwort: Mit einer aktiveren…

Warum Wiesbaden (noch) wichtiger wird als Düsseldorf

Viele haben sich gefragt, wie der HSV den Turnaround bekommen möchte nach den zuletzt verlorenen Partien bei Elversberg und Osnabrück. Tim Walters Antwort: Mit einer aktiveren Spielweise. So will der HSV-Coach mit einem Sieg im Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf am Freitagabend die Kehrtwende schaffen. „Wir müssen mehr agieren und nicht reagieren“, sagte der HSV-Trainer vor dem Duell mit dem Tabellenführer vor ausverkauftem Haus. „Wenn du nur reagierst, bist du auch von der Birne her einen Schritt langsamer“, so Walters Erklärung, was in den letzten Spielen vorrangig gefehlt hatte. Insgesamt müsse man „mehr arbeiten“, so Walter.

Letzteres ist pauschal und im Grunde immer richtig. Aber das „Arbeiten“ im Zusammenhang mit dem HSV bedeutet für mich so viel wie: Mehr Zweikämpfe annehmen und laufen. Also genau das, was man vor allem in den Spielen gegen die Aufsteiger in den letzten Jahren immer wieder hatte vermissen lassen. Denn bislang dachte man beim HSV noch immer, dass man allein über seine spielerische Klasse solche Partien gewinnt. Weshalb auch immer…

Walter fordert „mehr Arbeiten“ von seinen Spielern

Sollte Walter es also wirklich so meinen und umsetzen, freut es mich. Inwieweit das aber auch wirklich Wirkung zeigt, werden wir leider weniger am Freitag beweisen bekommen, denn eine Woche später beim SV Wehen Wiesbaden. Denn das Spiel gegen den Tabellenführer aus Düsseldorf wird anders. Dort trifft man auf einen Gegner, der seinerseits den Anspruch hat, das Spiel zu gestalten. In diesen Partien bekommt der HSV in aller Regel Räume, die die tiefer stehenden Gegner aus dem mittleren und unteren Tabellenbereich nicht bieten. In solchen Spielen fühlt sich der HSV samt Walter-Fußball in aller Regel sehr wohl. Und sollte man die Spielweise der ersten Spieltage konservieren und die Viererkette weiterhin tiefer und auf einer Höhe agieren – dann kann das auch gegen Ex-Trainer Daniel Thioune funktionieren.

Dabei muss der HSV-Coach erneut auf Kapitän Sebastian Schonlau verzichten. Der Abwehrchef laboriert immer noch mit Problemen an der Wade, die ihn bereits seit der Vorbereitung plagen. Der 29-Jährige habe „genau an der gleichen Stelle wieder eine Verletzung“, sagte Walter. Schonlau werde dadurch sowohl «für das Wochenende und wahrscheinlich auch für die Woche darauf“ ausfallen.

Zuletzt bildeten Dennis Hadzikadunic und Guilherme Ramos das Startelf-Duo in der Innenverteidigung. Beide wurden aber ob schwacher Leistungen ausgewechselt. Walters Optimismus für Freitag beruht auf den ersten Ligaspielen, in denen es seine Mannschaft auch schon ohne den Kapitän geschafft hätte, sagte er heute.  Zur Erinnerung:  Schonlau war erst am fünften Spieltag zu seinem ersten Saisoneinsatz gekommen und fiel schon nach zwei Spielen wieder aus.

Düsseldorf ist ein Highlight - Wiesbaden bringt Erkenntnis

Ich hoffe ehrlich gesagt darauf, dass Walter am Freitag seinen Worten über Fortuna Düsseldorf („Die haben eine gute Mischung zwischen Verteidigung und angreifen. Es ist ein guter Gegner, aber ich weiß, dass wir auch gut sind.“) eine stabile Defensive folgen lässt. Ob er dafür Guilherme Ramos oder Stephan Ambrosius neben Denis Hadzikadunic stellt, ist dabei fast egal. Tendenziell hat Ambrosius in seinen kürzeren Einsatzzeiten zuverlässiger geliefert als Ramos. Aber letztlich sind es beide „Wegarbeiter“, oder wie es früher so schön hieß: Vorstopper. Beide sind am Ball keine Virtuosen – aber dadurch vielleicht etwas fokussierter aufs Verteidigen. Und das braucht der HSV.

Vor allem auch in den Spielen gegen die oben erwähnten, tiefer stehenden Mannschaften. Und dieses „Arbeiterspiel“ kommt direkt nach dem nächsten Highlightspiel am Freitag wieder auf den HSV zu. Deswegen sei es auch hier noch mal erwähnt: Beide Spiele sind für die Tabelle gleich wichtig. Und jetzt darf nur Düsseldorf zählen. Aber in Sachen Entwicklungsstand ist die Partie am Freitag für mich kein Gradmesser. Soll heißen: Einen Turnaround mag es am Freitag ergebnistechnisch geben. Ich hoffe es sogar stark! Aber erst das Spiel gegen Wiesbaden wird zeigen, ob Walter dazulernt und seine Mannschaft auch für die Spiele gegen die vermeintlich Kleinen spielen kann. Wie ich das meine, erläutere ich im neuen Talk mit Cornelius sehr ausführlich.

In diesem Sinne, Euch allen einen schönen Abend!

Scholle

Anzeige · Partner

Zeig deine Farben

Unsere Freunde von HANDS OF GOD setzen ikonografischen Momenten und Legenden der Vereinsgeschichte ein künstlerisches Denkmal.

Alle Hamburg-Motive bei HANDS OF GOD

Wir sind Partner von HANDS OF GOD und bekommen eine Provision, wenn du über diese Links kaufst — für dich ändert sich am Preis nichts. Gezeigt werden nur Motive, die wir selbst aufhängen würden.

Diskussion

0 Kommentare

Diskutier mit!

Registriere dich kostenlos — dann kannst du unter den Beiträgen mitdiskutieren, antworten und liken.

Jetzt kostenlos registrierenAnmelden
DU
Bleib fair — wir moderieren mit Augenmaß.
Noch keine Kommentare — sei der/die Erste.
Lies weiter Meinung HSV-Blamage- Die Taktik war das geringste Problem Ein Tag nach der Pleite sitzt der Frust tief. Neben taktischen Mängeln fehlte vor allem eins: die Bewegung und der Wille, den Ball zu fordern. Das Problem war viel tiefer als die reine Herangehensweise Weiterlesen