Warum Onana's Zukunft gerade keine Rolle spielen sollte
Wenn man in einer Mannschaft spielt, sollte man schnell verinnerlichen, dass Einzelschicksale, also auch das eigene, keine größere Rolle spielen. Aber auch für Außenstehende…

Wenn man in einer Mannschaft spielt, sollte man schnell verinnerlichen, dass Einzelschicksale, also auch das eigene, keine größere Rolle spielen. Aber auch für Außenstehende sollte der Blick weniger auf einzelne, denn auf das große Ganze gelenkt werden. Gerade jetzt, wo die Transferphase für viel Unruhe sorgt, brauchen Klubs einen klaren Weg, von dem sie sich auch nicht abbringen lassen, wenn einzelne Spieler mit Wechselwillen aufmucken. Ebenso wenig, wenn andere Vereine versuchen, HSV-intern für Unruhe zu sorgen. So geschehen bei Amadou Onana, der heute zunächst mittrainierte, um am Nachmittag auf der „Reha-Wiese“ mit Rekonvaleszent Tom Mickel zu trainieren. „Will sich Onana wegstreiken?“, wurde ich in dem hier angehängten Communitytalk mehrfach gefragt. Und meine Antwort ist: Das ist mir egal.
Denn der HSV ist mehr als Onana, wie nicht zuletzt Tim Walter zuletzt immer wieder betont hatte, wenn er vom Kollektiv sprach und spricht. Walter selbst spricht nämlich nicht von denen, die gehen könnten, sondern von denen, die da sind. „Das sind diejenigen, auf die mein Fokus liegt – niemand sonst“, so der neue HSV-Coach, der zuletzt beim Saisonauftakt beim FC Schalke 04 zudem mit Jonas David und Maximilian Rohr zwei junge Spieler „aktiviert“ – und dabei durchaus Hoffnungen geweckt, in den beiden echte Verstärkungen für diese Saison gefunden zu haben.
Onana's Schicksal darf gerade keine große Rolle spielen
Auch deshalb sage ich als absoluter Fan des Fußballers Amadou Onana: Es interessiert mich maximal peripher, was der junge Belgier plant. Zum einen ist er mit seinen 19 Lenzen noch sehr jung und darf in derartigen, für ihn neuen und sicher stressigen Phasen, Fehler machen. Wie am Freitag, als er sich mit Oberschenkelproblemen plötzlich abmeldete. Das würde ich ihm im Nachgang nicht mal wirklich übel nehmen, sofern er daraus lernt. Und diesen Anschein erweckt er aktuell. Zum anderen gehören immer zwei Parteien dazu, und in diesem Fall hatte der HSV dem Mittelfeldspieler in der Sommerpause signalisiert, dass er gehen dürfe, wenn er denn einen geeigneten Abnehmer findet.
Allein ob Onana enttäuscht abziehen oder aus eigenen Stücken den nächsten Schritt machen will – das scheint in dieser Debatte noch offen. Ebenso wie die Ablösesumme, die der HSV dem Vernehmen nach auf 8 bis 9 Millionen Euro zuzüglich einer Beteiligung am Weiterverkauf festgesetzt hat. Sollte sich für diese Summe kein Abnehmer finden, würde ich das ganze Thema höchst emotionslos weiterlaufen lassen. Denn Fakt ist für mich: Dieser junge Belgier wird in ein paar Jahren ein Vielfaches seines heutigen Marktwertes haben, wenn er sich normal entwickelt. Und er ist von Natur aus ein feiner Kerl. Auch wenn das auf einige gerade anders wirken mag.
Aber zurück zum Anfang: Denn das ganze Theater um Onana interessiert beim HSV maximal den Sportdirektor und den Sportvorstand. Tim Walter macht das einzig richtige und verweigert es, dem Thema unnötig viel Aufmerksamkeit zu geben. Soll heißen: Der HSV hat seine Rollen so gut verteilt, dass Onana selbst bei dem mehr als unwahrscheinlichen Verbleib beim HSV im Trainer jemanden hat, der ihm gegenüber unvoreingenommen ist und bleibt. Und: Walter signalisiert seinen anderen Spielern, dass er sich zu 100 Prozent auf den laufenden Betrieb und all diejenigen konzentriert, die mitziehen wollen. Es ist so eine Art nett formulierte Warnung: Denn wer sich nicht auf das Team und die Liga mit dem HSV konzentrieren will – der ist ganz schnell raus aus Walters Fokus. Und das ist gut so.
Ich hätte Onana eh nicht abgegeben
Von daher sind die Geschichten, die sich mit potenziellen Zu- und Abgängen beschäftigen, ebenso legitim wie bedeutungslos für den Tagesbetrieb auf dem HSV-Platz, auf dem heute Josha Vagnoman, Rohr und Anssi Suhonen vormittags und Onana sowie Mickel nachmittags separat trainierten. Und obwohl ich weiß, dass der Fußballfan an sich nur zu gern über Personalentscheidungen diskutiert, habe ich im Fall Onana mein Urteil gefällt: Ich hätte ihn aus Vereinssicht unbedingt gehalten, um ihn nach dieser Saison oder den nächsten mit einem oder mehreren Jahren Entwicklung mehr noch deutlich teurer zu verkaufen. Ich halte Onana nämlich für den Spieler, der das größte Potenzial zu einer maximalen Marktwertsteigerung hat.
Aber: So wahrscheinlich sein Wechsel aktuell auch ist, die Nachricht dieses Blogs ist trotzdem eine andere: Denn wichtiger als Onana ist – fast alles. Allemal die Mannschaft und dementsprechend alle Spieler, die sich für Sonntag gegen Dresden anbieten. Wobei: Onana scheint dazugehören zu können. Zumindest bietet er sich im Training wieder dafür an. Ich bin gespannt…
Ich brauche einmal bitte Eure Hilfe!!
Und dann noch einmal etwas anderes! Denn bevor ich den Blog für heute beende, möchte ich den Spieß ausnahmsweise einmal umdrehen. Anstatt Eure Fragen zu beantworten, wie im CommunityTalk geschehen, habe ich noch Frage an Euch, die sich aus einer Notsituation heraus ergeben hat. Denn meine Frau und ich suchen ganz dringend ein neues Auto. Eigentlich wollten wir ganz in Ruhe nach einem guten Angebot für einen VW Multivan oder ein ähnlich großes Auto (muss für drei Kinder und einen Labrador reichen) suchen. Diese Gelassenheit wurde aber durch einen Motorschaden unseres Zweitwagens jäh beendet. Jetzt brauchen wir schnellstmöglich ein neues Auto, um überhaupt eines zu haben. Gesucht wird zwar weiterhin nach einem Familienbus – aber kurzfristig eben auch nach einem anderen Auto, das uns bis dahin (und darüber hinaus) sicher transportiert. Wer also jemanden kennt oder selbst ein Auto zu verkaufen hat – bitte unbedingt bei mir unter [email protected] melden. Ihr würdet uns damit sehr helfen!
In diesem Sinne, bis morgen. Da müssen wir leider auf den MorningCall zur üblichen Zeit verzichten, da ich einen sehr frühen privaten Termin habe. Aber wenn ich schnell genug durch bin, werde ich den MorningCall etwas später am Vormittag nachreichen und mich am Abend selbstverständlich wieder mit dem Tagesblog bei Euch melden.
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