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Walter verlängert bis 2024 - jetzt muss abgeliefert werden

Unmittelbar vor dem Abflug in das Trainingslager im spanischen Sotogrande hat der HSV dann doch noch den Vertrag mit Trainer Tim Walter hat seinen Vertrag bis 2024 verlängert.…

Walter verlängert bis 2024 - jetzt muss abgeliefert werden

Unmittelbar vor dem Abflug in das Trainingslager im spanischen Sotogrande hat der HSV dann doch noch den Vertrag mit Trainer Tim Walter hat seinen Vertrag bis 2024 verlängert. „Tim hat sich von Tag eins an komplett mit dem HSV identifiziert, lebt Mut und Leidenschaft vor“, sagte Vorstand Jonas Boldt über den Coach und inzwischen auch engen Vertrauten. Der Sportvorstand hatte seinerseits keinen Hehl daraus gemacht, seine Vertragsverlängerung, die jüngst bis 2025 erfolgte, eng an den Verbleib des Coaches zu koppeln. 

Seit seinem Amtsantritt im Sommer 2021 hat Walter trotz immer wiederkehrender Kritik an seiner riskanten Spielweise in 60 Pflichtspielen im Schnitt 1,87 Punkte geholt. Aktuell liegt man mit 34 Punkten zwei Zähler hinter Tabellenführer Darmstadt 98 auf Platz zwei, der am Saisonende für den direkten Aufstieg reichen würde. Aber: Mit nur einem Punkt Rückstand lauert der 1. FC Heidenheim auf dem dritten Rang. Und den will man nach der zuletzt im Sommer 2021 verpassten Relegation gegen Hertha BSC niemand mehr. 

Nach vielen Trainerwechseln in den letzten Jahren setzt Boldt also weiter auf Konstanz. Walter ist der erste Trainer seit dem Bundesliga-Abstieg 2018, der nach einem der mittlerweile vier gescheiterten Rückkehr-Versuchen überhaupt eine zweite Saison weitermachen durfte. Diese läuft – mit dem Vorhaben, Walter auch danach weitermachen zu lassen. „Ich freue mich, dass der Verein den eingeschlagenen Weg mit mir fortführen möchte", sagte Walter. „Es ist zum einen eine große Aufgabe, auf der anderen Seite aber auch eine große Ehre für mich, für diesen Verein zu arbeiten. Der HSV hat eine brutale Wucht und es macht mir jeden Tag Spaß, hier zu arbeiten“, sagte Walter im typischen Pressemitteilungs-Sprech.

Aber egal wie euphorisch sich die Beteiligten selbst jetzt (naturgemäß) zu ihren Entscheidungen äußern und diese feiern, alles hängt vom Erfolg in der Rückrunde ab. „In den zurückliegenden 18 Monaten haben wir alle gemeinsam viel erlebt und sind immer enger zusammengewachsen“, sagt Boldt. „Auch das gegenseitige Vertrauen hat dazu geführt, dass Tim und ich uns bei den Gesprächen über die zukünftige Ausrichtung und Zusammenarbeit schnell einig waren.“ Dennoch: Sollte der HSV erneut den Aufstieg verpassen, wird diese Konstanz im Sommer mehr als nur infrage gestellt.

Für diesen Moment halte ich diesen Weg als den probatesten.  Schon allein aus Mangel an alternativen Wegen. Und vor allem, weil man so zumindest allen aktiven Entscheidern freie Bahn gibt. Es gibt keine Unruhe mehr, die ablenken könnte, allen wurde das Vertrauen ausgesprochen, was fehlend oft als Alibi herhalten muss, wenn als mal nicht läuft. Außer Walter verlängerte auch das gesamte Trainerteam seine Verträge. Julian Hübner, Filip Tapalovic sowie Torwart-Trainer Sven Höh unterschrieben ebenfalls neue Kontrakte, die bis 2024 gültig sind. Co-Trainer Merlin Polzin hatte sein Arbeitspapier bereits im vergangenen Jahr verlängert. „Ohne mein Trainerteam wäre alles gar nicht so möglich, wie es im Moment läuft“, sagte Walter.

Viele schöne Worte - aber sie alle müssen jetzt performen. Nach dem Abgang von Tim Leibold und der Dopingsperre für Mario Vuskovic beginnt das mit der Verpflichtung der notwendigen Verstärkungen in dieser Transferphase und der Vorbereitung auf die Rückrunde, die für den HSV am 29. Januar gegen Eintracht Braunschweig vor wohl ausverkaufter Hütte beginnt. Und es führt kein Weg am anvisierten Aufstieg vorbei. Sollte der verpasst werden, gibt es keine Argumente mehr. Aich nicht die einer erkennbaren Entwicklung.

Apropos: Ein weiterer Schlüsseltermin ist allerdings schon die Mitgliederversammlung am 21. Januar. Dann geht es um richtungsweisende Themen wie die Zukunft des umstrittenen Präsidenten Marcell Jansen und langfristig gesehen auch um den Umgang mit Vereinsmäzen Klaus-Michael Kühne. Drumherum wird es also noch mal ordentlich Knatsch geben – im sportlichen Bereich allerdings hat der HSV jetzt alle Mittel, seine Ziele zu erreichen.

Bis morgen.

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