Walter ist heiß auf das letzte Highlight in 2021 - was ist mit Meißner?
Tim Walter freut sich auf das bevorstehende Heimspiel. „Wir sind guter Dinge“, sagte der 46-Jährige Trainer des HSV heute mit Blick auf das Topspiel gegen den FC Schalke 04.…

Tim Walter freut sich auf das bevorstehende Heimspiel. „Wir sind guter Dinge“, sagte der 46-Jährige Trainer des HSV heute mit Blick auf das Topspiel gegen den FC Schalke 04. Mit einem Sieg über den Tabellenvierten aus Gelsenkirchen könnte man sowohl Schalke im Aufstiegskampf distanzieren als auch den Anschluss auf Spitzenreiter FC St. Pauli und dessen Verfolger Darmstadt 98 behalten. Allein einen besonderen Fingerzeig für die Rückrunde 2022 erwartet Walter von der letzten Partie des Jahres aber nicht.
Personell sind dabei keine neuen Sorgen hinzugekommen. Bakery Jatta hat seine Erkältung überwunden und auch der umworbene Faride Alidou ließe sich von den Gerüchten um seinen Wechsel nicht aus dem Konzept bringen. „Faride gibt sich gut, ganz locker wie immer“, glaubt der Trainer. Und während Torwart Daniel Heuer Fernandes weiter an seinem Comeback arbeitet, musste Mittelfeldspieler Ludovit Reis beim Training heute früher aufhören. „Er ist ausgerutscht und auf den unteren Rücken gefallen. Er hat sich ein bisschen unwohl gefühlt. Deshalb haben wir ihn reingeschockt“, so Walter, der weiter auf die Einsetzbarkeit des Niederländers hofft.
HSV-Coach Walter setzt auf "volle Kapelle"
Aber ein bisschen sportlich wurde es heute auch. Wie Walter den FC Schalke für Sonnabend erarte, wurde er gefragt. „Sie suchen aus einer tiefen Formation Überraschungsmomente. Aber darauf sind wir vorbereitet“, antwortete der HSV-Coach. Dass die Schalker dabei ohne den verletzten früheren HSV-Toptorjäger Simon Terodde in den Volkspark kommen, findet Tim Walter eher bedauerlich: „Wir wollen immer, dass der Gegner mit voller Kapelle gegen uns antritt. Wir sind einfach guter Dinge, weil wir uns riesig auf das Spiel freuen. Solche Spiele bringen uns nach vorn auf dem Weg. Schalke war gefühlt vor drei Jahren noch Vizemeister, jetzt gibt‘s das Duell in der Zweiten Liga. Wir wollen uns mit den Besten messen – das kann uns nur nach vorne bringen.“
Das – und die Fitness seiner Mannschaft. Oder doch eher die Pause? Den Zeitpunkt für eine Pause für seine Jungs sieht Walter zumindest nicht als Nachteil an. „Unsere Stärke ist, dass wir total fit sind. Wir sind immer auf Spur. Dass du da am Ende der Vorrunde ein Stück weit die Konzentrationsfähigkeit verlierst, vor allem, wenn der Boden schwerer wird, das ist normal. Aber die Jungs sind total heiß und total fokussiert. Auf die Pause danach können sie sich dann danach freuen.“
Und so sehe ich es auch bei uns. Freuen wir uns auf die Pause – aber noch mehr auf den Jahresabschluss 2021, der den HSV so gut dastehen lassen könnte, wie noch gar nicht in dieser Saison. Immerhin spielen mit dem HSV gegen Schalke nicht nur der Dritte gegen den Vierten, sondern am Sonntag dann auch noch Darmstadt als Tabellenzweiter gegen Regensburg als aktuell Fünften. Morgen schon muss der Tabellenführer FC St. Pauli bei Holstein Kiel ran. Mit anderen Worten: Es wird neben dem HSV auch auf den anderen Plötzen spannend. Insbesondere dann, wenn der HS selbst seine Hausaufgaben zu lösen weiß.
Und dabei muss der HSV auf Standards aufpassen. Das weiß auch der HSV-Coach. Insbesondere bei hohen Bällen und im Spiel gegen den Ball seien die Schalke stark. Was einen angesichts der potenziell offensivstarken Schalke am meisten verwundert: Sie spielen den Grammozis-Fußball und kommen aus einer tief stehenden Formation. Sie suchen das Überraschungsmoment, wusste auch Walter heute zu berichten und blieb betont unbeeindruckt. Man habe in dieser Saison erst „einen oder zwei Kontertreffer“ kassiert, so der HSV-Trainer, der im HSV-eigenen Podcast „Pur der HSV“ einen wirklich netten Einblick in sein Privatleben gewährt. Aber das nur am Rande.
Schalker Keeper als Schwachstelle?
Wichtiger wird sein, dass der HSV am Sonnabend seine defensive Stabilität der letzten Wochen beibehält. Vorn sind immer ein, zwei Tore drin. Das bringt der Offensivfußball von Tim Walter so mit sich. Und wer sich ein wenig mit dem FC Schalke der letzten Wochen beschäftigt hat, der wird wissen, dass im Gegensatz zum HSV, der über zwei unumstrittene Keeper verfügt, der FC-Keeper gerade mächtig unter Druck steht. Zuletzt gegen den FC St. Pauli (gegen Burgstaller) und den 1. FC Nürnberg (gegen Möller-Daehli) patzte Martin Fraisl. Schon deshalb hoffe ich, dass der HSV diesmal den Weg zum Abschluss noch direkter sucht, um diese Verunsicherung zu nutzen.
Und das lässt mich kurz auf einen Spieler kommen, den ich gern mehr sehen würde: Robin Meißner. Ich weiß nicht genau, warum der Angreifer bei Walter soweit hinterherhängt, aber wenn ich jetzt höre, dass Meißner tatsächlich mit einem Wechsel liebäugeln soll, weil er keine Perspektive beim HSV unter Walter sieht, dann wird es eng. Denn gerade dieser direkte Weg zum Tor, der Meißner auszeichnet, fehlt anderen Spielern beim HSV. Meißner hat eine Qualität, die die Mannschaft gut gebrauchen kann, behaupte ich. Dass Meißner trotz seiner vielversprechenden Ansätze aus der Vorsaison so gar keine Rolle spielt, erschließt sich mir noch immer nicht.
Von daher: Sofern der HSV nicht irgendwelche Spieler in der Hinterhand hat, die in der Winterpause kommen sollen und die de facto deutlich besser sind, sollte man Meißner fördern. So, wie es Walter mit Alidou gemacht hat. Oder mit Jonas David. Oder mit Anssi Suhonen, der übrigens heute wieder mittrainieren konnte und dementsprechend am Sonnabend wieder einsetzbar sein dürfte. Ich glaube, dass sich das Ganze auch bei Meißner sehr wohl lohnen kann.
In diesem Sinne, bis morgen. Dann am Abend wieder mit einem Spieltags-Update.
Scholle
P.S.: Laut einem Bericht von sportchosun.com möchte der HSV Young-Wook Cho vom @fcseoul verpflichten. Der 22 jährige südkoreanische Angreifer, der auch auf den Außenbahnen zuhause ist, möchte demnach ebenfalls gerne zum HSV wechseln. Gute Nachrichten kamen heute zudem aus Gelsenkirchen, deren Coach Dimitrios Grammozis nach seiner Corona-Infektion auf die Bank des FC Schalke 04 zurückkehrt. Der dafür maßgebliche PCR-Test des 43-Jährigen sei negativ ausgefallen, teilte FC heute mit. Zuletzt hatte ihn Assistent Sven Piepenbrock vertreten.
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