Walter ist da - und verdient einen faireren Empfang!
Nun ist es offiziell. Der HSV hat verkündet, was seit einigen Tagen beim HSV als Gerücht kursierte: Tim Walter ist neuer Cheftrainer beim HSV. Der 45-Jährige hat einen…

Nun ist es offiziell. Der HSV hat verkündet, was seit einigen Tagen beim HSV als Gerücht kursierte: Tim Walter ist neuer Cheftrainer beim HSV. Der 45-Jährige hat einen Zweijahresvertrag unterzeichnet, wie der HSV heute Vormittag in einer Pressemitteilung offiziell verkündete. Walter folgt damit auf Daniel Thioune und Interimstrainer Horst Hrubesch, unter denen der HSV auch im dritten Anlauf die Rückkehr in die Bundesliga verpasst hatte. Und bevor ich hier den tagesaktuellen Blog schreibe: Ich habe gesehen und gelesen, dass Walter hier schon niedergeschrie(b)n wird. Und das sogar noch bevor er sich überhaupt erst vorstellen durfte.
Auch das ist ein Problem, das den HSV hier schon seit vielen Jahren begleitet: Es wird alles erst einmal von der negativen Seite betrachtet. In diesem Fall wird auf Zurufe reagiert, auf eine Beobachtung von Leuten, die größtenteils schon anderthalb Jahre zurückliegt. Und das empfinde ich als unwürdig. Denn völlig egal, was ich von den Urteilen renommierter Kollegen auch halte: dem schließe ich mich einfach so nicht an. Auch hier gilt es, dem Protagonisten selbst die faire Chance zu geben, sich zu etablieren und zu beweisen. Und: Dass Walter als Trainer sehr gut funktionieren kann, hat er mehrfach bewiesen.
Ob er dabei nun sympathisch ist oder nicht - das ist tatsächlich erst einmal zweitrangig. Er soll ja auch nicht mich mögen, sondern den HSV erfolgreich führen. Und deshalb werde ich ihm an dieser Stelle meinerseits auch die Zeit geben, um zu beweisen, dass er dem HSV helfen kann. Bis dahin halte ich mich an die Fakten:
Zuletzt hatte Walter bis Dezember 2019 den VfB Stuttgart in der 2. Liga trainiert, dann musste er gehen. Am Ende der Saison stiegen die Schwaben auf. Vor seinem Stuttgarter Engagement war Walter für ein Jahr beim Zweitligisten Holstein Kiel tätig. Dass er als Typ mit klaren Vorstellungen gilt, dass er sehr überzeugt ist von seinen Ideen - das reicht mir nicht nicht, um ihn abzuschreiben. Walters klare Art kann sogar wohltuend sein in einem Umfeld, das zuletzt einfach zu wenig Reibung erzeugt hat, als dass man zwei Halbserien lang den Fokus beizubehalten wusste. Vielleicht braucht der HSV jetzt genau diesen weniger emphatisch denn auf Leistung fokussierten Typen, um endlich einmal eine ganze Saison durchzuziehen.
Im vierten Spieljahr nach dem ersten Abstieg des HSV aus der 1. Liga soll nun also Walter den HSV ins Oberhaus zurückführen. Der gebürtige Bruchsaler ist damit schon der fünfte reguläre Chefcoach (Interimscoach Horst Hrubesch ausgeklammert) seit dem Absturz in die Zweitklassigkeit im Jahr 2018. Eine bittere Bilanz. Zuvor hatten sich der über Neuerungen kommende Christian Titz, Konzepttrainertyp Hannes Wolf, der alte und erfahrene Knurrer Dieter Hecking sowie der aufstrebende und emphatische Entwickler Thioune erfolglos darin versucht, den HSV wieder in die Erste Liga zu führen. Dem 46 Jahre alten früheren Coach des VfL Osnabrück wurde wie seinen Vorgängern auch der Absturz seiner Mannschaft in der Rückrunde zum Verhängnis.
Jetzt also Walter. Ein Mann, dessen Ruf ihm weit vorauseilt. Zu weit, wie ich finde. Denn auch ich habe sehr viel über ihn gehört, weil ich mich natürlich breitflächig informieren wollte - aber ich werde hier nicht den Fehler machen, und ihn schon aburteilen, bevor ich ihn nicht selbst kennenlernen durfte und ihn in Sachen Arbeit mit der Mannschaft ausreichend beurteilen kann. Vielleicht will sich ja die/der eine oder andere dieser Vorgehensweise anschließen. Es wäre fair.
Bis später! Dann zumindest schon einmal mit den allerersten persönlichen Eindrücken von der Pressekonferenz, auf der Walter heute vorgestellt wird.
Bis dahin!
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