Walter glaubt an direkten Aufstieg - und nimmt Königsdörffer in die Pflicht
Saisonfinale in Sandhausen. Da kommen Erinnerungen hoch, die man als HSVer wohl eher gerne gänzlich von der Festplatte streichen würde. Vor drei Jahren hatten die Rothosen…

Saisonfinale in Sandhausen. Da kommen Erinnerungen hoch, die man als HSVer wohl eher gerne gänzlich von der Festplatte streichen würde. Vor drei Jahren hatten die Rothosen unter Trainer Dieter Hecking durch ein blamables 1:5 gegen den SVS am letzten Spieltag die Chance auf den Relegationsplatz verschenkt. “Das war einmal”, kommentierte Walter das Sandhausen-Trauma des HSV. Den dritten Platz hat Walters Elf zumindest jetzt schon sicher, doch geht am Sonntag noch mehr? Viele HSV-Fans träumen insgeheim schon von Autokorsos und einem schwarz-weiß-blauen Fahnenmeer auf dem Rathausmarkt. Dass Heidenheim patzt ist unwahrscheinlich, aber eben nicht ausgeschlossen. Vor einigen Jahren hätten wir viel dafür gegeben, am letzten Spieltag noch direkt aufsteigen zu dürfen. Ein Bonusspiel also? Walter gab sich auf der Pressekonferenz gewohnt selbstbewusst: “Zweiter oder weiter”, fasste Walter die Ausgangslage zusammen. Etwas anderes bleibt dem HSV auch nicht übrig. Sollte das Wunder am Sonntag ausbleiben, geht es eben in die Relegation. Der Coach und seine Mannschaft glauben zumindest noch an den direkten Aufstieg, dass wurde auf der PK wieder einmal deutlich. Über Zwischenstände der Partie Regensburg - Heidenheim will der Coach am Sonntag aber laut eigener Aussage nicht informiert werden. “Wir müssen unser Spiel gewinnen, das ist das, was wir beeinflussen können”, antwortete Walter ausweichend. Tim Walter und sein Trainerteam werden mit großer Sicherheit - wie alle anderen HSVer auch - in den 90 Minuten jedoch ganz genau verfolgen, was sich in Regensburg abspielt. Druck erzeuge diese Konstellation jedoch nicht: “Wir sind entspannt und voller Vorfreude”, so Walter.
Beim Thema Relegation wurde Walter hingegen deutlicher: “Die Relegation ist für beide Mannschaften möglich, für uns und für Heidenheim. Wir spielen beide eine sehr gute Saison. Von der Punkteausbeute ist es unsere beste Saison, es ist schon hart mit so vielen Punkten nicht direkt aufzusteigen. Von daher sollte man vielleicht grundsätzlich einmal über die Relegation nachdenken”, klagte Walter. Ein kleiner Seitenhieb gegen DFB und DFL. Trotz der ungleichen TV-Geldverteilung und der immer größer werdenden Kluft zwischen erster und zweiter Liga, irritiert mich Walters Kritik an der Relegation. Der HSV hat viele Punkte liegen gelassen und steht nun zu Recht auf dem dritten Platz. Die Relegation an sich für einen möglicherweise erneuten Nichtaufstieg des HSV verantwortlich zu machen, erscheint vermessen.
Neben Walters Relegations-Kritik gab es heute aber auch überraschend klare sowie harte Worte in Richtung Ransford Königsdörffer. “Er muss Konstanz in seine Arbeitsweise und sein Spiel bekommen. Es ist wichtig, als junger Spieler immer an seine Grenzen zu gehen. Er ist ein junger Spieler, da kann er noch dazu lernen. Es ist nicht mehr Dresden, sondern der HSV. Das ist etwas ganz Besonderes, wir erhoffen uns noch viel mehr von ihm. Grundsätzlich macht er das aber ganz gut”, bewertete Walter Königsdörffers Trainingsleistungen. Ungewöhnlich für Walter, einen Spieler derart deutlich in die Pflicht zu nehmen. Walters Worte geben auch Aufschluss darüber, warum Königsdörffer in seinen Plänen seit der Rückrunde nur noch eine Nebenrolle zukommt. Schade, wie ich finde. Auch wenn Königsdörffer aktuell nicht die vom Trainerteam geforderte Konstanz zu zeigen scheint, halte ich ihn für einen der talentiertesten Offensivspieler unseres Kaders. Vielleicht bietet sich ja durch Jattas Sperre für ihn die Chance, zumindest in Halbzeit zwei gegen Sandhausen auf sich aufmerksam zu machen.
Während der gesamten Trainingswoche waren die Arbeiten am Bühnenaufbau für die Metallica-Konzerte auf dem Volkspark-Gelände zu vernehmen. Auch auf der PK war die Show der US-Musiker ein Thema. “Ich werde nicht hingehen, verbiete es meinen Spielern aber nicht”, meinte Walter. “Die Bühne ist anderswo für uns aufgebaut”, fügte er hinzu. Sollte der HSV in der Relegation antreten müssen, würde der HSV in Windeseile einen neuen Rasen verlegen müssen. Dieser müsste dann in nur vier Tagen in einen guten Zustand gebracht werden. Ein Unterfangen, auf welches die HSV-Greenkeaper wohl lieber verzichten würden. Erst einmal steht jedoch das Saisonfinale in Sandhausen an, der direkte Aufstieg ist noch möglich. Nun gilt es, alles in dieses vorerst letzte Spiel zu werfen. Wenn dann in Regensburg ein Wunder geschieht, darf gerne zu Metallica gerockt werden.
Einen schönen Abend euch und bis morgen,
Cornelius
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