Meinung

Waffenstillstand, Kündigung und Shitstorm für Shell als Partner

Braucht der HSV wirklich so dringend und so auf Kosten seines Images neues Geld? Im Netz hat die Meldung über den neuen Exklusivpartner „Shell“ jedenfalls einen Shitstorm…

Waffenstillstand, Kündigung und Shitstorm für Shell als Partner

Braucht der HSV wirklich so dringend und so auf Kosten seines Images neues Geld? Im Netz hat die Meldung über den neuen Exklusivpartner „Shell“ jedenfalls einen Shitstorm ausgelöst. Einen zweifellos zu 100 Prozent zu erwartenden – sollten die Marketingmitarbeiter nicht verpennt haben, was sich am deutschen Mineralölmarkt gerade abspielt. Und auch ich muss sagen, dass ich diese Meldung ebenso unglücklich finde, wie die Irritationen beim HSV in den letzten Wochen. Sie ist erneut ein Zeichen dafür, wie wenig es den vermarkter schert, wie das Image des HSV aussieht. Ganz bitter! Besser dagegen: Die interne Auseinandersetzung auf Vorstandsebene soll sich in eine Art Waffenstillstand gedreht haben. Zumindest liest sich der folgende Absatz aus dem HSV-internen Interview von heute mit Vorstand Dr. Thomas Wüstefeld so. Es ginge beim HSV um die Sache und „nicht um Einzelpersonen wie Jonas oder mich, es muss im Kern immer um die Raute gehen“, sagt Wüstefeld dort. Aber lest selbst:

„Unsere Leitlinie für das nächste Geschäftsjahr lautet: Wir wollen vereint sein, müssen uns aber auch sportlich und wirtschaftlich so bewegen, dass der HSV dorthin kommt, wo er hinwill. Und – das betone ich an dieser Stelle noch einmal – dabei geht es nicht um Einzelpersonen wie Jonas oder mich, es muss im Kern immer um die Raute gehen. Und da warten viele Herausforderungen neben den sportlichen auf uns. Eine der wichtigsten betrifft unser Publikum: Nach den Corona-Einschränkungen müssen wir die Menschen, unsere Fans und Sympathisanten, wieder aktivieren, in den Volkspark zu kommen. Unser ganzheitlicher Fokus ist einfach und klar formulierbar: Erreichen der sportlichen und wirtschaftlichen Ziele. Dafür führen wir ein neues Organisationsmodell ein, an dessen operativer Spitze unterhalb des Vorstands ein Management Board mit Dr. Eric Huwer (Finance & Operations), Cornelius Göbel (Brand, Culture & Digital) und Marieke Patyna (Strategy, People & Sustainability) fungieren wird. Zudem müssen wir zielführend und dynamisch agieren können, daher ist die Zusammenlegung von ehemaligen Abteilungen zu agilen und flach-hierarchischen Business Units bereits erfolgt.“

Der Frieden auf Vorstandsebene ist professionell

Dass sich jetzt alle lieb haben, ist sicher ausgeschlossen. Aber noch mal: Das muss auch nicht so sein. Wichtiger ist, dass sich die Verantwortlichen vielleicht doch noch darauf verständigen konnten, dass ein Gegeneinander für alle keinen Sinn ergibt. Denn die negativen Themen kommen von ganz allein. Stichwort: Finanzierung Stadionrenovierung. Und mit dem neuen Partner Shell wurde jetzt ein neues Fass aufgemacht. Wobei ich glaube, dass sich dieses Thema trotz aller Berechtigung relativ schnell verflüchtigen wird. Diejenigen, die aus moralischen Gründen dem HSV den Rücken kehren, wurden offenbar eh in Kauf genommen. Unglücklich. Sehr sogar.

Etwas besser ist, dass der HSV nach langer Zeit der Unruhe in der Belegschaft gestern die Belegschaft über ihre weiteren Pläne informiert haben. Hierbei wurde wie in dem Interview von Wüstefeld auf der Homepage noch einmal betont, dass man um Veränderungen in Form von betriebsbedingter Kündigungen nicht herumkommen wird. Dort heißt es: „Sicherlich hatten wir in den letzten Wochen nicht die gute, euphorisierte Stimmung…das liegt an unterschiedlichen Faktoren: an der Sommerpause, an Unruhe, die von außen in unsere Organisation hineingetragen wurde, sicherlich auch an internen Veränderungsprozessen. Aber diese Veränderungen sind zwingend notwendig, wenn wir nach zehn Jahren roter Zahlen auch mal wieder schwarze schreiben wollen und nach fünf Jahren Zweiter Liga auch wieder in die Erstklassigkeit zurückkehren möchten. Das muss ohnehin jede Kollegin und jeder Kollege im HSV verstehen…“ Der Nachrichteninhalt wird einen großen Teil der Zuhörer im Presseraum bzw. am Rechner zwar nicht gefallen haben. Aber zumindest wissen jetzt alle auch vom Vorstand, was der Vorstand plant. Und diese klare Art der Kommunikation sollte der HSV in Zukunft zum Standard machen.

Aber das soll es für heute in Sachen Vorstand, Vereinspolitik etc. gewesen sein. Entscheidender ist, dass der HSV am Montag das erste Mal auf dem Platz stehen wird. Und das mit Sicherheit noch nicht mit dem Kader, der in der kommenden Saison besser machen soll, was in den letzten Jahren verpasst wurde. Aber auch das hat der HSV nicht exklusiv. Das ist sogar normal. Und hier wird definitiv in den nächsten Tagen noch eine ganze Menge passieren. Muss es auch, zumal der HSV mit dem Auftaktspiel bei Eintracht Braunschweig gleich mal auf einen außergewöhnlich euphorisierten Gegner trifft. Am 16. oder 17. Juli geht es bei Eintracht Braunschweig für den HSV zur Sache. Am letzten Spieltag trifft der HSV übrigens auswärts auf den SV Sandhausen mit der Neuzugang David Kinsombi...

So, dann bis m morgen!Bis dahin wünsche ich Euch einen schönen Freitagabend. Und morgen melde ich mich dann mit dem neuen Communitytalk bei Euch!

Scholle

Der HSV startet in die neue Saison bei Eintracht Braunschweig

Der neue Spielplan des HSV bzw. der Zweiten Liga: https://media.dfl.de/sites/2/2022/06/2.-Bundesliga_Spielplan_2022_2023-1.pdf

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