Vuskovics B-Probe auch positiv - Wirrungen im Aufsichtsrat
Es ist manchmal schon fast witzig, wie sich Dinge beim HSV entwickeln. Noch witziger sind allein einige Reaktionen darauf. Aber in diesem Fall muss ich schon sagen, konnte ich…

Es ist manchmal schon fast witzig, wie sich Dinge beim HSV entwickeln. Noch witziger sind allein einige Reaktionen darauf. Aber in diesem Fall muss ich schon sagen, konnte ich zunächst nicht lachen – inzwischen schon. Denn hier haben sich wieder Informationen per Stille Post zu einer Falschmeldung hochgearbeitet. Und heute konnte ich in einem Telefonat dann auch klären, wie es dazu kommen konnte. Um hier angesichts der Umstände, die zu dieser Irrung führten, niemanden persönlich zu attackieren und die offenbar ehrlich gemeinte Entschuldigung damit anzunehmen, nenne ich keine Namen.
Angefangen hat alles mit unserer Exklusivmeldung, dass Dr. Eric Huwer einen Darlehensvertrag mit Klaus Michael Kühne abgeschlossen hat, um so die Finanzierung des Stadions für die EM 2024 zu sichern. In diesem Blog am Dienstag konnte ich dabei auch einige Details wie die genaue Verzinsung und die Vereinbarung, die Summe bei einer etwaigen Umwandlung der Rechtsform in eine KGaA in Anteile umzuwandeln, nennen. Inklusive beiderseitigem Vetorecht. Dass diese Meldung im Aufsichtsrat für Verwunderung sorgen würde, war mir klar. Immerhin stellten wir sie hier online, während die Kontrolleure das Modell vorgestellt bekamen. Dass diese Meldung aber dazu führte, dass intern die Jagd auf den Maulwurf eröffnet wurde – das hätte ich nicht gedacht.
Aber: Es kam so. Und allein, wie es vonstatten ging, war dann schon wieder ein Stück weit typisch für den HSV. Denn am Mittwochmittag rief mich ein Aufsichtsrat an und stellte mir die Frage, warum ich ihn als Quelle genannt hätte. Wohlgemerkt ein Aufsichtsrat, mit dem ich vor langer Zeit einmal kurz gesprochen hatte – danach nie wieder. Er sei nach der Aufsichtsratssitzung von einem Kollegen auf dem Parkplatz mit der Aussage konfrontiert worden, dass er mich informiert habe. Das wiederum sollte ich gesagt haben. Das fast schon Lustige daran: Mit dem als „Informanten“ beschuldigten hatte ich einmal vor Jahren Kontakt - mit dem Investigativ-Kontrolleur tatsächlich noch nie zuvor.
Das wiederum klärte sich heute auf, eine ehrlich gemeinte Entschuldigung inklusive. Der Investigativ-Kontrolleur war falsch informiert worden und wollte sich dafür seinerseits nach mir auch bei dem Beschuldigten entschuldigen. Ob das passiert ist, weiß ich nicht. Aber mir reichte die Tatsache, dass er sich bei mir erklärt und den Fehler entschuldigt hatte. Und: Allein die Tatsache, dass der investigative Kontrolleur einen Maulwurf ausfindig machen wollte, sorgt dafür, dass ich hier niemanden namentlich bloßstellen möchte.
Im Gegenteil: Es wäre schön, wenn diese Art der Selbstreinigung intern noch intensiver gelebt würde. Nicht immer, indem man mich mit reinzieht – aber grundsätzlich hielte ich das für einen kleinen Hoffnungsschimmer. Denn das größte Problem beim HSV ist und bleibt die Unehrlichkeit innerhalb der Gremien, in denen die allermeisten auf ihren Vorteil fixiert sind.
Zumal es aktuell genügend Unruhe in den Gremien gibt. Im Aufsichtsrat wird die Neubesetzung für Hans Walter Peters weiterhin sehr kontrovers diskutiert. Im Vorstand gibt es beim Boldt-Vertrag Bewegung, zudem wird die Besetzung des Finanzvorstandes durch Huwer diskutiert. Und im Präsidium gibt es neben internen Uneinigkeiten den Umgang mit Klaus Michael Kühne betreffend zudem einen drohenden Abwahlantrag gegen e.V.-Präsident Marcell Jansen und seinen Vize Michael Papenfuß durch ein Vereinsmitglied.
Und dann noch eine Meldung, die uns heute um 17.45 Uhr vom HSV überbracht worden ist: Leider (aber eben auch erwartungsgemäß) ist auch die B-Probe bei Mario Vuskovic positiv. Dem Kroaten droht demnach eine Sperre von bis zu vier Jahren. Der HSV unterdessen prüft in enger Abstimmung mit dem Spieler und dem Deutschen Fußball-Bund, was man aus Vereinssicht unternehmen kann. Die Meldung: https://www.hsv.de/news/hsv-stellungnahme-zur-positiven-b-probe-mario-vuskovic
Ein trauriger Tag für den HSV. Und ein noch viel trauriger Tag für den jungen, hochtalentierten Spieler selbst.
In diesem Sinne,
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