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Vuskovic-Entscheidung vertagt - Meffert pausiert

Der Dopingfall von Mario Vuskovic ist entgegen allen Erwartungen heute noch nicht entschieden worden. Weil die HSV-Anwälte es geschafft haben, die Abläufe der Urinprobe bis zur…

Vuskovic-Entscheidung vertagt - Meffert pausiert

Der Dopingfall von Mario Vuskovic ist entgegen allen Erwartungen heute noch nicht entschieden worden. Weil die HSV-Anwälte es geschafft haben, die Abläufe der Urinprobe bis zur Lieferung ins Labor so zu hinterfragen, dass Zweifel entstanden sind. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Frankfurt will nach den ersten beiden Verhandlungstagen des komplexen und komplizierten Verfahrens einen unabhängigen Sachverständigen zurate ziehen. Das DFB-Gericht unter dem Vorsitz von Stephan Oberholz wählte Jean-Francois Naud aus Kanada aus. „Es gibt noch ungeklärte Umstände und Fragen. Wir wollen in sorgfältiger und gewohnter Tiefe aufklären“, begründete Oberholz seine Entscheidung. Weiter geht es jetzt am 10. März.

Vuskovics Rechtsanwälte hatten am heutigen Donnerstag vier Gutachten präsentiert, um den positiven Dopingtest des Kroaten am 16. September 2022 auf das Blutdopingmittel Erythropoetin (Epo) anzufechten. Der Jungprofi ist seitdem suspendiert und beteuert weiterhin seine Unschuld. Die vom HSV und von Vuskovic engagierten Experten waren zu dem einhelligen Ergebnis gekommen, dass beim Analyseprozess und der Interpretation der Fakten im Institut für Dopinganalytik und Sportbiochemie Fehler gemacht worden seien.

Der Krebsforscher Jon Nissen-Meyer (Norwegen), der Proteinchemiker David Chen (Kanada), der Biomathematiker Markus Schulz (Leipzig) und der Endokrinologe Lorenz Hofbauer (Dresden) hatten dazu ausgesagt. „Aus meiner Sicht liegt die Wahrscheinlichkeit bei 80 bis 90 Prozent, dass die Probe falsch positiv ist“, sagte Lorenz Hofbauer. Es wäre fast zu schön, um wahr zu sein. Institutsdirektor Sven Voss aus Kreischa wies diese These zurück. „Nach allen Kriterien, die wir eingehalten haben, würde ich hundertprozentig die Probe positiv geben“, beteuerte Voss.

Jetzt soll ein unabhängiger Gutachter letzte Klarheit herbeiführen. Dafür bestellte das Gericht den kanadischen Wissenschaftler Naud. Er soll nicht nur mögliche Ungereimtheiten im Labor von Kreischa bewerten, sondern auch den ordnungsgemäßen Verlauf von der Probenentnahme über den Transport der Test-Gefäße bis ins Labor. Dabei geht es unter anderem um die ordnungsgemäße Lagerung und eine mögliche Verdunstung des Urins. Der Forscher aus Quebec soll zudem die nach A- und B-Probe noch vorhandene Restmenge an Urin für eine weitere, dritte Auswertung nutzen.

Spannend hierbei: Da dieses Vorgehen nach dem Katalog der Welt-Anti-Doping-Agentur nicht vorgesehen ist, könnte diese Entscheidung zu einem Widerspruch der Weltagentur führen. Und auch beim HSV sorgte die Bestellung Nauds nicht für Freude. Trotz des ersten Teilerfolges, zweifelt der HSV bei Naud dessen Unabhängigkeit an. Hintergrund ist dessen Zugehörigkeit als Wada-Experte für Epo. Das wiederum sieht das Gericht als Vorteil an. Justiziar Phillipp Winter: „Wir prüfen, ob wir dagegen vorgehen.“

Das Thema Vuskovic wird sich noch ziehen, da lege ich mich fest. Dass sich das Gericht dazu entschieden hat, diese dritte Analyse durchführen zu lassen, ist schon erstaunlich. Aber wer weiß, wohin es führt. Ein Freispruch wäre sicherlich überraschend. Und es würde weltweit für Aufsehen sorgen. Aber wie immer gilt auch hier, das Urteil des Gerichtes zu respektieren. Ich für meinen Teil glaube an die Unabhängigkeit und Objektivität (nicht nur, aber sicher auch) deutscher Gerichte. Aber wie gesagt: Das Thema Vuskovic ist längst noch nicht entschieden.

Ich werde mich morgen Abend an dieser Stelle noch einmal mit einem Update zum Sportlichen melden. Heute hat Jonas Meffert gefehlt, weil er individuell trainieren musste. Ob der Mittefeldspieler am Sonnabend in Heidenheim auflaufen kann, scheint noch offen zu sein. Und ich weiß, dass Meffert hier von vielen deutlich kritischer gesehen wird als von mir. Und für mich wäre ein Meffert-Ausfall gleichzusetzen mit dem von Heuer Fernandes, Schonlau und Reis. Normalerweise hätte ich in diese Reihe auch noch Glatzel mit eingebaut – aber hier habe ich seit der Verpflichtung von Andras Nemeth ehrlich die Hoffnung, dass man den (trotz allem dann extrem bitteren) Ausfall des Topstürmers doch auffangen könnte. 

In diesem Sinne, Euch allen einen schönen Abend!

Scholle 

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