Vorschau HSV – Stuttgart: Schlüsselduelle, Taktik und Personal-Update
am Sonntag um 15:30 Uhr tritt der HSV im Volksparkstadion anlässlich des 12. Spieltags der Bundesliga gegen den VfB aus Stuttgart an. Die Partie wird auf DAZN übertragen.

Moin zusammen,
am Sonntag um 15:30 Uhr tritt der HSV im Volksparkstadion anlässlich des 12. Spieltags der Bundesliga gegen den VfB aus Stuttgart an. Die Partie wird auf DAZN übertragen.
Der VfB kommt mit ordentlich Rückenwind. Aktuell steht man mit 22 Punkten auf Platz 5 der Tabelle und auch in der Europa-League konnte man gestern einen 0:4-Auswärtssieg bei den Go Ahead Eagles einfahren. Aus den letzten 5 Bundesligaspielen konnte man 10 Punkte holen und rückt so wieder an die Champions-League-Plätze heran. Vor allem letzte Woche setzte man ein Zeichen, als man im Signal-Iduna-Park in Dortmund ein 3:3 ergattern konnte. Der HSV wartet hingegen seit nun 5 Spielen auf einen Bundesliga-Sieg. Gegen Dortmund konnte man sich im letzten Heimspiel ein Unentschieden erkämpfen, die Leistung in Augsburg stimme allerdings vorne und hinten nicht. Man steht zwar defensiv nach wie vor gut da, aber offensiv ist noch deutlich Luft nach oben.
Das letzte Aufeinandertreffen ist bei vielen HSVern sicherlich noch im Kopf. Im Relegationsrückspiel 2023 musste der HSV zu Hause einen 0:3-Rückstand aus dem Hinspiel aufholen, um noch irgendwie Chancen auf den Aufstieg zu haben. Man ging früh durch Kittel in Führung und hatte kurz vor der Halbzeit auch die große Chance auf das 2:0. Allerdings vergab man diese und schlussendlich drehte Stuttgart die Partie in der 2. Halbzeit noch auf 1:3. Seither hat Stuttgart einen riesigen Schritt nach vorne gemacht und kämpft jährlich um die internationalen Geschäfte und die Champions League. Der HSV schaffte 2025 den Aufstieg und steckt momentan ähnlich wie der VfB Stuttgart 2022 im Abstiegskampf.
Personalupdate
Zum Personal: Warmed Omari wird wenig überraschend nicht dabei sein. Ebenso Yussuf Poulsen. Auch bei Daniel Elfadli hat es leider nicht geklappt. Somit wird die 3er-Kette wohl wieder aus Torunarigha, Vuskovic und Capaldo bestehen. Davor erwarte ich erneut Lokonga und Remberg. Links Dompe, rechts Philippe und im Zentrum Königsdörffer. Heute wurde die Frage gestellt, welches Spiel für ein Profil von Glatzel in Frage kommt, und anhand der Aussage von Polzin wird Stuttgart sicherlich nicht dazu gehören. Deswegen gehe ich erneut davon aus, dass Königsdörffer startet. Im Großen und Ganzen erwarte ich damit nur die Veränderung auf rechts außen. Der HSV wird in diesem Spiel wenige Ballbesitzphasen haben und deshalb macht es Sinn, wenn Philippe auf rechts startet. Eventuell könnte Vieira auf die Position von Lokonga rücken, aber davon gehe ich nicht aus.
Das erwartet den HSV
Stuttgart ist generell eine balldominante Mannschaft. Im Schnitt haben die Stuttgarter 57 % Ballbesitz und so wird sich das sicherlich auch im Spiel gegen den HSV ausprägen. Auch der VfB spielt in einem 3-4-3/3-5-2-System. Logischerweise kann sich aufgrund von Rotationen immer etwas ändern, aber ich gehe jetzt erstmal von einer ähnlichen Aufstellung aus wie letzte Woche in Dortmund. Im Tor startet Nübel und die Innenverteidigung wird von Jeff Chabot geleitet. Auch Jeltsch und Mittelstädt sind dort zu erwarten, wobei Mittelstädt auch gerne mal auf die Schiene ausweicht. Im Zentrum liegt das Herz des VfB mit Angelo Stiller. Neben ihm werden entweder Karazor oder Chema starten. Auf der Schiene wird, sofern nicht geschont, Leweling spielen, auf der anderen Seite Assignon. Aber auch Vagnoman könnte Spielzeit bekommen. Die Offensive besteht dann aus El Khanous und Deniz Undav. Der dritte Spieler hängt stark von der Positionierung von Leweling und Mittelstädt ab. Hier wären Tiago Thomas oder ein vorgerückter Leweling eine Option. Stuttgart agiert dabei sehr variabel. Viele Spieler im Kader können mehrere Funktionen bekleiden.
Sicherlich wird Stuttgart wieder versuchen, den Ball zu beherrschen und das Spiel zu gestalten. Dabei wird Stiller immer wieder der Initiator sein. Er verlagert den Ball, gestaltet das Spiel und spielt auch gerne hohe sowie tiefe Bälle hinter die generische Abwehr.
Was es beim HSV braucht
Beim HSV geht es natürlich wieder darum, stabil zu stehen, aber vor allem sollte es das Ziel sein, Stiller zu beackern. Er ist nun mal der wichtigste Mann im Spiel der Stuttgarter. Aber wer das Spiel gestern gesehen hat, sieht, dass die gesamte Mannschaft überragenden Kombinationsfußball spielt. Der HSV muss also nah an den Männern dran sein und es darf nicht noch einmal passieren, dass man die Gegner so laufen lässt wie gegen Augsburg. Es gilt vorwiegend, wieder das Zentrum kompakt zu halten und nach Ballgewinnen schnell nach vorne zu spielen. Auch das Pressing muss, wenn es passiert, gezielt und konzentriert stattfinden. Ein falscher Laufweg und Stuttgart spielt den HSV aus. Es gilt für den HSV, 90 +x Minuten die Konzentration auf Höchstleistung zu halten und möglichst wenig Platz zu lassen. Man sollte mMn ähnlich agieren wie gegen Dortmund. Tief stehen, das Zentrum schließen und nah am Gegner dran sein. So macht man das Kombinationsspiel schwerer.
Offensiv gilt die Devise „schnell und effektiv“. Nach einem Ballgewinn muss der Ball schnell ins gegnerische Drittel gebracht werden. Kein langes Zögern. Ball nach vorne nachrücken und dann die wenigen Chancen effektiv nutzen. Das hat in letzter Zeit nicht so gut funktioniert, aber es ist mMn das einzige Mittel, mit dem der HSV in diesem Spiel erfolgreich sein kann.
Fazit
Das Spiel gegen Stuttgart wird ähnlich schwer wie gegen Dortmund, vielleicht noch etwas schwerer. Stuttgart ist in einer guten Phase und ist auch spielerisch eine gute Mannschaft. Sie spielen guten, ansehnlichen Fußball und für den HSV braucht es eine enorme Leistungssteigerung, damit man überhaupt einigermaßen mithalten kann. Es ist sicherlich nicht unmöglich, Punkte zu holen, aber es wird sehr schwer. Vielleicht wird es das schwerste Spiel seit Bayern. Aber wer weiß, manchmal folgt auf Stuttgarts Gala-Spiel gegen die Go-Ahead-Eagles eine Leistung, die nicht ganz so gut ist wie in der Europa League. Aber am Ende kann in 90 Minuten alles passieren. Fest steht aber, dass es eine Glanzleistung des HSV braucht, um Punkte gegen Stuttgart zu holen.
Tom
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