Vor dem Spiel gegen Paderborn: Heuer Fernandes verlängert und bleibt bis 2026
Das ist zweifellos eine gute Nachricht: Torwart Daniel Heuer Fernandes hat seinen Vertrag beim HSV verlängert. Wie der HSV am Freitag bekannt gab, verlängerte der 31-Jährige…

Das ist zweifellos eine gute Nachricht: Torwart Daniel Heuer Fernandes hat seinen Vertrag beim HSV verlängert. Wie der HSV am Freitag bekannt gab, verlängerte der 31-Jährige seinen Vertrag vorzeitig bis 2026. „Wir haben es gemeinsam geschafft, großen Zusammenhalt und auch Euphorie zu entwickeln. Daher wollte ich unbedingt beim HSV bleiben, um als Führungsspieler vorwegzugehen und mit der Mannschaft erfolgreich zu sein“, sagt Heuer Fernandes, der am morgigen Sonnabend auch wieder ins Tor rücken wird, wenn der HSV um 13 Uhr den SC Paderborn empfängt.
Es wird ein Spiel, das weh tun kann, denn der SC ist fußballerisch definitiv stärker einzustufen, als es der zehnte Tabellenplatz auszusagen vermag. So sieht es auch HSV-Trainer Tim Walter: „Paderborn ist, glaube ich, ein bisschen unter dem Radar, was diese Saison angeht, aber die Qualität ist bedeutend höher. Die haben einen hohen Ballbesitzanteil, ähnlich wie wir, haben eine gute individuelle Qualität.“ Also liefern sie eigentlich genau das, womit der HSV bislang am besten klarkam: sie stellen sich eben nicht hinten rein, sondern spielen mit.
Aus Paderborn sind derweil mutige, aber gleichzeitig auch respektvolle Worte zu vernehmen. Und verärgerte:„Ich bin über die Ansetzung schon überrascht gewesen. Man hätte auch am Sonntag spielen können. Für die Qualität des Spiels wäre es ein Vorteil gewesen“, sagt der Coach gegenüber den Kollegen der BILD und sieht den HSV dadurch im Vorteil: „Es wird ein Abnutzungskampf. Entscheidend wird sein: Wer wird den inneren Schweinehund am besten überwinden? Wenn du dann zu Hause spielst und mit dem Publikum den zwölften Mann im Rücken hast, kann es zum Vorteil für den HSV werden.“
Rund 52.000 Zuschauer werden in dem nicht ausverkauften Volksparkstadion erwartet. Und diese haben den Anspruch der Wiedergutmachung nach einem mehr als unnötigen Ausscheiden im DFB-Pokal. Ein Aus, das angesichts des Restfeldes in dem Wettbewerb doppelt schmerzhaft ist. Dass sowohl Walter als auch Sportvorstand Jonas Boldt im Nachgang Unruhe zu vermeiden versuchen, ist ein Stück weit ihr Job. Sie müssen zusehen, dass die Mannschaft positiv bleibt, dass sie nicht auseinanderfällt. Aber Fakt ist auch: Das ist deren Aufgabe, während im Verein andere wiederum dafür verantwortlich sind, das große Ganze nicht aus den Augen zu verlieren, zu kontrollieren und ggf. auch zu reagieren.
Ich wurde im Forum gefragt, ob der HSV überhaupt auf ein Szenario vorbereitet wäre, das einen Austausch von Trainer und Sportvorstand nach sich zöge. Und ich kann diese Frage ganz eindeutig beantworten: Nein. Absolut gar nicht. Denn aktuell wird dieser Klub bzw. die HSV Fußball AG faktisch von Boldt geführt, der sowohl auf der Geschäftsstelle als auch bei den Kontrolleuren wohlgelitten ist. In Teilen lenkt der Sportvorstand den HSV mit seinem Finanzvorstand Eric Huwer zusammen. In anderen Teilen auch im Schulterschluss mit den Aufsichtsräten. Aber das ursprüngliche Szenario, das die Aufsichtsräte als kontrollierendes Organ vorsieht, ist schon lange ausgehebelt.
Der Kollateralschaden einer Boldt-Demission wäre noch zu groß. Dieser aktuelle Aufsichtsrat könnte nicht garantieren, dass er auf alle Boldt folgenden personellen Abgänge gute Antworten hätte. Und eines ist auch klar: Solange Boldt am Ruder sitzt, wird er an Walter festhalten. Weshalb genau er sich so eng an den HSV-Coach bindet, erschließt sich mir dabei schon lange nicht mehr. Denn der Faktor „Loyalität“ untereinander wäre auch mit einem gesünderen Verhältnis der beiden gegeben. Und ein gesünderes Verhältnis täte dem HSV in seiner sportlichen Analyse sehr gut.
Für mich steht fest: zum Thema Lerneffekt und Weiterentwicklung hatte ich zuletzt alles gesagt. Und ich bleibe dabei – insbesondere nach dem Pokalspiel. Walter muss in den nächsten zwei Spielen eine ganze Menge Überzeugungsarbeit leisten, denn er hängt aktuell dem berechtigten Anspruch auf Weiterentwicklung (persönlich wie mit der Mannschaft) deutlich zu weit hinterher. Die immer gleichen Plattitüden auf den Pressekonferenzen und nach den verloren gegangenen Spielen zeugen ebenfalls nicht von Einsicht, geschweige denn von einer Erkenntnis.
Apropos Pressekonferenz: „Wir haben rotiert, von daher haben wir ein bisschen Kräfte schonen können“, sagte Walter am Donnerstag auf der Spieltags-Pressekonferenz. Auch Sebastian Schonlau war zuletzt wieder in die Startelf gerückt – und er wusste nicht nur zu überzeugen. Seine (vorab eingeplante) Auswechslung in der 60. Minute war sogar einer der entscheidenden Knackpunkte im Spiel des HSV gegen Fabian Resse und dessen Team.
Dass der Kapitän gegen seinen Exklub Paderborn von Beginn an dabei ist, dürfte daher nur eine Formalie sein. Die Frage, die spannender sein dürfte, ist die nach seinem Nebenmann. Gegen Hertha im DFB-Pokal durfte Denis Hadzikadunic ran. Und der machte es gut. Sogar deutlich besser als zuletzt, was auch daran gelegen haben dürfte, dass er endlich nicht mehr führen musste, sondern geführt wurde – von Schonlau. Ich persönlich hätte Ambrosius vor dem Pokalspiel nicht rausgenommen – aber der Innenverteidiger soll selbst darum gebeten haben, wie Walter nach dem Achtelfinal-Aus sagte.
Jetzt wiederum fand ich das Duo Schonlau/Hadzikadunic so gut, dass ich wieder nicht wechseln würde. Denn eines ist auch klar: Zu viele Wechsel in der Viererkette (insbesondere beim Innenverteidiger-Duo) tun dem eigenen Spiel nicht gut. Und bis heute hat der HSV in dieser Saison schon in acht (!) verschiedenen Abwehrkonstellationen begonnen. Das ist deutlich zu viel, wenngleich es oft unumgänglich war. Dass von den anderen Veränderungen zuletzt viel wieder zurückgedreht wird, ist normal. Jean Luc Dompé wird ausfallen, Bakery Jatta wieder ins Team rücken. Zudem muss Walter auf seinen Mittelfeldorganisator Jonas Meffert verzichten. Wer für ihn in die Startelf rückt, ist noch offen. Aber es wird eine sehr zentrale Auswirkung auf das Spiel haben, davon bin ich überzeigt. Denn ebenso wie man Schonlaus Fehlen nach dessen Auswechslung gemerkt hat, wird man Mefferts Fehlen merken. Leider
In diesem Sinne, bis morgen. Dann wieder mit einem Blitzfazit nach dem Spiel.
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